Arbeitswelten
Neue Perspektiven aus Räumen der Re/Produktion
- 2026
- Buch
- Herausgegeben von
- Michaela Doutch
- Anne Engelhardt
- Tatiana López
- Saumya Premchander
- Miriam Wenner
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
Über dieses Buch
Arbeitswelten unterliegen einem beständigen Wandel. Die kontinuierliche Reorganisation kapitalistischer Produktionsprozesse hat signifikante Auswirkungen auf Formen, Bedeutungen und Räume von Arbeit. Dies betrifft insbesondere Arbeiter:innen und ihre Lebenswirklichkeiten. Neue Perspektiven aus Räumen der Re/Produktion zeigen, dass Arbeiter:innen nicht nur Betroffene sind. Sie handeln Krisen und Konflikte der Re/Produktion (aktiv) aus und spielen eine zentrale Rolle in der umkämpften Gestaltung globaler Produktionsprozesse, den damit einhergehenden Migrationsdynamiken, der fortschreitenden Digitalisierung und den sich wandelnden Arbeitsbedingungen. Das Verständnis dieser Prozesse und der Handlungsmacht von Arbeiter:innen ist essenziell für die Aushandlung einer sozial und ökologisch gerechten Zukunft.
Aufbauend auf der ursprünglich im angloamerikanischen Raum begründeten Labour Geography geht dieser Sammelband der Frage nach, wie und unter welchen Bedingungen Arbeiter:innen ihre Arbeits- und Lebenswelten mitgestalten und welchen Herausforderungen sie dabei begegnen.
Die Beiträge eröffnen neue subjektorientierte Perspektiven zur Analyse der vielfältigen Beziehungen zwischen Arbeit, Klasse, Geschlecht, Race, Kapital und Raum. Detaillierte Fallstudien zu sozialer Reproduktion, Migration, globaler Produktion und Logistik, Digitalisierung, sozial-ökologischen Kämpfen, Transformation und Werten sowie kritische Reflexionen zur Datenerhebung illustrieren aktuelle Ansätze zum Verständnis der Beziehungen zwischen Arbeit, Arbeiter:innen (-Handlungsmacht) und kapitalistischem Raum. Sie loten das Potenzial der Labour Geography zur Analyse dieser Prozesse aus, bringen Konzepte und Debatten in den deutschsprachigen Diskurs ein und fördern deren Weiterentwicklung. Damit leistet das Buch einen wichtigen Beitrag zur Entschlüsselung der Komplexität aktueller Arbeitswelten und zu ihrer Gestaltung.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Einleitung
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Frontmatter
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1. Arbeitswelten: Zwischen Geographien der Arbeit und Labour Geography
Michaela Doutch, Anne Engelhardt, Tatiana López, Saumya Premchander, Miriam WennerDer Fachbeitrag widmet sich der Labour Geography, einer Forschungsperspektive, die die Zusammenhänge zwischen Arbeit, Raum und Macht im kapitalistischen Weltsystem untersucht. Im Mittelpunkt stehen Arbeiter:innen als zentrale Akteur:innen mit Handlungsmacht, die kapitalistische Landschaften mitgestalten. Der Text beleuchtet die Entwicklung der Labour Geography im deutschsprachigen Raum, die Pluralität der Perspektiven und Ansätze sowie die Bedeutung von Arbeiter:innen als raumproduzierende und raumverhandelnde Subjekte. Es werden vier zentrale Aspekte einer Labour Geography-Perspektive herausgearbeitet: die Auseinandersetzung mit Arbeiter:innen-Handlungsmacht, das Verständnis von Arbeit, die Konzeptualisierung von Raum und der gesellschaftspolitische Anspruch. Der Beitrag zeigt, wie Labour Geography zur Analyse aktueller Konflikte und Prozesse hinsichtlich der Verhältnisse zwischen Arbeit, Arbeiter:innen und Raum beiträgt. Zudem wird die Bedeutung von interdisziplinären Ansätzen und die Notwendigkeit einer kapitalismuskritischen Perspektive betont. Der Text bietet einen Überblick über aktuelle Forschungen und Potentiale der Labour Geography im deutschsprachigen Raum und regt zur Weiterentwicklung der Sub-Disziplin an.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn der Einleitung zum Sammelband „Arbeitswelten: Neue Perspektiven aus Räumen der Re/Produktion“ skizzieren wir die Grundlagen der Labour Geography, erläutern die Ziele und Struktur des Buches und geben einen Überblick über die Themen und Kapitel. Zunächst grenzen wir Labour Geography von einer „Geographie der Arbeit“ ab, und heben vier Merkmale einer Labour Geography hervor, die uns besonders wichtig erscheinen: den Fokus auf Labour Agency, ein ganzheitliches Arbeitsverständnis, Sichtweisen auf Raum als soziales Konstrukt, und ihren politischen Anspruch. Anschließend skizzieren wir den Begriff der „Arbeitswelten“, der als Klammer für die vielfältigen Beiträge der sechs Themenblöcke des Buches dient. Insgesamt zeigt der Sammelband, dass die Labour Geography im deutschsprachigen Raum durch eine Pluralität von Perspektiven und Forschungsansätzen geprägt ist. Der ursprünglich in der anglophonen Labour Geography tonangebende klassenanalytische und (neo‑)marxistische Ansatz wird dabei ergänzt durch vielfältige weitere Ansätze aus der Sozial‑, Kultur- und Wirtschaftsgeographie. Wir schließen, dass sich Labour Geography in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft aktuell in einem Suchprozess befindet, ein Prozess in Bewegung und ein Prozess in Arbeit ist. -
2. Klasse, Raum, Arbeit: Labour Geography, Arbeiter:innen-Agency und kapitalistische (Re- )Produktionsweise – ein programmatischer Aufschlag
Stefanie HürtgenIn diesem Kapitel wird die Labour Geography als kritische Theorie diskutiert, die sich mit der Analyse von Arbeiter:innen-Handeln in kapitalistischen Strukturen beschäftigt. Der Beitrag argumentiert dafür, dass die Labour Geography wieder stärker an kapitalismus- und klassentheoretische Betrachtungen angebunden werden muss, um als gesellschaftskritische wissenschaftliche Intervention zu fungieren. Dabei wird betont, dass das Klassenverhältnis als relationales zu verstehen ist, bei dem Kapital und Arbeit wechselseitig konstitutiv sind. Der Text entwickelt vier konzeptionelle Erweiterungen, die als notwendige Horizonterweiterungen der Labour Geography betrachtet werden. Erstens wird argumentiert, dass Arbeiter:innen als multiskalare Akteur:innen zu verstehen sind, die nicht nur lokal, sondern auch global agieren. Zweitens wird betont, dass der kapitalistische Arbeitsprozess in die Analyse einbezogen werden muss, um die multiskalaren Produktionszusammenhänge zu verstehen. Drittens wird die Widersprüchlichkeit von Arbeiter:innen-Handeln thematisiert, die sowohl restriktive als auch emanzipative Formen umfassen kann. Viertens wird der Klassenwiderspruch als inhaltlicher und sozialökologischer verstanden, der eine permanente Auseinandersetzung um den Charakter der verausgabten Arbeit darstellt. Der Beitrag schließt mit der Feststellung, dass raumproduzierendes Arbeiter:innen-Handeln in seiner Widersprüchlichkeit betrachtet werden muss, um die Umkämpftheit von Raum zu verstehen.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn Anschluss an Kritiken am ausgeprägten Empirismus der Labour Geography plädiert der Beitrag für eine relationale Klassenperspektive und eine Betrachtung von Arbeiter:innen-Agency als sozialräumlich widersprüchliches Handeln. In diesem Sinne werden vier konzeptionelle Erweiterungen der Labour Geography entwickelt. Erstens: Arbeiter:innen sind nicht auf lokales Handeln zu reduzieren, sie sind vielmehr a priori als multiskalare Akteur:innen zu begreifen. Zweitens: der sträflich vernachlässigte kapitalistische Lohnarbeitsprozess muss wieder in die Labour Geography integriert werden. Drittens: soll Labour Geography über empiristische Success-Stories hinausgehen, müssen auch Ohnmacht, Niederlagen und restriktive Handlungsorientierungen in die Analyse aufgenommen werden. Viertens: die Labour Geography braucht einen Begriff von Lohnarbeit, der ihre sozial-ökologisch sinnhafte Dimension aufnimmt. Nur so lässt sich der Klassenwiderspruch qualitativ, das heißt als permanente Auseinandersetzung um Form und Inhalt von (Lohn‑)Arbeit begreifen.
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Soziale Reproduktion
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Frontmatter
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3. „Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.“ Leben und Überleben in Deutschlands ländlicher Peripherie ̶ Wege zu einer raumsensiblen Reproduktionsforschung
Tine HaubnerDer Fachbeitrag untersucht die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen in ländlichen Peripherien Deutschlands, insbesondere die Auswirkungen von Peripherisierungsprozessen auf die untere Arbeiter:innenklasse. Es wird analysiert, wie diese Prozesse die Lebens- und Arbeitsbedingungen prägen und die Reproduktionsfähigkeit der Arbeiter:innen einschränken. Der Text beleuchtet vier zentrale Themenbereiche: Erstens, die strukturellen Ungleichheiten und die soziale Reproduktionskrise der unteren Arbeiter:innenklasse in ländlichen Armutsräumen. Zweitens, die methodischen Ansätze und die empirische Datengrundlage, die auf qualitativen Interviews und Fallstudien basieren. Drittens, die spezifischen Herausforderungen in den Bereichen Erwerbsarbeit, Bildung, Qualifikation und Gesundheit. Viertens, die informellen Reproduktionsstrategien und die Rolle des Sozialstaats in der Bewältigung dieser Krisen. Der Beitrag schließt mit der Feststellung, dass die strukturelle Verwundbarkeit der Arbeiter:innenklasse in ländlichen Peripherien eine aktive und kreative Bewältigung von Mangel und Armut erfordert, die jedoch durch die Angewiesenheit auf prekäre Unterstützungsstrukturen und die räumliche Ausweglosigkeit eingeschränkt wird. Die Analyse bietet wertvolle Einblicke in die sozialen Reproduktionskrisen und die strukturellen Grenzen der Handlungsfähigkeit der Arbeiter:innenklasse in diesen Regionen.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie sozialräumliche Ungleichheit in Deutschland manifestiert sich in der Herausbildung „innerer Peripherien“, die sich durch einen Bedeutungsverlust existenzsichernder Erwerbsarbeit und krisenhafte Reproduktionsbedingungen für die lokale Arbeiter:innenklasse auszeichnen. Auf der Grundlage empirischer Befunde liefert der Beitrag Einblicke in die räumlich verfassten Reproduktionsbedingungen von armutsbetroffenen Arbeiter:innen in vier ländlich-peripherisierten Armutsräumen West- und Ostdeutschlands aus reproduktionstheoretischer Sicht. Dabei werden einerseits Vorschläge für theoretische Grundlagen einer raumsensiblen Reproduktionsforschung präsentiert. Andererseits wird gezeigt, auf welche Weise peripherisierte Armutsräume in Deutschland die soziale Reproduktion der lokalen Arbeiter:innenklasse gefährden und ihre Handlungsfähigkeit einschränken. Eine Labour Geography, die vom aktiven Raumhandeln von Arbeiter:innen ausgeht, so wird vor diesem Hintergrund argumentiert, muss zugleich die soziale Verwundbarkeit und strukturellen Einschränkungen dieses Raumhandelns ernst nehmen. -
4. Der metabolische Riss in der sozialen Reproduktion: Räumliche Kämpfe um körperliche Unversehrtheit im portugiesischen und brasilianischen Hafensektor
Anne EngelhardtIn diesem Kapitel wird untersucht, wie neoliberale kapitalistische Praktiken wie Flexibilisierung und Verdichtung von Arbeit die Körper von Hafenarbeitern in Lissabon (Portugal) und Santos (Brasilien) beeinflussen. Der Fokus liegt auf der Analyse der Auswirkungen dieser Praktiken auf die körperliche Unversehrtheit und die sozialen Reproduktionsbedingungen der Arbeiter. Der Beitrag entwickelt einen theoretisch-konzeptionellen Analyserahmen, der den arbeitenden Körper als Maßstabsebene ins Zentrum der Analyse von Konflikten und Kämpfen rückt. Es wird argumentiert, dass der Metabolismus der sozialen Reproduktion des arbeitenden Körpers als Teil einer kritischen Analyse um Arbeitskämpfe, Handlungsmacht und Raum mitberücksichtigt werden muss. Die Studie zeigt, dass mangelnde Investitionen in die Instandhaltung von Werkzeugen und Maschinen die Arbeitenden an den Häfen in Portugal gefährden, teilweise tödlich. Die Entfernung zwischen dem Arbeitsplatz und den reproduktiven Räumen hat ebenfalls Einfluss auf die Erschöpfung, den Stress und die hohe Zahl von Unfällen am brasilianischen Hafen Santos. Die qualitativ-empirische Studie belegt die implizite und offene (körperliche) Gewalt, der Arbeitende durch bestimmte räumliche Konflikte am Arbeitsplatz Hafen ausgesetzt sind. Prekäre Ausbeutung beruht damit nicht nur auf niedrigen Löhnen und befristeten Verträgen, sondern auch auf mangelnder Wartung und Zugang zu Reproduktionsbedingungen, die die Integrität, Gesundheit und Sicherheit der Arbeitenden ständig bedrohen. Die Studie zeigt, dass die zeitlichen und räumlichen Kämpfe um die Grenzen zwischen Produktion und Reproduktion wie ein Tauziehen wirken, das im Kern den Metabolismus des arbeitenden Körpers potentiell bedroht. Solange das Seil jedoch nicht durchgeschnitten werden kann, kann der Druck und die Spannung rund um dieses Hin und Her auch zu ernsthaften Widerstandsbewegungen führen, die die Grenzen der Produktions- und Reproduktionsweise immer wieder herausfordern.KI-Generiert
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ZusammenfassungArbeiter:innen sind der Notwendigkeit ausgesetzt, sich durch Schlaf, Heilung, Nahrung, Kleidung und Weiteres zu reproduzieren. Andererseits müssen sie arbeiten und produzieren, um ihre soziale Reproduktion und die ihrer Angehörigen finanzieren zu können. Die räumlichen Kämpfe, wo und wie soziale Reproduktion ausgeübt wird oder werden kann, gleichen einem Tauziehen zwischen Arbeiter:innen auf der einen Seite und kapitalistischen Unternehmen und staatlichen Institutionen auf der anderen Seite. Während die Arbeiter:innenbewegung Reproduktionszeit und -räume verteidigt, versucht die Kapitalseite sie vollständig für die Akkumulation von Kapital zu vereinnahmen. In diesem Beitrag analysiere ich mithilfe des Konzeptes des Metabolismus der sozialen Reproduktion, wie Arbeitende sich für ausreichende Reproduktionsräume einsetzen, um die eigene körperliche Unversehrtheit zu schützen. Ich untersuche am Beispiel der Hafenarbeit in Brasilien und Portugal, auf der Grundlage von zwischen 2015 und 2019 geführten qualitativen Interviews mit Beschäftigten und Gewerkschaftsrepräsentant:innen, wie sich dieses Tauziehen um Reproduktionsraum auf die arbeitenden Körper der Kolleg:innen auswirkt und sich zum Teil in deren Arbeitskämpfen widerspiegelt. -
5. Planung für alltägliche Geographien der Re/Produktion – Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit in suburbanen Wohngebieten
Henriette BertramIn diesem Fachbeitrag wird die Planung von neuen Stadtrandquartieren unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit untersucht. Der Autor analysiert, ob und inwiefern feministische Forderungen in aktuellen Planungsprozessen berücksichtigt werden und welche Lebensmodelle den Planungen zugrunde liegen. Besonders im Fokus steht das Beispiel Hamburg-Oberbillwerder, ein großes Stadterweiterungsprojekt in Hamburg. Der Beitrag zeigt, dass einige der ursprünglichen feministischen Forderungen heute als Elemente anspruchsvoller und alltagstauglicher Planung umgesetzt werden, jedoch oft ohne direkten Bezug zur feministischen Kritik oder Geschlechtergerechtigkeit. Die meisten Maßnahmen bleiben auf der Ebene kurzfristiger Alltagsverbesserungen, während strukturelle Veränderungen der vergeschlechtlichten Arbeitsteilung kaum thematisiert werden. Der Autor betont die Notwendigkeit einer stärkeren Integration von Sorge- und Erwerbsarbeit in die Planung, um eine tatsächliche Transformation zu erreichen. Die Analyse zeigt, dass Planung durchaus den Anspruch haben kann, gesellschaftliche Strukturen zu verändern, jedoch müssen dafür breitere Allianzen mit anderen Akteuren und eine stärkere Priorisierung des Themas geschaffen werden.KI-Generiert
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ZusammenfassungVereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit wird auch durch räumliche Bedingungen und stadtplanerische Strategien beeinflusst. Insbesondere suburbane Wohnquartiere galten lange als „Emanzipationshindernis“ (Warhaftig 1985), die traditionelle Geschlechterbeziehungen voraussetzen und perpetuieren. Ausgehend von feministischer Kritik am Arbeitsbegriff und den räumlichen Bedingungen, unter denen Erwerbs- und Sorgearbeit stattfinden, stelle ich die Frage, ob heutige Planungen suburbaner Wohngebiete die feministische Stadt- und Planungskritik aufnehmen und von welchen Lebensmodellen und daraus resultierenden alltäglichen Geographien Planungsbeteiligte ausgehen. Es zeigt sich, dass viele Kritikpunkte heute umgesetzt werden, allerdings zumeist als Bestandteil anderer Leitbilder und als Zeichen eines stark an ökonomischer Aktivität orientierten Privatlebens. Damit werden viele wichtige Verbesserungen gegenüber früheren suburbanen Wohnquartieren erreicht. Dennoch bleibt die Planung auf einer oberflächlichen, größtenteils taktischen Ebene, die zwar das tägliche Leben von Menschen mit Sorgeverantwortung entlastet, aber kaum Kritik an strukturellen Arbeitsbedingungen oder an den ungleichen vergeschlechtlichten Belastungen durch Erwerbs- und Sorgearbeit äußert.
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Migration und Prekariatät
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6. Transnationale Sorgeketten als arbeits- und sozialgeographische Kategorie. Indische Krankenpflegekräfte in Deutschland
Christa WichterichDer Fachbeitrag untersucht die Migration von indischen Pflegekräften nach Deutschland und analysiert die Autonomie der Migration sowie die Mechanismen der systemischen Abwertung von migrantischer Pflegearbeit. Der Text beginnt mit einer Einführung in die historische und politische Entwicklung der Migration von Pflegekräften aus Kerala, Indien, und stellt die theoretischen Rahmenbedingungen dar, die die empirische Forschung leiten. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Analyse der Arbeits- und Lebensbedingungen von indischen Pflegekräften in Deutschland, wobei die Perspektiven und Erfahrungen der Pflegekräfte selbst im Vordergrund stehen. Der Beitrag untersucht auch die Rolle von Global Care Chains und die Auswirkungen der Migration auf die Herkunfts- und Zielländer. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung der Autonomie der Migration und der Handlungsfähigkeit der Pflegekräfte. Der Text schließt mit einer Diskussion der Ergebnisse und deren Implikationen für die Politik und Praxis im Bereich der Migration und Pflegearbeit. Der Fachbeitrag bietet eine umfassende Analyse der Migration von indischen Pflegekräften nach Deutschland und liefert wertvolle Einblicke in die Arbeits- und Lebensbedingungen dieser Gruppe. Die empirische Forschung basiert auf qualitativen biographischen Interviews mit Pflegekräften und bietet eine detaillierte Perspektive auf ihre Erfahrungen und Herausforderungen. Der Text ist eine wertvolle Ressource für Fachleute im Bereich der Migration, Arbeitsgeographie und Sozialwissenschaften, die sich für die Migration von Pflegekräften und die Auswirkungen auf die Herkunfts- und Zielländer interessieren.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer Beitrag führt in Global Care Chains als arbeitsmigrantische Räume ein, die transnationale Achsen sozialer Reproduktion und Versorgungsketten als Globalisierungsstruktur darstellen. Der Pflegenotstand in deutschen Krankenhäusern wird seit den 1960er Jahren mit einem Spatial Fix (Harvey 2001), der transnationalen Kommodifizierung und Extraktion von Care in einem grenzüberschreitenden Markt, zu lösen versucht. Neben den Push- und Pull-Faktoren für die reproduktive internationale Arbeitsteilung in globalen Ungleichheitsstrukturen werden auch die Autonomie der Migration und die Handlungsmacht der Subjekte einbezogen. Der empirische Teil vergleicht auf Basis biographischer Interviews die erste Generation indischer Krankenpfleger:innen, die in den 1960/70er Jahren nach Deutschland kamen, mit den in den letzten zehn Jahren Zugewanderten. Analysekategorien sind ihre Motivation, Anerkennung, Arbeit und Arbeitsplatz, Respekt und Diskriminierung, transnationale Familie und schließlich die Lebensperspektive. Die biographischen Narrative spiegeln Ambivalenzen und Widersprüche, 50 jährige Kontinuitäten, aber auch eine wachsende Autonomie. Trotz massiver Hürden und Ausgrenzungen dokumentieren sie große Lebens‑, Arbeits- und Emanzipationsleistungen. -
7. Prekäre Arbeit und widerständige Agency im Kontext lang anhaltender Vertreibung
Benjamin EtzoldDas Kapitel untersucht die prekären Arbeitsverhältnisse von Geflüchteten in langanhaltenden Vertreibungssituationen und zeigt, wie staatliche Eingriffe und restriktive Politiken ihre Handlungsmacht einschränken. Es beleuchtet die Auswirkungen dieser Politiken auf ihre Lebenssicherung und analysiert die spezifischen Arbeitsmarktpositionen und -verhältnisse von Geflüchteten. Der Text diskutiert die Konzepte der Labour Market Segmentation und Constrained Agency und veranschaulicht, wie diese die Arbeitsbedingungen und Zukunftsperspektiven von Geflüchteten prägen. Anhand von Fallbeispielen aus Afrika, Asien und Europa wird aufgezeigt, wie Geflüchtete trotz rechtlicher und sozialer Hürden Strategien entwickeln, um ihre Lebenssicherung zu gewährleisten. Das Fazit betont die Notwendigkeit, die Handlungsspielräume von Geflüchteten zu erweitern und ihre Anstrengungen zur Selbsthilfe zu unterstützen.KI-Generiert
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ZusammenfassungMillionen von Schutzsuchenden dürfen in Aufnahmeländern nicht arbeiten oder finden keine Arbeit, die ihren Fähigkeiten und Qualifikationen entspricht. Rechtliche Barrieren drängen Geflüchtete zudem in prekäre Arbeitsverhältnisse, tragen zu ihrer gesellschaftlichen Ausgrenzung bei und verhindern dauerhaft ihre Integration. Auf Grundlage empirischer Forschung des Projektes ″Transnational Figurations of Displacement″ (TRAFIG) thematisiert das Kapitel die Lebenssicherungsstrategien und Arbeitsverhältnisse von Geflüchteten in langanhaltenden Vertreibungssituationen in Äthiopien und Tansania, Jordanien und Pakistan sowie Griechenland und Italien. Aus Perspektive der Labour Geography werden dabei die eingeschränkten Handlungskapazitäten (Constrained Agency) der Geflüchteten ebenso hervorgehoben wie die Unterschiede der Lebenssicherung in Flüchtlingslagern und Städten. Ein zentrales Argument des Kapitels ist, dass restriktive Mobilitätsregime und ″territorialisierte Arbeitsmärkte″ sich negativ auf die Lebensperspektiven von Geflüchteten auswirken und somit zu einer Verstetigung und Verfestigung von langanhaltenden Vertreibungskonstellationen beitragen. Vielfach gelingt es Geflüchteten nur durch informelle Praktiken und die Unterwanderung von formellen Regeln des Aufnahme- und Asylregimes, das heißt durch widerständige Agency, ihr Leben zu sichern.
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Globale Produktions- und Logistiknetzwerke
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8. Netzwerke der Solidarität und des Vertrauens: Neue Ansätze der gewerkschaftlichen Vernetzung und Organisierung in globalen Automobilwertschöpfungsketten
Hendrik SimonDer Fachbeitrag untersucht die globalen Machtasymmetrien zwischen Kapital und Arbeit in der Automobilindustrie und zeigt auf, wie gewerkschaftliche Vernetzung und Solidarität diese Asymmetrien abmildern können. Es wird die Internationale Netzwerkinitiative (NWI) der IG Metall als Beispiel für transnationale Vernetzung analysiert, die darauf abzielt, dauerhafte Netzwerke zwischen Arbeiter:innenvertretungen in verschiedenen Ländern zu schaffen. Der Text beleuchtet die Herausforderungen und Potenziale solcher Initiativen, insbesondere die Bedeutung von Vertrauen und interkultureller Sensibilität für den Aufbau transnationaler Solidarität. Ein zentraler Fall ist das deutsch-südafrikanische Netzwerk im Automobilzulieferer Lear, das erfolgreich Vertrauen und Solidarität zwischen Arbeiter:innenvertretungen aufgebaut hat. Der Beitrag schließt mit der Erkenntnis, dass transnationale Vernetzung und Solidarität entscheidend sind, um globalen Machtasymmetrien entgegenzuwirken, und betont die Notwendigkeit von Geduld, Ausdauer und Frustrationstoleranz in solchen Projekten.KI-Generiert
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ZusammenfassungWie können Arbeiter:innen über nationale Grenzen hinweg Solidarität entwickeln, wenn sie doch zumindest potenziell in einem Standortwettbewerb zueinander stehen? Das Kapitel zeigt, dass eine mögliche Antwort auf diese Frage die Entwicklung von Vertrauen zwischen Arbeiter:innenvertretungen in transnationalen Netzwerken ist. Vorliegend wird dies anhand der von der IG Metall initiierten Internationalen Netzwerkinitiative (NWI) untersucht. Die NWI verfolgte zwischen 2012 und 2024 das Ziel, Arbeiter:innenvertreter:innen in Transnationalen Unternehmen (TNU) auf transnationaler und lokaler Ebene miteinander zu vernetzen, um so echte Gegenmacht von Arbeiter:innen entlang der globalen Automobilwertschöpfungskette zu entwickeln. Auf der Grundlage qualitativer und teilnehmend-beobachtender Forschung, die von 2016 bis 2024 in NWI-Vernetzungsprojekten in Finnland, Marokko, Mexiko und Südafrika durchgeführt wurde, argumentiere ich, dass die Schaffung von Vertrauen in globalen Wertschöpfungsketten voraussetzungsvoll ist und mit einigen Herausforderungen einhergeht – sie aber, wie das Beispiel der gelungenen Vernetzung von Arbeiter:innenvertreter:innen des Autozulieferers Lear in Südafrika zeigt, prinzipiell durchaus möglich ist. -
9. Umkämpfte Logistifizierung: Konflikte und Machtressourcen im Logistikcluster der Region Leipzig
Hans-Christian StephanDer Fachbeitrag untersucht die Machtkonstellationen und Konflikte im Logistikcluster der Region Leipzig, mit Fokus auf den Frachtflughafen Leipzig-Halle. Es werden die Machtressourcen von Gewerkschaften und Anwohnerinitiativen analysiert, die versuchen, ihre Interessen in diesem Cluster durchzusetzen. Der Beitrag beleuchtet die Herausforderungen, denen diese Gruppen begegnen, und zeigt auf, wie das Logistikkapital seine Ansprüche durchsetzt. Dabei werden drei zentrale Aspekte betrachtet: die politökonomischen Rahmenbedingungen, die Hürden beim Aufbau von Organisationsmacht und die Mobilität des Logistikkapitals. Der Autor identifiziert fünf Hürden, die Gewerkschaften und Anwohnerinitiativen überwinden müssen, um ihre Interessen effektiv zu vertreten. Diese umfassen die Kooperation zwischen Gewerkschaften und Management, die Auswirkungen staatlicher Repression auf Proteste, die Schwierigkeiten bei der Mobilisierung von Menschen, die Auswirkungen der Beweglichkeit der Hubs auf die Handlungsoptionen und die Notwendigkeit von Bündnissen zwischen verschiedenen Akteuren. Der Beitrag zeigt, wie der Machtressourcenansatz und seine Erweiterung über den Metabolismus als Werkzeug genutzt werden können, um Machtressourcen von verschiedenen, politisch teilweise konträren Akteuren zu analysieren. Die Fallstudien und Interviews bieten ein tiefes Verständnis der lokalen Dynamiken und Herausforderungen in der Region Leipzig.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn Logistikclustern, die weltweit an den Kreuzungen logistischer Routen entstehen, sind die Menschen als Arbeiter:innen und Anwohner:innen einerseits mit neuen Lebens- und Arbeitsbedingungen wie Umweltverschmutzung, Lärm oder Niedriglohnjobs konfrontiert. Andererseits können sie an den Choke Points, den Knotenpunkten logistischer Netzwerke, auf neue potenzielle Machtressourcen im Kampf gegen die Folgen der kapitalistischen Raumveränderung zurückgreifen. In der Region Leipzig, die derzeit einen ökonomischen Aufschwung als Logistikcluster erlebt, lässt sich dieser ambivalente Prozess nachzeichnen. Die Herausbildung des Logistikclusters produziert hier soziale Konflikte. In diesem Kapitel will ich ausgehend von einer Analyse von sozialen Konflikten in Bezug auf den Flughafen Leipzig-Halle (LEJ) untersuchen, welche Machtressourcen die Bevölkerung mobilisiert und mobilisieren kann, um ihre Interessen in dem Prozess der logistischen Restrukturierung durchzusetzen. Dabei wird deutlich, dass fehlende Organisierungsfähigkeit von Gewerkschaften und Anwohner:innenitiativen, die Spaltung der Betroffenen sowie die Beweglichkeit des Logistikkapitals, den Logistikunternehmen einen Vorteil bei der Durchsetzung ihrer Interessen in der Raumgestaltung ermöglichen. -
10. Social upgrading of migrant workers in global production networks: findings from the semiconductor industry in Taiwan
Ting-Chien Chen, Daniel SchillerDer Fachbeitrag untersucht die sozialen Aufstiegsmöglichkeiten von Migrantenarbeitern in globalen Produktionsnetzwerken, mit einem besonderen Fokus auf die Halbleiterindustrie in Taiwan. Die Studie analysiert, wie institutionelle Faktoren wie Seniorität, Arbeitserfahrung und die Länge des Aufenthalts im Gastland die Arbeitszufriedenheit und die sozialen Aufstiegsmöglichkeiten der Migranten beeinflussen. Durch eine Kombination aus quantitativer und qualitativer Forschung werden die Arbeitsbedingungen und die Zufriedenheit der Migranten in verschiedenen Phasen ihrer Migration untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass institutionelle Faktoren wie die Dauer des Aufenthalts und die Arbeitserfahrung in Taiwan die Zufriedenheit der Migranten mit verschiedenen Aspekten ihrer Arbeitsbedingungen beeinflussen. Die Studie hebt auch die Herausforderungen hervor, denen Migranten aufgrund der regulatorischen Beschränkungen des Migrationsregimes in Taiwan gegenüberstehen. Abschließend betont die Studie die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung der sozialen Aufstiegsmöglichkeiten, die sowohl wirtschaftliche als auch soziale Aspekte berücksichtigt, um die Arbeitsbedingungen und die Zufriedenheit von Migrantenarbeitern zu verbessern.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie Frage, ob ökonomisches Upgrading in der globalen Produktion mit sozialem Upgrading einhergeht, wird in der Literatur über globale Produktionsnetzwerke stark diskutiert. Dieses Kapitel untersucht diese Frage mit einem Fokus auf migrantische Arbeiter:innen, die in globale Produktionsprozesse eingebunden sind. Das Kapitel basiert auf einer zufallsbasierten Befragung von philippinischen Arbeiter:innen in zwei führenden Clustern der Halbleiterindustrie in Taiwan: Hsinchu Science Park und Kaohsiung Export Processing Zone. Die Studie untersucht, wie institutionelle Faktoren wie Berufserfahrung und Aufenthaltsdauer mit der Zufriedenheit der migrantischen Arbeiter:innen und ihren Arbeitsbedingungen zusammenhängen. Die Ergebnisse einer Regressionsanalyse deuten darauf hin, dass die Aufenthaltsdauer und frühere Arbeitserfahrung in der Halbleiterindustrie negativ mit der Arbeitszufriedenheit verbunden sind. Die Ergebnisse erweitern unser Verständnis der Determinanten sozialer Upgrading-Prozesse, indem sie neue Faktoren aufzeigen, die zur (Un‑)Zufriedenheit von migrantischen Arbeiter:innen mit ihren Arbeitsbedingungen beitragen und wie die Einbindung in globale Produktionsprozesse den sozialen Aufstieg philippinischer Arbeiter:innen in Taiwan begrenzt.
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Digitalisierung
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11. Arbeitsgeographien der Plattformökonomie. Raumzeitliche Dynamiken algorithmischen Managements am Beispiel der Plattformen Amazon Flex und Appen
Moritz Altenried, Mira Wallis, Daniel JarczykDer Fachbeitrag beleuchtet die räumlichen und zeitlichen Dynamiken der Plattformökonomie anhand der Beispiele Amazon Flex und Appen. Es wird untersucht, wie algorithmisches Management die Arbeitsgeographien und -zeiten von Plattformarbeitern prägt und welche Auswirkungen dies auf ihre Lebensrealitäten hat. Der Text analysiert die verschiedenen Formen der Plattformarbeit, darunter ortsgebundene und ortsungebundene Arbeit, und zeigt auf, wie digitale Technologien die Organisation und Kontrolle von Arbeit aus der Distanz ermöglichen. Zudem werden die zeitlichen Dimensionen der Plattformarbeit, wie die Aneignung unbezahlter Arbeitszeit, die Fragmentierung der Arbeitszeit und die Verdichtung durch Stücklöhne, detailliert untersucht. Abschließend wird diskutiert, wie Plattformarbeit die gesellschaftliche Arbeitsteilung neu ordnet und welche Rolle Migration und Mobilität in diesem Kontext spielen. Der Beitrag bietet einen umfassenden Überblick über die komplexen Geographien der Plattformökonomie und deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt.KI-Generiert
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ZusammenfassungDigitale Technologien transformieren die Welt der Arbeit grundlegend. Diese Transformationen sind in zentraler Weise auch räumlicher und zeitlicher Natur. Der Beitrag diskutiert wesentliche Aspekte dieser zeit-räumlichen Rekonfigurationen im Bereich digitaler Plattformarbeit. Basierend auf empirischer Forschung untersucht der Beitrag sowohl Plattformen der ortsungebundenen als auch der ortsgebundenen Gig Economy. Algorithmisches Management und vernetzte Endgeräte ermöglichen in beiden Fallstudien neue und zunehmend automatisierte Formen der Organisation und Kontrolle von Arbeit aus der Distanz. Der Beitrag analysiert und diskutiert zeit-räumliche Implikationen dieses Phänomens in Bezug auf Arbeit, Mobilität und soziale Reproduktion sowie eigensinnige Raumproduktionen digitaler Arbeiter:innen. Der Haupteffekt des algorithmischen Managements, so das zentrale Argument, ist die Möglichkeit, über Plattformen räumlich verteilte und extrem heterogene Arbeiter:innen mit minimalen Kosten und minimaler Einarbeitung in den Produktionsprozess zu integrieren. Auf der Basis dieses Produktionsmodells entstehen wiederum neue Arbeitsgeographien und Produktionsnetzwerke, die nicht nur die räumliche Verteilung der Arbeit rekonfigurieren, sondern Arbeit auch zeitlich fragmentieren, verdichten und verflüssigen. Diese raum-zeitlichen Konfigurationen greifen zugleich in die gesellschaftliche Arbeitsteilung ein und verleihen der Plattformökonomie ein besonderes Verhältnis zur Mobilität der Arbeit. -
12. Machtvolle Rhythmen: Digitale Arbeitsvermittlungsplattformen und ihr Einfluss auf Zeit-Räume der Re/Produktion
Isabella Stingl, Marisol KellerDieser Fachbeitrag untersucht, wie digitale Arbeitsvermittlungsplattformen die zeitlich-räumlichen Rhythmen der Re/Produktion von Plattformarbeiter:innen beeinflussen. Durch autoethnographische Forschung werden die Auswirkungen von Plattformarbeit auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter:innen analysiert. Der Beitrag zeigt, wie Plattformarbeit die Grenzen zwischen produktiver und reproduktiver Arbeit verwischt und zu prekären Arbeitsverhältnissen führt. Es wird untersucht, wie Plattformarbeit die Rhythmen der Re/Produktion stört und neue Zeit-Räume der Erholung schafft. Die Analyse basiert auf feministischen und intersektionalen Ansätzen, die die Machtverhältnisse und Ungleichheiten in der Plattformökonomie herausarbeiten. Der Beitrag diskutiert die Versprechen der Plattformökonomie im Hinblick auf die Krise der sozialen Reproduktion und zeigt, dass Plattformen keine systemverändernde Lösung darstellen. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, die Sphäre der sozialen Reproduktion in Debatten über Arbeitsbedingungen in der Plattformökonomie zu berücksichtigen.KI-Generiert
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ZusammenfassungPlattformen prägen unsere Lebens- und Arbeitsgewohnheiten maßgeblich. Dieser Beitrag untersucht den Einfluss plattformvermittelter Arbeit auf die täglichen Rhythmen der Re/Produktion im Leben von Arbeiter:innen. Empirisch stützt sich der Beitrag auf eine autoethnographische Studie, die eine der Autorinnen als Arbeiterin auf verschiedenen Plattformen in der Schweiz durchgeführt hat. In Anlehnung an die Feminist Labour Geographies wenden wir ein erweitertes Verständnis von Arbeit an, um die Verbindungen zwischen bezahlter und unbezahlter Plattformarbeit mit einer Reihe von Tätigkeiten der Sorge für sich selbst und andere zu untersuchen. Auf Grundlage einer machtsensiblen Rhythmusanalyse analysieren wir, wie plattformvermittelte Arbeit die zeitlich-räumlichen Rhythmen dieser Aktivitäten formt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Plattformarbeit die Grenzen zwischen produktiver und reproduktiver Arbeit im Leben von Plattformarbeiter:innen verwischt. Dies geschieht durch die Fragmentierung des Arbeitstages in mehrere Einheiten bezahlter und unbezahlter Arbeitszeit, die Invisibilisierung zahlreicher für die Plattformarbeit notwendiger Tätigkeiten als Nicht-Arbeit und das kontinuierliche Eindringen der Plattform in etablierte Zeit- und Räumlichkeiten der Reproduktion. In der Folge erleben Plattformarbeiter: innen Unsicherheiten, eine Unplanbarkeit des Alltags, einen Druck zur ständigen Verfügbarkeit und ein Defizit an Erholung und sozialem Austausch. Der Beitrag verdeutlicht, dass die Sphäre der sozialen Reproduktion eine wichtige Dimension der Prekarisierung im Plattformmodell darstellt. -
13. Zwischen Berliner Kiez und Instagram: Arbeitsgeographische Strukturierung von unsichtbarer, zukunftsgerichteter und emotionaler Arbeit im digitalen Raum
Alica RepenningDieser Fachbeitrag untersucht die digitale Arbeit von Modeunternehmer:innen auf Instagram und identifiziert drei zentrale Dimensionen: unsichtbare, zukunftsgerichtete und emotionale Arbeit. Die Studie zeigt, wie die Plattform die Arbeitsprozesse strukturiert und welche Herausforderungen und Abhängigkeiten daraus entstehen. Die unsichtbare Arbeit umfasst die täglichen, oft unbewussten Interaktionen auf der Plattform, die als Freizeitaktivität wahrgenommen werden, aber tatsächlich arbeitsintensiv sind. Die zukunftsgerichtete Arbeit bezieht sich auf die Hoffnung auf zukünftige Einnahmen und die Notwendigkeit, kontinuierlich Inhalte zu erstellen, um sichtbar zu bleiben. Die emotionale Arbeit betrifft die persönliche Selbstdarstellung und die Inszenierung von Emotionen, um das Publikum anzusprechen. Die Analyse zeigt, dass die Plattform Instagram nicht neutral ist, sondern von monetären Anreizen gesteuert wird, die für die Designer:innen oft unsichtbar bleiben. Die Studie unterstreicht die Bedeutung arbeitsgeographischer Perspektiven und die kritische Betrachtung des Plattformkapitalismus bei der Untersuchung von Arbeit im digitalen Raum.KI-Generiert
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ZusammenfassungDigitale Medienplattformen wie Instagram, Twitter oder TikTok sind zu zentralen Interaktionsräumen moderner Gesellschaften geworden. Globale Tech-Unternehmen, die diese Plattformen bereitstellen, tragen zunehmend dazu bei, wie Meinungsbildung, Diskussionen und Wertschöpfungsprozesse auf diesen Plattformen strukturiert sind. Dieser Beitrag schaut hinter die Kulissen der Plattform Instagram und versteht diese vor allem als Arbeitsraum. Anhand des Beispiels von Berliner Modeunternehmer:innen wird untersucht, wie die Medienplattform in die Arbeit der Unternehmer:innen eingebunden wird und unter welchen Umständen und mit welchen Intentionen die digitalen Inhalte für die Plattform produziert werden. Vor diesem Hintergrund werden die zentralen Dimensionen der digitalen Arbeit auf Instagram herausgearbeitet, die als unsichtbare, zukunftsgerichtete und emotionale Arbeit definiert werden. Der Beitrag erläutert, wie diese Arbeitsformen in einem engen Verhältnis zur Wertschöpfung des Plattformunternehmens stehen und wie die Plattforminfrastruktur diese Arbeitsformen bewusst anregt und steuert. -
14. The home as a workplace: Domestic technology and skill in the digital era
Lizzie RichardsonDer Fachbeitrag untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und die damit verbundenen Veränderungen in der Arbeitsorganisation. Dabei wird insbesondere die zunehmende Beliebtheit des Homeoffice und die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen analysiert. Der Text zeigt auf, wie die Digitalisierung die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben unschärfer macht und welche Auswirkungen dies auf die Arbeitsorganisation hat. Dabei werden auch die Auswirkungen auf die Arbeitspsychologie und die Organisationsentwicklung untersucht. Der Text kommt zu dem Schluss, dass die Digitalisierung die Arbeitswelt nachhaltig verändert und dass Unternehmen und Arbeitnehmer sich auf diese Veränderungen einstellen müssen, um erfolgreich zu bleiben. Der Fachbeitrag bietet eine umfassende und fundierte Analyse der Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und die damit verbundenen Veränderungen in der Arbeitsorganisation.KI-Generiert
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ZusammenfassungDas Home-Office ist ein guter Ausgangspunkt, um die Beziehung zwischen Technologie und Fertigkeiten (Skills) zu überdenken. Die Einführung von Technologien in Fabriken wurde als Dequalifizierung der Arbeiter:innen verstanden. In Debatten über Haushaltstechnologien gerieten in der Zwischenzeit Fragen nach Fertigkeiten ins Hintertreffen zugunsten von Fragen der Arbeitszeit. Dabei stütze man sich jedoch implizit auf eine Definition der Hausarbeit als gering qualifiziert. Ob in der Produktion oder in der Reproduktion, die Definition von Fertigkeiten fungiert als Klassifizierungsmechanismus, der vergeschlechtlichte Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt (re)produziert und eine Rolle bei der Definition von Grenzen der Lohnarbeit spielt. Darauf aufbauend wird in diesem Kapitel die geografisch konstituierte Definition von Fertigkeiten in Bezug auf Technologien im Heim und im Büro hervorgehoben. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass die heutigen digitalen Technologien, die das Home-Office ermöglichen, zu neuen Arten von Fertigkeiten für die Arbeit führen können, die die herkömmlichen vergeschlechtlichten Systeme der Bewertung von Fertigkeiten in Frage stellen können – aber nicht müssen. Die Schaffung eines Arbeitsplatzes in den eigenen vier Wänden erfordert von allen Arbeiter:innen die Fähigkeit, diesen anpassungsfähigen Arbeitsort zu verwalten. Ein wichtiger Beitrag zu den Debatten in der Labour Geography besteht darin, dass Qualifikation geographisch konstituiert ist und auf das Umfeld der Arbeitsausübung reagiert und dieses verändert.
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Arbeit, Transformation und Werte
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Frontmatter
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15. Wertvolles Arbeiten – moralisches Wirtschaften? Möglichkeiten und Grenzen von transformativem Handeln
Miriam Wenner, Sinje GrenzdörfferDas Kapitel untersucht die Bedeutung moralischer Werte für transformatives Handeln in der Arbeitswelt, insbesondere in von Arbeiter:innen geführten Unternehmen (AGU). Es wird analysiert, wie Werte wie Solidarität, Demokratie und Nachhaltigkeit die Arbeits- und Wirtschaftsstrukturen beeinflussen und welche Herausforderungen und Potenziale sich daraus ergeben. Die Fallstudie zeigt, dass AGU als Möglichkeitsräume für eine wertebasierte Transformation dienen, jedoch durch kapitalistische und legale Strukturen eingeschränkt werden. Die Studie betont die Bedeutung von Wertekonflikten und die Notwendigkeit einer ständigen Aushandlung von Werten in der Arbeitswelt. Abschließend wird diskutiert, wie AGU trotz bestehender Strukturen transformative Praktiken vorantreiben können und welche Rolle moralische Werte dabei spielen.KI-Generiert
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ZusammenfassungSowohl in der Transformationsforschung als auch in der Labour Geography spielen konzeptionelle Überlegungen zur Verbindung von Arbeit, transformativem Handeln und moralischen Werten bislang eine untergeordnete Rolle. Dies ist verwunderlich, da universelle Werte wie Gerechtigkeit oder Solidarität oft herangezogen werden, um einer augenscheinlich „unmoralischen“ kapitalistischen Ökonomie eine Alternative gegenüberzustellen. Ausgehend von aktuellen Lesarten der Moralökonomie entwickeln wir das Konzept einer Moral Labour Geography, die dieser binären Lesart von „moralischen Alternativen“ versus „unmoralischen, kapitalistischen“ Ökonomien eine Sichtweise gegenüberstellt, welche die Ökonomie insgesamt als werteplurales Feld versteht. Dabei verwischen potentiell die Grenzen zwischen kapitalistischen Wirtschaftsformen und Gegenentwürfen und Akteure sind mit Wertekonflikten konfrontiert, die sie in ihrem transformativen Handeln beeinflussen. Basierend auf einer Studie von durch Arbeiter:innen geführten Unternehmen in Deutschland ergründen wir die Zusammenhänge zwischen wert-voller Arbeit und transformativem Handeln. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Handlungswirksamkeit von Arbeitenden (Labour Agency) und den potentiell transformativen Auswirkungen ihrer Handlungen und Entscheidungen auf die gegebenen Strukturen. -
16. Konfliktfelder und Wertigkeiten von Arbeit in einer Landkommune
Feline Tecklenburg, Roman KieferIn diesem Fachbeitrag wird die Rolle von Arbeit in einer politischen Landkommune als Projekt der sozial-ökologischen Transformation untersucht. Der Beitrag analysiert die Konflikte und Widersprüche, die sich aus der Bewertung und Verteilung von Arbeitspraktiken ergeben. Dabei werden die Konzepte der transformativen Labour Agency, Place-Making und symbolische Ordnung herangezogen, um die internen Strukturen und Machtverhältnisse zu verstehen. Die Studie zeigt, dass trotz egalitärer Werte und kollektiver Besitzformen traditionelle Geschlechterrollen und hierarchische Strukturen in der Arbeitsteilung weiterhin bestehen. Die Analyse offenbart, dass die transformativen Potenziale der Kommune durch diese Widersprüche herausgefordert werden. Der Beitrag schließt mit einem Fazit zu den Chancen und Risiken einer Veränderung von Arbeitspraktiken vor dem Hintergrund der sozial-ökologischen Transformation.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn diesem Beitrag wird die Arbeitsgestaltung einer politischen Landkommune, die sich als Projekt der sozial-ökologischen Transformation versteht, untersucht. Unter der Prämisse, dass Transformation ein räumlicher ebenso wie hürdenreicher Prozess ist, betrachten wir mit Bezug auf die Theorie Erik Olin Wrights die Transformationsstrategien dieser Kommune. Wir fragen, welches transformative Potenzial Arbeitspraktiken in einem solchen Projekt entfalten und welche Grenzen es dabei gibt. Um die aktive Rolle der Arbeitenden in der Gestaltung der Kommune sowie die sich daraus ergebenden spezifischen, räumlich-symbolischen Ordnungen darzustellen, nutzen wir die Konzepte der Transformative Labour Agency (Grenzdörffer 2022), des Place-Making (Cresswell 2009) sowie das Bourdieu’sche Konzept der symbolischen Ordnung (1974). Wir kommen zu dem Schluss, dass es wichtig ist, Arbeit nicht nur in diskursive und materielle Strukturen eingebettet zu betrachten, sondern auch die vergeschlechtlichte symbolische Ordnung zu beachten, anhand der sie ausgeübt und bewertet wird. Im Falle der untersuchten Landkommune führt dies dazu, dass die Erfolge einer sozial-ökologischen Transformation klar zugunsten von männlich sozialisierten Arbeiter:innen und ökologischen Werten zu finden sind, mit starken Einschränkungen für weiblich sozialisierte Arbeiter:innen und soziale Elemente der Arbeit. -
17. Green Skills als Labour Agency für Nachhaltigkeitstransformationen
Martina FuchsDer Fachbeitrag untersucht die Rolle von Green Skills als Nachhaltigkeitskompetenzen in der Berufsbildung und Arbeitswelt. Es wird aufgezeigt, wie Green Skills als Gestaltungskompetenz mit emanzipatorischen Potenzialen verstanden werden können und welche Bedeutung sie für die sozial-ökologische Transformation haben. Der Text analysiert die Implementierung von Green Skills in verschiedenen Ländern und Branchen und identifiziert dabei sowohl Erfolgsfaktoren als auch Herausforderungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bedeutung von Gestaltungskompetenz für die nachhaltige Entwicklung und die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Vermittlung von Green Skills in der Berufsbildung. Abschließend werden Forschungsdesiderate im Bereich der Labour Geography aufgezeigt, insbesondere die Notwendigkeit, die Wirksamkeit von Green Skills auf sozial-ökologische Transformationen zu untersuchen.KI-Generiert
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ZusammenfassungGreen Skills bedeuten die Befähigung zum Handeln zugunsten des Erhalts und der Entwicklung natürlicher Ökosysteme. Gemäß den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN bilden Green Skills einen wichtigen Bestandteil von regionalen, nationalen und internationalen Nachhaltigkeitspolitiken. Das übergreifende Ziel besteht darin, Beschäftigte durch Berufsausbildung, praxisnahe Studiengänge sowie Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen entsprechend zu qualifizieren. Gerade gesellschaftlich engagierte Forschung sowie gewerkschaftliche Interessenvertretungen setzen sich dafür ein, Green Skills nicht allein als instrumentelle Fertigkeiten, sondern auch als Gestaltungskompetenzen zu verstehen. Daher erscheint eine von der Labour Geography inspirierte Sicht als hilfreich, um die emanzipatorischen Potenziale und Grenzen von Green Skills im Sinne transformativer Labour Agency kritisch auszuloten. Das Kapitel zeigt zentrale Probleme auf, die bei der Implementierung von Green Skills – besonders im umfassenden Sinne transformativer Labour Agency – auftreten, und weist auf existierende Forschungslücken hin. -
18. Zur Kritik der planetarischen Dienstleistungsökonomie: Natur, Reproduktion und Arbeit in mehr-als-menschlichen Geographien
Vicky KluzikDer Fachbeitrag analysiert die Inwertsetzung von Natur in der planetarischen Dienstleistungsökonomie und deren Auswirkungen auf Mensch-Natur-Verhältnisse. Es werden die Konzepte der Kommodifizierung und Finanzialisierung von Natur kritisiert, die zu einer Depolitisierung des Mensch-Natur-Verhältnisses führen. Der Beitrag diskutiert die Wissens- und Diskursgeschichte ökonomischen und ökologischen Denkens, marxistisch-politökonomische Debatten um Wertform sowie konkrete Praktiken zur Bewertung ökologischer Funktionen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Analyse der Inwertsetzung von Natur im Kontext von feministischen Ansätzen und mehr-als-menschlichen Geographien. Dabei wird ein post-anthropozentrischer Arbeitsbegriff entwickelt, der die strukturellen Ähnlichkeiten der Abwertung reproduktiver menschlicher und nicht-menschlicher Arbeit aufzeigt. Der Beitrag schließt mit der Forderung nach einer demokratischeren Gestaltung globaler gesellschaftlicher Naturverhältnisse und der Notwendigkeit, Natur als Co-Laborer zu betrachten.KI-Generiert
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ZusammenfassungVor dem Hintergrund sich zuspitzender sozial-ökologischer Krisen rücken Bestrebungen der Inwertsetzung von Natur zunehmend in den Vordergrund. Dabei sind Konzepte wie „Naturkapital“ oder „Ökosystem(dienst)leistungen“ (ÖSD) zu zentralen Pfeilern der globalen Umwelt- und Naturschutzpolitik avanciert. Das Credo der „planetarischen Dienstleistungsökonomie“ lautet: die Natur produziert nicht umsonst, Wertschätzung wird durch Inwertsetzung generiert. Ziel des vorliegenden Beitrags ist eine kritische Systematisierung dieser Debatte um die ökonomische Inwertsetzung von Natur und der Vorschlag eines postanthropozentrischen Arbeitsbegriffs, um die Verzahnungen von Arbeit und Natur im Spätkapitalismus darzustellen. Zunächst kartiert der Beitrag die Debatte um die Inwertsetzung, Kommodifizierung und Finanzialisierung von Natur am Beispiel der Konzepte des Naturkapitals beziehungsweise der Ökosystemdienstleistungen. Im Rückgriff auf zentrale Kritikpfeiler der „planetarischen Dienstleistungsökonomie“ weist der Beitrag dann auf die verkannte Zentralität von Arbeit hin. Ausgehend von aktuellen Debatten der „mehr-als-menschlichen Geographien“ und feministischen Ansätzen werden die Vorzüge eines post-anthropozentrischen Arbeitsbegriffs konturiert, der zur Re/Politisierung der Debatte um Inwertsetzung beitragen kann – in der Labour Geography und darüber hinaus. Ein solches Verständnis von Arbeit berücksichtigt unterschiedliche Formen postfordistischer Re/Produktionsverhältnisse, weist auf die historisch-geographische Situierung hin und skizziert ein post-anthropozentrisches Subjekt im Zeitalter der Finanzialisierung nicht-menschlichen Lebens der Gegenwart.
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Doing Labour Geography
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Frontmatter
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19. Starting and Staying with Labour: Herausforderungen und Potenziale einer moderierten feministisch-partizipativen Aktionsforschung im Bekleidungssektor Kambodschas
Michaela DoutchIn diesem Fachbeitrag wird ein moderierter feministisch-partizipativer Aktionsforschungsansatz vorgestellt, der Arbeiter:innen als Schlüsselakteur:innen mit Handlungsmacht in den Mittelpunkt stellt. Die Lebenswirklichkeiten und -kämpfe von Arbeiter:innen in der Bekleidungsindustrie Kambodschas werden kritisch reflektiert und Strategien der (Selbst-)Vernetzung und Organisation diskutiert. Der Beitrag zeigt, wie eine (selbst)reflektierende und kritische Zusammenarbeit mit Arbeiter:innen konkret methodisch-empirisch aussehen kann. Dabei werden die Herausforderungen und Potenziale eines solchen Forschungsprozesses in der Praxis diskutiert. Ein zentrales Element ist der Next-Node-Ansatz, der ein Zusammenbringen von Arbeiter:innen entlang der Wertschöpfungskette am nächstliegenden Knotenpunkt vorsieht. Dieser Ansatz dient als methodisches Tool für eine Untersuchung von komplexen Globalen Re/Produktionsnetzwerken aus einer Labour Geography-Perspektive mit strategisch-perspektivischer Implikation. Der Beitrag zeigt, dass mit Arbeiter:innen zusammen, auf ihren Wirklichkeiten und Kämpfen aufbauend, ein gemeinsames Reflektieren und Diskutieren – auch strategisch-perspektivisch – möglich sein kann. Damit werden neue, alternative Ansätze zur Veränderung und Verbesserung von Lebenswirklichkeiten von Arbeiter:innen mit (pro)aktiver Beteiligung von diesen als Schlüsselakteur:innen mit Handlungsmacht theoretisch denkbar und praktisch verfolgbar.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn diesem Beitrag argumentiere ich, dass ein Forschungsprozess mit Arbeiter:innen notwendig ist, um ihre Lebensrealitäten und Alltagskämpfe zu fassen und in ihrem Sinne – aufbauend auf die Alltagskämpfe der Arbeiter:innen und ihre Handlungsmöglichkeiten vor Ort – angehen zu können. Doch wie kann ein Forschungsprojekt methodisch-empirisch konkret aussehen, das auf Partizipation und Kollaboration mit Arbeiter:innen aufbaut? Dies illustriere ich am Beispiel eines moderierten feministisch-partizipativen Aktionsforschungsprojekts mit kambodschanischen Arbeiter:innen aus der Bekleidungsindustrie. Arbeiter:innen werden hier in ihrer Diversität als Subjekte der Re/Produktion aufgefasst und als Schlüsselakteur:innen mit Handlungsmacht (pro‑)aktiv berücksichtigt. Ausgehend von ihren Erfahrungen und ihrem Wissen werden Lebensrealitäten und Alltagskämpfe von Arbeiter:innen gemeinsam untersucht und zusammen diskutiert, wie diese angegangen werden (könnten). In diesem Zusammenhang dient der Next-Node-Ansatz – ein Zusammenkommen von Arbeiter:innen entlang der Wertschöpfungskette am nächstliegenden Knotenpunkt – als methodisches Tool, um Realitäten und Kämpfe von Arbeiter:innen in komplexen Globalen Re/Produktionsnetzwerken wie der Bekleidungsindustrie systematisch aus einer Labour (Geography)-Perspektive zu untersuchen. Das Projekt zeigt, inwieweit eine (selbst‑)reflektierte und kritische Zusammenarbeit mit Arbeiter:innen möglich und notwendig ist, welche Herausforderungen und Grenzen deutlich werden, aber auch welche ansonsten unentdeckten Potenziale ans Licht kommen.
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- Titel
- Arbeitswelten
- Herausgegeben von
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Michaela Doutch
Anne Engelhardt
Tatiana López
Saumya Premchander
Miriam Wenner
- Copyright-Jahr
- 2026
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Electronic ISBN
- 978-3-662-70955-9
- Print ISBN
- 978-3-662-70954-2
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-662-70955-9
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