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2021 | OriginalPaper | Buchkapitel

13. Arbeitsräume der Zukunft – Die Neukonstruktion des Büros

verfasst von: Sebastian Wörwag

Erschienen in: Arbeitsräume

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

Die Büro-Arbeitsräume der Gegenwart verdanken ihre Form und Bedeutung maßgeblich den Arbeitsvorstellungen des 19. Jahrhunderts. Im Gegensatz dazu haben sich seitdem Arbeitsanforderungen und Technologien erheblich verändert. Das hat zu neuen Erwartungen über die Arbeitsweise in den Büros geführt, welche heute in den bestehenden Bürokonzepten zu vielfältigen Funktionsüberfrachtung en geführt haben. Einzel- aber auch Gemeinschaftsbüros, Bürolandschaften aber auch Home-Office-Lösungen können die vielfältigen und widersprüchlichen Anforderungen an produktiv-störungsfreies Arbeiten sowie Kommunikation, an Teilhabe und Rückzug, an Individualisierbarkeit und Standardisierung etc. nur ungenügend erfüllen. Gestützt auf einer eigenen Datenerhebung zeigt dieses Kapitel die Verbreitung und Qualität von verschiedenen Büroformen auf. Mit einem Funktionsmodell werden die unterschiedlichen Nutzungserwartungen an das Büro identifizert und vorhandene Funktionsüberfrachtungen „ausgeräumt“. Im dritten Teil werden neue Bürokonzepte beschrieben, welche bestehende Arbeitsräume weiterdenken oder ersetzen. Aufgezeigt werden Entwicklungsperspektiven vom Einzelbüro zum ‚Studiolo‘, vom ‚Standardbüro‘ zum ‚Individual Space‘, vom Firmenarbeitsplatz zum ‚Home-Office‘, von der Bürolandschaft zur ‚kreativen Werkstatt‘, vom Großraumbüro zur ‚Arbeits-Lobby‘, vom Typical Plan zum ‚Corporate Space‘, vom mobilen Arbeiten zum ‚Third Place‘ und vom territorialen Arbeitsplatz zur ‚virtuellen Heimat‘.
Fußnoten
1
In einer 2019 durchgeführten Studie nannten 86 % der befragten Mitarbeitenden den „Gemeinschaftssinn“ als einen überwiegend bis sehr wichtigen Arbeitswert (Wörwag & Cloots, 2020a). Doch weniger als 50 % fanden Gemeinschaftssinn als Kulturmerkmal ausgeprägt bei ihren Arbeitgebenden vor. Das wird nun bestätigt durch den nur geringen Anteil von Mitarbeitenden, welche Gruppen- und Teamarbeit als eine von drei Haupttätigen vorfinden.
 
2
Zu berücksichtigen ist die spezifische Schichtung des HR-Panels 2020, welche einen Überhang an Führungskräften aufweist.
 
3
Unter Gemeinschaftsbüros werden Mehrpersonen- (3 bis 6 Arbeitsplätze), Gruppen- (7–20 Arbeitsplätze) und Großraumbüros (ab 20 Arbeitsplätzen) subsummiert.
 
4
Arbeitskulturen werden hier verstanden als die expliziten und impliziten symbolischen Ordnungen, kulturellen Codes sowie Sinn- und Bedeutungszusammenhänge bezogen auf das Arbeitsdenken und -handeln eines Betriebs. Arbeitskulturen basieren auf individuellen, betrieblichen, berufsspezifischen und gesellschaftlichen Normen, Präferenzen und Werten und werden in sozialen Beziehungen ausgetauscht (Wörwag & Cloots, 2020).
 
5
Hartnell, Ou und Kinicki haben die Wirkung des Competing Values Framework von Quinn und Rohrbaugh untersucht und das Modell erweitert.
 
6
Die Etymologie des französischen Wortes „atelier“ verweist auf einen Ort, an dem gehobelt wird und die Späne (altfranzösisch „astele“ für Span, Splitter) fliegen.
 
7
In diesem Zusammenhang ist auf die Biophilia-Hypothese des US-amerikanischen Evolutionsbiologen und Harvard Professors Edward O. Wilson hinzuweisen. Sie beschreibt die menschliche Urverbundenheit mit der Natur, aus der er sich entwickelt hat, und mit der er im ständigen Wechselspiel steht. Hieraus erwächst dem Menschen ein Bezug zu Naturerfahrung, zu natürlicher Ästhetik (Arvay, 2015). Biophilic Design im Bürobau umfasst die Verwendung nachhaltiger Materialien, Tageslicht und natürliche Lichtwechsel in Innenräumen, Frischluft, die bewusste, der Natur nachempfundene Farbwahl, großzügige Flächen, Ausblicke in eine natürliche Umgebung, grüne Pflanzflächen, vertikale Gärten, etc.
 
Literatur
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Metadaten
Titel
Arbeitsräume der Zukunft – Die Neukonstruktion des Büros
verfasst von
Sebastian Wörwag
Copyright-Jahr
2021
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-34120-6_13

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