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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Hauptvorträge

Frontmatter

Kooperation als Weg zu einer verantwortbaren Informationstechnik

Zusammenfassung
Die Frage nach der beruflichen Verantwortung wird Beschäftigten in der Informationstechnik heute schon häufig gestellt; ihre Bedeutung wird in absehbarer Zukunft eher noch zunehmen. Da hier sowohl das Verhältnis des Einzelnen zu seiner Arbeit als auch die Zusammenarbeit in Gruppen und größeren Organisationen angesprochen sind, müssen Betriebsräte in DV-Firmen sich mit Verantwortungsfragen auseinandersetzen.
Verantwortung wird nicht ausschließlich von oben nach unten delegiert, sondern jeder trägt für sein Tun (Mit-) Verantwortung. Deshalb sollten Verantwortungsfragen von den Beteiligten gemeinsam aufgegriffen und in einem kooperativen Umfeld gelöst werden. Der Betriebsrat kann dabei eine Mittlerrolle spielen.
In diesem Vortrag wird von der Arbeit eines Betriebsrats in einem Softwarehaus berichtet und es werden einige Ansätze zur Mitwirkung und Mitgestaltung durch den Betriebsrat erläutert. Seine größten Möglichkeiten liegen dabei — zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt — im kommunikativen Bereich: Er kann informieren, Diskussionen herbeiführen und moderieren und das für eine sachliche und offene Diskussion notwendige Klima schaffen.
Wolfgang Hesse

Informationstechnik und Beschäftigung — Rahmenbedingungen und Tendenzen

Zusammenfassung
Seit 1974 gibt es in der Bundesrepublik Deutschland keine Vollbeschäftigung mehr. Bei aller Problematik der Definition, bei welcher Schwelle das Vollbeschäftigungsziel nicht mehr erreicht ist, ist man sich doch einig darüber, daß Arbeitslosenquoten über 3% bereits den Tatbestand der Unterbeschäftigung erfüllen. Mittlerweile hat sich die registrierte Arbeitslosigkeit bei etwa 2,3 Mio. Personen eingependelt. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von etwa 9%, wenn die Gesamtzahl der Arbeitslosen auf alle abhängig Beschäftigten bezogen wird. Die Quote wird geringer, wenn auch die Selbständigen und Mithelfenden zur Basis hinzugerechnet werden. Dann wird ein Wert von etwa 8% erreicht.
Werner Dostal

Informatik und Neubau Eines Bürogebäudes Ein Erfahrungsbericht über den Neubau der Hauptverwaltung der Colonia Versicherung AG in Köln

Zusammenfassung
Wer heute entscheidet, ein neues Verwaltungsgebäude zu errichten, steht unter anderem auch der Frage gegenüber, wie die Bürokonzepte der Zukunft die Einsatzfähigkeit der neuen Gebäude beeinflussen werden. Die Szenarien, die diskutiert werden, sehen Möglichkeiten von der ausschließlichen Heimarbeit über “Weg von den Ballungsgebieten” bis hin zu der Aussage “Es wird sich gar nichts ändern” vor. Als die Colonia Versicherungen in 1979 sich für den Bau einer neuen Hauptverwaltung für ca. 1.700 Mitarbeiter entschieden, war das Bild der elektronischen Zukunft noch unklarer als heute. Wir setzten damals zwei Prämissen, die wir auch heute noch als richtig und entscheidend ansehen:
  • Wir wollten größtmögliche Flexibilität im baulichen Konzept, um auf die technologischen und organisatorischen Änderungen reagieren zu können.
  • Wir wollten nicht voreilig Technik einsetzen, aber alle organisatorischen Maßnahmen durchführen, die im Hinblick auf die Konzepte der zukünftigen Technologien angemessen erschienen.
Friedrich K. Rauch

Computereinsatz in der Produktion: Technik für den Menschen?

Zusammenfassung
Der Weg zur rechnergestützten Produktion ist durch mehrere Entwicklungsetappen gekennzeichnet. Nicht technologische Sachzwänge, sondern die sozio-ökonomischen Perspektiven auf verbesserte Kontrolle des Eigensinns der lebendigen Arbeit, auf höhere Produktivität bei geringeren Kosten haben sie geprägt. Im ersten Schritt wurde die lebendige Arbeit nach den Vorstellungen von Smith und Babbage horizontal geteilt, die damit auch die Grundlage für den allmählichen Einsatz von Maschinen schufen. Im zweiten Schritt trennten Taylors Grundsätze die Planung der Arbeit von ihrer Ausführung (vertikale Arbeitsteilung).
Peter Brödner

Neue Netze — Neue Abhängigkeiten Infrastruktur als Rahmenbedingung für Organisation von Arbeit

Zusammenfassung
Von einer neuen Infrastruktur zu reden, fällt allen leicht: einmal, weil Gemeinsamkeiten zwischen Netzen und Diensten der Telekommunikation mit Verkehrsnetzen, mit Energieversorgungseinrichtungen und schließlich auch mit Einrichtungen der sogenannten sozialen Infrastruktur ins Auge springen, zum anderen aber auch, weil der Infrastrukturbegriff wenig feste Konturen hat (JOCHIMSEN/GUSTAFSSON 1977). Es ist daher wissenschaftlich ungefährlich, von einer informationellen Infrastruktur zu sprechen.
Hans Brinckmann

Arbeit, Qualifikation und Informationstechnik — Aus der Sicht der Wirtschaft

Zusammenfassung
Lange Zeit schien es so, als würden Zukunftsängste und Pessimismus zu tiefgreifender Resignation oder zu Aggressionen führen, als würde gerade die Jugend sich dem technischen Fortschritt total verweigern. Heute sehen wir, daß die technologische Herausforderung mit Leistungswillen und Verantwortung angenommen wird, daß Chancen ergriffen und Gefahren nach Kräften reduziert werden. Dieser Weg muß weitergegangen werden, denn nur wenn es gelingt, den Anschluß an neueste technische Entwicklungen zu halten, wird ein rohstoffarmes Land wie das unsere die Zukunft der nachwachsenden Generation sichern und die zentralen Probleme der Zeit — von den Arbeitsmarktproblemen bis zum Umweltschutz — lösen können.
Winfried Schlaffke

Auswirkungen der Informationstechnik auf Arbeitnehmer und Arbeitsplätze

Zusammenfassung
Bis zum Ausbruch der Beschäftigungskrise vor mehr als zehn Jahren war die Einstellung der Gewerkschaften zum Technischen Wandel, zur Innovation, zur Modernisierung der Betriebe und zur Umgestaltung der Arbeitsplätze wenn nicht gerade positiv, so doch zumindest von Toleranz geprägt. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre gab es einige Irritationen angesichts der ersten Welle der Automation und ihrer sozialen Folgen, die aus den USA zu uns herüberschlug. Abgesehen von der erfolgreich bekämpften Rezession von 1966/67 sorgten wirtschaftliches Wachstum und aktive Arbeitsmarktpolitik dafür, daß die von der Halbleitertechnik getragene Rationalisierungsbewegung damals keine wesentlichen Beschäftigungsprobleme schuf. Dennoch handelten die Gewerkschaften mit den Arbeitgebern Rationalisierungsschutzabkommen aus, um vor allem die Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern zu stabilisieren, aber auch um die Unternehmen zu Umschulungen von Arbeitnehmern zu verpflichten, deren Arbeitsplätze vom technischen Wandel getroffen wurden.
Heinz Markmann

Der Schutz von Arbeitnehmerdaten — Technische Entwicklung und Rechtliche Anforderungen

Zusammenfassung
Das Arbeitsverhältnis ist schon seit langem zu einer Schnittstelle staatlicher und privater Informationsansprüche geworden. Ganz gleich, ob die Steuer- oder Sozialpolitik auf dem Spiel steht, das Arbeitsverhältnis vermittelt die für staatliche Aktivitäten entscheidenden Grundinformationen. Gerade die sozialstaatliche Komponente öffentlicher Verwaltung wirkt sich auf die Informationspflichten des Arbeitnehmers im Rahmen seines Arbeitsverhältnisses aus. Allein für die Lohn- und Gehaltsabrechnung muß der Arbeitgeber mindestens 60 Personaldatenelemente pro Arbeitnehmer vorhalten. Den Arbeitgeber treffen rund 300 Auskunfts-, Bescheinigungs- und Meldevorschriften im Personalwesen. Diese Zahlen zeigen, welch ungeheure Informations- und Dokumentationsflut in der Personalabteilung eines Unternehmens zu bewältigen ist und wie stark dementsprechend der Anreiz in den Unternehmen ist, sich dabei der Hilfe der modernen Informationstechnologie zu bedienen. Der staatliche Informationsanspruch ist jedoch nicht die einzige Triebfeder für den Automatisierungsprozeß in der Personaldatenverarbeitung. Als eine Grundbedingung rationaler Unternehmenspolitik halten viele Arbeitgeber eine konsequente Analyse der Verwertungsvoraussetzungen von Arbeitskraft für unabdingbar. Dies bedeutet vollständige, detaillierte Erfassung von Arbeitsplatzanforderungen, die Erstellung von Produktionsablaufanalysen und Arbeitnehmerfähigkeitsprofilen. Durch den Einsatz von EDV in der Personalverwaltung sind dazu die technischen Möglichkeiten an die Hand gegeben. Zwar hätte man auch früher einen Sachbearbeiter mit der Erstellung einer Statistik des Inhalts, welche Mitarbeiter im letzten Jahr mehr als dreimal an einem Montag kurzfristig erkrankt waren, beschäftigen können. Dies ist aber wegen des damit verbundenen Aufwandes unterblieben. Heute kann jedes einfache Personalabrechnungssystem eine Fehlzeitenstatistik erstellen, so daß eine entsprechende Liste auf Knopfdruck am Bildschirm erscheint oder ausgedruckt wird.
Claus Henning Schapper

Computer — Mega-Maschine oder Werkzeug

zur Verantwortung im Umgang mit dem Computer
Zusammenfassung
Die Diskussion um Fluch und Segen der Technik ist sicher schon so alt wie die Geschichte der Technik selbst (siehe die Jagdszenen in den Eiszeithöhlen von Lascaux), wobei in frühen Zeiten der Technik-Besitzende wohl mehr den Machtvorteil sah und der Noch-Nicht-TechnikBesitzer ohnmächtig aufbegehrte.
Rolf Günther

Büroarbeit und Informationstechnik

Frontmatter

Akzeptanz und Partizipation Sind Systemgestalter lernfähig?

Zusammenfassung
Systemgestaltung Seit mehr als 20 Jahren wird Benutzerpartizipation bei der Entwicklung und Gestaltung computergestützter Informations- und Kommunikations-systeme gefordert.1) Zwei tragende Gründe sind hierfür maßgeblich: Einmal soll das Wissen der Benutzer mit in die Systemkonzeption eingebracht werden, zum anderen sollen Wertvorstellungen und Interessen der Benutzer berücksichtigt werden. Aus diesen getrennt oder gemeinsam verfolgten Zielen ergeben sich unterschiedliche Formen der Beteiligung von der Scheinpartizipation bis zur authentischen Partizipation.2)
Detlef Müller-Böling

Durch bessere Schulung zu mehr Akzeptanz -Strategien für den Technikeinsatz im Büro-

Zusammenfassung
Benutzerschulung braucht Zeit und kostet Geld. Wie läßt sie sich möglichst effektiv und produktiv gestalten? Der vorliegende Beitrag stellt die eingeführten Verfahren pointiert gegenüber und entwickelt eine Strategie, die es erlaubt, mit weniger Aufwand mehr zu erreichen.
Reinhard Helmreich

Orientierung an Gebrauchswerten

Zur Gestaltung von Informationstechnik am Beispiel der Herstellung von Dokumenten
Zusammenfassung
Klar sind die Grundzüge der Auseinandersetzung: Vom Standpunkt des Kapitals ermöglicht der Einsatz von Informationstechnik Rationalisierung und Kontrolle. Technik wird unter dem Gesichtspunkt als Moment im fortwährenden Konkurrenzkampf durchdacht, geplant und eingesetzt. Für die Arbeitenden dagegen droht der Verlust des Arbeitsplatzes und für diejenigen, die immer noch an den Maschinen arbeiten müssen, nehmen Intensität der Arbeit, Leistungsdruck und gesundheitliche Belastungen zu. An diesen objektiven Tatsachen ändert sich auch dann nichts, wenn eine Belegschaft die Situation in ihrem Betrieb subjektiv viel günstiger einschätzt.
Doris Köhler, Frieder Nake, Heidi Schelhowe-Heyl, Ludwig Voet

Möglichkeiten der Arbeitsgestaltung mit wissensbasierten Computersystemen

Zusammenfassung
In der Artificial Intelligence-Forschung reifen gegenwärtig ”wissensbasierter” Computersysteme heran. Als Werkzeuge für geistige Tätigkeiten können sie die Qualität künftiger Arbeitsplätze prägen. Kritiker befürchten eine Entmündigung und Dequalifizierung der Benutzer solcher Systeme. Ebenso möglich wäre aber auch ein integrativeres Arbeiten mit mehr Eigenverantwortung. Durch Computerunterstützung lassen sich nämlich individuelle Tätigkeitsspektren verbreitern, und gerade durch AI-Techniken der Wissensrepräsentation können die entsprechenden Computersysteme auch für den Nicht-Informatiker durchschaubarer und kontrollierbarer werden. Wie sich wissensbasierte Systeme auf die Arbeitsgestaltung auswirken werden liegt weder in der einen noch in der anderen Richtung zwangsläufig fest. Die möglichen Auswirkungen sind vielmehr die Folge einer Reihe bewußt zu treffender technischer und arbeitsorganisatorischer Entscheidungen.
Jack Schiff

Der Taylorismus — Kein Modell für die Büroautomation

Zusammenfassung
Wenn in den vergangenen 20 Jahren über die Entwicklung der Büroarbeit diskutiert und auch spekuliert wurde, so stand vielen, vor allem kritischen Betrachtern die tayloristische Form der Arbeitsteilung als Zukunftsmodell vor Augen. Die im Produktionsbereich erfolgten Veränderungen stellten sozusagen das Muster dar, nach dem auch die Perspektiven der Büroarbeit beurteilt wurden und z.T. noch werden. Die gerade in den letzten Jahren erfolgte empirische Überprüfung dieser Vorstellung durch eine ganze Reihe von Forschungsprojekten (Baethge/Oberbeck 1986, Berger 1984, Engfer 1984, Gottschall u.a. 1985, Hartmann 1984, Jacobi/Lullies/Weltz 1980, Weltz/Lullies 1983) hat nun aber gezeigt, daß von einer Taylorisierung der Büroarbeit, was deren Kern betrifft, nicht gesprochen werden kann. Der Trend scheint nicht in Richtung einer verstärkten Arbeitszerlegung, sondern in Richtung einer Beibehaltung bzw. Neuschaffung komplexer Sachbearbeitung zu gehen. Damit aber dürfte das Verhältnis von Produktions- und Verwaltungsautomation eher in entgegengesetzter Richtung verlaufen als früher angenommen. Die (im folgenden näher analysierten) Strategien und Resultate von Verwaltungsrationalisierung scheinen das vorwegzunehmen, was in jüngster Zeit unter der Bezeichnung “Neue Produktionskonzepte” eine Wende in der Produktionsumstrukturierung markiert. Warum dieser Typ von Rationalisierung die Büroautomation prägt, soll im weiteren anhand der Industrieverwaltung beleuchtet werden.1)
Michael Hartmann

Humanisierung der Büroarbeit Durch Alternative Nutzung von Arbeitszeit

Zusammenfassung
Die Entwicklung von netzwerkförmig organisierten Systemen der Bürokommunikation bedeutet insbesondere, daß in der Zukunft in erheblichem Maße bislang noch notwendige, von menschlichen Arbeitskräften erbrachte Arbeitszeit abgebaut wird: Arbeitsvorgänge, die bisher in Stunden oder Tagen getan wurden, können durch die Computerunterstützung in den Systemen der Bürokommunikation nunmehr in Minuten oder Stunden getan werden.
Ulrich Briefs

Computereinsatz in der Produktion: Technik für den Menschen?

Frontmatter

Personelle sowie soziale Perspektiven und Auswirkungen der rechnerintegrierten Produktionsunternehmen mit Zukunft

Zusammenfassung
Die industrielle Gesellschaft ist beginnend mit dem Wachstumseinbruch im Zusammenhang mit der Ölkrise 1973 erschüttert worden. Der Spannungszustand ist vielfältiger und langandauernder Art, so daß von einer Krisis unserer industriellen Gesellschaft gesprochen wird. Sie drückt sich u.a. durch hohe Arbeitslosigkeit aus. Sowohl unter wirtschaftspolitischer, sozialpolitischer als auch gesellschaftskritischer Sicht ist eine Strukturwandlung der industriellen Produktion erkennbar. Symptomatisch hierfür sind der schnelle technologische Fortschritt, niedrige Investitionsrenditen, hohe Produktionskosten, hohe Steuer- und Soziallasten, wirtschaftspolitische Restriktionen, erdrückende Konkurrenz am Weltmarkt und daraus resultierende Unsicherheit sowohl im Management als auch in der Gewerkschaft. Hinzu kommen allgemeine weltpolitische Instabilitäten.
Diethard Reisch

Neuartige Verschränkungen von System- und Sozialintegration

Zur Innovationsdynamik in der Automobilindustrie
Zusammenfassung
In Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ist man sich einig, daß die gegenwärtige mikroelektronische Entwicklung tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitswelt hervorrufen wird. Hingegen besteht Uneinigkeit darüber, wie diese Veränderungen konkret aussehen werden und wie sie arbeitspolitisch zu bewerten sind. Das gilt natürlich auch für die Diskussion in den Sozialwissenschaften. Angesichts der gewohnten Heterogenität und Widersprüchlichkeit sozialwissenschaftlicher Analysen zur mikroelektronischen “Revolution” ist es um so überraschender, daß in letzter Zeit in verschiedenen Ländern empirische Studien veröffentlicht worden sind, die unabhängig voneinander zu ähnlichen Diagnosen und Ergebnissen gekommen sind. Dabei stützen sie sich primär auf neuere Entwicklungen in der Automobilindustrie. (Bonnafos/Chanaron/Mautort 1983; Kern/Schumann 1984; Piore/Sabel 1984) Diese Studien sind, so könnte man pointiert formulieren, essentiell “optimistisch”. Sie sprechen vom “Ende der Massenfertigung” oder sogar vom “Ende der Arbeitsteilung” und sehen in den bevorstehenden Entwicklungen neue Chancen für die verbleibenden Arbeitnehmer.
Thomas Malsch

Tendenzen in der Entwicklung computerunterstützter Fertigungssteuerungs-systeme

Zusammenfassung
Der Entwicklungsstand rechnerunterstützter Fertigungssteuerungssysteme wird wohl auch noch heute durch ein Zitat von Wiendahl aus dem Jahre 1982 zutreffend beschrieben:
“Trotz umfangreichem Einsatz der Datenverarbeitung für Planungs-, Rückmelde- und Durchsetzungssysteme, wie z.B. elektronische Leitstände, und großem Rechenaufwand für die Kapazitätsterminierung und Feinsteuerung wird eine geringe Obereinstimmung des tatsächlichen mit dem vom Rechner vorgegebenen “optimalen” Fertigungsablauf festgestellt” (1, S. 2 f.).
F. Manske

Arbeitsorientierte Gestaltung von PPS-Systemen Ein Beitrag zur Qualifikationssicherung in der Werkstatt

Zusammenfassung
Zunächst werden einige Probleme in Systemen der Produktionsplanung und -steuerung (PPS-Systemen) sowie Lösungsansätze dafür diskutiert und noch offene Problemstellungen herausgearbeitet. Für diese bisher noch nicht zufriedenstellend bearbeiteten Fragestellungen (Planungskonzepte, Dezentralisierung der Planung, Dialogschnittstelle) werden Lösungsvorschläge unterbreitet, die, da an der qualifizierten Facharbeit orientiert, gleichzeitig einen Beitrag zur Qualifikationssicherung in der Werkstatt leisten sollen.
Karl-Heinz Rödiger, Erhard Nullmeier

Die Veränderung der Planungs- und Denkanforderungen Durch den Einsatz von CAD im Konstruktionsbüro

Zusammenfassung
Die neuen Informations- und Kommunikationstechniken kommen auch in den Bereichen der Produktion zum Einsatz, in denen sich die Arbeitsmittel in den letzten 100 Jahren nicht sehr wesentlich verändert haben. Es sind dies vor allem die der Fertigung vorgelagerten Bereiche Konstruktion und Arbeitsplanung sowie Verwaltung und Vertrieb. Gerade der - bisher zahlenmäßig eher geringe Einsatz von Computersystemen in Konstruktion und Arbeitsplanung hat eine breite Diskussion über die sozialen und psychischen Folgen hervorgerufen. Ausschlaggebend dafür sind zwei Gründe: zum einen ist der Einsatz von Computersystemen in der Konstruktion ein Baustein für die geplante Integration von Planung und Fertigung durch Computernetze, eine Zielstellung, die sich in dem Schlagwort “CIM” (computer integrated manufacturing = Computergestützte integrierte Fertigung) ausdrückt. Zum anderen aber stellt gerade der Einsatz des Computers in einem Bereich, der wie die Konstruktion als “kreative Insel” in der sonst weitgehend standardisierten und formalisierten Produktion gilt, eine deutliche Herausforderung dar.
Martin Resch

“Zur Betrieblichen Gestaltung von CAD-Anwendungen”

Zusammenfassung
Vor kurzem wies BURKHART LUTZ, der Leiter des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, darauf hin, daß eine der wichtigsten Erkenntnisse der deutschen Industriesoziologie der 70er Jahre die des Fehlens eines deterministischen Zusammenhangs zwischen Technik und organisatorischen Auswirkungen sei /1/.
M. Rader, B. Wingert, U. Riehm

Die Arbeit innerhalb der neuen informationstechnologischen Infrastrukturen

Frontmatter

Das ISDN — Betriebs- und volkswirtschaftliche Aspekte

Zusammenfassung
Bis vor gut einem Jahr war die Weiterentwicklung der Netzinfrastruktur der DBP in Richtung auf ein digitales und diensteintegrierendes Netz (ISDN) kein Streitpunkt der öffentlichen, politischen und wissenschaftlichen Diskussion. Seitdem wird die ISDN-Planung der DBP von einigen Sozialwissenschaftlern und auch aus dem gewerkschaftlichen Bereich kritisiert. Die Kritik reicht von der Forderung nach Berücksichtigung der sozialen Folgen für die Arbeitnehmer bis zur vollständigen Ablehnung des ISDN. Wegen der (vermuteten) ökonomischen und gesellschaftlichen Risiken der Informations- und Kommunikationstechniken allgemein gilt manchem die zugrundeliegende Netzinfrastruktur als nicht mehr “sozialverträglich” oder nicht mehr “sozial beherrschbar”. Diese Kritik ist Teil der allgemeinen Auseinandersetzung um den Einsatz technologischer Großsysteme, die Informatisierung der Gesellschaft, den Datenschutz und um die Folgen des technischen Fortschrittes für den Arbeitsmarkt. In diesem Beitrag wird diese Kritik dargestellt und in ihrer Aussagekraft analysiert. Als Ökonom werde ich mich auf die Bereiche konzentrieren, die mit ökonomischen Kategorien faßbar sind und die übrigen nur kurz streifen. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß die ISDN-Pläne der DBP auch aus einer ganz anderen Richtung kritisiert werden. So gibt es Stimmen, die das Investitionstempo der DBP unter industriepolitischen Gesichtspunkten als zu langsam bezeichnen und die eine schnellere Einführung neuer Dienste und Technologien fordern (Arnold 1986).
Th. Schnöring

Zur Sozialen Beherrschbarkeit Integrierter Fernmeldenetze

Zusammenfassung
Ich schreibe diesen Beitrag in einer Woche, in der wir erfahren müssen, daß die angeblich sichere und beherrschte Kernkrafttechnik weder technisch noch sozial beherrscht wird. Diese Erfahrung bezieht sich nicht nur auf das russische Kernkraftwerk, wie zuvor schon auf ein US-amerikanisches und ein britisches. Sie bezieht sich auch auf die politischen Instanzen und maßgeblichen Experten in der Bundesrepublik. Obwohl der Weg der Radioaktivität von der Luft über den Boden in die Nahrungskette prinzipiell berechenbar erscheint, reagieren sie bei ihrem Versuch der Schadensbegrenzung von Tag zu Tag auf jeweils neue Meßergebnisse mit unterschiedlichen und nicht nachvollziehbaren Bewertungen und Konsequenzen. Es wird erkennbar, daß alle zuständigen Stellen personell und technisch nicht hinreichend auf ihre jetzt gestellten Aufgaben vorbereitet sind. Wir erleben einen beispiellosen staatlichen Eingriff in das Eigentum von Bauern, Molkereien und Gemüsehändlern, der doch wohl kaum wegen harmloser Belastungen vorgenommen wird.
Herbert Kubicek

Auswirkungen des Einsatzes von Bildschirmtext auf die Beschäftigten im Dienstleistungssektor

Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag faßt Ergebnisse von zwei durch die Forschungsgruppe Computer und Arbeit durchgeführten Projekten zusammen. Die zugrundeliegenden Forschungsberichte einschließlich weiterführender Quellen sind den Literaturangaben am Ende des Beitrags zu entnehmen.
Klaus-Dieter Heß, Ulla Schwitalla, Friedrich Wicke

Informationsmaschinen Neue Nutzungsmöglichkeiten, neue Arbeitsplätze

Zusammenfassung
Information ist zweckorientiertes Wissen. In der Informationsgesellschaft werden diejenigen Organisationen starke Positionen — auch im internationalen Wettbewerb — erringen, die Wissen zweckorientiert und marktgerecht anbieten und nachfragen. Es entwickelt sich ein neuartiger Markt für Informationsleistungen; die sich daraus ergebende Arbeitsteilung der Informationsberufe in diesem Informationsmarkt ist durch die Unternehmen zu beachten und zu nutzen.
H. Volkmann

Verhaltenskontrolle Durch Genomanalyes?

Einige Bemerkungen zum Zusammenhang von Gentechnik und Informationstechnik im Arbeits leben
Zusammenfassung
Es mehren sich die Stimmen, die behaupten, daß sich die Informationstechnik und die Gen­technik, die sich zunächst unabhängig voneinander entwickelt haben, in ihren Entwicklungs­linien stärker einander annähern: FRIEDLAND und KEDES erhoffen sich durch die Entwick­lung von “sophisticated software tools” weitere Fortschritte bei der Entschlüsselung der DNA (FRIEDLAND/KEDES 1985); die Ostberliner Informatiker FUCHS-KITTOWSKI und WENZLAFF versuchen zu beweisen, daß die Informatik als Wissenschaft Einsichten der Mo­lekularbiologie übernehmen sollte, wenn sie ihren Gegenstand finden will (WENZLAFF 1983; FUCHS-KITTOWSKI 1983); der deutsch-amerikanische Philosoph Hans Jonas meint, daß sich die grundlegenden ethischen, moralischen und juristischen Probleme des breiten Spektrums neuzeitlicher technologischer Entwicklungen am ehesten am Beispiel der Humanbiologie und Medizin klären lassen (JONAS 1985, S. 9). Auch einige Datenschützer haben schon frühzei­tig auf die Probleme von Genregistern hingewiesen (HESSISCHER DATENSCHUTZBEAUF-TRAGTER 1982, S. 82 ff.). Der Marburger Politologe und Dritte-Welt-Forscher JÖRG BEKKER sieht sogar in der engen Verknüpfung beider Technologien “einen qualitativ neuartigen historischen Wandel” (BECKER 1984, S. 20).
Said Hadjerrouit, Friedrich-L. Holl, Bernd Lutterbeck, Rudolf Wilhelm

Brauchen wir eine Neue Aufklärung?

Zusammenfassung
Die hohe Arbeitslosigkeit ist eines der bedrückendsten Probleme unserer Zeit und es herrscht Einigkeit unter Sachkundigen darüber, daß ihre Beseitigung oder wenigstens ihre Verminderung materieller, aber vor allem großer mentaler Anstrengungen bedarf. Arbeitslosigkeit ist eine schwere menschliche Krise. Auch wenn heute ein Arbeitsloser weit mehr Geld bekommt als früher, so wirkt doch die Nutzlosigkeit auf den Betroffenen häufig wie eine unheilbare Krankheit. Krise als Niedergang einer Persönlichkeit ist hier zweideutig zu verstehen. Einmal kann sie eine Irrelevanzkrise sein, wenn der Betroffene in neue, veränderte Verhältnisse nicht mehr paßt und nur anzubieten vermag, was niemand mehr braucht. Zum anderen kann eine Überforderungskrise vorliegen, die eingetreten ist, weil das Notwendige, dem nachzukommen war, schneller wuchs als die eigenen Möglichkeiten. Bei der Unterscheidung der beiden Krisentypen, die auf Hermann Lübbe zurückgeht, wird ausdrücklich nicht eine echte oder vermeintliche Schuld als Erklärung oder Ursache herangezogen. Es soll unerheblich sein, ob die Krise durch eigenes Handeln zustande kam oder ein Widerfahrnis ist. Die Termini “Relevanz” bzw. “Irrelevanz” werden als Prädikate für einen Sachverhalt benutzt, während “überfordern” als ein “Unerreichbares-Erreichen-Wollen” eine praktische Modalität andeutet und etwas mit “Können” zu tun hat. Auf das Lebensalter des Menschen bezogen kann man herausstellen, daß der Tendenz nach “Irrelevanzarbeitslosigkeit” im Alter, “Überforderungsarbeitslosigkeit” in jüngeren Jahren häufiger angetroffen wird.
Hartmut Wedekind

Öffentliche Vortragsveranstaltung

Frontmatter

Zielsetzung und Aufgabenstellung des Arbeitskreises “Informatik und Dritte Welt”

Zusammenfassung
Der Arbeitskreis “Informatik und Dritte Welt” wurde im Januar 1983 in Hamburg auf der Arbeitstagung Computer in der Dritten Welt von ‘ Dritte Welt’ — Erfahrenen und Interessierten an der NordSüd-Problematik in Bezug auf Entwiclungszusammenarbeit und Technologietransfer gegründet. Danach war es zunächst notwendig, den Rahmen für Aktivitäten abzustecken und inhaltliche Positionen zu erarbeiten.
Günther Cyranek, Heidrun Kaiser

Informatik in Indien — Ein Fallbeispiel

Zusammenfassung
Die auf folgenden Seiten zusammengefasste Situation des Fallbeispiels Indien möge dazu dienen, eine differenziertere Darstellung der Welt vor Augen zu halten, als die die durch den Begriff der “Ersten/Dritten Welt” allgemein geprägt worden ist.
Frau Asha P. Kachru

Informationstechnik und Internationale Arbeitsteilung: Der Einsatz von Computern in Dritte-Welt-Ländern

Zusammenfassung
Die Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, daß sich die Weltwirtschaft in einer Phase befindet, die als eine neue industrielle Revolution bezeichnet werden kann. Stichworte für die heutige Umwälzung der Produktivkräfte sind Computer und Automation. In den Industrieländern sind Datenverarbeitungsanlagen zum festen Bestandteil fast jedes Produktionsprozesses geworden, und dies hat wiederum zu einem deutlichen Anstieg der Produktivität geführt. In den Fabriken werden überall CAD/CAM-Systeme eingeführt und Arbeiter durch Roboter ersetzt. So ist in der kurzen Zeitspanne von vierzig Jahren der Produktionsprozess grundlegend verändert worden. Während die erste industrielle Revolution mehr als 150 Jahren brauchte, um einen etwa vergleichbaren Effekt hervorzurufen, scheint sich das heutige Tempo der neuen Produktionsumwälzung um ein vielfaches beschleugnigt zu haben. Noch erstaunlicher ist: für diese Entwicklung sind noch keine natürliche Grenzen in Sicht, und die Dynamik des Innovationsprozesses scheint sich eher noch zu steigern als zu verlangsamen. Der Höhepunkt der neuen industriellen Revolution liegt noch vor uns und nicht hinter uns. Je schneller aber die Technik fortschreitet, desto langsamer scheint die Gesellschaft sich anpassen zu können. Die Zeit der “Information-Gesellschaft” schafft neue Probleme und Herausforderungen, die erst in den letzten Jahren diskutiert worden sind. Die negativen “Nebenwirkungen” des Computereinsatzes in den Industrieländern kennen wir schon (strukturelle Arbeitslosigkeit, neue Formen der Entfremdung, die Gefahr von autoritären Kontrollformen mit Hilfe der Datenverarbeitung, etc); wir wollen sie hier nicht weiter behandeln. Unser Thema ist ein anderes, nämlich die Untersuchung der Auswirkungen der mikroelektronischen Revolution auf die relative Stellung der Entwicklungsländer in der Weltwirtschaft. Zu dieser Weltwirtschaft gehören die meisten Entwicklungsländer nicht als gleichberechtigte Partner sondern als konkurrierende Ländern, als Nationen, die nur auf dem Weltmarkt existieren. “Konkurrenzfähigkeit” heißt für diese Länder die Devise und die Frage ist nun, ob diese Konkurrenzfähigkeit unter den heutigen Umständen gestiegen oder gesunken ist, und welche neue Konstellation die laufende industrielle Revolution für die internationale Arbeitsteilung mit sich bringt.
Raúl Rojas
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