Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Das vorliegende Buch vermittelt anschaulich und nachvollziehbar die Fachkenntnisse, die für die Vorbereitung auf Tätigkeiten im Bereich der Arbeitsvermittlung, der akti­ vierenden Sozialleistungsberatung und des Fallmanagements erforderlich sind. Wich­ tige Aspekte der Vermittlungsarbeit für unterschiedliche Zielgruppen am Arbeits­ markt werden verdeutlicht. Für Praktiker stellt das Buch ein fachlich fundiertes Nach­ schlagewerk dar, welches über den aktuellen Stand der Job Center, des Fallmanagements und der Neuregelungen des Sozialgesetzbuches (SGB II und III) im Rahmen der Arbeitsmarktreformen informiert. Das Buch geht konzeptionell über die bisherige Arbeitsvermittlung der Agenturen für Arbeit hinaus, indem es bewusst die zukünftige Jobvermittlung in Kommunen, Land­ kreisen, Arbeitsgemeinschaften von Kommunen und Arbeitsagenturen sowie das neue Fallmanagement ins Blickfeld rückt. Inhaltlich vertraut werden die Leser mit dem erforderlichen Grundlagenwissen über • Arbeitsmarkt und Beschäftigung, • Bildung und Qualifizierung, • Job Center und Fallmanagement, • Profiling und Matching, • Berufe und Tätigkeitsfelder sowie • Strategien zur Integration von behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Arbeitsmarkt und Beschäftigung

Summary
Der Autor beschreibt in seinem Beitrag die grundlegenden Einflussfaktoren von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt und ordnet diesen in das Gesamtsystem der sozialen Marktwirtschaft ein. Die Arbeitsmarktbilanz zeigt das anhaltende und tendenziell zunehmende Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt auf. Dieses kann zu einem nicht geringen Anteil durch strukturelle, klassische und friktionelle Ursachen erklärt werden.
Daraus werden Strategiebereiche und Instrumente der Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik abgeleitet. Einen Bedeutungszuwachs erfahren dabei die Strategien der Bildung von Humankapital (zur Verringerung der strukturellen Arbeitslosigkeit), der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch Senkung von Abgaben und Lohnnebenkosten (zur Reduzierung der klassischen Arbeitslosigkeit) sowie der Arbeitsvermittlung zur quantitativen und qualitativen Verbesserung des Arbeitsmarktausgleichs. Der Job-Search-Theorie fällt dabei die Rolle zu, die Grundlage der neuen, aktivierenden Arbeitsmarkt-Ausgleichspolitik aufzuzeigen, die dem Prinzip des „Fördern und Forderns“ von Arbeitsuchenden folgen.
Einen breiten Raum nehmen die aktuellen Reformen des Arbeitsmarktes ein. Dabei blickt der Autor über die Grenzen hinaus und stellt als Benchmark das britische Jobcentreplus-Konzept dar, das es offensichtlich schafft, nicht nur die Langzeitarbeitslosigkeit mit einem smarten und schlanken Managementkonzept niedrig zu halten. „Credit Points“ für die Steuerung der Arbeitsvermittlung, eine leistungsorientierte Bezahlung von Mitarbeitern, Budgets für die Persönlichen Berater der Arbeitsuchenden sind einige bemerkenswerte und nachahmenswerte Konzepte für die Akteure im deutschen System Arbeit.
Franz Egle

Qualifikationsspezifische Grundlagen der Arbeitsvermittlung

Summary
Der Autor weist auf die Wachstums-, Innovations- und Beschäftigungsschwächen in Deutschland hin. Er erläutert den offenkundigen — in vielen internationalen Studien festgestellten — Zusammenhang mit niedrigen Bildungsausgaben und relativ ineffizienten Systemen der beruflichen Qualifizierung in Deutschland. Er erläutert traditionelle und innovative Systeme der beruflichen Erstausbildung und des Studiums sowie der Fort- und Weiterbildungen. Dabei wird auf internationale Entwicklungen — etwa zur Einführung von Credit-Point-Systems — und ihre nationalen Auswirkungen eingegangen. Ausführlich werden Darbietungs- und Lernformen — vom klassischen Präsenzunterricht bis zu modernen Online-Formen via Internet — behandelt. Den dritten Hauptteil stellen Erläuterungen über staatliche, betriebliche und private Finanzierungsmöglichkeiten beruflicher Bildung dar. Ausführlich werden in den einzelnen Abschnitten die Beratungs-Notwendigkeiten und Möglichkeiten zur Auswahl geeigneter Bildungsgänge, Darbringungsformen und Finanzierungen erläutert.
Michael Nagy

Job Center und Fallmanagement

Herzstücke der Arbeitsmarktreformen
Summary
Die weit reichenden Arbeitsmarkt- und Sozialreformen führen zu einem grundlegenden Paradigmenwechsel, der komplexe rechtliche, organisatorische und fachliche Veränderungen in der Arbeitsförderung und Sozialpolitik mit sich bringt.
Job Center; Fallmanagement und Eingliederungsvereinbarungen sind die drei Schlüsselbegriffe, die das Kernstück der Arbeitsmarktreform nach dem ab Januar 2005 in Kraft tretenden SGB II „Grundsicherung für Arbeitsuchende“ beschreiben, und die bisherige Aufbau- und Ablaufstruktur in „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ verwandeln, wie es die Hartz-Kommission programmatisch beschrieben hat.
Die vom Gesetzgeber gewollte Kooperation zwischen den Agenturen für Arbeit und Kommunen wird sich in den „ARGE“ vollziehen; daneben haben „Optionskommunen“ die Möglichkeit zur eigenständigen Umsetzung des SGB II.
Der Beitrag macht aus Sicht langjähriger Praxis deutlich, wie Job Center als „Zentren für Arbeit und Einkommen“ ihre Arbeit wirkungsvoll organisieren können, besonders auch für junge Menschen. Eine zentrale Rolle nimmt die Ausgestaltung des Fallmanagement als Mix aus Einzelfallsteuerung und Systemsteuerung in Netzwerken ein mit dem Generalziel nachhaltiger beruflicher und sozialer Integration durch Mobilisierung aller verfügbaren Ressourcen. Für diesen Steuerungsprozess sind Sozialplanung, Arbeitsmarktmonitoring, Controlling und Evaluation unverzichtbare Steuerungsinstrumente.
Bei der Umsetzung dieser Arbeitsmarktreform ist es aus Sicht der Autoren erforderlich, dass örtlichen Erfordernissen Rechnung getragen und auf gewachsenen und leistungsfähigen lokalen und regionalen Infrastrukturen aufgebaut wird — partnerschaftlich, auf gleicher Augenhöhe, pragmatisch und in einem offenen gemeinsamen Lernprozess.
Hermann Genz, Walter Werner

Arbeitsvermittlung, Profiling und Matching

Summary
Im vierten Abschnitt „Arbeitsvermittlung und Profiling“ werden zunächst der Vermittlungsbegriff und damit verbundene Prozesse allgemein dargestellt. Danach erfolgt die Betrachtung der Arbeitsvermittlung aus dem Blickwinkel der verschiedenen Akteure am Markt für Vermittlung und Beschäftigung. Dazu zählen die staatlichen Einrichtungen, die im Auftrag von staatlichen Einrichtungen tätigen, gemeinnützige sowie private Arbeitsvermittler. Dabei wird auch auf rechtliche Rahmenbedingungen nach dem dritten und zweiten Sozialgesetzbuch eingegangen.
Dem Profiling als einem der wichtigsten Instrumente bei Beratung und Vermittlung gilt dabei ein besonderes Augenmerk. Es ist der Ausgangspunkt für alle weiteren Aktivitäten und Vereinbarungen zwischen dem Vermittler und seinen Kunden.
Christian Scheller

Berufs- und tätigkeitsorientierte Grundlagen der Arbeitsvermittlung

Summary
Die beste Grundlage für erfolgreiche Arbeitsvermittlung ist umfassendes, aktuelles berufskundliches Wissen. In diesem Beitrag werden die Begriffe Berufskunde, Beruf, Tätigkeit und Arbeitsvermittlung aus verschiedener Sichtweise näher erläutert. Was ist der Unterschied zwischen Beruf und Tätigkeit? Der Versuch, über die Definition hinaus einen Trend festzustellen, bringt uns durch den Wandel beruflicher Anforderungen auf die Möglichkeit neuer Wege. Erfolgreiche Arbeitsvermittlung setzt neben berufskundlichem Wissen weitere Instrumente voraus. Als Grundlage werden sog. Berufssystematiken eingesetzt, die eine sinnvolle Einteilung der Berufe in Berufsfelder, Berufsgruppen und Einzelberufe ermöglichen. So eingeteilt ist bei den verschiedenen Einzelberufen eine gewisse,Verwandtschaft“ untereinander festzustellen, die eine Auswahl beruflicher Alternativen vielfach erleichtert. Berufliche Alternativen spielen im Arbeitsleben nicht nur wegen des immer rascheren beruflichen Wandels eine zunehmende Rolle. Die Gründe sind vielfältig. Hier werden diejenigen vorgestellt, die in der Praxis am zahlreichsten auftreten. Unter dem Leitbegriff „fördern und fordern” werden Arbeitsuchende angehalten, sich selbst zu informieren und Eigenbemühungen nachzuweisen. Als Informationshilfe steht ein großes Angebot an Printmedien zur Verfügung. Für die Suche eines Ausbildungs-bzw. Arbeitsplatzes oder eines geeigneten Mitarbeiters wurde der Virtuelle Arbeitsmarkt entwickelt, der eine bundesweite Stellen-und Bewerberabfrage ermöglicht. Die (staatlichen) Agenturen für Arbeit verwenden für jede Spezialanwendung ihrer vielfältigen Aufgaben ein eigenes Computersystem. Hier erfahren Sie, welche davon für erfolgreiche Arbeitsvermittlung eingesetzt werden. Darüber hinaus sollen anhand einiger Beispiele verschiedene Möglichkeiten der Vorgehensweise beim Abgleich von Bewerber- und Stellenangeboten aufgezeigt werden. Berufskundliches Wissen benötigen neben der Arbeitsvermittlung noch wesentlich mehr Personengruppen als allgemein bekannt ist. Um einen Überblick darüber zu erhalten, werden die wichtigsten Zielgruppen vorgestellt. Letztendlich spielt auch in den staatlichen Agenturen die Qualitätskontrolle eine immer größere Rolle. Deshalb ist der letzte Punkt dem Datenqualitätsmanagement gewidmet.
Bernhard Wiucha

Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt

Summary
Im Beitrag Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt geht es zunächst darum, dem Leser die Rechtsvorschriften näher zu bringen. Mit der schrittweisen Entstehung der einzelnen Sozialversicherungszweige entwickelten sich Verantwortlichkeiten der Träger für die Rehabilitation von behinderten Menschen, jeweils im Zusammenhang mit dem versicherten Risiko. Aber auch das Prinzip der Vorsorge und Fürsorge hat sich entwickelt. Es entstand eine breite Trägerlandschaft, die jeweils nach den Vorschriften ihrer Gesetze Leistungen erbrachte und dies zum Teil auch heute noch erbringt. Das Gesetz über die Angleichung von Rehabilitationsleistungen von 1974 war ein erster Versuch, die Leistungen, wie es das Gesetz ausdrückte, anzugleichen. Eine Vereinheitlichung war zu dem damaligen Zeitpunkt kaum denkbar. Inzwischen wurden Leistungen vereinheitlicht, so z. B. die Kraftfahrzeughilfe. Mit Inkrafttreten des SGB IX gibt es für alle Leistungsträger verbindliche Definitionen von Behinderung (§ 2 SGB IX). Zudem wurden Leistungen vereinheitlicht und ein Teil ist für alle Rehabilitationsträger nur noch im SGB IX geregelt. Mit der Schaffung von gemeinsamen Servicestellen der Rehabilitationsträger wurde ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung gemeinsamer Aufgabenerledigung behinderter Menschen unternommen. Es bleibt aber die Unübersichtlichkeit der Zuständigkeit der einzelnen Rehabilitationsträger und es ist Ziel dieses Kapitels, die hier vorhandenen Strukturen aufzuzeigen. Außerdem soll ein Überblick über die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für behinderte Menschen gegeben werden.
Zunächst geht es um die verschiedenen Lernorte in den Fällen, in denen eine berufliche (Neu-) Qualifizierung erforderlich ist und auf die Belange der behinderten Menschen Rücksicht zu nehmen ist. Dabei geht es sowohl um die Ausbildung von behinderten Menschen im Betrieb oder in einer Rehabilitationseinrichtung, als auch um die Qualifizierung von berufserfahrenen behinderten Menschen, die behinderungsbedingt ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben können. Besonderes Augenmerk wird gelegt auf die Integration der behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt. Wegen der zum Teil bestehenden multiplen Problemlagen bietet sich häufig ein Casemanagement als Strategie zur Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt an. Denn letztendlich haben alle Maßnahmen und Förderleistungen der beruflichen Rehabilitation die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt zum Ziel. Dargestellt am Beispiel der Fachhochschule Heidelberg soll die Integration behinderter Hochschulabsolventen aufgezeigt werden.
Gustav Rückemann, Edeltrud Zahn

Backmatter

Weitere Informationen