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Humanoide Roboter erobern Büro und Fabrik

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Arbeitnehmer erkennen zunehmend die Vorteile eines Roboter-Kollegen. Während die Einsatzgebiete in der Industrie bereits auf der Hand liegen, werfen Roboter als Unterstützung im Büro noch Fragen auf.

Roboter und Menschen werden in Zukunft auch im Büro auf Tuchfühlung gehen und ihre Teamfähigkeit stärken müssen.


Mensch-Maschine-Interaktionen sind in der hiesigen Industrie bereits weit verbreitet. Im Jahr 2023 lag die deutsche Roboterdichte bereits bei 429 Robotern pro 10.000 Mitarbeitenden, wie Zahlen der International Federation of Robotics (IFR) belegen. Damit hatte sich Deutschland die europäische Vorreiterrolle und weltweit den vierten Rang im Bereich der Robotic gesichert. Da China Deutschland mittlerweile jedoch im produzierenden Gewerbe bei der Roboterdichte überholt hat, steigt nicht nur der Druck der Bundesregierung, sondern auch der Unternehmen, dringend nachrüsten zu müssen.

Roboter in der Industrie

Laut einer Studie der Automatica München, der zentralen Messe für intelligente Automation und Robotik, mit jeweils 1.000 befragten Arbeitnehmern aus Deutschland, Japan, China, USA und Großbritannien ist auch die Belegschaft von den Chancen überzeugt, die ein Roboterkollege bietet. Demnach gehen drei Viertel der Deutschen davon aus, dass Roboter die Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Industrieproduktion im eigenen Land halten.

  • 75 Prozent hoffen außerdem, dass Roboter dem Fachkräftemangel entgegensteuern könnten.
  • Wenn es um konkrete Einsatzgebieter der künstlich intelligenten Kollegen geht, finden 85 Prozent, dass Roboter gefährliche Tätigkeiten mit Verletzungsrisiko übernehmen sollten. Auch schmutzige und langweilige Aufgaben treten Arbeitnehmer gerne an Kollege Maschine ab.
  • 70 Prozent gehen sogar davon aus, dass Roboter am Arbeitsplatz älteren Menschen dabei helfen könnten, länger im Beruf zu bleiben.

Humanoide Roboter auf dem Vormarsch

"Roboter machen rasante technologische Fortschritte in puncto Usability und werden in naher Zukunft genauso einfach zu bedienen und einzurichten sein wie Smartphones und Co.", konstatiert Dr. Dietmar Ley, Vorsitzender des VDMA-Fachverband Robotik + Automation. Vor allem humanoide Roboter, die mit menschlicher Statur für mehr Nahbarkeit sorgen sollen, werden Betriebe und Teams in Zukunft herausfordern, indem sie auch in Büros vermehrt zum Einsatz kommen. 

In einer Untersuchung des Department of Management der Universität Trier unter der Leitung von Jonas Ossadnik und Katrin Muehlfeld ist dieses Szenario praktisch erprobt worden: Sechs Wochen lang wurde "Pepper", der humanoide Roboter der BWL an der Universität Trier, an mehrere Standorte eines Unternehmens geschickt, um die Haltung und Einstellung der Belegschaft auf den Prüfstand zu stellen. Denn wenn Teams der Technik ablehnend gegenüberstehen, werde das Potenzial eines Roboters nicht ausgeschöpft, so Ossadnik und Muehlfeld.

Aussehen und Kompetenz punkten

Die anschließenden Befragungen und der Vergleich mit Mitarbeitenden an anderen Standorten, die keinen Kontakt zum Roboter hatten, ergaben: Die Interaktion mit dem Roboter führte zu besseren Ergebnissen in den Bereichen "allgemeine Bewertung", "Akzeptanz am Arbeitsplatz" und "Einschätzung der optischen Menschenähnlichkeit". Besonders bei letzterem wurde Pepper sogar überschätzt. Gründe dafür waren unter anderem sein freundliches, als "süß" wahrgenommenes Aussehen mit großen Augen sowie die Möglichkeit zur sprachlichen Kommunikation. 

Insgesamt sorgte der Roboter für gute Laune und konnte auch den wahrgenommenen Stress reduzieren. "Die Mitarbeitenden erkannten auch, dass Pepper sie nicht ersetzen, sondern unterstützen sollte", meint Ossadnik. Der direkte Umgang baute darüber hinaus allgemeine Unsicherheit gegenüber dem Roboter-Kollegen ab. Wenn Pepper nicht gut funktionierte, wurde das allerdings ebenfalls kritisch registriert. Die Implementierung eines Roboters im Büro erfordere daher genügend Zeit, um Vertrauen aufzubauen. 

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