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13.06.2018 | Architektur | Im Fokus | Onlineartikel

3-D-Betondruck-Wohnprojekt in Eindhoven

Autor:
Christoph Berger

In der niederländischen Stadt Eindhoven wird in diesem Jahr mit der Realisierung des ersten von fünf geplanten Betonhäusern begonnen, die im 3-D-Druckverfahren errichtet werden. Das Projekt trägt den Namen "Milestone".

In den kommenden fünf Jahren soll das Projekt "Milestone" im Eindhovener Stadterweiterungsgebiet Meerhoven realisiert werden. Bei dem ersten Haus, mit dessen Realisierung noch 2018 begonnen wird, wird es sich um einen eingeschossigen Bau handeln. In der ersten Jahreshälfte 2019 soll es bezugsfertig sein. Bei den vier weiteren Häusern wird es sich dann um mehrgeschossige Bauten handeln. Auch diese sollen bezogen werden – was einer Weltneuheit entspricht, wie die Projektpartner betonen: Neben der Gemeinde Eindhoven und der Technischen Universität Eindhoven sind auch der Bauunternehmer Van Wijnen, der Immobilienverwalter Vesteda, die Baustofffirma Saint Gobain-Weber Beamix und das Ingenieurbüro Witteveen + Bos an den Planungen und Realisierungen beteiligt.

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Weiter heißt es, dass die Wohnungen den üblichen Bauvorschriften unterliegen und den Anforderungen von Bewohnern an Wohnungen in Bezug auf Komfort, Qualität und Preisgestaltung voll gerecht werden würden – Vesteda wird die gedruckten Wohnungen nach Fertigstellung vermieten.

Realisierungen "ungewöhnlicher" Formen

Das Design der geplanten Häuser basiert auf Findlingen in einer grünen Landschaft, also großen durch Gletscher an ihre heutige Stelle transportierten Steinen. Realisiert werden kann deren unregelmäßige Form mithilfe des 3-D-Drucks, mit der sich so gut wie jede Form gestalten lässt – mit dem entsprechenden Material. So heißt es auch im Kapitel "3D-Druck" des Springer-Fachbuchs "50 Schlüsselideen Chemie": "Das gemeinsame Merkmal aller 3D-Drucker ist, dass sie Schicht für Schicht dreidimensionale Strukturen aufbauen. Die Information dazu erhalten sie aus Computerdateien, in denen dreidimensionale Objekte zu Lagen aus zweidimensionalen Querschnitten aufgelöst sind." Rechnerunterstützte Konstruktionsprogramme würden es Designern ermöglichen, komplexe Entwürfe zu erstellen und rasch ausdrucken zu lassen, anstatt sie aus zig verschiedenen Teilen mühsam zusammenzufummeln.

Prinzipiell setzt man in dem Projekt in Eindhoven auch auf einen Lerneffekt. Dies ist ein Grund dafür, dass die Häuser nacheinander und nicht parallel hergestellt werden. Jede bei der Entstehung eines Hauses gelernte Lektion beziehungsweise Innovation fließt in den Druck des darauffolgenden Hauses ein. Und: Schritt für Schritt ist geplant, die gesamten Bauarbeiten auf die Baustelle zu übertragen. Während Teile des ersten Hauses noch vom Betondrucker der Universität gedruckt werden, soll das letzte der fünf Häuser komplett vor Ort realisiert werden – einschließlich der Druckarbeiten.

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