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Architektur

weitere Buchkapitel

Den digitalen Wandel in der Sozialwirtschaft gestalten

Beschäftigte der Sozialen Arbeit, Gesundheit und Pflege stehen vor Chancen und gleichzeitig Risiken des digitalen Wandels. Technologien in diesen personenbezogenen sozialen Dienstleistungen bringen spezielle Spannungsfelder mit sich, wie etwa soziale Teilhabe und auch Spaltung. Um die Chancen für die Sozialwirtschaft fruchtbar zu machen, sollten daher Beschäftigte wie Adressat*innen systematisch in die Technik-Entwicklungen einbezogen werden, um sowohl Professionskriterien als auch ethischen Implikationen den nötigen Stellenwert zu geben. Diesen Ideen widmet sich der Beitrag und führt inhaltlich in den vorliegenden Band ein.

Carolin Freier

Virtuelle Lernumgebungen – ethische und anthropologische Überlegungen zu einem sozio-technischen Arrangement

Ausgehend von der These, dass Technik und Soziales immer in einem wechselseitigen Bedingungsverhältnis stehen, präsentiert der Artikel anhand des Beispiels virtueller Lernumgebungen ethische und anthropologische Reflexionen, die als Orientierungshilfen dienen können, um Urteile bezüglich eines ethisch verantwortbaren Einsatzes von VR zu treffen.

Galia Assadi, Arne Manzeschke

3. Chinas Weg von alter zu neuer Stärke – ein Abriss einer einzigartigen Transformation

Um das heutige Selbstverständnis und Selbstbewusstsein Chinas zu begreifen, soll ein Blick in die chinesische Geschichte erfolgen, der hier nur als knappe Exkursion stattfinden kann. Obwohl es in den letzten 150 Jahren auch in China zu massiven Umbrüchen im Staatsapparat kam, verweist die chinesische Regierung bis heute auf die traditionellen Wurzeln aus der frühen Geschichte. Die Idee einer konstanten Entwicklung vom antiken China bis zum heutigen „Global Player“ ist geschichtswissenschaftlich nicht unproblematisch, hat aber entscheidenden Einfluss auf die chinesische Sicht auf das eigene Land und den Rest der Welt.

Markus Hans-Peter Müller, Jonas Polfuß

Balanced Scorecard

In diesem Beitrag wird das Konzept der Balanced Scorecard als strategisches Managementsystem und seine Bedeutung für die Strategieentwicklung, -implementierung und -kontrolle dargestellt. Die vier Perspektiven werden beleuchtet und die Bedeutung der Etablierung von Ursache-/Wirkungsbeziehungen zwischen den einzelnen Kennzahlen wird herausgearbeitet. Abschließend werden Anregungen zur Vorgehensweise bei der Einführung einer Balanced Scorecard im Unternehmen gegeben.

Sascha Götte

Kapitel 4. Digitalisierung und technisches Wort-Bingo

Ziel dieses Kapitels ist es, die existentiell wichtigen technischen Themen für das selbstfahrende Unternehmen einfach und verständlich für Entscheidungsträger zu erklären. Als erfahrener Softwarestrategie-Berater sehe ich seit Jahren immer wieder Themen, die in den großen und erfolgreichen Betrieben nicht funktionieren. Ein Beispiel, das dies gut veranschaulicht, ist die Anwendung zum Kauf eines Fahrtickets eines öffentlichen Transportunternehmens. Die Idee hinter diesem Prinzip ist ganz einfach, es sollte ermöglicht werden, auf dem Handy eine passende Verbindung zu suchen und das Ticket per Klick zu bezahlen. Gleich vorweg das Ergebnis: Die App kostete das Transportunternehmen über 100 Mio. Euro – während eine durchschnittliche App mit ähnlicher Funktionalität etwa mit 70.000 € zu kalkulieren ist. Dieses Kapitel beschreibt die Problemfelder, die in diesem Großprojekt schiefgelaufen sind und bringt zahlreiche weitere Beispiele und Anleitungen für bessere Lösungen.

Florian Schnitzhofer

Chapter 4. Cold War Journalism as Utility: Leveraging Foreign Media Content

Sometimes, exposure to foreign information might be politically expedient for either side. Allowing coverage by news organizations from the other side might lead to valuable publicity on the home front, even if the foreign audience reacts negatively. This chapter examines circumstances in which governments, media organizations, and individuals did not seek to block or restrict journalistic activity across the Iron Curtain because some sort of perceived benefit could be reaped. This chapter draws on research on East Germans listening to the U.S. government-run station RIAS Berlin as well as research on listening to Radio Moscow in North America during the Cold War. The chapter also examines international reactions to a CBS documentary film on life in East Germany during the early 1960s.

Kevin Grieves

15. Smartifizierung von Maschinenbauprodukten mittels einer zielorientierten Methode

Eine Herausforderung für produzierende Unternehmen in der Entwicklung intelligenter Produkte besteht darin, dass die Zielstellung, die mit einem intelligenten Produkt verfolgt wird, nicht expliziert ist. Zudem ist oftmals nicht spezifiziert, in welchem Anwendungsfall ein intelligentes Produkt agieren soll. Produzierende Unternehmen benötigen Unterstützung, um eine zielorientierte und folglich wirtschaftliche Melioration existierender Produkte zu gewährleisten. Ebendiese Melioration wird im Kontext von intelligenten Produkten als Smartifizierung bezeichnet und stellt damit einen Entwicklungsprozess dar, der ein bestehendes Produkt als Ausgangssituation im Sinne einer Anpassungskonstruktion expliziert. Die originäre Produktfunktion wird folglich nicht verändert, sondern das Produkt um digitale Funktionen und Dienstleistungen erweitert. Der Artikel befasst sich daher erstens mit der Beschreibung generischer Ziele für den Einsatz intelligenter Produkte im Maschinenbau. Eine Zusammenstellung und Erläuterung solcher Ziele unterstützt Unternehmen, eine Präzisierung der Zielfestlegung in der Initiierungsphase eines Smartifizierungsprojekts durchzuführen. Zweitens wird unter Anwendung der Ziel-Mittel-Beziehung ein Anwendungsfall intelligenter Produkte beschrieben. Abschließend werden beide Aspekte in einer Methode zusammengefasst, wie mittels Ziel- und Anwendungsfallbetrachtung Anforderungen abgeleitet und wie diese Elemente in Vorgehensmodelle der Produktentwicklung eingebettet werden können. Exemplarisch wird anhand einer Stanzmaschine aufgezeigt wie die Methode und die sich daraus ableitenden Ergebnisse im Smartifizierungsprozess zur Entwicklung einer intelligenten Stanzmaschine eingesetzt werden.

Max-Ferdinand Stroh, Jan Hicking, Volker Stich

3. Finden Sie den richtigen Preis

Das kann ich Ihnen ganz einfach beantworten: Es ist der Preis, den jemand bereit ist, für Ihre Immobilie zu zahlen und mit dem Sie einverstanden sind. Genau das ist die Konfliktlinie. Sie hängt von Ihrer ganz speziellen Persönlichkeit ab, Ihren privaten Wünschen, Ihren wirtschaftlichen und persönlichen Zwängen sowie Ihrer sozialen und finanziellen Situation, Ihren Ängsten und Befürchtungen, Ihren privaten Beziehungen und von den Informationen, die Sie medial erreichen – und wie Sie diese im Zusammenhang und unter Einbeziehung, im Einklang oder in Übereinstimmung mit Ihren ganz persönlichen Rahmenbedingungen verarbeiten und daraus für sich Ihre ganz persönliche Ansicht und Meinung schaffen.

Raimund Wurzel

4. Bieten Sie Ihre Immobilie wirkungsvoll an

Bevor Sie mit Ihrer Immobilie an die Öffentlichkeit gehen, müssen Sie jedoch noch einiges vorbereiten, um sie wirkungsvoll darzustellen, im Internet, in der Zeitung, mit Flyern und anschließend bei der persönlichen Besichtigung mit Interessenten. Außerdem erfahren Sie, wie sie Ihre Immobilie wirkungsvoll aufbereiten, die Zielgruppe bestimmen und Ihre Immobilie perfekt vorbereiten, um sie im besten Licht erstrahlen zu lassen.

Raimund Wurzel

1. Sechs Richtige – so gewinnen Sie immer!

Sicher haben Sie schon einmal Lotto gespielt und vergebens auf den Sechser mit Zusatzzahl gewartet. Wieder nichts! Oder doch? Zwei Richtige mit Zusatzzahl sind schon mal drin, drei Richtige, vier Richtige. Das ist ja mal was! Den Einsatz wieder rausgeholt. Der Reiz bleibt. Na ja, das nächste Mal. Die Hoffnung stirbt zuletzt. So funktioniert kein Immobilienverkauf. Sondern nur durch planmäßiges Handeln. Wie, zeigt das erste Kapitel.

Raimund Wurzel

18. IoT-gestützte, kommunale Datenarchitektur für Metropolregionen in Deutschland – Metropolitan Data Space

Die Metropolregion Rhein-Ruhr ist vom Strukturwandel stark betroffen. Es benötigt neue Impulse, um Regionen wie diese wirtschaftlich zu unterstützen und zusammenzuführen.Ein solcher Impuls ist eine zentrale Datenplattform, in der nicht nur einzelne Kommunen, sondern die gesamte Metropolregion vernetzt werden. Als digitale Infrastruktur sind solche Plattformen die Basis von datenbasierten Anwendungsfällen und helfen so, eine vernetzte Region zu bilden. Eine Untersuchung des Status Quo in Bezug auf digitale Plattformen und die Datenbereitstellung aus den Kommunen ergibt, dass noch Handlungsbedarf besteht.Der vorliegende Artikel stellt daher eine Architektur für eine Datenplattform auf Basis des International Data Space und des Orion-LD Context Brokers vor. Er zeigt außerdem auf, wie durch die Einbindung von Unternehmen ein skalierbares Ökosystem geschaffen werden kann. Anhand von konkreten Beispielen wird erklärt, wie die Umsetzung der Architektur erläutert.

Mathis Niederau, Jörg Hoffmann

6. Vergleichbarkeit der Funktionalität von IoT-Software-Plattformen durch deren einheitliche Beschreibung in Form einer Taxonomie und Referenzarchitektur

Mit der zunehmenden Verbreitung und Bedeutung des Internet der Dinge nimmt auch die Bedeutung von IoT-Software-Plattformen als zentraler Bestandteil von IoT-Systemen zu. Aufgrund des geschätzten Marktpotenzials von 15 Milliarden Euro im Jahr 2020 konkurrieren derzeit über 450 Anbieter miteinander. Da IoT-Software-Plattformen komplexe Lösungen darstellen und unterschiedliche Plattformen unterschiedliche Funktionalitäten aufweisen, führt diese Vielfalt zu einem intransparenten Markt. Folglich stehen Unternehmen, die eine IoT-Anwendung unter Weiternutzung ihrer bestehenden IT-Infrastruktur umsetzen wollen, vor der Herausforderung, die für diesen unternehmensspezifischen Anwendungsfall am besten geeignete IoT-Software-Plattform aus einer Vielzahl von Kandidaten auszuwählen. Dabei stellt die Funktionalität einer IoT-Software-Plattform ein wesentliches Bewertungs- und Auswahlkriterium dar. Allerdings müssen Praktiker zahlreiche Unterlagen mit heterogenen Beschreibungen auf unterschiedlichen Abstraktionsniveaus aus verschiedenen Quellen wie offiziellen Webseiten, Produktbroschüren, Datenblättern, Entwicklerdokumentationen und Marktstudien zeitaufwändig zusammentragen und auswerten, um die Funktionalität der verschiedenen am Markt angebotenen IoT-Software-Plattformen zu verstehen und vergleichen zu können. Vor diesem Hintergrund leitet der vorliegende Beitrag die Funktionalität einer vollständigen IoT-Software-Plattform mit Hilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse aus verfügbaren Unterlagen der wichtigsten am Markt verfügbaren Plattformen ab und beschreibt diese in Form einer Taxonomie und darauf aufbauenden Referenzarchitektur. Auf dieser Basis sind Praktiker in der Lage, die Funktionalität der am Markt verfügbaren IoT-Software-Plattformen schnell zu verstehen und untereinander zu vergleichen.

Sebastian Lempert, Alexander Pflaum

9. Konzeption und Realisierung eines Produktionssystems für die modulare Fertigung in der Automobilindustrie

Die Automobilindustrie befindet sich seit Jahren in einem gravierenden Veränderungsprozess. Steigende Variantenzahlen, kürzere Produktlebenszyklen, zunehmende regulatorische Vorgaben und der Kundenwunsch nach individuellen Fahrzeugen führen zu immer weiteren Anpassungen in der Fertigung der jeweiligen Unternehmen. Dieser Trend wird durch neue Antriebsarten weiter verstärkt. Bestehende Planungs- und Fertigungsansätze kommen somit immer stärker an ihre Grenzen. Modulare Ansätze, die starre Fertigungsstrukturen auflösen, versprechen hier erhebliche Produktivitätsgewinne bei gleichzeitiger Erhöhung praktische der Flexibilität und Wandlungsfähigkeit. Im Folgenden wird die produktive Umsetzung eines derartigen Ansatzes für die Komponentenfertigung in der Automobilindustrie vorgestellt.

Walter Huber

8. Industrie 4.0 in kleinen und mittleren Unternehmen – Lösungsansatz und Handlungsempfehlungen für die Integration smarter Geräte

Die hohe Anzahl genutzter smarter Geräte führt zu deren Verbreitung und engen Integration im Alltag. Mit der Erweiterung von Alltagsgegenständen um Netzwerkkonnektivität, dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT), ist ein neuer Trend beobachtbar. Das Internet der Dinge bietet zahlreiche Einsatzgebiete und katalysiert die Verschmelzung von physischer und digitaler Welt. Dadurch lassen sich insbesondere Kommunikation und Interaktion zwischen Individuen, Gegenständen und Unternehmen verbessern. In der Industrie muss zur Integration und Potenzialnutzung des Internets der Dinge der Kontext gewissenhaft analysiert werden. Plant ein Unternehmen eine Transformation hin zu Industrie 4.0, so muss es Abhängigkeiten zu Produktionsanlagen und Anwendungssystemen berücksichtigen. Motiviert durch Effizienzpotenziale haben große Unternehmen bereits mit der Transformation begonnen. In kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird die Umstellung hingegen nicht selten zurückhaltender betrachtet. Jedoch bietet sich auch für KMU großes Kostenreduktions- und Prozessverbesserungspotenzial. Diese Problemstellung adressiert das von der Bayerischen Forschungsstiftung geförderte Forschungsprojekt „SmarDes@Work – Smart Devices in der Produktion“. Ziel war es, handelsübliche smarte Geräte einfach in die Produktionsprozesse von KMU zu integrieren. Im Rahmen des Forschungsprojekts erarbeitete ein Konsortium aus Wissenschaftlern, Produktionsbetrieben und Softwareherstellern eine Startlösung für Industrie 4.0 in KMU. In diesem Beitrag werden die zentralen Erkenntnisse vorgestellt und Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Ulrich Matthias König, Maximilian Röglinger, Nils Urbach

7. Cloud to Cloud Integration im IoT-Umfeld

Das Internet of Things (IoT) ist ein wichtiger Baustein bei der Digitalen Transformation von Unternehmen und ein stark wachsender Markt. In dem Zeitraum von 2015–2025 wird laut einer Studie von IHS Technology eine Verfünffachung auf 75 Mrd. IoT-fähige Geräte erwartet. McKinsey beziffert den entsprechenden Markt für 2025 auf 11 Billionen US-$. Schon heute gibt es eine Vielzahl von Anbietern und Plattformen, die mit jeweils unterschiedlichen Kernkompetenzen einen Einstieg in das Themenfeld IoT bieten. Um Unternehmen spezifische Lösungen für deren konkrete Anwendungs- und Geschäftsprozesse zu bieten, gilt es die verschiedenen Plattformen mehrwertbringend zu verknüpfen und so ein integriertes Gesamtsystem bereitzustellen. Eine vielversprechende Lösung für diese Problemstellung bietet die Cloud to Cloud Integration zwischen den verschiedenen Anbietern und Plattformen.Um das Thema Cloud to Cloud Integration im IoT Umfeld genauer zu beleuchten, arbeitet dieser Artikel zunächst die aktuelle Situation auf dem Markt der IoT Plattformen auf. Diese Analyse, ergänzt um Experteninterviews, bildet die Basis der Anforderungen und Eigenschaften einer erfolgreichen Integration. Davon ausgehend beschreibt dieser Artikel erst ein Soll-Konzept und darauffolgend einen technischen Realisierungsansatz. Die ermittelten Anforderungen und Eigenschaften sowie das erarbeitete Konzept und die Architektur werden dann hinsichtlich des wirtschaftlichen Nutzens und Herausforderungen für Betreiber und Kunden einer solchen Integration diskutiert. Abgeschlossen wird der Artikel durch eine Zusammenfassung der Ergebnisse und einen kurzen Ausblick, welcher auch neu aufgekommene Standards umfasst.

Lukas Hick, Dirk Börner, Henning Pagnia

13. Von smarten Produkten zu smarten Dienstleistungen und deren Auswirkung auf die Wertschöpfung

Im Rahmen der Digitalisierung nehmen smarte Produkte und die darauf aufbauenden intelligenten Dienstleistungen einen immer größeren Platz sowohl im betrieblichen Kontext als auch im Endkundenbereich ein. Auslöser hierfür stellt vor allem die leistungsfähigere und kostengünstigere Hardware dar, welche es Unternehmen ermöglicht, zunehmend Produkte mit intelligenten und vernetzten Komponenten auszustatten. Diese smarten Produkte bieten Unternehmen und Kunden völlig neue Möglichkeiten zur Interaktion, bieten neue Mehrwerte und beeinflussen die unternehmerische Wertschöpfung an sich. Ziel dieses Beitrages ist es, einen Einstieg in das Themenfeld der smarten Produkte und Dienstleistungen zu geben und aufzuzeigen, welche Möglichkeiten diese für den Endnutzer und für Unternehmen eröffnen.

Gero Strobel, Ute Paukstadt, Jörg Becker, Stefan Eicker

5. IoT Best Practices

Fallstricke bei der Realisierung von (Industrial) Internet of Things (IIoT)-Projekten frühzeitig erkennen und adressieren

Das Internet der Dinge treibt die Digitalisierung in vielen Lebensbereichen und vor allem in der Industrie stark voran. Dabei ergeben sich eine Vielzahl von neuen und verbesserten Anwendungsszenarien und Geschäftsmodellen. Getrieben durch die (theoretisch) unbegrenzten Möglichkeiten der Umsetzung, müssen besonders in der Planung zentrale Sachverhalte vorab evaluiert und bewertet werden, um in Bereichen wie Sicherheit, Betriebsfähigkeit, Skalierung, Wirtschaftlichkeit sowie Geschäftsmodell eine bestmögliche Qualität zu erreichen. Wir geben einen Überblick über die Bedeutung und Zusammenhänge dieser verschiedenen Aspekte und zeigen an einem internationalen (I)IoT-Projekt konkrete Fallstricke und die getroffenen Gegenmaßnahmen auf, um darauf basierend eine Empfehlung an Best Practices abzugeben, um neu zu beginnende (I)IoT-Projekte zukünftig zielgerichtet planen zu können.

Marco Barenkamp, Jan Hendrik Schoenke, Novica Zarvic, Oliver Thomas

19. Anforderungen für Zeitreihendatenbanken im industriellen IoT

Das industrielle Internet der Dinge (IIoT) integriert Informations- und Kommunikationstechnologien in industrielle Prozesse und erweitert sie durch Echtzeit-Datenanalyse. Hierbei sind sensorbasierte Zeitreihen ein wesentlicher Typ von Daten, die in der industriellen Fertigung generiert werden. Sensorbasierte Zeitreihendaten werden in regelmäßigen Abständen generiert und enthalten zusätzlich zum Sensorwert einen Zeitstempel. Spezielle Zeitreihen-Datenbanken (eng.: Time Series Databases (TSDB)) sind dafür ausgelegt, Zeitreihendaten effizient zu speichern. Wenn TSDBs maschinennah, d. h. in der industriellen Edge, eingesetzt werden, sind Maschinendaten zur Überwachung zeitkritischer Prozesse aufgrund der niedrigen Latenz schnell verfügbar, was die erforderliche Zeit für die Datenverarbeitung reduziert. Andererseits können TSDBs auch in den Data Lakes als skalierbaren Datenplattformen zur Speicherung und Analyse von Rohdaten zum Einsatz kommen, um die langfristige Vorhaltung von Zeitreihendaten zu ermöglichen. Bisherige Untersuchungen zu TSDBs sind bei der Auswahl für den Einsatz in der industriellen Edge und im Data Lake nicht vorhanden. Die meisten verfügbaren Benchmarks von TSDBs sind performanceorientiert und berücksichtigen nicht die Randbedingungen einer industriellen Edge oder eines Data Lake. Wir adressieren diese Lücke und identifizieren funktionale Kriterien für den Einsatz von TSDBs in diesen beiden Umgebungen und bilden somit einen qualitativen Kriterienkatalog. Des Weiteren zeigen wir am Beispiel von InfluxDB, wie dieser Katalog verwendet werden kann, mit dem Ziel die systematische Auswahl einer passenden TSDB für den Einsatz in der Edge und im Data Lake zu unterstützen.

Dimitri Petrik, Mathias Mormul, Peter Reimann, Christoph Gröger

20. Das Internet of Things – zwischen Usability und Verlust der Datensouveränität

Immer mehr Dinge werden „smart“, d. h. sie haben eingebaute Rechen- und Netzkomponenten. Aufgrund der Vernetzung dieser smarten Dinge wird vom Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) gesprochen. IoT-Geräte haben erweiterte Fähigkeiten. Emergente Effekte, bei denen die Gesamtfähigkeiten diejenigen der einzelnen Dinge übersteigen, führen zu einem breiteren Dienstspektrum für die Anwender, bringen jedoch auch neue Herausforderungen mit. Anwendern von IoT-Lösungen ist mitunter nicht bewusst, welcher Art von Datenverarbeitung sie zustimmen und welche Daten überhaupt erhoben werden. Die möglichen Bedrohungen und Angriffsvektoren sowie Datenschutzaspekte in IoT-Umgebungen werden nach der allgemeinen Einführung der IoT-Architektur dargelegt. Die Herausforderungen hinsichtlich Sicherheit und Datensouveränität werden strukturiert nach verschiedenen Ebenen der Vernetzung als sogenannte Emergenzebenen. Existierende Maßnahmen werden thematisiert, wie etwa die Einführung von technischen Richtlinien und Normen oder Zertifizierungsmöglichkeiten. Diese zielen darauf ab, verschiedene Ebenen der IoT-Architektur hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz zu verbessern, vernachlässigen jedoch meist die Berücksichtigung von Emergenzeffekten. Dies sollen künftige Lösungsansätze, wie die Einführung von Datensouveränitätsklassen oder Musteranalyse mittels künstlicher Intelligenz, berücksichtigen.

Silvia Knittl, Valentina Neuberger, Simon Dieterle

5. Exposé und Präsentation: Schnittpunkt auf dem Weg zum Käufer

Bis jetzt haben Sie alles richtig gemacht. Sie haben Ihre Immobilie analysiert, bewertet und einen marktfähigen Preis bestimmt. Sie haben sie in Ordnung gebracht, haben sich auf dem Markt umgesehen und sind jetzt bereit, an den Markt zu gehen. Jetzt kommt es darauf an, ein richtig gutes, ansprechendes Exposé zu erstellen, das emotionalisieren und informieren soll. Es soll darüber hinaus anregen, sich bei Ihnen zu melden. Wie das funktioniert, zeige ich Ihnen in diesem Kapitel.

Raimund Wurzel

Krönung der Beratung – Wie Unternehmer und Consultants königlich Krisen meistern

Stefanie Burgmaier, Hans Haarmeyer, Thorsten Garber

Raus aus der Routine – Wie Innovations-Management kreative Kräfte bündelt

Stefanie Burgmaier, Hans Haarmeyer, Thorsten Garber

Anpassung als Krisenschutz – Wie Unternehmen mit agilen Prozessen und Strukturen überleben

Stefanie Burgmaier, Hans Haarmeyer, Thorsten Garber

Gefahr globaler Geschäfte – Wie Unternehmer sich nicht die Finger im Ausland verbrennen

Stefanie Burgmaier, Hans Haarmeyer, Thorsten Garber

Kapitel 5. Das ‚Mehr‘ am Computerspiel: Spiel, Prozeduralität, Sinnlichkeit

In Kapitel 5 werden zunächst all die medienspezifischen Faktoren und Strukturprinzipien herausgearbeitet, die nötig sind, um ein vollständiges Bild vom Vermittlungspotenzial des Computerspiels zu erhalten. Besonders relevant ist dabei die sensomotorische Involvierung, die durch die direkte Verschaltung der SpielerIn mit einem audiovisualisierten digitalen Simulationssystem (mittels Hardware) in einer gemeinsamen Rücklaufschleife erreicht wird. Diese Involvierungsstrategie integriert den in Kapitel 1 besprochenen Modus leiblich-phänomenologischer Welterfahrung in den Umgang mit der virtuellen Spielwelt und kann deshalb ähnlich wirkungsvolle Affekt-, Lern- und Erinnerungseffekte hervorrufen, wie die sinnliche Präsenz innerhalb der Alltagswelt. Weitere medienspezifische Potenziale der Welterfahrung werden durch die Möglichkeit prozeduraler Weltgenerierung mittels digitaler Algorithmen eröffnet.

Robert Baumgartner

Kapitel 6. Synthese: Multimodale Welterschließung im Computerspiel. Modelle, Beispiele, Implikationen

Im sechsten Kapitel werden die zuvor herausgearbeiteten Ebenen möglicher Weltvermittlung im Computerspiel im Rahmen eines größeren Schemas verbunden und auf Basis ihrer Hinterfragbarkeit durch die SpielerIn gegliedert. Nachdem so der theoretische Möglichkeitsrahmen von Weltvermittlung etabliert wurde, wird in einem zweiten Schritt analysiert, wie diese durch das Zusammenwirken ihrer Einzelebenen erweiterte Wirkungseffekte erzielen kann. Anhand des Isotopie- und Allotopiekonzepts werden die typischen Formen des Zusammen- und Gegeneinanderwirkens unterschiedlicher Vermittlungswerkzeuge vorgestellt und durch zahlreiche Spielbeispiele illustriert.

Robert Baumgartner

Atomfreie Zone – Dematerialisierung, Digitale Zwillinge und Bündelung

Es ist November 2018. Ein kalter und düsterer Tag in Frankfurt am Main. Uns gegenüber steht ein Mittfünfziger, Vorstand eines M-Dax-Unternehmens. Die Offenheit dieser Aussage überrascht uns, ihr Inhalt weniger. Wir sind heute in Frankfurt, um im Rahmen eines Workshops mit ausgewählten Führungskräften die Auswirkungen der Digitalisierung auf Produkte, Services und das Geschäftsmodell des Unternehmens zu erarbeiten. Unser Eindruck, man ist sich der Bedeutung der digitalen Transformation für das eigene Geschäft bewusst. Man stellt sich der Herausforderung. Aber man unterschätzt die Geschwindigkeit, mit der der Digitale Tsunami auf unsere Wirtschaft zurollt, gewaltig. Man glaubt, die Zeit und einiges mehr auf seiner Seite zu haben. Hat man doch global nachgefragte Produkte, optimierte schlanke Prozesse und weltweit zufriedene Kunden. So schnell wird sich diese solide Geschäftsbasis nicht zerstören lassen.

Stefan Stoll, Sebastian Dörn

Frankenstein, Datengräber und Deep Learning – Die Geheimnisse der Künstlichen Intelligenz

Das Ende der Menschheit scheint besiegelt. Durch die staubigen Straßen einer Metropole mit riesigen Türmen patrouilliert eine Armee von Robotern. Kein Mensch ist weit und breit zu sehen – ein Film zum Gruseln! In diesem Fall ist es kein neuer Blockbuster aus Hollywood, sondern der Weihnachtswerbespot 2017 einer Supermarktkette. An einem heruntergekommenen Kino hängt eine vergilbte Werbetafel für den Klassiker „Wunderbare Weihnachten“. Ein Roboter ziehen diese Worte magisch an, und er setzt sich heimlich von seiner Truppe ab. Der Roboter setzt den Filmprojektor in Gang und schaut sich fasziniert diesen Weihnachtsfilm an. Im Kino entdeckt der Roboter dann auf einer verblichenen Zeitung diese Überschrift: „Menschen fliehen vor Künstlicher Intelligenz!“.

Stefan Stoll, Sebastian Dörn

3. HyValue – Ein adaptives Referenzmodell für den hybriden Produktentstehungsprozess in der Automobilindustrie

Die Automobilhersteller (OEM) verlagern immer mehr Anteile der Wertschöpfung an Zulieferer. Die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit stellt jedoch besondere Herausforderungen an die Aufbau- und Ablauforganisation der beteiligten Unternehmen. Ausgangspunkt ist meist der Produktentstehungsprozess (PEP) des Automobilherstellers. Dieser wird von Zulieferern allerdings häufig als starr, unflexibel und bürokratisch wahrgenommen. Insbesondere für kleine, innovativ und agil arbeitende Zulieferer stellt eine über den traditionellen PEP organisierte Entwicklung eine Hürde dar. Das Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts „HyValue – Hybridisierung in der Value Chain“ ist die Erarbeitung eines Konzepts für kollaborative Dienstleistungsarbeit und darauf aufbauend die Entwicklung eines neuen Geschäftsmodells „hybrider Kollaborationsexperte“. Als Teilprojekt wird vom Institute for Data and Process Science (ehemals Institut für Projektmanagement und Informationsmodellierung) der Hochschule Landshut ein digitales und adaptives Referenzmodell für den Produktentstehungsprozess in der Automobilindustrie entwickelt. Durch die adaptive Anpassung ist es möglich, die unternehmensindividuellen Arbeitsweisen und deren Kontextfaktoren, wie z. B. die Qualifikation von Mitarbeitenden oder die Teamgröße, im Prozess zu berücksichtigen. Auf diese Weise kann auf Basis des umfassenden Referenzmodells ein unternehmensindividuelles Prozessmodell abgeleitet werden, das es den beteiligten Unternehmen erlaubt, ihre individuell optimierten planbasierten, agilen oder hybriden Methoden der Produktentstehung zu verwenden und gleichzeitig qualitäts-, termin- und kostenorientiert über Unternehmensgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten.

Markus Schmidtner, Holger Timinger

4. Interaktive Bauteiloptimierung für intelligente Produktion – Human-In-The-Loop-Design-Systeme für fortgeschrittene Fertigungsnetzwerke

Der Umgang mit vielfältigen Simulations- und Bewertungsaspekten erlaubt es, früh im Entwurfsprozess Aussagen über die Leistungsfähigkeit von Tragwerksknoten zu treffen. Des Weiteren kann während deren interaktiver Formfindung die Simulationstätigkeit durch das Fachwissen der Ingenieurin und des Ingenieurs gewinnbringend ergänzt werden. Dadurch können ungeplante Änderungen und unerwartete Verzögerungen in der Entwicklung komplexer Geometrien minimiert werden. Der technologische Wandel in der bauindustriellen Fertigung durch die Einführung des 3-D-Drucks erfordert kürzere Entwicklungszyklen, flexiblere Fertigungsmethoden und ermöglicht innovative Designprodukte. Den von den Marktteilnehmenden erwarteten ästhetischen Neuheitswert von 3-D-gedruckten Produkten gilt es, effizient herzustellen. Dabei soll die Komplexität der Nutzeroberflächen für die Anwendenden gering gehalten werden. Der vorliegende Beitrag definiert Schnittstellen für die Einbindung interaktiver Bauteiloptimierung in die intelligente Produktion. Dabei werden deren Zusammenhänge und relevante Eigenschaften beschrieben.

Manuel Mühlbauer

1. Der Weg in Richtung einer zukunftsorientierten Führungs- und Unternehmenskultur am Beispiel der Bosch Rexroth AG

Dynamische Märkte, technologischer Wandel und Flexibilität in der Produktion sind prägend für die heutige Zeit (VUCA-Welt). Im Zuge des digitalen Wandels erscheinen agile Ansätze als erfolgsversprechend, um der zunehmenden Veränderung von Markt- und Kundenanforderungen gerecht zu werden. Auch die Bosch Rexroth AG, speziell die Business Unit „Automation and Electrification Solutions“, durchläuft seit einigen Jahren eine agile Transition mit der Vision eines agilen Unternehmens. Innerhalb der Bosch Rexroth AG bestehen neun global aufgestellte Geschäftsbereiche, sogenannte Business Units, die die Produkte von der Entwicklung bis zur Fertigung begleiten. Den Business Units sind unterschiedliche Werke zugeordnet. Mit interdisziplinären, selbstorganisierten Teams und einer anpassungsfähigen Organisationsform, orientiert an den Kunden- und Marktanforderungen, begegnet die Business Unit den globalen Herausforderungen im digitalen Zeitalter. Die Orientierung an Werten wie Fokussierung, Offenheit, Mut, Respekt und Selbstverpflichtung, ergänzt durch den Einsatz agiler Methoden, ist dabei die Basis für die erfolgreiche Implementierung neuer Arbeitsweisen und den Kulturwandel. Durch die Stärkung von Eigenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein der beteiligten Mitarbeitenden und Führungskräfte verzeichnet die Business Unit eine spürbar schnellere Entscheidungsfindung sowie eine deutliche Reduzierung der Markteinführungszeit ihrer Produkte (Time-to-Market). Durch zahlreiche Experimente und die Etablierung neuer HR-Prozesse und -Werkzeuge beteiligen sich alle Stakeholder gleichermaßen an der Veränderung und gestalten die gemeinsame Reise proaktiv mit.

Artur Wirt, Anja Brinker, Emel Melisa Atli

24. Bauhaus trifft VR: Eine Virtual- Reality-Rekonstruktion der Baugewerkschafts-Ausstellung 1931 – Ein Praxisbericht

In einem interdisziplinären Gestaltungsprojekt konnte eine Virtual-Reality- (VR)-Rekonstruktion der Ausstellungshalle der Baugewerkschaften auf der Deutschen Bau- Ausstellung 1931 in Berlin realisiert werden. Als Kooperation der ehemaligen Bauhäusler Walter Gropius, Herbert Bayer und László Moholy-Nagy setzten diese in ihrer Zeit durch die Anwendung von Großfotos, Bildstatistiken und interaktiven Elementen Maßstäbe im Kommunikationsdesign. Diese hinsichtlich ihrer Art und Weise der Informationsvisualisierung wegweisende Ausstellung ist relativ gut rekonstruierbar, denn es existiert eine umfassende, zeitgenössische Fotodokumentation der Halle mit den einzelnen Ständen und Displayelementen in Form von 80 großformatigen Silbergelatineabzügen sowie eine Lichtpause des originalen Grundrisses aus dem Bauatelier Prof. Walter Gropius. Auf Grundlage dieses Materials konnte die rund 850 m2 große Halle mit ihren einzelnen Kojen mit interaktiven Elementen rekonstruiert werden.

Patrick Rössler, Yvonne Brandenburger, Rolf Kruse, Sebastian Damek

25. DigiLearnBIM – Digitale Transformation in der Bildung

Die Digitalisierung der Bauwirtschaft fordert akademischen Nachwuchs, der mit der Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM) bereits im Ausbildungskontext vertraut ist. Das Projektmodul DigiLearnBIM zeigt die erfolgreiche Umsetzung der kollaborativen Arbeitsmethode als präsenzunabhängiges Lehrformat im interdisziplinären Dialog der drei Fakultäten Architektur, Bauingenieurwesen und Gebäudeenergetik. Die Zielstellung des Masterprojekts beinhaltet das Arbeiten nach einem BIM-Workflow, um die Zusammenhänge der Stakeholder im Bauplanungsprozess sowie Realsituationen der Planungsbüros entsprechend praktizieren zu können. Das Arbeiten nach spezifischen BIM-Konventionen lässt die Studierenden mit den Rahmenbedingungen vertraut werden. Kollaborationsprozesse mit verschiedenen Dateiformaten und die Optionen zur Informationsweiterreichung innerhalb des Projektteams werden dabei durch eine gemeinsame Datenumgebung für BIM-Projekte realisiert. Die an der Fachhochschule Erfurt verfügbare Datenplattform Moodle wird als CDE-Umgebung im BIM-Kontext getestet. Der Anspruch an Qualität hinsichtlich der architektonischen Lösung des Modulergebnisses und auch die Umsetzung der kollaborativen Arbeitsmethode wurden jeweils über eine Platzierung im VDI-Wettbewerb „Integrale Planung“ bestätigt. Die Evaluierung durch die Studierenden bestätigt positive Effekte hinsichtlich des Verständnisses für andere Fachbereiche und die Erweiterung in den Schlüsselqualifikationen, auch wenn zunächst Einstiegsschwierigkeiten in der überwiegend präsenzunabhängigen Arbeitsweise überwunden werden mussten.

Yvonne Brandenburger, Franziska Weise, Sven Steinbach

Kapitel 6. Maschinelles Lernen

Der Begriff Machine Learning wurde 1959 erstmalig von Arthur Lee Samuel im Zusammenhang mit der Entwicklung eines Dame-Spielprogramms bei IBM benutzt. Er definierte: Maschinelles Lernen ist ein „Forschungsgebiet, das Computer in die Lage versetzen soll, zu lernen, ohne explizit darauf programmiert zu sein“.

Andreas Mockenhaupt

Kapitel 10. Digitalisierung und KI in der Produktion

Industrie 4.0 und die Künstliche Intelligenz durchdringt immer mehr Abläufe in produzierenden Unternehmen. So hat Mercedes-Benz im September 2020 mit der Eröffnung seiner Factory 56Factory 56 (siehe Abb. 10.1) Maßstäbe in der Digitalisierung aber auch bezüglich Effizienz und Nachhaltigkeit gesetzt. Die Smarte Fabrik soll bei der Montage der S-Klasse um 25 % Effizienter sein und im Sinne der Daimler-Strategie Ambition 2039 mit deutlich reduziertem Energiebedarf zur Zero Carbon Fabrik, also vollständig CO2-neutral werden (Daimler 2020).

Andreas Mockenhaupt

6. Die Abnahme der Werkleistung

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Abnahme und ihren Folgen. Erläutert werden die betreffenden Regelungen aus dem BGB-Vertrag sowie aus dem VOB/B-Vertrag.

Axel Wirth, Cornelius Pfisterer, Barbara Schellenberg

Kapitel 3. Geschäftsmodell für den Handel von Produktionskapazitäten

Trends wie die Sharing Economy verändern derzeit etablierte Industrien wie Gastgewerbe oder Transport. Damit entstehen neue Geschäftsmodelle, die für den Erfolg dieser Marktplätze von hoher Relevanz sind. In diesem Kapitel soll ein Geschäftsmodelldesign für einen Marktplatzanbieter zum Handel additiver Fertigungskapazitäten entwickelt werden. Ein möglichst effizienter Abgleich von Angebot undNachfrage erfordert eine ausreichende Anzahl von Plattformnutzern, weshalb die Kundengewinnung durch ein geeignetes Geschäftsmodell entscheidend ist. Das in diesem Kapitel entwickelte theoriegestützte Framework bietet die Grundlage für das Referenz-Geschäftsmodell mit den drei Elementen Nutzenversprechen, Wertschöpfungsstruktur und Ertragsmechanik.

Chiara Freichel, Adrian Hofmann

Kapitel 2. Interorganisatorische Vernetzung in der Produktion

Digitale Innovationen ermöglichen zunehmend die Implementierung von interorganisatorischen Produktionsnetzwerken, die durch die Nutzung von Synergiepotenzialen zur Erreichung von Zielen wie der Reduzierung von Auftragsrisiken und der Erhaltung von Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit beitragen. Die Beschreibung und Gestaltung dieser Netzwerke stellt eine große Herausforderung dar. In diesem Kapitel erfolgt eine Analyse unterschiedlicher Formen und Effekte von Kollaboration inWertschöpfungsnetzwerken. Darauf aufbauend wird insbesondere auf interorganisatorische Produktionsnetzwerke eingegangen und deren Zweck sowie die Struktur analysiert. Abschließend wird vorgestellt, wie digitale Plattformen als Basis für die Umsetzung von interorganisatorischen Produktionsnetzwerken dienen können.

Chiara Freichel

Kapitel 15. Use-Case: Vermeidung von Lieferantenengpässen durch plattformbasierten Kapazitätshandel

Zur Sicherstellung der praktischen Relevanz der DiHP Plattform werden Praxispartner direkt in die Evaluation des Marktplatzes eingebunden. Im Rahmen der Kooperation mit der Maul-Theet GmbH wird der Use-Case Lieferantenengpass implementiert und der Nutzen der Plattform anhand verschiedener von ökonomischen, technischen und organisatorischen Dimensionen evaluiert.

Steven Schwehm, Matthias Keil, Antonia Hammerschmidt

Kapitel 14. Datenaustauschstrukturen bei plattformgestütztem Kapazitätshandel

Für den integrierten Handel von Kapazitäten ist der automatische Austausch von Daten zwischen den teilnehmenden Parteien unerlässlich. Im besonderen Fokus im plattformgestützten Handel liegt dabei der Austausch von Daten zwischen den Anwendern und deren Informationssystemen und der Plattform. Damit die Integration den Anwendern leichter fällt und der Austausch systemunabhängig ermöglicht wird, ist die Definition einer Datenaustauschstruktur notwendig. Im Rahmen des Kapitels wird aufgezeigt, wie am Beispiel der DiHP-Plattform und des damit verbundenen Ökosystems eine erfolgreiche Integration von mehreren Parteien und deren Informationssystemen innerhalb eines Ökosystems realisiert werden kann. Hierzu wird eine Datenaustauschstruktur definiert und diese beispielhaft angewendet.

Laurell Popp, Frank Baumeister, Oliver Stübs, David Hock

Kapitel 9. KMU-Informationssysteme in der Produktion

Informationssysteme bilden die Grundlage aller datenverarbeitenden Tätigkeiten in Unternehmen. Für den vollintegrierten Handel mit Kapazitäten ist daher grundsätzlich eine Vernetzung aller Informationssysteme notwendig, welche an den kapazitätsspezifischen Prozessen beteiligt sind. Um eine marktnahe Plattform entwickeln zu können, ist eine Bestandsaufnahme von verbreiteten Informationssystemen notwendig. Enterprise Resource Planning (ERP)-Systeme stellen dabei die am meisten verbreitete Form von Informationssystemen dar und bilden daher die Grundlage für viele Unternehmen. Als Zielgruppen des integrierten Handels wurden insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) definiert, sodass insbesondere KMU-spezialisierte ERP-Systeme untersucht werden. Da allerdings insbesondere produzierende Unternehmen auf Zusatzlösungen wie Produktionsplanungssysteme (PPS) zurückgreifen, sind diese ebenfalls Gegenstand der Untersuchung. Im Rahmen dieses Kapitels wird entsprechend ein breites Spektrum von Informationssystemen auf seine systemspezifischen Produktions- und Produktionsplanungsprozesse sowie auf ihre Integrationsfähigkeit durch Datenaustauschschnittstellen untersucht.

Laurell Popp

Kapitel 8. Datenschutz und Datensicherheit in der additiven Fertigung

Der Aufbau einer Handelsplattform für den Austausch von Produktionskapazität bringt die Betreiber in die Verantwortung, die Daten der Kunden und Anbieter nachhaltig zu schützen. Vor diesem Hintergrund wurden in diesem Kapitel anhand einer systematischen Literaturrecherche bestehende Konzepte des Datenschutzes und der Datensicherheit ergründet und in einem Framework zusammengefasst. Beginnend mit den spezifischen Aspekten der Datensicherheit in der additiven Fertigung werden anschließend Informationssysteme, die Authentifizierung, relevante Richtlinien der Informationssicherheit sowie der Umgang mit Unsicherheit betrachtet. Die Datensicherheit in der additiven Fertigung hängt demnach stark von der Sicherung der physischen Komponenten zusammen. Gleichwohl ist die sichere Kommunikation der Einheiten im System ausschlaggebend für den Erfolg einer solchen Plattform.

Luc Becker, Adrian Hofmann

Kapitel 13. Plattform-Demonstrator zum Handel von Produktionskapazitäten

In diesem Kapitel werden die bereits erarbeiteten theoretischen Grundlagen zum Handel additiver Fertigungskapazitäten in einen Praxisdemonstrator umgesetzt, um die Anwendbarkeit im Unternehmensumfeld zu evaluieren. Dazu wird zunächst die Architektur der Gesamtanwendung vorgestellt, gefolgt von einigen Besonderheiten, die insbesondere für die additive Fertigung, aber auch für die Integration und Automatisierung relevant sind. Danach werden ein Szenario aus Käufer- und eines aus Verkäuferperspektive vorgestellt. Diese beiden Szenarien demonstrieren die Anwendbarkeit der entwickelten Marktplattform für einen integrierten Handel von Produktionskapazitäten.

Adrian Hofmann, Chiara Freichel, André Drochner

Kapitel 4. Dezentrale unternehmensübergreifende Koordination von Fertigungskapazitäten

In den letzten Jahren sind viele Lösungen entstanden, die die gemeinsame Nutzung oder den Handel von Produktionskapazitäten in verschiedenen Branchen ermöglichen. Diese Lösungen basieren auf einer zentralisierten Plattform. Das Geschäftsmodell dieser Plattformen führt zu Transaktionskosten für die Nutzer. Zudem schaffen diese Plattformen oft dauerhafte Abhängigkeiten und es mangelt an Transparenz seitens der Betreiber. Gleichzeitig sind neue Technologien wie Blockchain entstanden, die Transaktionen dezentralisieren und versprechen, diese vielfältigen Probleme zu lösen. Dieses Kapitel bietet einen Ausblick auf eine Infrastruktur für dezentrale kollaborative Fertigung. Diese Infrastruktur kann die Grundlage für dezentrale Marktplätze für Fertigungskapazitäten bilden, ein direkter Peer-to- Peer Handel ohne zentrale Marktplattform. Dazu wurden die Anforderungen an bestehende Plattformansätze mit vorhandenen dezentralen Technologien abgeglichen. Um den Ansatz zu evaluieren, wurden Experteninterviews durchgeführt, um die Nützlichkeit zu überprüfen und mögliche Verbesserungen zu bewerten.

Adrian Hofmann, Chiara Freichel

Architektur für die Offene Kinder- und Jugendarbeit

Die Planung eines Jugendhauses oder -zentrums erfordert von Architekt*innen eine aktive Auseinandersetzung mit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Gleichermaßen erfordert es auch seitens der Jugendarbeiter*innen ein Interesse an architekturrelevanten Fragestellungen. In einem gemeinsamen Aushandlungsprozess müssen sie herausfinden, welche räumlich-atmosphärischen Qualitäten sie sich von dem neuen Haus für die Kinder und Jugendlichen erwarten und wie dies in eine bauliche Gestalt übersetzt werden kann. Der vorliegende Beitrag widmet sich diesem Aushandlungsprozess und zeigt auf, was ein Raumprogramm für ein Haus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ausmacht, welche architektonischen Überlegungen angestellt werden müssen, um diesem Raumprogramm heute und in Zukunft zu entsprechen, und wie Planungsprozesse gestaltet sind, die die Bedürfnisse der Offenen Kinder- und Jugendarbeit aufnehmen.

Eva Lingg

Ästhetisch-kulturelle Bildung und Offene Kinder- und Jugendarbeit

Ästhetisch-kulturelle Bildung wird als grundlegend und unhintergehbar für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen begriffen. Offene Kinder- und Jugendarbeit bietet Gelegenheitsstrukturen zur Rezeption und Gestaltung sowohl von alltäglichen Wahrnehmungsformen als auch von künstlerisch geschaffenen Ausdrucksmöglichkeiten in der gesamten Spannbreite darstellender und bildender Kunst. Gleichwohl wird dieser Möglichkeitsraum zur Teilhabe von Kindern und Jugendlichen und zur Bewältigung lebensweltlicher Herausforderungen im Selbstverständnis der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in eher nachgeordneter Weise aufgenommen. Der Beitrag bietet eine Reihe von Aspekten zur Begründung und Stärkung der Kulturellen Bildung sowohl in theoretischer und praktischer Hinsicht.

Rainer Treptow

Kapitel 9. Fluchtweg-Beschilderung

Die Vorgabe der Fluchtwegbeschilderung ist eine Momentaufnahme, die an dem Tag gültig ist, an dem das Brandschutzkonzept oder der Flucht- und Rettungsplan festgelegt wurde. Werden danach bauliche Änderungen vorgenommen oder ändern sich die Laufwege, so ist auch die Beschilderung anzupassen.

Adam Merschbacher

11. Lean Management in der Produktentwicklung

Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf sämtliche Unternehmensbereiche, auch die Produktentwicklung. Welche Trends neben IoT, Cloud und Augmented Reality werden in diesem Jahr relevant sein? Das Management der Informationen über den Produktlebenszyklus hinweg hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. So wird das Internet der Dinge (IoT) Innovationen in der Entwicklung beschleunigen und Hersteller können mit diesen Informationen zukünftige Produkte verbessern. Schlanke Produktentwicklung (Engl.: Lean Development) ist die Anwendung des Lean-Management-Konzepts „Lean Production“ auf den Produktentstehungsprozess. Die Anwendung schlanken Denkens in der Produktion hat zu großen Erfolgen geführt. Lean Product Development (LPD) basiert auf Lean Thinking und Lean-Prinzipien, die ursprünglich in der Lean Manufacturing entwickelt wurden. Lean Thinking bezieht sich auf eine Denkweise und spezifische Praktiken, bei denen weniger von allem weniger Ressourcen, weniger Work-in-Process, weniger Zeit und weniger Kosten betont werden, um etwas zu produzieren, entweder ein physisches Produkt, ein Wissensprodukt (z. B. Produktdesign) oder Serviceprodukt. Die fünf Prinzipien des schlanken Denkens sind:

Marc Helmold

Kapitel 2. Partizipative Forschung und Entwicklung im Kontext von Multi-, Inter- und Transdisziplinarität

Theoretische Ansätze zu Partizipation sind in vielen wissenschaftlichen Disziplinen verankert. Ein Blick auf jene Wissenschaften, die an der Entwicklung von Technik gewöhnlich mitwirken, zeigt, dass entsprechende Theorien, Methoden und Diskurse einen festen Platz in ihnen haben. Will man sich den Gemeinsamkeiten der verschiedenen Ansätze zuwenden, so kann zunächst festgehalten werden, dass die Betonung einer – mehr oder minder partnerschaftlichen – Beteiligung von nicht professionell Forschenden am Forschungsprozess den wichtigsten Baustein eines geteilten Verständnisses von Forschungspartizipation bildet.

Manuela Weidekamp-Maicher

Der B2B MarTech 8000 – Wie Sie im Jurassic Parc der Marketing Lösungen überleben

Im Zeitraum von 2011 bis 2020 ist die Zahl an verfügbaren Produkten und Lösungen im Umfeld der Vertriebs- und Marketingautomatisierung von 150 auf über 8000 explodiert. Dieses Kapitel liefert ein Vorgehensmodell, um sich kosten- und risikominimierend nachhaltig einen Weg durch diesen Jurassic Parc an bunten, vermeintlichen Alleskönnern zu bahnen und nicht im Sumpf an perfekt aufbereiteten Fallstudien unterzugehen.

Uwe Seebacher

Das B2B Marketing Reifegrad Modell – Wie Ihr Weg zu Predictive Profit Marketing aussieht

Industriegüter Marketing ist wie jede andere organisatorische Funktion in Unternehmen einem stetigen Wandel ausgesetzt. In der gesamten Industrie finden sich daher Marketing Abteilungen unterschiedlichster Ausprägungen und Entwicklungsstufen. Damit die in dieser Publikation beschriebenen Ansätze, Instrumente, Konzepte und Modelle bestmöglich in der Marketing-Praxis umgesetzt werden können, ist es entscheidend, einen kongruenten Bezugsrahmen in Form des B2B Marketing Reifegrad Modells heranzuziehen. Dieses Modell erlaubt es B2B Marketing Managern den jeweiligen Reifegrad der eigenen Marketingabteilung zu evaluieren und auf dieser Basis die adäquaten Maßnahmen in diesem Buch zu identifizieren. Mithilfe dieser Vorgehensweise soll vermieden werden, dass zu komplexe und nicht dem Reifegrad entsprechende Aktivitäten und Projekte in den Abteilungen umgesetzt werden oder aber MarTech Tools angeschafft werden, die erst zu einem späteren Zeitpunkt bzw. beim Erreichen eines höheren Marketing Reifegrads eine sinnvolle Investition darstellen würden. Das Ziel ist es, B2B Marketing Manager vor Fehlern und einem nicht durchdachten, nicht stringenten und vor allem nicht erfolgversprechenden Vorgehen zu bewahren, um dadurch nachhaltig eine entsprechende Positionierung des B2B Marketings in den Industrieunternehmen zu erreichen.

Uwe Seebacher

365 Tage Turnaround im B2B Marketing – Ein fakten-basierter Erfolgs-Leitfaden für High-Speed-Optimierung

Diese Fallstudie zeigt auf, wie ein internationales Unternehmen im industriellen Maschinenbau in nur 365 Tagen einen erfolgreichen Turnaround der Marketingabteilung durchführte. Die wichtigsten und kritischsten Schritte dieses Prozesses werden einzeln dargelegt und die organisatorischen Herausforderungen und Stolpersteine detailliert beschrieben.

Miroslav Negovan, Uwe Seebacher

69. CAD in der Praxis

Konstruktion und auch Fertigung erfolgen in der Praxis fast ausschließlich rechnerunterstützt. Mit diesem Rechnereinsatz beim Konstruieren (CAD, Computer Aided Design) und Fertigen CAM (Computer Aided Manufacturing) scheint die technische Zeichnung an Bedeutung zu verlieren, da die Verständigung zwischen Konstruktions- und Fertigungsabteilung primär durch den Austausch digitaler Daten erfolgen kann. Die technische Zeichnung ist aber nach wie vor aus dem Konstruktions- und Entwicklungsprozess nicht wegzudenken, weil hauptsächlich mit ihrer Hilfe der Status einer Konstruktion dokumentiert wird.

Prof. Dr.-Ing. Susanna Labisch

Kapitel 3. Methodisches Vorgehen

Auf Grundlage des Stands der Technik (Kapitel 2) kann der Forschungsbedarf identifiziert werden. Hierzu gehört die Betrachtung kommerzieller Lösungen sowie verwandter Forschungsergebnisse, um die Ziele der Arbeit zu definieren und diese zu strukturieren.

Arnd Struve

Kapitel 6. Automatisierung mittels Software

In den vorangegangenen Kapiteln wurden die Grundlagen geschaffen, um mittels Generativem Design Kühlkörpervarianten zu erzeugen sowie ihre jeweiligen Herstellkosten und Wärmewiderstände zu bestimmen. Diese Schritte sind jedoch weitestgehend entkoppelt und bedürfen einer Verknüpfung mittels Software, welche die automatische Berechnung und Auswertung einer Vielzahl von Konstruktionsvarianten ermöglicht, sodass eine Optimierung durchgeführt und die bestmögliche Variante gefunden werden kann. Das Kapitel widmet sich daher der softwareseitigen Verknüpfung der Elemente anhand eines Minimalbeispiels.

Arnd Struve

Unpacking Complexity: Eine Annäherung an die Komplexität der internationalen Ordnung zur Kontrolle der Kernenergie

Die internationale Ordnung zur Kontrolle der Kernenergie hat in den gut sieben Jahrzehnten ihres Bestehens erheblich an Komplexität zugenommen. Sie besteht mittlerweile aus einer Vielzahl von Teilen, die einander und damit die Ordnung als Ganzes beeinflussen, und sie steht in vielfältigen Wechselwirkungen mit anderen Ordnungen. Obwohl sich die Forschung in den letzten Jahren verstärkt mit der nuklearen Ordnung auseinandergesetzt hat, wurde ihrem komplexen Wesen nur sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dieser Artikel soll einen zweifachen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Komplexität der nuklearen Ordnung leisten. Erstens unterscheidet er drei Ebenen der Komplexität von Ordnungen in der Weltpolitik: Teilbereiche innerhalb von Ordnungen (Mikro-Komplexe), funktionale und regionale Ordnungen (Meso-Komplexe) und schließlich die Weltordnung (Makro-Komplex). Zweitens skizziert der Artikel drei Formen relationaler Mechanismen (materielle Faktoren, Handlungen und Regeln), aus denen sich die drei Ebenen der Komplexität ergeben. Auf Basis dieses theoretischen Rahmens identifiziert der Artikel zunächst drei Teilbereiche innerhalb der nuklearen Ordnung (Abschreckung, Abschaffung, Abstinenz) und zeichnet deren rezente Entwicklungen nach. Danach analysiert er relationale Mechanismen, die auf diese Teilbereiche wirken, und blickt abschließend auf den gegenwärtigen Wandel in der Form der nuklearen Ordnung.

Martin Senn

13. Ingenieure und Juristen im Bau- und Planungsprozess

Es gibt nicht wenige Bauleute, die die Meinung vertreten, Juristen hätten am Bau nichts zu suchen.

Moritz Menge

Kapitel 7. Rückkopplung im Sozialleben und in der Psychologie

Kommunikation und Interaktion – Spiele des Lebens

Man kann nicht nicht kommunizieren. Oder, wie man sagt: „Keine Antwort ist auch eine Antwort.“ KommunikationKommunikation läuft immer, solange ein Partner in Sicht- oder Hörweite ist. Und sie läuft immer auf zwei Ebenen, denn man kann auch nicht ohne Nebenbedeutung kommunizieren. An jeder scheinbar sachlichen Äußerung hängt immer ein Rucksack an Bedeutung und eigentlichem Inhalt.

Jürgen Beetz

Kapitel 5. Fallstudie: Shandongs Energie-Governance-Modell

Shandong ist innerhalb Chinas eine Provinz mit einem hohen Energie- und Ressourcenverbrauch. Die auf Kohle beruhende Energiestruktur und der hohe Energieverbrauch haben zu einem Engpass geführt, der die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Shandongs einschränkt. Obwohl im Jahr 2018 das BIP Shandongs zu den drei höchsten in China gehörte, besteht darin ein erheblicher Unterschied zu den beiden führenden Provinzen Guangdong und Jiangsu.

Jingxue Chen

Kapitel 2. Grundlagen

Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die der Arbeit zugrundeliegenden Begrifflichkeiten der Beobachtbarkeit nichtlinearer Systeme, die regelungstechnischen Grundlagen für Beobachter von nichtlinearen Systemen sowie die benötigten Prinzipien der Intervallarithmetik. Da diese Arbeit sich mit modellbasierten Methoden befasst, sollen diese zunächst aufgegriffen werden.

Thomas Paradowski

12. Elektromobilität

Politische Handlungsfelder – Elektromobilität: Die Elektrifizierung des Antriebs ist nicht nur eine technische Umstellung, wie etwa die von Kohle auf Windkraft. Sie ist ein unmittelbar den Kunden mit seinen Erwartungen an das Auto betreffender Wandel mit fundamental neuen Anforderungen an die Grundinfrastruktur des Automobils. Zugleich wird die Wettbewerbslandschaft innerhalb der Industrie verändert. Mit dem kalifornischen ZEV-Mandat und dem dort eingebauten Kredit-Handelsmechanismus wurde Tesla überhaupt erst ermöglicht. Für die etablierten Automobilhersteller ist die Transition in den elektrischen Antrieb zugleich zur größten strategischen Herausforderung geworden. Trotz der aktuellen Beschleunigung der Elektrifizierung sind die Voraussetzungen für einen nachhaltigen, dauerhaften Hochlauf unsicher. Die Ladeinfrastruktur ist in weiten Teilen der EU unzureichend, verbindliche Anforderungen an Staaten, Regionen und Städte fehlen. Diese entscheiden aber darüber, ob und wie schnell Elektrifizierung auf den CO2-Fußabdruck der europäischen Bestandsflotte durchschlägt oder aber ob eine aggressive angebotsseitige Politik an fehlender Symmetrie auf Nachfrageseite scheitert. Die Ansiedlung von und die umweltpolitischen Anforderungen an die Batterieproduktion in Europa sind zugleich zum Schnittpunkt von Umwelt- und Industriepolitik geworden.

Thomas Becker

KI – von der Strategie zum Projekt

Mit Beispielen aus Marketing und Sales

Die digitale Transformation und hierbei insbesondere die Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) verändert unser Leben. Welche Schritte muss ein Unternehmen gehen, um zu den Gewinnern der digitalen Transformation und KI zu werden? Dieser Frage widmet sich der Autor und nutzt hierbei Beispiele aus den Bereichen Marketing und Sales, um einen Praxisbezug herzustellen. Neben Begriffsklärungen und der Einordnung verschiedener Definitionen von künstlicher Intelligenz legt er einen Schwerpunkt auf die Themen KI-Strategie und deren Etablierung in Unternehmen. Zusätzlich gibt er einen Überblick über KI-Use-Cases aus dem Bereich Marketing und Sales und nutzt diese, um Herausforderungen und Chancen bei der Implementierung von KI zu verdeutlichen. Auch wenn das eine oder andere Beispiel von großen Konzernen entliehen ist, richtet sich dieser Artikel vor allem an Manager kleiner und mittelständiger Unternehmen, für die künstliche Intelligenz eine besondere Chance für Wachstum darstellt.

Sebastian Petry

Kapitel 2. Die digitale Arbeitswelt in ihrer Mehrdimensionalität verstehen: Digitalisierungsatlas und -index

Die digitale Transformation der Arbeitswelt ist deshalb so herausfordernd, da die Arbeitswelt für sich bereits ein komplexes mehrdimensionales System ist, das sich kaum überblicken lässt. Für Unternehmen ist es deshalb wichtig, die Mehrdimensionalität und Komplexität der digitalen Arbeitswelt zu verstehen, hierfür ein gemeinsames Sprachspiel zu entwickeln und auf dieser Basis eine gemeinsame Einschätzung des Status quo der eigenen Arbeitswelt zu beschreiben. Mithilfe von zwei Instrumenten, dem Digitalisierungsatlas und dem Digitalisierungsindex, kann dies gelingen. In diesem Beitrag werden diese Instrumente im Detail dargestellt und es wird erklärt, wie sie Organisationen dabei helfen, zu beschreiben und zu verstehen, wo sie selbst in der digitalen Transformation der Arbeitswelt stehen.

Ricarda Rauch, Daniel Thiemann, Stephan Kaiser, Arjan Kozica

Kapitel 15. VHDL

Zur Entwicklung digitaler Schaltungen stehen heute eine Vielzahl verschiedener Entwurfswerkzeuge zur Verfügung. Sie sind eine unerlässliche Voraussetzung für den Entwurf komplexer Schaltungen. So konnten sich ASIC nur auf dem Markt durchsetzen, weil leistungsfähige Software für ihren Entwurf vorhanden war. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Sprachen für die Entwicklung von Hardware.

Klaus Fricke

Kapitel 14. Programmierbare Logikbausteine

Sollen Schaltwerke oder Schaltnetze aufgebaut werden, so gibt es verschiedene Möglichkeiten der Realisierung. Aus Kostengründen wird man nach Möglichkeit Standardbauelemente bevorzugen, die in großen Stückzahlen gefertigt werden können. Es stellt sich daher die Frage, wie Standardbauelemente den speziellen Anforderungen der einzelnen Kunden angepasst werden können.

Klaus Fricke

Kapitel 16. Mikroprozessoren

Schaltwerke mit sehr vielen inneren Zuständen, die zusätzlich von einer Vielzahl von Eingängen abhängig sind, können mit den bisher gezeigten Methoden nur schwer entwickelt werden. Die Schwierigkeit liegt im großen Umfang der benötigten Zustandsfolgetabelle. Prinzipiell können daher mit den in diesem Buch beschriebenen Entwurfsverfahren nur einfache Schaltwerke konzipiert werden.

Klaus Fricke

C

Dieses Kapitel enthält die Stichworte zum Buchstaben C von Call-Tp-Action (CTA) bis Customer Retention des Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmensgründung.

Tobias Kollmann

M

Dieses Kapitel enthält die Stichworte zum Buchstaben M von M&A-Transaktion bis M&A-Transaktion des Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmensgründung.

Tobias Kollmann

5. Timing-Erfahrungen in der Politik

Ich gehöre keiner politischen Partei an, bin aber politisch interessiert und äußere mich auch öffentlich zu politischen Themen aus Wissenschaft und Wirtschaft. Bei der Durchsicht meiner Presseartikel aus mehreren Jahrzehnten kann ich auch heute noch zu vielen Aussagen stehen – eine Reihe von kritischen Voraussagen und Mahnungen haben sich (leider) auch bestätigt. Andere waren überzogen und sind mir heute etwas peinlich.

August-Wilhelm Scheer

3. Timing-Erfahrungen als Wissenschaftler

Ich stamme aus eine Kaufmannsfamilie. Meine Mutter war Hutmachermeisterin mit einem eigenen Geschäft und einer Nähwerkstatt. Mein Vater war selbstständiger Versicherungskaufmann. Wir lebten in der Kleinstadt Lübbecke in Ostwestfalen. Meine Eltern stammten aus kleinen Verhältnissen und waren stolz darauf, das kleine Geschäftshaus an der Hauptgeschäftsstraße erworben zu haben. Ich habe es vor einigen Jahren durch ein modernes Haus ersetzt, dabei aber den Schriftzug an der Fassade mit dem Namen Scheer zur Erinnerung an meine Mutter erhalten.

August-Wilhelm Scheer

4. Timing-Erfahrungen als Unternehmensgründer

Mit dem IWi führten wir Anfang der 1980er Jahre praxisnahe Forschungsprojekte durch. Insbesondere durch den Erfolg meines CIM-Buches erregten wir die Aufmerksamkeit der Geschäftsführungen und Vorstände großer Unternehmen. So entwickelten wir z. B. für ein Produktionswerk der Bosch GmbH ein strategisches CIM-Konzept. Dazu untersuchten wir die Planungs- und Produktionsabläufe in dem Werk und brachten Verbesserungsvorschläge für eine stärkere Automatisierung der Produktion auf den Weg.

August-Wilhelm Scheer

Der visuelle Wahrnehmungsapparat in der medialisierten Welt

Menschen sehen mit ihren Augen, aber vor Jahrhunderten sahen sie anders als wir es heute tun. Helmut Plessners Anthropologie der Sinne bietet eine Grundlage, diesen Wandel am überlieferten Bildmaterial empirisch zu ermitteln. Der Sinnesapparat verändert sich, wie bereits Karl Marx bemerkte, durch die technisch-industrielle Umwelt. Im visuellen Wahrnehmungsapparat bildete sich eine soziophysiogische Filterfunktion, die dazu dient, sich auf die zunehmende Fülle von Angeboten für die Schaulust einzustellen. Diese Entwicklung bringt sowohl Verlust als auch Gewinn mit sich. Zum einen wird das Sehen oberflächlicher, was allerdings nicht im Sinne von Seichtigkeit, sondern von summarischem Wahrnehmen zu verstehen ist. Zum anderen gibt es auch Gewinne, weil Bild-Techniken die visuelle Erfahrung erweitern.

Lutz Hieber

Wahrnehmen als soziale Praxis – Soziologische Perspektiven auf Wahrnehmen

Der Beitrag versteht sich als einleitendes Kapitel in den Band „Wahrnehmen als soziale Praxis. Künste und Sinne im Zusammenspiel“ und öffnet die Thematik im Hinblick auf verschiedene Ansätze und Positionen, die sich im Rahmen der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften dem Wahrnehmen zuwenden. Dabei werden besonders solche Positionen reflektiert, die kunstsoziologische und kunstwissenschaftliche Diskurse bereichert haben beziehungsweise bereichern können. Diskutiert wird Wahrnehmen 1) in seiner Verortung zwischen Sinnhaftigkeit und Sinnlichkeit, 2) mit Blick auf die beiden Aspekte Materialität und Körperlichkeit sowie 3) in Bezug auf Perspektiven, die das Wahrnehmbare – das Materielle – eher essentialistisch fassen sowie Perspektiven, die die Situiertheit des Wahrnehmbaren, der Wahrnehmenden und des Wahrnehmens in seinen Vollzügen betonen. In dieser Weise nimmt sich der Beitrag zum Ziel mit einem öffnenden Gestus Wahrnehmen für die Kunstsoziologie und darüber hinaus als soziale Praxis zur Disposition zu stellen, wobei wir der Offenheit halber einen weiten Praxisbegriff zugrunde legen und somit ein Spektrum an Zugängen einbeziehen.

Nina Tessa Zahner, Christiane Schürkmann

Materialität der Wahrnehmung – Einblicke in die kuratorische Praxis

Mit einer ethnografischen Perspektive untersucht der Aufsatz Kunstwahrnehmung im Feld kuratorischer Praxis. Im Besonderen wird danach gefragt, wie Kunstobjekte in Zusammenarbeit von Künstler*innen, Kurator*innen und Mitarbeiter*innen inszeniert werden und welche Praktiken der Wahrnehmung sich im Zuge dieser Arbeit an den Kunstobjekten zeigen. Kunstwahrnehmung wird auch auf Seiten der Rezipient*innen über die Materialität der Ausstellung untersucht. In soziologisch-ethnografischen Analysen wird gezeigt, wie sich Kurator*innen und Künstler*innen in multimodalen Wahrnehmungsweisen den künstlerischen Arbeiten sinnlich annähern, wie in diesen Annäherungsweisen eine professionelle Kunstwahrnehmung beobachtbar wird und wie durch Gesten des Zeigens Situationen geteilter Wahrnehmung geschaffen werden. Schließlich wird mit Blick auf die Materialität des Zeigens sichtbar, wie mittels Ausstellungsarchitekturen den Betrachter*innen Wahrnehmungsweisen materiell vermittelt werden. Formuliert wird eine praxeologische Perspektive mittels derer Kunstwahrnehmung – jenseits ästhetischer Kompetenz – als räumlich und materiell organisierte Wahrnehmung konturiert wird.

Lisa Anders

Geschmackserziehung im „Kitschzeitalter“. Zur Formierung der Sinne im 19. Jahrhundert

Der Beitrag untersucht Ästhetisierungsprozesse im 19. Jahrhundert und fokussiert dabei vor allem auf Kunstgewerbevereine, christliche Kunstvereine sowie Altertumsvereine. Diese Vereine – so die These – haben die Popularisierung des ästhetischen Blicks und ästhetischer Urteilskompetenz über das Feld der Kunst hinaus entscheidend mit vorangebracht. Um dies zu plausibilisieren, werden Selbstverständnis und Arbeitsweisen der Vereine vorgestellt und diskutiert. Auf diese Weise leistet der Beitrag eine wichtige Ergänzung zu vorliegenden Ansätzen, die mit Blick auf den Prozess der Ästhetisierung allein die Vorbildwirkung von Künstler- und Bohemezirkeln in Rechnung stellen und deren Reichweite dabei überschätzen.

Uta Karstein

8. Wissensmanagement implementieren

Dieses Kapitel orientiert die Implementierung eines Wissensmanagements an fünf Leitfragen.Der Leser lernt das Wissensmarktkonzept kennen mit seinen drei Elementen: Rahmenbedingungen, Spielregeln und Akteure sowie Prozesse/Strukturen, mit denen ein wissensorientiertes Unternehmen gestaltet werden kann. Viele Praxisbeispiele geben konkrete Umsetzungsempfehlungen. Rollen und Aufgaben von Wissensmanagern werden beschrieben.Außerdem wird ein Gesamtkonzept zur Einführung von Wissensmanagement orientiert an der Wissenstreppe dargestellt. Vier Einführungspfade und ein Zwölf-Punkte-Programm bereiten den Weg zum wissensorientierten Unternehmen.

Klaus North

Open Access

Kapitel 2. Automatisiertes und vernetztes Fahren: Berücksichtigung des lokalen, räumlichen Kontextes und räumliche Differenzierung

Die Beiträge der vorliegenden Anthologie behandeln Raumwirkungen sowie Steuerungs- und Planungsansätze auf kommunaler und regionaler Ebene. Hierbei erweist es sich als unumgänglich, die räumlichen Voraussetzungen ländlich geprägter Gemeinden und Regionen von jenen der urbanen Zentren und Großstädte zu unterscheiden. Ländliche sowie urbane Räume sind nicht homogen, sondern vielschichtige Gebiete mit unterschiedlichen siedlungsstrukturellen, naturräumlichen und infrastrukturellen Ausstattungen, Funktionen und Herausforderungen (VCÖ 2019: 9).

Emilia M. Bruck, Aggelos Soteropoulos

Open Access

Kapitel 8. Steuerung und Gestaltung von räumlichen Schnittstellen der Mobilität

Betrachtungen angesichts des automatisierten Fahrens

Der vorliegende Beitrag widmet sich den Veränderungen im öffentlichen Raum, die mit der digitalin Vernetzung und Automatisierung im Mobilitätswesen einhergehen. Hierzu werden speziell räumliche Schnittstellen der Mobilität in den Fokus gerückt. Gemeint sind dabei Räume der Interaktion, der Verknüpfung unterschiedlicher Modi und des Übergangs im öffentlichen Raum. Aufgrund der zunehmenden Vielfalt an Mobilitätsangeboten und neuen Nutzungsanforderungen gewinnt schon heute die Gestaltung von räumlichen Schnittstellen an planerischer Bedeutung.

Emilia M. Bruck, Rudolf Scheuvens, Martin Berger

Kapitel 22. Omnichannel Distributionslogistik

Die Distributionslogistik stellt das Bindeglied zwischen der Produktion und der Absatzseite des Unternehmens dar. Sie umfasst alle Lager und Transportvorgänge von Waren sowie die damit verbundenen Informations-, Steuerungs- und Kontrolltätigkeiten. Das Ziel der Distributionslogistik ist die Lieferung der richtigen Waren, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort, mit der richtigen Qualität und gleichzeitigem, optimalen Verhältnis zwischen Lieferservice und anfallenden Kosten.

Anja Franke

Kapitel 15. Supply Chain Management Systeme

Unter Supply Chain Management (SCM) wird die ganzheitliche Organisation und Steuerung des Material- bzw. Warenflusses sowie der dazugehörenden Informationen über alle Bereiche eines Unternehmens und grundsätzlich auch über alle Stufen der Lieferkette (Supply Chain) hinweg verstanden. Die Bemühungen eines SCM betreffen somit sowohl die unternehmensinternen Prozesse als auch die unternehmensübergreifende Vernetzung mit Lieferanten und Kunden. Bezüglich der internen Supply Chain ist man bestrebt, Material- und Informationsflüsse zwischen allen an der Wertschöpfungskette beteiligten Abteilungen zu optimieren.

Frank Thomé

Kapitel 5. Die Vorstellungen der Politiklehrkräfte im Spiegel der Antisemitismusforschung

In Kapitel 2 wurde diskutiert, warum die subjektiven Alltagsvorstellungen bei der Gestaltung von Bildungsprozessen, also etwa bei Lehrerfortbildungen, gleichberechtigt neben den Bezugswissenschaften stehen: Eine Subjektorientierung ermöglicht ein Anknüpfen an vorhandene Vorstellungen, was die notwendige Voraussetzung für eine Änderung, Ausdifferenzierung und Erweiterung von Vorstellungen und damit Handlungsoptionen darstellt (Lange 2008, 254; Gropengießer 2001, 30; Kleickmann et al. 2001; Arnold 2003). Daher wurden mit Hilfe der QIA in Kapitel 4 die Alltagsdidaktiken wie die Vorstellungen (also das Bürgerbewusstsein) der Lehrer*innen rekonstruiert und dargestellt. Im nun folgenden Kapitel werden diese Vorstellungen im Rahmen von Erkenntnissen der Antisemitismusforschung diskutiert und so für die Weiterbildungsempfehlungen in Kapitel 6 aufbereitet.

Christoph Wolf

3. Künstliche Intelligenz in Banken – Status quo, Herausforderungen und Anwendungspotenziale

Die Vorstandsvorsitzenden der Banken in aller Welt erwarten von der Künstlichen Intelligenz (KI) signifikante Änderungen ihrer Geschäftsmodelle (PWC 2019). Die zahlreichen Anwendungen zeigen, dass KI kein technischer Modebegriff mehr ist. Vielmehr zeichnet sich ein Trend zur vollständigen Digitalisierung des Geschäftsmodells von Banken ab. Die KI erschließt neue Anwendungsfelder, die bis vor kurzem entweder als zu kompliziert oder als zu teuer für die Automatisierung galten.

Lars Friedrich, Andreas Hiese, Robin Dreßler, Franziska Wolfenstetter

7. Das intelligente Unternehmen: Effiziente Prozesse mit Künstlicher Intelligenz von SAP – Wie Unternehmen die hohen Erwartungen an die KI erfüllen können

Der Einsatz der KI bringt den Vorreitern in Deutschland bereits überdurchschnittliche Renditen und Wachstumsraten. Diese Unternehmen zeigen die Bedeutung der KI für die Wettbewerbsfähigkeit. Eine große Hürde stellt immer noch der Schritt von der Strategie zur konkreten Umsetzung dar. Dieses Kapitel beleuchtet diese Hürden und zeigt an konkreten Produktivbeispielen die bereits erreichten Mehrwerte entlang der Wertschöpfungskette. Basierend auf der SAP-Strategie zu KI schließt das Kapitel mit Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen zum erfolgreichen Einsatz von KI in Unternehmen.

Susanne Vollhardt, Karsten Schmidt, Sean Kask, Markus Noga

Kapitel 4. Geschäftssysteme und Benchmarks im E-Commerce

Der Ausgestaltung des Geschäftssystems kommt eine Schlüsselrolle im Online-Handel zu. Sie ist auch Basis für Kanalexzellenz, die erfolgreiche Online-Händler auszeichnet. Diese sind in der Lage, mit ihren Leistungen im E-Commerce den Benchmark zu setzen, und nutzen alle Möglichkeiten der modernen Interaktion. Insgesamt sind acht zentrale Erfolgsfaktoren für das Vorliegen von Webexzellenz im B2C zu beachten. Eine große Herausforderung ist jedoch zunehmend die Nachhaltigkeit der Erfolgsfaktoren, da der Wettbewerb sich immer schneller anpasst.

Gerrit Heinemann

Kapitel 1. Meta-Targeting und Geschäftsideen im Online-Handel

Mit der weiter zunehmenden Internetnutzung in Hinblick auf die Nutzerzahlen sowie die Nutzungsintensitäten steigen die Umsätze im Online-Handel nach wie vor rasant an. Die Corona-Krise beschleunigt diese Entwicklung. Das digitale Universum wird immer mehr durch mobile Internetnutzung geprägt, die auch die Kundenorientierung erheblich verändert. Diese ändert sich ohnehin fortwährend durch neue Trends, die wiederum durch neue Kundenerwartungen genährt werden. Zugleich beschleunigt sich der Konzentrationsprozess weiter, wodurch der Abstand zwischen dem Marktführer Amazon und dem Verfolgerfeld und dabei vor allem den Traditionsunternehmen immer größer wird. Deswegen kommt der Beschleunigung digitaler Reifegrade und dem Abbau digitaler Barrieren ein hoher Stellenwert zu.

Gerrit Heinemann

Open Access

Kapitel 6. Organisation von Rechtsprechung am Reichskammergericht

Aufbauend auf der komprimierten Illustration der gesellschaftlichen Strukturen, an denen sich die Rechtskommunikation vor der Gründung des RKG orientierte, und der Begründung für die These einer originären Organisationsbildung folgt nachstehend die historisch-empirische Untersuchung der Organisationsförmigkeit des RKG. Im Zentrum stehen dabei ausgewählte Situationsdefinitionen, Rollenauffassungen und Regeln, die Hinweise auf die Ausbildung formaler und informaler Verhaltenserwartungen sowie deren Trennung gegenüber den gesellschaftlichen Erwartungsstrukturen geben.

Rena Schwarting

Kapitel 9. Chatbots und virtuelle Assistenten im 360-Grad-Netzwerk: Hochwertige Customer Experience durch nutzerzentriertes Design

Zu Beginn der 2000er-Jahre stand noch die Frage im Raum, ob die virtuelle Wahrheit eine doppelte oder parallele Wahrheit ist und damit grundverschieden und absolut getrennt von der faktischen, der realen Wahrheit, koexistiert. Diese Frage kann nun als obsolet betrachtet werden. Anerkannt ist die Verschränkung von analoger und digitaler Realität, Digitalität, die die Basis der einen Erfahrungswirklichkeit des menschlichen Akteurs ist. Es geht daher nicht mehr um unterschiedliche analoge oder digitale Realisierungsgestalten, sondern um menschliche Interaktion innerhalb eines omnipräsenten digitalen Verfügungsraumes. Dieses Faktum ist in besonderer Weise relevant für unterschiedliche Aspekte einer optimalen Customer Journey und Customer Experience sowie Brand- und Service Awareness. In diesem Beitrag wird geklärt, welche sachlichen Voraussetzungen gelten und welche Methode eine angemessene Architektur und Design der User Experience im Hinblick auf Chatbots und virtuelle Assistenten ermöglicht.

Maximilian Halstrup

Kapitel 11. Mit Big Data den Markt verstehen

Was digitale Daten zum Online-Verhalten über Nachfrage, Trends und Vorlieben der Käuferinnen und Käufer verraten

Der Treibstoff der Digitalisierung sind Daten. Das Internet lässt sich als die größte Datenfabrik der Menschheitsgeschichte begreifen – und als ihre umfassendste Selbstbeobachtung. Dementsprechend ist es in Online-Marketing und E-Commerce längst zum Standard geworden, die digitalen Handlungen sehr vieler Marktteilnehmender kontinuierlich und weitläufig auszuwerten. Eine noch junge Entwicklung ist dagegen die Nutzung von Big Data Streams aus dem Netz, um das Verhalten von Menschen im analogen Raum besser zu verstehen und vorherzusagen – auch in Bereichen, in denen Meinungsbildung und Transaktionen primär offline stattfinden. Anhand einer praxisnahen Übersicht über die verfügbaren Datenquellen und die Arbeitsweise damit stellt der Beitrag vor, wie Unternehmen und Forschende diese Möglichkeiten gewinnbringend nutzen können, illustriert dies an einer Fallstudie aus dem Mittelstand und diskutiert die Auswirkungen auf Marktforschung, Werbung und Vertrieb. Den Schluss bilden zehn Empfehlungen für Praktiker.

Jan Schoenmakers

Öffentlichkeit als Zeichenorganisation: Strukturwandel von 1.0 bis 4.0?

In diesem Beitrag geht es um die Frage, wie Öffentlichkeit als kommunikatives Organisationsprinzip politischer Ordnung sich mit den digitalen Medien ändert. Es ist insofern buchstäblich ein Beitrag, da die Beantwortung dieser Frage äußerst komplex ist und noch weiter sowohl in ihren theoretischen Bezügen als auch empirisch untersucht werden muss. Hier geht es zunächst darum, die mit den neuen Medienformen zusammenhängenden Organisationsprinzipien analytisch in den Blick zu nehmen. Mein Ausgangspunkt ist dabei ein dynamisches Konzept zur Analyse von Öffentlichkeit.

Kornelia Hahn

Dritter, digitaler Strukturwandel der Öffentlichkeit als Folge der Plattformisierung

Als wesentliche Ursache des in diesem Beitrag elaborierten dritten, digitalen Strukturwandels der Öffentlichkeit werden nicht Prozesse der Digitalisierung per se gesehen, sondern eine spezifische Facette derselben, nämlich die sogenannte Plattformisierung. Unter dem Begriff wird der gesellschaftliche Bedeutungsaufstieg digitaler Tech-Plattformen (u. a. Google, Facebook) seit den 2010er Jahren verstanden sowie der damit verbundene Prozess des fortschreitenden Eindringens infrastruktureller und regelsetzender Plattform-Elemente in die Internet-Ökosysteme, was nicht nur die Medienöffentlichkeiten einem fundamentalen Transformationsprozess aussetzt, sondern auch die Gesellschaft insgesamt. In diesem Beitrag wird der digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit als Folge der Plattformisierung beschrieben und ein theoretisches Modell der Plattform-Öffentlichkeit entwickelt.

Mark Eisenegger

4. Good Practices

Die etablierten und vorbildlichen Konzepte zur Bewältigung von Komplexität von 8 Unternehmen werden in Kap. 4 dargestellt. Dazu hat der Autor Interviews mit den Verantwortlichen von Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche geführt. Dies sind: Michel Billon, Geschäftsführer der Hanseatic Bank GmbH & Co. KG Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Deutschen Telekom AG Claus Friedrichs, Geschäftsführer von sepago GmbH Erdal Ahlatci, ehemaliger Geschäftsführer von movingimages EVP GmbH Robert Holtstiege, Geschäftsführer von orderbase consulting GmbH Martin Beyer, Vorstandssprecher der Fiducia & GAD IT AG Marcus Loskant, IT-Vorstand der LVM Versicherung Gunnar Sander, Geschäftsführer von Buurtzorg Deutschland Nachbarschaftspflege gGmbH All diese Unternehmen haben eine klare Strategie zur Modernisierung ihrer Organisation und haben dabei schon eine Reihe von Erfolgen zu verzeichnen, die Mut machen, einen ähnlichen Weg zu gehen.

Uwe Rotermund

Kapitel 18. Architekturrenderings in Stadtplanungsprozessen

Imagineering und Sichtbarkeitspolitiken des Städtischen

Entscheidungs- und Diskussionsprozesse über die Gestaltung des zukünftigen Stadtraums kommen nicht ohne Visualisierungen aus. Insbesondere Architekturrenderings sind zu einem zentralen Bestandteil der Kommunikation stadtplanerischer Vorhaben geworden. Gerade in Hinblick darauf, dass Architekturrenderings einen Ausschnitt von zukünftiger gebauter Umwelt simulieren, erscheinen die Fragen notwendig, was von wem wie ins Bild gesetzt wird. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit diesem Bildtypus und beleuchtet die Funktion und Intention im Produktionsprozess, welche Architekturrenderings als interessengeleitete Bildentwürfe und strategische Bildträger, die Blicke lenken, erkennbar werden lassen.

Daniela Schadauer

Kapitel 17. Film und (Stadt-)Raum

Eine Analyse von filmischen Bildern im städtischen Raum

Die Beziehungen zwischen Filmbildern, d. h. Bildern eines ablaufenden Films, und (Stadt-)Raum sind Gegenstand vielfältiger filmwissenschaftlicher Arbeiten. Die Analyse filmischer Bilder im städtischen Raum ist hingegen ein Desiderat. Unter filmischen Bildern werden Bilder verstanden, die außerhalb von Filmen existieren, aber über eine enge Beziehung zu ihnen verfügen. Der Beitrag widmet sich filmischen Bildern in der Filmstadt Potsdam. Hierbei handelt es sich überwiegend um Material, das ursprünglich für die Vermarktung von Kinofilmen produziert worden ist. Durch ihre vormals werbliche und nun dekorative Nutzung verfügen die filmischen Bilder über komplexe Raumbeziehungen, die nur gemeinsam mit der Dimension Zeit erschlossen werden können. Die ikonologische Kontextanalyse eignet sich hierfür; sie wird modifiziert und exemplarisch auf ein Wandbild angewandt. Dabei wird herausgearbeitet, dass filmische Bilder zur Konstruktion eines filmhistorisch-affizierten städtischen Raums beitragen.

Anna Luise Kiss

Kapitel 12. Geographie-Machen durch Ein-Bild-ung

Visuelle und ästhetische Ansätze in der Humangeographie

Dieser Beitrag formuliert konzeptionelle Ansätze um zu analysieren, wie Bilder bei der Produktion von Räumen mitwirken. Aufbauend auf der von Benno Werlen formulierten sozialgeographischen Perspektive des „Geographie-Machens“ werden Imaginationspraktiken als grundlegender Bestandteil menschlichen Vorstellens und Gestaltens beschrieben. Um sich materiellen und immateriellen Praktiken des Vorstellens und Gestaltens anzunähern, verbindet dieser Beitrag Ansätze aus Sozialtheorie und der Ästhetischen Theorie. In Anlehnung an Ansätze der Visuellen Geographie eröffnen sich damit Potenziale, sich in humangeographischer Forschung mit den Zusammenhängen zwischen (Un-)Sichtbarmachung- und Raumproduktion auseinanderzusetzen.

Christiane Stephan

Kapitel 14. #SLUMIOTICS

Instagram und touristische Raum-Bilder aus mediensemiotischer Perspektive

Dieser interdisziplinäre Beitrag befindet sich an der Schnittstelle von kulturgeographischer Tourismusforschung und einer semiotisch orientierten Medienkulturwissenschaft. Er zielt darauf ab, die Mediensemiotik als methodologische Perspektive zur Analyse von „Raumbildern“ vorzustellen. Die Mediensemiotik geht per se von medial vermittelten Wirklichkeitskonstruktionen aus, die sich zeichenhaft äußern. Raum wird in dieser Hinsicht zu einer symbolischen Welt, die analysier- und interpretierbar ist. Am Beispiel touristischer Instagram-Kommunikation wird eine Heuristik analytischer Komponenten entwickelt. Das Anwendungsbeispiel bildet hier das Phänomen des Slumtourismus im Globalen Süden und die touristische Slumkonstruktion. Wie werden „Räume der Armut“ in touristischen Instagram-Posts durch Text-Bild-Relationen kommunikativ hergestellt?

Dennis Gräf, Malte Steinbrink

Kapitel 9. Dialogische Videoforschung im transnationalen Grätzel

Intersektionalität in visueller raumbezogener Forschung

Der Beitrag fragt, wie visuelle sozialraumanalytische Ansätze als Erhebungsinstrumente genutzt werden können, um eine intersektionale Perspektive auf urbane Raumproduktion in der österreichischen Migrationsgesellschaft zu entwickeln. Dazu reflektieren wir ein Seminar zu Raumaneignungsstrategien von weiblichen Kindern und Jugendlichen. Wir beschreiben die Methode eines videobasierten dérive als visuelle Forschungsstrategie und diskutieren deren analytischen sowie emanzipatorischen Gehalt in Bezug auf die Raumproduktion und Raumwahrnehmung der Protagonistinnen.

Julia Edthofer, Irene Bittner

4. Datenbankentwicklung

In diesem Kapitel wird beschrieben, wie eine Datenbankapplikation für ein bestehendes Datenbankproblem entwickelt und realisiert werden kann.

René Steiner

Kapitel 3. Modelle Zeichnen

The history of mathematical models is deeply intertwined with the cultural techniques of drawing. As this chapter shows, it was the techniques of constructive drawings and the evolution of descriptive geometry in early 19th century France that laid the foundations for different modelling techniques. One of the driving forces of this development was Gaspard Monge (1746–1818), who was among the founders of the École Polytechnique in Paris. He strengthended the role of technical education within French secondary education and professionalized the technical drawing within the study of architecture and engineering. One of his students, Théodore Olivier, introduced the first geometrical models into mathematical teaching. Today they are housed in the Conservatoire des Arts et Métiers in Paris.

Anja Sattelmacher

8. Deep Learning in der Landwirtschaft – Analyse eines Weinbergs

Der ubiquitäre Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie verändert sämtliche Wirtschaftszweige und revolutioniert somit auch die Landwirtschaft. Der vorliegende Beitrag präsentiert dahingehend eine Big-Data-Analytics-Fallstudie aus dem Bereich des Weinanbaus, wo mithilfe von mobilen Aufnahmegeräten umfangreiches Bildmaterial aufgezeichnet wurde, um eine automatisierte ObjekterkennungObjekterkennung zur Unterstützung von operativen Winzertätigkeiten realisieren zu können. Dazu gehören zum Beispiel das Zählen von Reben, die Identifikation von Rebfehlstellen und die Prognose von potenziellem Erntegut. Hierbei besteht die Herausforderung unter anderem darin, landwirtschaftlich relevante Weinobjekte wie Reben, Trauben und Beeren über die einzelnen Hierarchieebenen hinweg erkennen zu können und diese auch in Bezug auf bewegtes Bildmaterial folgerichtig zu zählen. Zur Realisierung werden einige Lösungsansätze vorgestellt, die auf modernen Deep-Learning-Verfahren der bildbasierten Objekterkennung aufbauen. Der Beitrag wird abgerundet mit einer Diskussion und Implikationen für analytische Anwendungen in der landwirtschaftlichen Praxis.

Patrick Zschech, Kai Heinrich, Björn Möller, Lukas Breithaupt, Johannes Maresch, Andreas Roth

Kapitel 5. Modelle Anfertigen

Mathematical models underlie a material epistemology that changed over time. One and the same model - produced in different materials - could perform different functions. Exemplary for many more model materials, the focus in this chapter lies on the three materials of plaster, cardboard and wire. While an ellipsoid made of plaster was immobile and opaque, the same model made of cardboard was movable; if it was made of wire rod and provided with hinges, it was even transparent. A hyperboloid made of brass and thread, on the other hand, had the advantage over the plaster model that it could be moved. Thanks to existing works on material iconography and iconology, we know that material has value and must be treated as an object of study in its own right. Accordingly, besides scientific aspects, socio-economic and aesthetic issues always played a role for the choice of material.

Anja Sattelmacher

Kapitel 4. Modelle Sammeln

Mathematical model collections in the 19th century emerged from a combination of different collecting traditions. They carried elements of technical collections, teaching collections, and commercially based collections, such as sample warehouses. And they spanned an entire century – from 1830 to 1930 – during which both the practice of collecting and the visual presentation of models in display cases and collection catalogs changed fundamentally. Looking at the collections allows us to understand models as part of a framework in which scientific, political, and even commercial interests merged. All the different types of collections mathematical models can be found at have in common that they often changed between commercial and scientific interests. As it will be shown, especially collection catalogues played an important role for the distribution of models within Germany and beyond.

Anja Sattelmacher

7. Automatisierte Qualitätssicherung via Image Mining und Computer Vision – Literaturrecherche und Prototyp

Systeme zur Defekterkennung und Qualitätssicherung in der Produktion verfolgen das Ziel, Ausschussraten zu minimieren und Qualitätsstandards einzuhalten. Die dadurch angestrebte Reduktion der Produktionskosten folgt dem übergeordneten Ziel, der Maximierung der Wertschöpfung. Zu diesem Zweck lassen sich bildbasierende- sowie analytische Methoden und Techniken kombinieren. Die Konzepte Computer Vision und Image Mining bilden hierbei die Grundlage, um aus Bilddaten einen Wissensgewinn im Hinblick auf die Produktqualität zu generieren. Im Rahmen dieses Beitrages wurde ein Design Artefakt in Form eines Prototyps zur Defekterkennung und Qualitätssicherung im Bereich der Additiven Fertigung mittels eines gestaltungsorientierten Forschungsansatzes entwickelt. Die Wissensbasis für diesen Ansatz wurde innerhalb einer strukturierten Literaturanalysen erarbeitet. Der Fokus hierbei liegt auf der Identifikation und Analyse von besagten Systemen in den verschiedenen Bereichen und Branchen der Produktion. Dabei ließen sich eine Reihe von Techniken und Methoden identifizieren, die sich in den Sektor der Additiven Fertigung übertragen und gewinnbringend einsetzen lassen. Es handelt sich dabei um Methoden aus den Bereichen der Bildaufnahme, der Vorverarbeitung sowie der algorithmischen Analyse. Es konnten zudem keine Barrieren für den Einsatz von Computer-Vision- und Image-Mining-Techniken identifiziert werden, die einen Einsatz auf bestimmte Bereiche der Produktionen und Produktionsszenarien begrenzen. Die Ergebnisse dieses Beitrags stellen somit grundlegende Erkenntnisse für die Entwicklung anwendungsbezogener Defekterkennungs- und Qualitätssicherungssysteme in verschiedenen Branchen und Bereichen der Produktion dar.

Sebastian Trinks

Kapitel 6. Modelle Abbilden

Mathematical models, as it became evident in the years between 1875 and 1905, changed their external appearance, becoming movable, transparent, lighter and larger. This can be seen, for example, in Hermann Wiener’s models, which differed significantly in form and function from the plaster and cardboard models of his cousin Alexander Brill (1842–1935). Around 1900, mathematical model collections no longer had display cabinets with models alone, but increasingly had rooms and apparatus for projecting images and models. The chapter discusses the emergence of a new perception paradigm that caused mathematicians to experiment with new projection techniques for mathematical teaching and that deeply relied on the acquired knowledge on three-dimensional models at the time.

Anja Sattelmacher

Kapitel 1. Einleitung

This chapter introduces the themes, theses and asumptions made in this book: a history of knowledge of mathematical models between 1830 and 1910 in France and Germany. Taking the example of a portrait of the family of Hermann Wiener (1857–1939), mathematician and modeler around 1907, the chapter reveals that mathematical models have to be understood as products of cultural techniques that evolved within their very own epistemic environments, the family context being one of them. Furthermore, the production of mathematical models was intertwined with important cultural techniques, such as drawing, cutting, folding and many more. Hence, materiality plays a crucial role: the decision to produce a model in a certain material had an impact on its use, its circualtion and its perception.

Anja Sattelmacher

Open Innovation Lab – Verantwortung und Kreativität lernen in einer digitalen Welt

Die Hochschule Konstanz Technik Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) leistet sich einen technologischen Think-Tank: Das Open Innovation Lab. Es ist ein Labor, welches über Hierarchien und Fakultätsgrenzen hinweg für die Hochschulangehörigen geöffnet ist. Es leistet seinen Beitrag zu Lehre, Forschung und Transfer. Bezogen auf das Lernen ermöglicht das Labor, für den allgegenwärtigen Prozess der Digitalisierung soziale Verantwortung zu übernehmen und Kreativität im Umfeld technologischer Möglichkeiten zu entwickeln. Drei Ebenen wirken hier zusammen: das Individuum, das Miteinander und die übergreifende Organisationsstruktur.The University of Applied Sciences Konstanz (HTWG) has a technological think tank: The so called Open Innovation Lab. It is a laboratory that is open to university members across hierarchies and faculty boundaries. It makes its contribution to teaching, research and transfer. In terms of learning, the laboratory makes it possible to assume social responsibility for the ubiquitous process of digitisation and to develop creativity in the environment of technological possibilities. Three levels work together here: the individual, the teams and the overarching organisational structure.

Oliver Fritz, Frauke Link

Ein Hochschultyp im Quantensprung – Zur Dynamik von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften

Der Aufsatz zeichnet die Entwicklungsdynamik von Fachhochschulen hin zu Hochschulen für Angewandte Wissenschaften als den gegenwärtig dynamischsten Sektor des bundesdeutschen Hochschulwesens nach. Dargelegt wird, wie die Aufwüchse der Studierendenzahlen, die Veränderungen in Breite und Tiefe des Lehrangebot und des Fächerspektrums und die gestiegenen Forschungsaktivitäten, die Hochschulen auf ein neues Niveau gehoben haben, letztlich zu einer veränderten Namensgebung geführt haben. Im Artikel wird die emotional stark aufgeladene Debatte um ein Promotionsrecht von HAW versachlicht und nachgezeichnet, dass die Verleihung des Promotionsrechts stets einer Verwissenschaftlichung einzelner Fachdisziplinen folgte sowie der damit untrennbar verknüpften methodischen und theoretischen Grundlagen. Weiterhin werden anstehende Herausforderungen und notwendige Veränderungen in der Governance von HAW thematisiert.

Peter Altvater

Kapitel 4. Phasen des Lieferantenmanagements

Die zunehmende Globalisierung, Megatrends und Krisen wie die COVID-19-Krise haben gezeigt, dass die Steuerung der Lieferketten und Kiefernetzwerke eine zentrale Rolle in international und national ausgerichteten Unternehmen eingenommen hat. Ferner schreitet weltweit die Digitalisierung voran und das Bedürfnis nach immer schnelleren und neuen Innovationen zwingen Unternehmen alte Strategien und traditionelle Konzepte zu überdenken und zu verändern. Die Vernetzung von Kunden, Lieferanten und Interessengruppen, der nahezu uneingeschränkte Austausch von Daten und Informationen sowie die damit einhergehende maximale Transparenz über einen Großteil der Wertschöpfungsketten innerhalb von weltumspannenden Lieferketten wirft die Frage nach der zukünftigen Generierung von Wettbewerbsvorteilen von produzierenden, Handels- aber auch Dienstleistungsunternehmen auf.

Marc Helmold

Kapitel 2. Wesen und Relevanz von Theorien

Wissenschaftliche Erkenntnisse werden hauptsächlich in Theorien systematisiert und zusammengefasst. Theorien sind somit die Basis für unzählige praktische Anwendungen und dienen der Bewahrung und Kommunikation von Wissen sowie der Entwicklung von Verständnis. Vor diesem Hintergrund ist ihre zentrale Bedeutung für alle wissenschaftlichen Disziplinen zu verstehen. Im ersten Abschnitt wird gekennzeichnet, was man unter einer Theorie versteht. Diese Kennzeichnung wird dann durch das Beispiel des in der Konsument*innen- und Kommunikationsforschung sehr bekannten Elaboration-Likelihood-Modells illustriert. Typischerweise dienen Theorien dazu, bestimmte Aspekte bzw. Ausschnitte der Realität zu verstehen. Deswegen wird anschließend (Abschn. 2.2) die Beziehung von Theorie und Realität erörtert. Wesentliche Anwendungen von Theorien (→ „Relevanz von Theorien“) beziehen sich auf Erklärungen realer Phänomene und die Feststellung entsprechender Gesetzmäßigkeiten (siehe Abschn. 2.3), die Prognose realer Ereignisse und Entwicklungen und die Nutzung solcher Erkenntnisse für (praktische) Anwendungen in der Realität („Gestaltung“), z. B. bei der Entwicklung von Strategien und bei Entscheidungen (siehe Abschn. 2.4). Am Ende dieses Kapitels (Abschn. 2.5) werden noch einige typische wissenschaftliche Schlussweisen (Induktion, Deduktion und Abduktion) dargestellt. Bei all diesen Überlegungen sind Theorien, wie sie in unterschiedlichen Bereichen der Betriebswirtschaftslehre verwendet werden, im Fokus.

Martin Eisend, Alfred Kuß

Zuhause – smart und nachhaltig

Wie kann Digitalisierung zu einem nachhaltigeren Leben beitragen? Diese Frage stellt sich umso mehr, je „smarter“ unser Leben wird und je mehr digitale Technik unser Leben durchdringt. „Smart“ soll auch unser Zuhause werden. Unter dem Begriff „Smarthome“ erobern mehr und mehr Geräte unseren privaten Rückzugsort, versprechen uns mehr Komfort und Sicherheit. Was aber verbirgt sich hinter dem Begriff des Smarthomes? Welche technischen Möglichkeiten gibt es und welche Aspekte gilt es zu berücksichtigen, will man sein Zuhause smart und nachhaltig gestalten? Drei IT-Experten und Smarthome-Enthusiasten nehmen im folgenden Beitrag das Smarthome unter die Lupe, zeigen Möglichkeiten für die Zukunft auf und setzen sich kritisch mit den noch zu lösenden Herausforderungen im Smarthome auseinander.

Marc Böhm, Tobias Lehmann, Elmar Loth

Digitale Lösungen für lokale Communitys: Purpose, Genossenschaftsprinzip und Digital Responsibility bei der Future eG

Wie lassen sich digitale Technologien nutzen, um die Gesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung zu befähigen? Die Verbindung der Megatrends Nachhaltigkeit und Digitalisierung ist auch für Unternehmen eine Herausforderung, die sich in beiden Feldern bewegen. Die 2019 gegründete Future eG will zu lebenswerten Städten und Gemeinschaften für alle beitragen und entwickelt digitale Lösungen für lokale Communitys. Als Genossenschaft ist sie ihren Mitgliedern verpflichtet und strebt Transparenz über ihren Umgang mit digitaler Verantwortung – wie zum Beispiel Datenschutz und Ressourcenverbrauch – an. Im konzeptionellen Umfeld der Purpose Economy ist der Kern ihres wirtschaftlichen Handelns nicht die Profitmaximierung, sondern die Sinnorientierung. Diese Ausrichtung wirkt sich direkt auf die Corporate Digital Responsibility (CDR) aus.

Tina Teucher, Chiara Dalle Molle

Rekrutierungsunterstützung über Personaldienstleistung und Arbeitnehmerüberlassung. Am Beispiel der Neumüller Unternehmensgruppe

Der demografische Wandel ist eine hoch aktuelle gesellschaftliche Herausforderung und wird Unternehmen und Organisationen in den nächsten Jahren hart treffen. Längst ist klar, dass unser Sozialsystem langfristig nicht tragfähig und der Generationenvertrag nicht mehr belastbar ist. Hinzu kommt, dass junge Menschen immer weniger einsehen, warum sie 40 Jahre lang 40 Stunden in der Woche arbeiten sollten. Der Wettbewerb um die Talente wird noch schärfer, wenn die Babyboomer in Rente gehen. Flexible Arbeitszeiten, Sabbaticals, Elternzeit und Homeoffice sind selbstverständlich geworden, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Am Beispiel der Neumüller Unternehmensgruppe wird gezeigt, wie Personaldienstleister die Personalabteilungen in Unternehmen entlasten und nachhaltige Mehrwerte bieten.

Werner Neumüller

Industrial Smart Grids – Ein Beitrag für ein nachhaltiges Energiesystem

Im Zuge einer wachsenden Volatilität in der Energieversorgung werden industrielle Verbraucher zunehmend in die Balance des Energiesystems einbezogen. Sich flexibel dem Energieangebot anzupassen stellt die industrielle Produktion vor große Herausforderungen und Risiken. Das Konzept des Industrial Smart Grid (ISG) bietet das Potenzial einer sicheren Energieversorgung und zusätzlich die Möglichkeit zur Entkopplung von Preisschwankungen auf dem Energiemarkt. Die Kombination aus regenerativen Energiequellen, Energiespeichern und einer energieflexiblen Produktion ermöglicht eine nachhaltige Energieversorgung der Industrie. Unternehmen, die sich in diesem Umfeld frühzeitig positionieren, haben die Möglichkeit, Wettbewerbsvorteile im nationalen und internationalen Umfeld zu erschließen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für die Realisierung eines nachhaltigen Energiesystems zu leisten.

Alexander Sauer, Sebastian Weckmann

22. Reaktoren für Fluid-Feststoff-Reaktionen: Pulsationsreaktoren

Pulsationsreaktoren dienen zur kontinuierlichen Herstellung feinteiliger Pulver. Ein durch die IBU-tec advanced materials AG geschütztes Verfahren basiert auf der pulsierenden Verbrennung und ermöglicht die thermoschock-artige Behandlung von Lösungen, Suspensionen und Feststoffen. Eine gezielte periodisch instationäre Verbrennung führt zu einem pulsierenden Heißgasstrom. Von diesem werden die Materialien transportiert und gleichzeitig thermisch behandelt. Die Aufgabe in den heißen Gasstrom wie auch die Pulsation führen zu einzigartigen Wärme- und Stoffübergangsvorgängen, wodurch Materialien mit spezifischen Eigenschaften hergestellt werden können.

Claudia Hoffmann, Matthias Ommer

Kapitel 3. Vorgehensweise und Versuchsbeschreibung

Um eine stöchiometrische Nachoxidationsreaktion herbeiführen zu können, müssen in der Abgasstrecke zwischen den Auslassventilen und der Turbine die nachfolgenden thermodynamischen- und strömungsmechanischen Voraussetzungen, bzw.

Julian Christoph Eder

Kapitel 4. Entwicklungslinien

Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Geschichte der Mathematik. Besonders beleuchtet wird der Einfluss verschiedener Grundlagenkrisen sowie der gesellschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen auf die historische Entwicklung.

Ingrid Hilgert, Joachim Hilgert

Kapitel 1. Vom Wesen der Mathematik

In diesem Kapitel werden die grundlegenden mathematischen Denk- und Schreibweisen anhand von elementaren Beispielen vorgestellt. Besondere Schwerpunkte bilden dabei die Rolle von Abstraktion und die Bedeutung von Beweisen.

Ingrid Hilgert, Joachim Hilgert

Kapitel 5. Mesopotamische Hochkulturen. Die Emergenz des Monetären als Wertstandard und der Formzusammenhang von Keilschrift, Zahlbegriffen und Maßsystemen

In diesem historischen Kapitel geht es um die Entwicklung von Geldformen und um die Effekte einer sukzessiven Monetarisierung von Gesellschaftsstrukturen. Die mesopotamischen Hochkulturen zählen nicht nur zu den ersten Hochkulturen überhaupt, dort findet sich auch erstmalig eine Geldform, die über die „primitiven“ Gelder, die sich bei Wildbeutern finden lassen, hinausgeht. Es wird ein Formzusammenhang aufgezeigt, der um die Emergenz des Monetären als Wertstandard im Zusammenhang mit abstraktionsanalogen Entwicklungen im Bereich von Keilschrift, Zahlbegriffen und Maßsystemen zentriert ist.

Hanno Pahl

3. Verwertung genetischer Informationen

Vererbungsvorgängen darstellt.Die einzige Variabilität der DNA besteht in der Abfolge von insgesamt vier unterschiedlichen Basen. Diese Variabilität genügt jedoch, um umfangreiche Information zu speichern, wenn man annimmt, dass diese Information in Form eines Codes vorliegt, der mehrere Basen als Codewort umfasst. Der in der DNA verwendete genetische Code ist ein Triplettcode, der jeweils eine Gruppe von drei aufeinanderfolgenden Basen enthält. Dieser Code ist für alle Organismen nahezu identisch.Die für die Zelle entscheidende Information ist die Festlegung einer spezifischen Aminosäuresequenz in aufeinanderfolgenden Basentripletts der DNA. Diese Triplettbasensequenz kann in der Zelle durch die Bildung entsprechender Proteine umgesetzt werden. Hierzu bedient sich die Zelle einer weiteren Nukleinsäure, der einzelsträngigen Boten-RNA (engl. messenger RNA, mRNA). Diese mRNA wird an der DNA nach dem gleichen Duplikationsverfahren synthetisiert (Transkription), das auch bei der Replikation zur Anwendung kommt. Die mRNA repräsentiert jedoch nur den einen der beiden DNA-Stränge, der als codierender (codogener) Strang bezeichnet wird.

Jochen Graw

13. Genetik menschlicher Erkrankungen

Obgleich sich die Vererbung von Eigenschaften des Menschen in ihren Grundprinzipien und Regeln nicht von denen anderer Organismen unterscheidet, stellt sie den Genetiker vor besondere Probleme. Die Erforschung der genetischen Grundlage menschlicher Krankheiten wird oft durch die Familiengröße limitiert. In der klassischen Humangenetik waren Familienstammbäume das wichtigste Werkzeug. Manche grundsätzlichen Fragen ließen sich zudem durch die vergleichende Untersuchung von Zwillingen lösen. In der Praxis boten diese Analysen aber meistens nur die Möglichkeit, Wahrscheinlichkeitsaussagen über das Vorkommen von Erbkrankheiten bei Kindern betroffener Eltern zu machen.

Jochen Graw

15. Genetik und Anthropologie

ÜberblickDieses Kapitel ist ein Versuch, sich der Frage nach der conditio humana von der genetischen Seite zu nähern. Der Blick des Genetikers wird dabei notwendigerweise etwas eingeschränkt sein, da er sich im Wesentlichen auf das beschränkt, was seine Thematik ist: die Beobachtung der Veränderung des Erbmaterials in der Zeit, aber auch in verschiedenen geographischen Bereichen und in verschiedenen Spezies. Daraus lassen sich interessante Rückschlüsse ziehen, die anderen Disziplinen so nicht möglich sind – und so kann die Genetik viel dazu beitragen, Licht in die grauen Vorzeiten der Menschwerdung zu bringen und dadurch auch die Rahmenbedingungen zu zeigen, wie wir geworden sind, was wir heute sind.Die vergleichende Untersuchung der Genome verschiedener Primaten mit denen des Menschen macht klar, dass der Schimpanse unser nächster Verwandter ist; die Entwicklungslinien haben sich vor etwa 7–5 Mio. Jahren getrennt. Ein wichtiger Meilenstein in dieser Trennung war die Fusion zweier akrozentrischer Chromosomen der Affen zu dem Chromosom 2, wie wir es beim Menschen finden. Die Forschung konzentriert sich jetzt darauf, die humanspezifischen Aspekte der weiteren Evolution herauszuarbeiten.

Jochen Graw

5. Die eukaryotische Zelle und Modellorganismen

Hauptmerkmal einer Zelle höherer Organismen (Eukaryoten) ist ihre Untergliederung in Cytoplasma und Zellkern. Der Zellkern enthält dabei im Wesentlichen die Chromosomen als Träger der Erbinformation; sie erscheinen in der sich nicht teilenden Zelle als diffuses Chromatin in ihren jeweiligen Territorien. Die Chromosomen, wie wir sie in der klassischen Darstellung kennen, werden nur während der Mitose sichtbar (Kap. 6). Im Zellkern befinden sich außerdem Kernkörperchen mit einer Vielzahl verschiedener Funktionen. Der Zellkern ist von einer Kernhülle umgeben, die aber durch ihre Poren und verschiedene Kanäle für große und kleine Moleküle sowie für Ionen passierbar ist. Im Cytoplasma der Zelle lassen sich ebenso andere Organellen erkennen, wie z. B. Mitochondrien, Plastiden (in Pflanzenzellen), das endoplasmatische Reticulum oder der Golgi-Apparat. Dabei verfügen die Mitochondrien und Plastiden über ein eigenes kleines Genom, das unabhängig vom Kerngenom auf die Tochterzellen weitergegeben wird.Ein zentrales Element im Ablauf der Zellteilungen ist die präzise Regulation der einzelnen Teilschritte. Der Zellzyklus startet dabei in der G1-Phase; nach dem Überschreiten eines Kontrollpunktes ist die Zelle irreversibel auf Teilung programmiert. In der anschließenden S-Phase wird die DNA repliziert, und nach der G2-Phase erfolgt die eigentliche Zellteilung. An der Regulation des Zellzyklus ist eine Reihe von regulatorischen Proteinen beteiligt; von besonderer Bedeutung sind Cycline und Cyclin-abhängige Kinasen.

Jochen Graw

10. Veränderungen im Genom: Mutationen

Ausgangspunkt aller Erkenntnisse über die Regeln und die molekularen Mechanismen der Vererbung sowie über die Umsetzung von erblicher Information in Stoffwechselfunktionen ist die Variabilität von Merkmalen. Diese Variabilität erst gestattet es uns, bestimmte biologische Eigenschaften und Prozesse auf ihre Ursachen hin zu untersuchen.Biologische Variabilität dient aber nicht nur als eine Grundlage für die experimentelle Erforschung von Erbvorgängen. Sie bietet vielmehr die Voraussetzungen für die Evolution der Organismen. Sie ist somit ein grundlegender und unverzichtbarer Bestandteil der Natur. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Mechanismen, die Veränderungen des genetischen Materials verursachen, also Variabilität erzeugen, zu den fundamentalen Genomfunktionen von Organismen gehören. So werden während der Replikation des genetischen Materials mit einer bestimmten Häufigkeit Fehler induziert. Außerdem kann es zu spontanen Basenveränderungen durch die chemische Instabilität einiger Nukleotide kommen, oder es treten Fehler im Zusammenhang mit Rekombinationsvorgängen auf. Neben solchen und anderen endogenen Mutationsmechanismen können Veränderungen aber auch von außen her induziert werden, so insbesondere durch natürliche oder technisch hergestellte energiereiche Strahlung sowie durch chemische Stoffe.

Jochen Graw

Kapitel 2. Planung und Betrieb energieeffizienter Komponentenproduktionen

Kapitel 2 erläutert relevante technische und theoretische Grundlagen zur Entwicklung cyber-physischer Produktionssysteme für die energieeffiziente Komponentenproduktion. Abschnitt 2.1 ordnet zunächst die Komponentenproduktion in den Prozess der Automobilproduktion ein und beschreibt wesentliche Randbedingungen. Abschnitt 2.2 stellt aktuell in Planung und Betrieb genutzte Softwaresysteme vor.

Ingo Labbus

Kapitel 6. Zusammenfassung, Konzeptbewertung und Ausblick

Nach der Entwicklung und Umsetzung des Konzeptes in den vorhergegangenen Kapiteln, fasst Abschnitt 6.1 das Beschriebene zusammen und bewertet die gewählten Lösungsansätze anhand der Anforderungen. Abschließend zeigt Abschnitt 6.2 weitere Forschungsbedarfe auf.

Ingo Labbus

Kapitel 5. Prototypische Umsetzung und exemplarische Anwendung in der automobilen Komponentenproduktion

Das vorhergehend beschriebene Konzept zeigt einen Lösungsansatz, sowohl für die Unterstützung bei der Planung energieeffizienter Produktionen, für die Herstellung der Datendurchgängigkeit zwischen Fabrikbetrieb und Planung, als auch die planungsgerechte Aufbereitung erfasster Produktionsdaten. Kapitel 5 beschreibt die Umsetzung und Anwendung am Fallbeispiel einer Fertigungslinie für Motorkomponenten.

Ingo Labbus

Kapitel 4. Konzept zu cyber-physischen Produktionssystemen für die energieeffiziente Komponentenproduktion

Um die Planung energieeffizienter Komponentenproduktionen zu ermöglichen, ist wie vorhergehend gezeigt die Kombination aus geeigneten Planungsmethoden, eines effizienten Konzeptes zur Erfassung und Aufbereitung in der Fertigung erfasster Daten, sowie der adressatengerechten Aufbereitung dieser Daten notwendig.

Ingo Labbus

4. Hybride Hohlstrukturen für Wellen und Streben

Hohlprofile stellen ideale Strukturen für Leichtbaukonstruktionen mit hohen Widerständen gegen Biege-, Torsions- und Druckbelastung bei geringer Masse dar. Darüber hinaus kann das Leichtbaupotential aufgrund der klar definierten Kraftflüsse innerhalb der Profilstruktur durch die Ausnutzung der Anisotropie von Verbundwerkstoffen zusätzlich erhöht werden. Große Herausforderungen bestehen bei der Gestaltung von Krafteinleitungsbereichen und funktionalen Bereichen, wie etwa tribologisch beanspruchten Oberflächen. Dementsprechend werden diese im Sinne des Multi-Material-Designs meist als metallische Anschluss-, Befestigungs- oder Funktionselemente ausgeführt. In Erweiterung zu klassischen Verbindungstechnologien wie Kleben, Verpressen und Nieten bieten Konturverbindungen ein vielversprechendes Potential für FVK/Metall-Hohlstrukturen, welche intrinsisch gefügt werden können. In diesem Kapitel werden für das Schleuder- und das Schlauchblas-Integral-Verfahren die theoretischen und technologischen Grundlagen zur ressourceneffizienten Fertigung dieser Strukturen dargestellt und deren Verfahrensgrenzen ermittelt. Dabei liegt der Fokus neben der Prozessgestaltung auf der Herstellung, Auslegung und experimentellen Untersuchung des multiskalenstrukturierten Fügebereiches zur Erhöhung der Verbindungsfestigkeit. Anhand von Demonstratorstrukturen wird das realisierbare Bauteilspektrum aufgezeigt.

Maik Gude, Daniel Barfuß, Sven Coutandin, Jürgen Fleischer, Raik Grützner, Franz Hirsch, Markus Kästner, Michael Müller-Pabel, Roland Müller, Jonas Nieschlag, Paul Ruhland, Veit Würfel

Chapter 11. Design-Prinzipien einer Zelle

Die Design-Prinzipien einer Zelle können bioinformatisch im Detail durch Sequenzanalysen und aufwendigere Verfahren entschlüsselt werden. Regulation, die Lokalisation von Proteinen, ihr Transport und ihre Sekretion sind ebenfalls genau in der Zelle kodiert und für die geordnete Struktur der Zelle entscheidend. Moderne Bild-gebende Verfahren und Imaging-Software helfen, diese Vorhersagen zu validieren. Wichtig ist auch die Klassifizierung aller zellulären Prozesse durch die Analyse der Gen-Ontologie. Kombiniert mit Informationen über das Protein–Protein-Interaktom kann das resultierende zelluläre Netzwerk mithilfe von Software wie CellDesigner oder Cytoscape nachvollzogen werden, z. B. sind für die Bewegung der Zelle Motorproteine und das Aktin-Myosin-Zytoskelett entscheidend. Stoffwechsel-„Design“ wird über Datenbanken wie KEGG schnell abgefragt oder über metabolische Modellierung (z. B. mit YANA oder Metatool) genauer berechnet. Komplexe Signalnetzwerke sind für schnelle Reaktionen (Stressantwort, Chemotaxis bei Bakterien) und insbesondere für die Vielzelligkeit wichtig. Sie werden mit dynamischer Modellierung im Detail modelliert (Zelldifferenzierung, Tumorentstehung, Embryologie, Entzündungsprozesse, Nervensystem).

Thomas Dandekar, Meik Kunz

Kapitel 14. Wir können über uns nachdenken – der Computer nicht

Ein Computer kann über sich selbst nicht nachdenken, denn formale Systeme haben hier grundsätzliche Schranken (von Gödel und Turing exakt bewiesen). Menschen (und Lebewesen im Allgemeinen) denken zwar nicht formal exakt, können aber deshalb erfolgreicher über sich selbst bzw. alle grundsätzlichen Fragen nachdenken. Ziele und Werte müssen und sollten deshalb immer die Menschen vorgeben, besonders wenn die Computer immer mächtiger werden. Künstliche Intelligenz, insbesondere Deep Learning-Algorithmen und neuronale Netzwerke verhelfen den Fähigkeiten des Computers zu einem weiteren starken Aufschwung. Je mehr Eigenschaften eines Lebewesens nachgebildet werden (z. B. agieren in einer künstlichen Umwelt; nachbilden von Sprache und Emotionen), umso stärker werden seine Fähigkeiten. Bioinformatisch können die Eigenschaften der künstlichen Intelligenz beispielsweise für moderne Bildverarbeitung direkt genutzt werden, aber auch ganz allgemein zum Erkennen komplexer Eigenschaften („feature extraction“), Mustererkennung aus großen Datenmengen („Trainingsdatensatz“) und danach auch für einzelne Moleküle oder Sequenzen (Vorhersagen, beispielsweise für die Sekundärstruktur im Protein, für die Lokalisation in der Zelle etc.).

Thomas Dandekar, Meik Kunz

Kapitel 18. Glossar

Das Glossar erklärt und definiert wichtige Begriffe der Bioinformatik. Wir können hier nur die wichtigsten Begriffe erklären. Das Feld entwickelt sich rasch und ist ja zwischen zwei Disziplinen, der Biologie und der Informatik, angesiedelt. Es ist damit in der Menge der Grundbegriffe etwas anspruchsvoller, als wenn es nur um ein Fach gehen würde. Zuerst geben wir eine kurze Definition, erklären dann Details und geben bei komplexen Begriffen Beispiele an.

Thomas Dandekar, Meik Kunz

Kapitel 8. Layoutplanung

Im Rahmen der Layoutplanung fließen die gewonnenen Erkenntnisse zum Produktionsprozess, den notwendigen Kapazitäten, der angestrebten Segmentierung und den vorherrschenden Restriktionen in ein oder mehrere Layouts ein. Grundlegendes Ziel ist die Erarbeitung des zukünftigen Layouts der Fabrik nach bestimmten Gestaltungskriterien, welche die zukünftige Produktion verschwendungsfrei gewährleisten. Dafür werden in Kap. 8 die sieben Prinzipien der Layoutplanung, die die Grundlage des Planungsvorgehens bilden, vorgestellt. Mittels dieser Prinzipien sollen verschiedene zu betrachtende Szenarien sowie zur Diskussion stehende Planungsalternativen in einem Layout optimal abgebildet werden. Vor diesem Hintergrund gliedert sich die Erarbeitung eines Fabriklayouts in vier Teilbereiche, die in der praktischen Anwendung gleichzeitig bearbeitet werden. Dies führt oft aufgrund mangelnder Informationen zu vorläufigen, unscharfen Ergebnissen. In Konsequenz dessen erfolgt die Bearbeitung oftmals iterativ. Wenn alle konkrete Layoutalternativen vorliegen, gilt es diese mithilfe geeigneter Bewertungskriterien zu bewerten und dann basierend auf dem Ergebnis ein passendes Layout auszuwählen.

Peter Burggräf, Sven Koch, Matthias Ebade Esfahani, Sebastian Patrick Vierschilling, Viviane Hahn

Chapter 9. Gebäudeplanung und Technische Gebäudeausrüstung

Nachdem in den letzten Kapiteln vorwiegend die Planung des Produktions- und Logistiksystems thematisiert wurde, geht Kapitel 9 auf die zugehörige Infrastruktur der Fabrik ein. Dazu zählt zum einen die Planung des Gebäudes, die neben den Personal- und Betriebskosten sowie den Betriebsmitteln einen weiteren Kostenfaktor darstellt. Bisher wurde das Gebäude lediglich als das Objekt betrachtet, das Nutz- und Arbeitsflächen bereitstellt und die Hüllfunktion übernimmt. Dabei kann eine Gebäudekonzeption wesentliche Bereiche der Produktion und damit des Unternehmens positiv sowie negativ beeinflussen. Zum anderen geht Kapitel 9 auf die Planung der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) ein, wie z. B. die raumlufttechnischen Anlagen und Heizungsanlagen. Außerdem wird die Erhöhung der Energieeffizienz einer Fabrik betrachtet, die aktuell immer mehr an Relevanz wird und neben der Versorgung des Produktionsprozesses mit den erforderlichen Medien ein weiteres wesentliches Ziel in der Auslegung der TGA in der Fabrikplanung ist.

Martin Trautz, Ralf Herkrath, Marten F. Brunk, Matthias Dannapfel, Sven Koch

Open Access

Kulturpolitik durch gezielte Förderung: Die Programme der Kulturstiftung des Bundes

Ein Interview mit Hortensia Völckers, künstlerische Direktorin und Vorstandsmitglied und Kirsten Haß, Verwaltungsdirektorin und Vorstandsmitglied der Kulturstiftung des Bundes

Die Kulturstiftung des Bundes (KSB) wurde am 21. März 2002 auf Initiative des damaligen Kulturstaatsministers von der Bundesregierung als Zuwendungsstiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Halle an der Saale gegründet. Vertreten wird die Stiftung von ihrem Vorstand, aktuell bestehend aus der künstlerischen Direktorin Hortensia Völckers und der Verwaltungsdirektorin Kirsten Haß. Mit einem Jahresetat von rund 35 Mio. Euro und mittlerweile weit über 3000 geförderten Projekten ist sie eine der größten öffentlichen Kulturstiftungen Europas. Die Stiftung beschäftigt aktuell rund 60 Mitarbeiter*innen.

Eckhard Priller

Open Access

Kapitel 6. Accelerating Digitalization – Ansatzpunkte zur Beschleunigung der Digitalisierung

Wir entwickeln in diesem Kapitel Ansatzpunkte zur Beschleunigung der digitalen Transformation: Zunächst werden Wege aufgezeigt, wie die sechs in Kap. 5 unterschiedenen Archetypen digitaler Unter-nehmen die digitale Reife erhöhen können. Dabei gilt es, konsequent die Schwachstellen zu beseitigen, die die vier Teilindizes (Digital Activity Index, Digtal Business Index, Dynamic Capability Index und Operational Capability Index) aufdecken. Anschließend wird die Notwendigkeit begründet, die Digitalisierung angesichts des zunehmenden Wettbewerbs um optimale digitale Leistungen weiter zu beschleunigen. Dafür werden Ansatzpunkte aufgezeigt: Vernetzung und Skalierung von Leistungen über geeignete digitale Schlüssel – Accelerator of Digitalization (1), rechtzeitige Quantifizierung von Einspar- und Erlöspotenzialen der Digitalisierung – Accelerator of Digitalization (2), Umsetzung digitaler Fähigkeiten durch minimal lebensfähige Leistungen, d. h. durch organisationale Agilität, die in kapitalintensiven Branchen die Notwendigkeit der Fixkostendegression durch Erzielung von Größen- und Verbundvorteilen berücksichtigen muss (hybride Agilität – Accelerator of Digitalization (3) und Schutz vor ungewolltem Datenabfluss (Cyber Security – Accelerator of Digitalization (4).

Dr. Harald Proff, Claudia Ahrens, Wencke Neuroth, Prof. Dr. Heike Proff, Dr. Florian Knobbe, Gregor Szybisty, Stefan Sommer

Kapitel 4. „Architektur“ des Franchisesystems: Wie Sie das Fundament festlegen

Ein Franchisesystem agiert auf zwei Ebenen. Deshalb spricht man von „vertikaler Kooperation“. Im Kapitel „Systemarchitektur“ geht es um das Fundament und die Etagen. Es strukturiert das vermeintlich undurchschaubare Konstrukt und definiert die einzelnen Bauteile. Kern sind programmatische Aussagen über das „Produkt“ des Vertriebssystems im Sinne von Produkten, Warensortimenten oder Dienstleistungen, über Marktauftritt, Preisniveau, Verkaufsstellen und -formen, Profil der Vertriebspartner, Aufgabenverteilung in der Franchisekooperation und Expansion. Diese unternehmenspolitischen Vorgaben sind die Richtschnur für alle späteren Schritte.

Dr. Hubertus Boehm

Kapitel 8. Checklisten: Wie Sie Ihr Franchiseprojekt strukturieren können

Das Buch soll nicht nur Wissen über eine komplexe Materie vermitteln, sondern zugleich auch dem Leser als „Werkzeug“ dienen, um die Entscheidung für eine Franchisestrategie abzusichern und die Konturen des unternehmensspezifischen Franchisekonzepts zu skizzieren. Dazu dienen Checklisten zu allen im Buch behandelten Themen. Sie sind spontan nach vorhandenem Wissen und Gefühl zu beantworten. Als Ergebnis erscheinen Profile, die allein visuell erkennen lassen auf welchen Feldern die Voraussetzungen für eine Umsetzung der Franchise-Idee erfolgversprechend sind und wo offensichtlich Defizite bestehen. Damit ist das „Fundament“ gelegt für ein gezieltes Vorgehen auf dem Weg von der Idee über ein konkretes Franchiseprojekt bis zu einem marktweiten Vertriebsnetz.

Dr. Hubertus Boehm

Moderne – Postmoderne

Vor einigen Jahrzehnten fand eine Diskussion darüber statt, ob wir in der Moderne oder bereits in der Postmoderne leben. Die Moderne wurde überwiegend angegriffen. Sie sei zu ideologisch und fundamentalistisch gewesen. Das was die Ideologien des Nationalsozialismus und des Sozialismus betrifft, mag diese Kritik durchaus berechtigt sein. Aber interessanterweise wurden in dieser Diskussion, mit dieser Diskussion die unvergleichlichen Vorzüge der Moderne vollkommen ignoriert. Es wundert dann nicht mehr, wenn die Stimmung in der Bevölkerung tendenziell schlecht ist.

Christoph Klotter

German Art History Students’ Use of Digital Repositories: An Insight

The paper describes a study on art history students’ research behavior and needs connected to digital resources and repositories. It tries to identify aspects of and approaches to improving and developing these repositories. These students make up a large proportion of the users of digital libraries and their content; their supposedly distinct attitude and skill level concerning technology renders them an important group to observe. Qualitative data derives from three focus groups with 25 students from two German universities. Thematic analysis is based on questions concerning research approaches, curriculum, and the students’ connected desires as avid users of technology in everyday life.

Cindy Kröber

autoMoVe - Dynamisch konfigurierbare Fahrzeugkonzepte für den nutzungsspezifischen autonomen Fahrbetrieb

Aktuelle gesellschaftliche Megatrends wie die Urbanisierung, führen zu erdrückende Ver-kehrsdichten in den Städten, während der rapid wachsende KEP-Markt (KEP: Kurier-, Ex-press- und Paketdienste) die Situation zusätzlich verschärft. Hieraus ergeben sich neue Anforderungen und Rahmenbedingungen an zukünftige Mobilitätsträger. Um die Mobilitätsbedürfnisse unter den veränderten Rahmenbedingungen auch außerhalb der großen Ballungsgebiete zu erfüllen, bedarf es disruptiver Fahrzeugkonzepte, welche die Attribute Connectivity, autonomes Fahren, Sharing und Elektromobilität (CASE) vereinen. Im Rahmen des vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung geförderten Innovationsverbunds autoMoVe (Dynamisch konfigurierbare Fahrzeugkonzepte für den nutzungsspezifischen autonomen Fahrbetrieb), bestehend aus TU Braunschweig, TU Clausthal und Ostfalia Hochschule, werden modular aufgebaute elektrische und autonome Fahrzeugkonzepte, mit wechselbaren Aufbauten (z. B. für den Personen- oder Gütertransport) entwickelt, deren Rekonfiguration während des Betriebs durch den Nutzer möglich ist. Wesentlich ist hierbei die modulare Fahrzeugarchitektur mit definierten internen und externen Schnittstellen, die es ermöglicht, Komponenten und Funktionen zu modifizieren oder zu ergänzen, um das Fahrzeug an sich ändernde Anwendungen und Betriebsbedingungen anzupassen. Im Rahmen des Beitrags werden das wissenschaftliche Vorgehen des Innovationsverbundes und die folgenden Forschungsschwerpunkte der einzelnen Hochschulpartner sowie deren Synergien beschrieben: Neben der Recherche und Charakterisierung erforderlicher Technologien für die Realisierung des autonomen Fahrbetriebs, bildet ein Szenariomodell den Rahmen für die Ableitung konkreter Anwendungsfälle mittels Requirements Engineering. Hierin erfolgt die Auslegung und Absicherung innovativer und intelligenter Algorithmen für den vernetzten und autonomen Fahrbetrieb. Eine virtuelle Entwicklungs- und Demonstrationsplattform bietet die Basis für die domänenübergreifende, modellbasierte Gesamtsystemkonzipierung sowie -absicherung und dient gleichzeitig zur Validierung der zuvor abgeleiteten interdisziplinären Entwicklungsansätze mechatronischer Teilsysteme und Softwarefunktionen.

Christian Raulf, Or Aviv Yarom, Meng Zhang, Torben Hegerhorst, Tarık Şahin, Thomas Vietor, Xiaobo Liu-Henke, Andreas Rausch, Roman Henze

Manipulierbare KI – Ein unüberwindbares Hindernis für die Sicherheit autonomer Fahrzeuge?

Autonom fahrende Autos gelten als eine der größten kommenden Entwicklungen für die Mobilität und den Verkehr der Zukunft. Eine flächendeckende Einführung und Nutzung erfordern ein hohes Maß an Zuverlässigkeit der selbstfahrenden Fahrzeuge. Insbesondere die visuelle Sensorik und Bilderkennung autonomer Fahrzeuge sind von entscheidender Bedeutung, um eine sichere Verkehrsführung zu gewährleisten.

Marko Kureljusic, Erik Karger, Frederik Ahlemann

E-Mobility: Kunden begeistern durch die Vorteile einer modularen Backend-Generation

Ziel diese Papers ist es, Entwickler und IT-Strategen bei Automobilherstellern und IT-Dienstleistern zu motivieren, Backendsysteme mit geteilter und skalierbarer Architektur aufzubauen, um mit dem Wachstum in E-Mobilität mithalten zu können und flexibel auf variable Anforderungen der Fahrer von E-Autos (E-Kunden) reagieren zu können.

Joffrey Mabuma, Gerhard Hagenauer

VOM SPIEL ZUM LAB ZUR APP – ÖKOSYSTEMENTWICKLUNG IM PROJEKT MAAS L.A.B.S

Der Beitrag untersucht Herausforderungen und Lösungsansätze in der kooperativen Entwicklung von intermodalen Mobilitätsangeboten (ÖPNV plus Sharing) in kleinen und mittleren Großstädten am Beispiel Potsdams. Er zeigt Werkzeuge und Wege, unterschiedliche Akteur*innenperspektiven im Planungsprozess konstruktiv zusammenzuführen und Konzepte für Mobilitätsangebote gesellschaftlich, geschäftlich und technologisch robust zu gestalten. Er betrachtet das BMBF-geförderte Projekt MaaS L.A.B.S., welches als Living Lab einen nutzer*innenzentrierten Ansatz verfolgt. Strukturell geht der Beitrag von drei Feldern der MaaS-Ökosystementwicklung aus, zeigt zugehörige Methoden, analysiert deren spezifische Qualitäten und skizziert Übertragbarkeiten. Die drei Felder sind: (1) eine Akteur*innenanalyse einhergehend mit dem Serious Gaming-Format „Your Private MaaS“, (2) der Living Lab-Ansatz als zentraler Handlungsrahmen und (3) die iterative IT-Systembild- und Plattformentwicklung. Der Text versteht sich als methodische Gesamtschau auf ein komplexes inter- und transdisziplinäres Forschungs- und Entwicklungsprojekt. Er überschreitet die Disziplingrenzen zwischen Informationswissenschaften, Mobilitätsforschung, Transformationsdesign und Technologieentwicklung.

Christian Berkes, Antje Michel, Michael Ortgiese

Autonome Quartierszustellung im Spannungsfeld zwischen Fahrzeugtechnik und Logistik

Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, das Spannungsfeld zwischen der logistischen Effizienzsteigerung auf der „letzten Meile“ im städtischen Güterverkehr durch den Einsatz autonomer Fahrzeuge einerseits und technischen Herausforderungen beim Praxiseinsatz derartiger Fahrzeuge andererseits zu diskutieren.

Raoul Zöllner, Tobias Bernecker, Mihai Kocsis

Das Digitale Dominante Servicedesign – Implikationen für digitale Innovationen im vernetzten Automobil

In Folge der Digitalisierung, einem der bedeutendsten Innovationstreiber des 21. Jahrhunderts, werden ehemals rein physische Produkte um digitale Technologien erweitert (vgl. (Echterfeld und Gausmeier, .International Journal of Innovation Management 22:1–27, 2018), (Yoo, .MIS Quarterly 34:213–231, 2010)). Das ermöglicht digitale Innovationen im Sinne neuartiger Marktangebote wie zum Beispiel Connected-Car-Services (vgl. Bosler et al. (2019)). Etablierte Unternehmen streben mit der Intention einer Wettbewerbsdifferenzierung an, dieses Innovationspotenzial auszunutzen und ihre Produkte um digitale Funktionalitäten zu erweitern (vgl. (Yoo, .MIS Quarterly 34:213–231, 2010), (Echterfeld und Gausmeier, .International Journal of Innovation Management 22:1–27, 2018)).

Micha Bosler, Wolfgang Burr

Evidenz in Serie? Zeit- und Wirklichkeitsbezüge serieller Fernsehformate im digitalen Wandel am Beispiel von Germany‘s Next Topmodel und dem Neo Magazin (Royale)

Allen Unkenrufen zum Trotz geht dieser Beitrag von der These aus, dass das Fernsehen im digitalen Zeitalter nicht das Nachsehen hat, sondern gerade durch die Verknüpfung mit den Sozialen Medien zum neuen Paradigma der Wissensordnung in der digitalen Welt werden kann. Wenn im Neo Magazin Royale der vermeintliche ‚Digital Citizen’ regelmäßig vorgeführt wird, aber auch wenn Germanys Next Topmodel seine Zuschauer*innen im 60-Minuten-Takt mit Statusmeldungen versorgt – dann werden hier unterschiedliche Facetten des digitalen Wandels sichtbar und normativ gerahmt. Solchen Sichtbarwerdungen des digitalen Wandels widmet sich dieser Beitrag. Im Fokus steht dabei, wie sich die Bezüge des Televisuellen zur außerfilmischen Wirklichkeit durch die „digitale Expansion des seriellen Prinzips“ verändern und welche Stellung dem Fernsehen im Hinblick auf seinen realitätsbildenden Charakter heute überhaupt noch zukommt.

Anja Peltzer

Über die Austreibung des Fernsehens aus der Fernsehserie: Reality-TV und gestaffelte Serialität

Der Beitrag untersucht das Reality-TV als fernsehserielle Form zu: Betont wird dabei die ökonomische Fundierung serieller Formen und herausgearbeitet wie zeitgenössische Serien durch den medienhistorischen Einschnitt von zunächst DVD, dann Streaming in die traditionell zweigliedrige Organisation von Serie und Episode eine dritte Einheit einführen: die Staffel. Die ‚season‘ fungiert dabei nicht nur als weiteres, sondern als formatives Prinzip für die Organisation fernsehseriellen Erzählens. Eine solche ‚gestaffelte Serialität‘ lässt sich nicht nur in fiktionalen Serien, sondern eben auch im Reality-TV beobachten. Anhand von Germany’s Next Topmodel zeigt der Beitrag dabei auf wie sich das Castingformat als gestaffelte Serie lesen lässt, deren Zeitstrukturen ganz fundamental und analog zu fiktionalen Serien auf die Basiseinheit der Staffel rückführbar sind.

Dominik Maeder

Kapitel 1. Einführung in Vectorworks

Die Benutzeroberfläche von Vectorworks ist durch verschiedene Funktionsbereiche mit Werkzeugpaletten und Menüs unterteilt. Die Werkzeuge werden in Paletten und die Befehle in der Menüzeile in verschiedenen Menüs untergebracht.Das Vectorworks Dokument ist durch Konstruktionsebenen, Klassen und Layoutebenen aufgebaut.Um die Arbeit mit Vectorworks vernünftig zu gestalten ist es sinnvoll das Dokument entsprechend einzurichten. Drei wichtige Einstellungen beim Zeichnen sind Einheit, Maßstab und Plangröße.Es sollten mehrere eigene Vorgabedokumente erstellt werden, die an bestimmte Projekttypen angepasst sind.In Vectorworks 2021 gibt es viele Neuerungen z.B. die Anzeigemethode Smart Options, den Befehl Schnellsuche u.v.m.

Asja Milinović

Die Macht der Objekte. Ordnung und Widerspruch im Museum

Museale Ausstellungen legen aufgrund der historischen Entstehungsgeschichte von Museen eine Eindeutigkeit der Objekt-Bedeutungsbeziehung nahe. Gegenwärtige Ausstellungen vollziehen dies auch dann gestalterisch nach, obwohl sie inzwischen multiperspektivischeren Ansprüchen folgen wollen. Der Beitrag geht auf der Grundlage von Fallbeispielen aus den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland der Frage nach, wie es gelingen kann, die Widersprüchlichkeit von Objekten in Ausstellungsarbeit zu integrieren und gleichzeitig die gesamtgesellschaftliche Relevanz der mit ihnen verbundenen Geschichten aufzuzeigen.

Ruth Schilling

Kapitel 4. Die Vitrine

Eine Vitrine wird nach gegebenen Maßen gezeichnet und entsprechend bemaßt. Die Zeichnung wird zum Druck vorbereitet, indem die Layoutebene und die Ansichtsbereiche angelegt werden.Zudem werden unterschiedliche dekorative Gegenstände gezeichnet. Einige werden als Symbole gespeichert und eins wird als DWG Symbol in die Zeichnung importiert. Die gezeichneten Gegenstände werden in der Vitrine verteilt und in dem Ansichtsbereich in der Layoutebene angezeigt. Zuletzt werden unerwünschte Objekte aus der Layoutebene entfernt.

Asja Milinović

XIII. Spanien zwischen Faschismus, regionaler Emanzipation und Katholizismus

Ich sagte schon, daß ich als Kind einige Male in Spanien war und dann nochmals mit meinem Freunde Erich RuschkewitzRuschkewitz, Erich im Sommer des Jahres 1924 als Oberprimaner. Von dieser Reise brachte ich meine tiefsten Eindrücke mit, die mich jahrelang verfolgten und über die ich mich auch mit Stanislaw PrzybyszewskiPrzybyszewski, Stanislaw besprach. Sie betrafen vor allem die (wie Przybyszewski sie nannte) satanistische Phase GoyasGoya, Francisco, die für mich zum Prototyp des Expressionismus wurde; aber ich war ebenso nachhaltig beeindruckt von seinen Stichserien „Los desastres de la guerra“, „Los proverbios“, „Los caprichos“ und anderen sowie schließlich von seinen mehr politischen Bildern wie der gegen die napoleonische Herrschaft sich wendenden Erschießungsszene, von der ich nicht ahnen konnte, wie aktuell sie vierzehn Jahre später wieder werden sollte.

René König

IV. Berlin 1926–1936: Narzißmus und Selbstzerstörung

Es entspricht einer alten Erfahrung, daß sich unsere Erlebnisse oftmals erst in der Erinnerung zu voller Breite und innerer Fülle ausgestalten, während sie in der unmittelbaren Erfahrung leicht über den Anforderungen des Tages verblassen, irgendwie auf der Oberfläche bleiben und nicht ausklingen können. So ist es mir in meinem Leben mit manchen Dingen gegangen, die ich teilweise schon berichtet habe, so auch mit Berlin, seit ich einen Teil dieser Zeilen im Jahre 1951 zum ersten Male formulierte.

René König

III. Studienbeginn in Wien: Begegnung mit der Türkei im Umbruch

Wien war damals der große Verlierer des Ersten Weltkrieges, aber es war – im Gegensatz zu Danzig und zum Deutschen Reich – ganz durchdrungen von einem humanen Gefühl und von Toleranz, speziell auch bei den Studenten und Professoren, die ich während meines Aufenthaltes kennenlernte. Wien war damals wie schon vorher der Treffpunkt der verschiedenen Kulturen Osteuropas bis nach Rumänien und des Balkans, die hier einträchtig zusammen lebten und arbeiteten.

René König

XVII. Heute in Italien

Ich habe schon mehrfach betont, daß ich mich, wann immer ich gesundheitliche oder moralische Schwierigkeiten hatte, nach Italien zurückzuziehen pflegte, wo es mir nicht schwerfiel, mich nach kurzer Zeit zu regenerieren und mein Gleichgewicht wiederzufinden. So ist auch der Titel dieses Kapitels nicht ganz adäquat; denn das „heute“ hat eine sehr lange Geschichte. Im Grunde gehen meine ältesten Erinnerungen überhaupt außer auf Paris vor allem auf Bologna zurück, wo mein Vater um 1910 herum die Montage einer Zuckerfabrik leitete.

René König

Neil Fligstein: The Architecture of Markets

In der Monografie The Architecture of Markets entwickelt Neil Fligstein einen eigenständigen Ansatz der wirtschaftssoziologischen Forschung, den er selbst als „political-cultural approach“ bezeichnet. Eine Besonderheit des Ansatzes ist die handlungstheoretische Fundierung, die das Motiv der Existenzsicherung ins Zentrum der Überlegungen rückt. Der Ansatz setzt sich damit bewusst ab von ökonomischen Theorien, in denen die Profitmaximierung als handlungsleitend angenommen wird.

Jürgen Beyer

Thorstein Veblen: The Theory of the Leisure Class

Thorstein Veblens Theorie der feinen Leute bestimmt den „Standort und Wert der müßigen Klasse als ökonomischen Faktor im modernen Leben“ (S. 19). Diese theoretische Standortbestimmung der „müßigen“ Klasse – also einer Klasse, die nicht arbeitet und ihre Zeit ausschließlich mit „unproduktiven“ Tätigkeiten und hoch spezialisierten Konsumgewohnheiten verbringt – erfolgt als Kombination historischer und sozialevolutionärer Analysen. Veblen geht zunächst davon aus, dass gesellschaftliche Entwicklung evolutionären Prinzipien folgt und dass zwei grundsätzliche Stadien der Entwicklung voneinander unterschieden werden können: „wilde Völker“ und unterschiedliche Stufen einer „barbarischen Kultur“ (S. 25).

Christian von Scheve

Kapitel 4. Grundlagen der Digitalisierung

Zur Verbesserung der Produktivität von Industrieunternehmen gibt es vielseitige Ansatzmöglichkeiten. Neben klassischen Ansätzen der kontinuierlichen Verbesserung, wie sie im Rahmen des Industrial Engineerings sowie des Lean Managements praktiziert und im vorherigen Abschnitt skizziert wurden, bietet die Nutzung moderner technischer Systeme erweiterte Möglichkeiten. In diesem Kapitel werden die als Digitalisierung bzw. Industrie 4.0 bezeichneten Ansätze erläutert und es wird der Versuch einer Kategorisierung für diesen breitgefächert genutzten Begriff unternommen.

Marc-André Weber

Open Access

Kapitel 3. Handlungsfelder der Landnutzung

Mit welchen Maßnahmen eine angepasste Landnutzung zum Klimaschutz beitragen kann, wird anhand von Handlungsfeldern im Siedlungswesen, in der landwirtschaftlichen Landnutzung und forstlichen Handlungsoptionen sektoral veranschaulicht. Es werden die Maßnahmen beschrieben und ihre jeweilige Relevanz hergeleitet. Ferner wird spezifiziert, welche Maßnahmen konkret analysiert werden.

Sarah Baum, Peter Elsasser, Roland Goetzke, Martin Henseler, Jana Hoymann, Peter Kreins

Ein dystopischer Raum der Biopolitik: Der Report der Magd aus sozialgeographischer Perspektive

Der vorliegende Beitrag setzt sich mit der Funktion von „Raum“ in der Inszenierung eines biopolitischen Zugriffs auf Frauen und ihre Körper auseinander. Raum wird dabei als gesellschaftlich produziert betrachtet und Gesellschaft wiederum als verräumlicht (Belina et al.,.Vogelpohl et al.Michel et al.Lebuhn et al.Hoerning et al.Belina (Hrsg), Raumproduktionen, Westfälisches Dampfboot, Münster, 2018, S. 7). Damit ist gemeint, dass „Raum“ nicht als abstrakte Kategorie oder Idee verstanden wird, die der Gesellschaft vorausgeht und von ihr nur noch angeeignet würde, sondern als gesellschaftlich produziert, verfestigt und wirksam gemacht. Die in The Handmaid’s Tale inszenierte Form biopolitischer Herrschaft lässt sich, als eine Praxis lesen, die Staat und Zuhause als zwei Maßstabsebenen gesellschaftlicher Organisation in eine skalare Beziehung zueinander setzt. Ziel des Beitrags ist dabei allerdings keine systematische Analyse gesellschaftlicher Räumlichkeit; es geht vielmehr darum zu zeigen, dass die Weise wie das biopolitisches Programm Gileads Raum (bzw. Räume) als Herrschaftsmittel darstellt, in dem Sinn realistisch in dem eine biopolitisch-totalitäre Herrschaft durch eine bestimmte Raumordnung verwirklicht wird. Die Serie kann damit als Entwurf einer konkret gewordenen Dystopie, als mögliche Realität verstanden werden, an der sichtbar wird, dass Biomacht – eine Macht bestimmter Räume des Verwaltens, Sichern, Entwickeln und Bewirtschaftens bedarf, die jene Praktiken erst ermöglichen, die sich zum Mechanismus der Biomacht zusammenfügen. Räume werden in Relation zu Praktiken dabei verstanden als Produkt von Praxis wie auch als eine ihrer (formierenden) Bedingungen.

Judith Miggelbrink

Die Zukunft als Albtraum

The Handmaid’s Tale – oder: Politische Bildung in Dystrophischen Settings

In diesem Beitrag soll die politische Bildungswirksamkeit der Serie The Handmaids Tale in den Blick genommen werden. Der Begriff der Bildungswirksamkeit verweist dabei in einer didaktischen Perspektive nicht unbedingt auf die Frage, was sich mit Hilfe dieser Serie lernen lässt – obwohl das angesichts der seit geraumer Zeit fest etablierten pädagogischen Nutzung dieses Materials in schulischen Kontexten eine durchaus relevanten Frage sein könnte. Die Perspektive dieses Beitrags ist eher umgekehrt auf die Frage gerichtet, welche Bildungsprozesse sich in der Serie spiegeln und was die politische Bildung durch Betrachtung dieser Prozesse über popularisierte und damit weit verbreitete Vorstellungen und Ängste lernen kann. Die Perspektive des beitrags ist eine sowohl pädagogisch also auch didaktisch interessierte Perspektive. Um Missverständnisse zu vermeiden bedeutet das allerdings nicht – oder zumindest nicht zwangsläufig – die Serie als Bildungsgegenstand oder Bildungsmittel für institutionalisierte Lernangebote zu empfehlen.

Anja Besand

3. Rechtsgrundlagen für die Interne Revision und für die Compliance

Recht belegt Rechtssubjekte mit Regeln. Allem voran gebietet staatlich gesetztes Recht Beachtung. Unternehmen, ihre Leitungsorgane und ihre Mitarbeiter sind betroffen. In Unternehmen gibt es zudem intern geschaffene Rechtsregeln. Unternehmensleitungen trifft eine Legalitätspflicht und eine Legalitätskontrollpflicht. Sie sind selbst strikt an Recht und Gesetz gebunden und sie müssen dafür sorgen, dass sich Unternehmen und Mitarbeiter ebenfalls rechtstreu verhalten. Interne Revision und CMS sind für ihre Leitungen oft unverzichtbare Begleiter. Unternehmen, Non Profit-Organisationen, auch Behörden, haben diese Funktionen eingerichtet. Rechtlich gesehen kommt es auf den Einzelfall eines Unternehmens an, ob und wie Unternehmensleitungen diesbezüglich ihre Unternehmensinterna gestalten. Interne Revision und Compliance sind, auch rechtlich, bei der Bewältigung ihrer Aufgaben besonderen Herausforderungen ausgesetzt. Funktioniert das, ist das ein sehr effektiver Beitrag zur Haftungsvermeidung für Unternehmen, Organe und Mitarbeiter.

Jörg Berwanger, Ulrich Hahn

4. Wie realisiert sich KI? – KI bestimmt unser Leben

Das obige Zitat von Steinbeck gilt sicherlich im besonderen Maße für die KI. Einerseits kommt in vielen Prozessen KI schon zum Einsatz, ohne dass wir uns dessen überhaupt bewusst sind. Andererseits sind zukünftig noch Anwendungsmöglichkeiten zu erwarten, von denen wir uns heute noch keine Vorstellungen machen, denen wir aber nicht entrinnen können. Dies gilt umso mehr, wenn sich erst die „starke“ KI realisiert.

Günter Cisek

6. Wohin mit der „Sozialbrache“? – Industrie 4.0

Neben dem Militär erfährt die KI schon seit geraumer Zeit den wohl intensivsten Einsatz in der Industrie. Auf diesem Gebiet gehört Deutschland wohl noch immer sowohl in der Forschung und Entwicklung als auch in der betrieblichen Anwendung zu den führenden Nationen. Der vernetzte Wertschöpfungsprozess über den gesamten Produkt-Lebenszyklus ist dabei das zentrale und wirkungsvollste Merkmal der Industrie 4.0.

Günter Cisek

Kapitel 6. Produktgruppen der IT-Sicherheit

Die Vielzahl der IT-Sicherheitsprodukte erscheint schwer überschaubar. Das gilt noch viel mehr für die ihnen zugrunde liegenden Funktionen. Es gibt diverse Bemühungen, Ordnungsschemata zu schaffen.

Eberhard von Faber

Kapitel 2. Allgemeine IT-Sicherheit

In diesem Kapitel werden die wichtigsten Begriffe erläutert, die benötigt werden, um sich mit Sicherheitsverantwortlichen und mit IT-Fachleuten austauschen zu können. Allerdings gibt es selbst bei Grundbegriffen der IT-Sicherheit unterschiedliche Ansichten bzw. Definitionen. Auch deshalb wird geraten, dass Organisationen ein Glossar mit Begriffsdefinitionen anlegen und dieses im Joint Security Management mit den Partnern abstimmen.

Eberhard von Faber

Kapitel 3. Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM)

Zweifelslos gehört die Frage „Wer darf was in einem IT-System?“ zu den wichtigsten der IT-Sicherheit. Wird das Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) jedoch auf die „Abwehr der Bösen“ („Keep the bad guys out.“) fokussiert, so greift dies viel zu kurz. Die Komplexität der Aufgaben rückt erst dann ins Blickfeld, wenn man bedenkt, dass IAM die digitalisierten Geschäftsabläufe gestaltet. Es geht also primär um die „Unterstützung der Nutzer“ („Let the good guys in.“) und damit um mehr als um IT-Sicherheit.

Eberhard von Faber

Kapitel 9. Kommentiertes Abkürzungsverzeichnis

In allen Branchen und zu allen Themen verwenden Fachleute Abkürzungen. Sie sind kurz. Wortungetüme werden ersetzt. Aneinanderreihungen von Wörtern schrumpfen zu einem Begriff zusammen.

Eberhard von Faber

Kapitel 4. IT/TK-Services und Informationstechnologie

In den Kapiteln 4.1 bis 4.4 geht es um den Liefergegenstand der IT-Dienstleister. Deren Leistung besteht meist in der Bereitstellung eines IT-Service bzw. einer ITDienstleistung. Anwender haben äußerst unterschiedliche Bedarfe und Ansprüche.

Eberhard von Faber

4. Sieben Schritte sind zur Strategiefindung zu gehen – die KI erledigt die meisten im Sprung

Neben den bisher dargelegten eher „soften“ Regeln hat der Strategieprozess auch eine harte, praktische Seite: Es sind konkrete Ziele zu setzen, es ist zu strukturieren, zu analysieren, Optionen sind zu bilden, zu bewerten, es ist zu entscheiden und zu überzeugen. Ohne diese Hausaufgaben zumindest im Kopf abzuwickeln, bleibt der Stratege unseriös. Diese sieben Schritte sind zur Entwicklung einer Strategie allgemeingültig und zeitlos. Die meisten dieser Schritte wird dem Unternehmensstrategen die KI abnehmen. Wenige muss er fest in der Hand halten, um die KI nicht aus dem Ruder laufen zu lassen

Konrad Wetzker, Peter Strüven

3. Die KI erfüllt die meisten Regeln der Strategiefindung besser als der „HOMO STRATEGENSIS“

Auf allen Gebieten des menschlichen Seins versuchen wir uns an Regeln zu halten. Auch um eine Strategie zu entwickeln, sollten bestimmte Regeln beherzigt werden. Wir definieren ein System von Anforderungen (Regeln), das für die Erarbeitung von Managemententscheidungen grundsätzlich gilt. Wir zeigen auf, welche Regeln die Künstliche Intelligenz übernehmen wird und möglicherweise besser als die Vorstände wird ausfüllen können.

Konrad Wetzker, Peter Strüven

Kapitel 4. Auswirkungen auf die Stadt/Städtebauliche Folgen

Die Struktur der Stadt spiegelt die Möglichkeiten der Mobilität ihrer Bewohner wider. Jede technische Entwicklung beeinflusst die Struktur und das Bild der Stadt. Nach einer langen Periode, in der die Stadtplaner auf die technischen Entwicklungen reagierten oder sie sogar bewunderten und förderten, führen die Begrenztheit der Ressourcen und die zunehmende, durch eine massenhafte Motorisierung verursachten Probleme zu einem Paradigmenwechsel. Sollen die Fehlentwicklungen der Vergangenheit nicht grenzenlos fortgesetzt werden, muss sich das Verhältnis zwischen Stadtverkehrsplanung und Stadtplanung umdrehen: nicht technische Möglichkeiten und Entwicklungen sollten künftig die Stadtstruktur prägen, sondern – umgekehrt – sollte sich die Organisation der Mobilitätsansprüche an den Rahmenbedingungen der Stadtstruktur orientieren. Abschließend werden tabellarisch die Indikatoren dargestellt, die für die Bewertung der Stadtverträglichkeit verkehrlicher Entwicklungen herangezogen werden können: Benennung des städtebaulichen Ziels mit dazugehörigem Indikator und empfohlene Methode.

Harald Heinz

4. Marketing-Mix

Marketing-Mix Das vierte Kapitel umfasst das operative Kulturmarketing. Im Marketing-Mix werden die vier Instrumente Leistungs-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik besprochen. Das Kapitel verdeutlicht u. a. die Möglichkeiten der Gestaltung von Kern- und Zusatzleistungen, der multisensualen Inszenierung, der Festlegung von Preismodellen sowie der Nutzung direkter und indirekter Vertriebskanäle. Ein besonderer Schwerpunkt wird zudem auf die Kommunikationspolitik und deren einzelne Instrumente wie z. B. Werbung, Public Relations oder Social Media gelegt. Durch das Kapitel werden die Grundlagen und Handlungsmöglichkeiten des operativen Marketings verdeutlicht. Hinweise zur praktischen Umsetzung und Beispiele ausgewählter Kulturbetriebe ergänzen und veranschaulichen die Ausführungen.

Lorenz Pöllmann

Kapitel 3. Prozessketten in der Logistik

Das Denken in Prozessen löst die durch starre Hierarchiemuster geprägte Aufbauorganisation durch eine an bereichsübergreifenden Prozessen ausgerichtete Ablauforganisation ab. Die Prozessorientierung ist im Gegensatz zur Ablauforganisation nicht auf Stellen oder Abteilungen beschränkt, sondern zielt auf die ganzheitliche Optimierung des gesamten Wertschöpfungsprozesses ab. Das heutige Prozessverständnis ist gerade von dem Gedanken einer übergreifenden Sichtweise gekennzeichnet, d. h Prozesse werden unabhängig von organisatorischen und funktionalen Bereichen betrachtet.

Rainer Lasch

3. Strategien

Das dritte Kapitel widmet sich der strategischen Ebene des Kulturmarketings. Es werden vier Strategiebereiche und die jeweiligen Optionen beschrieben und diskutiert. Mit diesem Kapitel soll verdeutlicht werden, welche Möglichkeiten Kulturbetriebe beim Umgang mit Marktfeldern und Wettbewerbern, der Einteilung von Marktsegmenten und der Entwicklung von Kulturmarken haben. Durch die besondere Bedeutung der Markenbildung für Kulturbetriebe wird diesem Bereich ein ausführlicheres Kapitel gewidmet. Strategie Nachdem der marktspezifische Status quo einer Kulturorganisation durch die verschiedenen Marketinganalysen ermittelt wurde und entsprechend der Analyseergebnisse geeignete Ziele definiert werden konnten, müssen in einem nächsten Schritt Pläne erarbeitet werden, die das strategische Fundament für spätere konkrete Maßnahmen bilden, um die gesetzten Ziele zu erreichen.Für die Vermarktung von Kulturbetrieben eignen sich insbesondere vier Strategien, die in diesem Kapitel vorgestellt werden.

Lorenz Pöllmann

Open Access

6. Open Banking und standardisierte Schnittstellen auf dem Finanzplatz Schweiz

Die Studie untersucht die Auswirkungen von Open Banking und standardisierten Schnittstellen auf die Schweizer Bankenindustrie. Ziel war es, den Stand von Open Banking in der Schweiz, die Chancen und Risiken des Ansatzes sowie den Einfluss auf die Geschäftsmodelle zu untersuchen und daraus Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten. Es wurde aufgezeigt, dass Open Banking in der Schweiz noch in den Anfängen steckt und gegenüber den Vorreitern aus Großbritannien und der Europäischen Union Nachholbedarf besteht. Open Banking bietet die Chance, mit innovativen Services das bestehende Angebot zu erweitern und so die Customer Experience auf ein neues Level zu heben. Weitere Chancen sind Partnerschaften mit FinTechs und der Aufbau von Ökosystemen. Die etablierten, geschlossenen Geschäftsmodelle müssen hierzu aufgebrochen werden und der Trend deutet auf digitale Ökosysteme mit klarem Kundenfokus hin.

Marco Birkhofer, Sandro Bächli

Open Access

10. Human Resource Management im Wandel der Digitalisierung

Perspektiven cloudbasierter Human Resource Shared Services für kleine und mittlere Unternehmen

In Zeiten der Digitalisierung sind die Unternehmen gezwungen, sich mit der Thematik übergreifend und funktionsbezogen auseinanderzusetzen. Große Unternehmen gelten durch ihre starke Ressourcenbasis als Vorreiter der Digitalisierung, während KMU hier tendenziell einen weniger weiten Entwicklungsstand haben. Auch das Human Resource Management (HRM) wird stark durch die Digitalisierung und die mit ihr verbundenen digitalen Transformation geprägt und muss seine Rolle im Unternehmen neu definieren. Die administrativen HR-Prozesse, die heute häufig noch von HR-Mitarbeitenden durchgeführt werden, werden zukünftig voraussichtlich durch die Mitarbeitenden selber oder durch voll automatisierte intelligenzbasierte und vernetzte HR-Systeme und Roboter abgewickelt. Auf Grundlage einer theoretischen Analyse wird ein für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einsetzbares mehrwertgenerierendes Modell für cloudbasierte HR Shared Services entwickelt, das im Rahmen einer qualitativen empirischen Untersuchung bei 13 Schweizer KMU und Großunternehmen gestaltungsbezogen validiert und optimiert wird.

Immanuel Zurbriggen, Jochen Schellinger

Open Access

5. Anwendung von Robotic Process Automation

Implementierung von Software-Robotern am Beispiel des Finanzbereichs der BKW AG

Die Forschungsarbeit beleuchtet die Technologie Robotic Process Automation (RPA) im Umfeld der Finanzfunktionen und umfasst sowohl die Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstands als auch eine primäre Datenerhebung, die sich in zwei Teile gliedert: Einerseits wurden Best Practices in Unternehmen erhoben, welche bereits Erfahrung mit RPA haben. Andererseits erfolgte in Kooperation mit der BKW AG die Erarbeitung einer Fallstudie. Im Vordergrund standen das Nutzenpotenzial und die Anwendungsfälle in Finanzfunktionen sowie generelle Lessons Learned. Die Ergebnisse zeigen auf, dass das in der Theorie attestierte Nutzenpotenzial in der Praxis auftritt, wobei dessen Ausmaß von der Selektion geeigneter Prozesse abhängig ist. Hier haben sich finanzielle Transaktionsprozesse, charakterisiert durch wiederkehrend, gleichartig sowie eine kurze Einarbeitungszeit, als geeignet herauskristallisiert. Für die Implementierung von RPA ist ein Start mit einem motivierten Team sinnvoll, das erste Prozesse in einem Piloten automatisiert. Für die Verankerung im Unternehmen ist ein aktives Changemanagement sowie die frühzeitige Ausgestaltung des Operating Models empfohlen. Die Praxis zeigte zudem, dass einige Stolpersteine gezielt zu adressieren sind. Der Einsatz von RPA ist auch kein Selbstzweck, sondern bedarf einer sachlichen Grenznutzenabwägung.

Patrik Graf, Markus A. Meier, Kim Oliver Tokarski

Open Access

13. Edge Computing und Industrie 4.0

Anwendungsbereiche in der Schweizer Fertigungsindustrie

Durch die industrielle, digitale Transformation, insbesondere durch die Vernetzung von Fertigungsanlagen, wird zusehends eine sehr große Datenmenge in der Schweizer Fertigungsindustrie generiert. Viele Daten bleiben dabei lokal (oft) ungenutzt oder werden über weite Transportwege an zentrale Rechenzentren zur Analyse gesendet. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Daten so genutzt werden können, dass lange Transportwege entfallen und zeitgleich, durch die Verarbeitung dieser Daten, Wissen generiert werden kann. Dieser Beitrag liefert erste Antworten auf der Basis von empirischen Erkenntnissen, welche durch Befragungen von Anbietern, Beratungsunternehmen und Fertigungsunternehmen im Bereich Edge Computing durchgeführt wurden. Dabei liefert die vorliegende Studie Erkenntnisse in den Bereichen technisches Verständnis, Geschäftsmodelle und Anwendungsszenarien sowie praktische Umsetzungen im Sinne von Pilotierungen und Rollouts als Proof of Concept.

Dominik Appius, Roger Andreas Probst, Kim Oliver Tokarski

Open Access

4. Grundlagen der Robotic Process Automation

Stand der Forschung und Diskussion in der Praxis

Große Teile der Arbeitswelt stecken aktuell in der Transformation zur Industrie 4.0. Ziel dieser vierten industriellen Revolution ist eine wirtschaftliche Produktion durch dezentral gesteuerte, autonome Prozesse, unterstützt durch Digitalisierung und Automatisierung sowie durch die Vernetzung von Maschinen, Robotern, Werkstücken und Mitarbeitenden. Die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Arbeitswelt werden kontrovers diskutiert; Szenarien von der Vernichtung von Millionen von Arbeitsplätzen in den nächsten fünf Jahren bis hin zur Schaffung praktisch ebenso vieler neuer Beschäftigungsmöglichkeiten mit veränderten Qualifikationsanforderungen über alle Branchen hinweg stehen in Literatur und Praxis einander gegenüber. Robotic Process Automation stellt in dieser Entwicklung einen ersten Schritt auf dem Weg zu einer intelligenten Prozessautomation dar und bietet Unternehmen den Einstieg in die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen sowie in die Kollaboration von Menschen und Softwarerobotern.

Hanka Arnautovic, Anja Habegger, Stephan Haller

Kapitel 7. Entscheidungsunterstützung bei Auswahlprozessen von Softwarekomponenten durch Self-Enforcing Networks (SEN)

In einem durchgeführten IT-Projekt stand eine Auswahlentscheidung zwischen verschiedenen Softwarekomponenten an. Die Alternativenbewertung erfolgte anhand vielfältiger Kriterien mithilfe einer Nutzwertanalyse. Bei Entscheidungsprozessen spielen geeignete Kriterien zur Bewertung der Alternativen eine wesentliche Rolle; weiterhin ist es wichtig, eine Methode zu wählen, die auch bei komplexen Fragestellungen handhabbar ist und gute Ergebnisse liefert. Da die Nutzwertanalyse gerade bei Auswahlprozessen mit vielen Kriterien an ihre Grenzen stößt, wurde eine alternative Bewertung der Software mit einem Self-Enforcing Network (SEN) durchgeführt. Die SEN-Software bietet gegenüber der Nutzwertanalyse eine bessere Benutzerfreundlichkeit, ist äußerst flexibel und kann problemlos durch neue Softwarealternativen oder Bewertungskriterien erweitert werden. In diesem Beitrag werden beide Verfahren vorgestellt und deren Ergebnisse gegenübergestellt.

Kathrin Stein

Kapitel 5. KI-gestützte Aufwandsschätzung in agilen IT-Projekten

Dieser Beitrag beschreibt einen Ansatz zur Aufwandsschätzung in agilen IT-Projekten, bei dem durch den Einsatz des „Self-Enforcing Networks“ (SEN) die Schätzqualität verbessert werden kann.Die Softwareentwicklung erfordert eine immer schnellere Anpassung an veränderte (technischen) Bedingungen und Wünschen der Kunden. Dies benötigt nicht nur ein agiles Vorgehen, sondern auch eine Aufwandsschätzung, die sich klassischen Schätzmethoden entzieht. Da die Komplexität und die Umsetzungskosten von bereits implementierten Anforderungen (User-Stories) bekannt sind, wird dieses Wissen genutzt, um die Schätzung neuer User-Stories zu unterstützen.Auf Basis des agilen Vorgehensmodells Scrum und der darin verwendeten Schätzmethodik wird aufgezeigt, wie Komplexitätsschätzungen durch das Self-Enforcing Network kostengünstiger und in höherer Qualität erstellt werden können.

Matthias Köhler

Kapitel 17. Bilderkennung von Verkehrszeichen mit Self-Enforcing Networks

Das zuverlässige Erkennen von Verkehrszeichen ist ein essentieller Teilaspekt der verschiedenen Grade des autonomen Fahrens und wird bereits seit einigen Jahrzehnten erforscht. Insbesondere die Tatsache, dass die automatisierte Interpretation von Verkehrszeichen durch Angriffsvektoren manipuliert wird, trägt zur Aktualität und nach wie vor hohen Relevanz dieses Forschungssektors bei. Anhand dieser Domäne zeigt der Beitrag auf, dass auch selbstorganisiert lernende Systeme eine ernstzunehmende Konkurrenz zu den etablierten Deep Learning Verfahren sein können. Es werden die technischen Grundlagen der Klassifikation von Bilddaten mit einem Self-Enforcing Network erörtert, allgemeine Probleme bei der Klassifikation von Bilddaten aufgezeigt, sowie verschiedene Methoden demonstriert, die zur schrittweisen Verbesserung eines SEN Modells beitragen können.

Björn Zurmaar

6. Personaleinsatz, Verwaltung und Freisetzung

Die operative Personalarbeit, auch als Personalverwaltung bezeichnet, ist mit der Umsetzung der Neben der Personalbeschaffung, in Kap. 3 behandelt, geht es um den Einsatz der Ressource Personal, in Gestalt von Arbeitszeitbestimmung und -modellen, um die leistungsgerechte Entlohnung und die Kontrolle der verwendeten Ressourcen, bis hin zur Freisetzung von Arbeitskraft. Der Begriff des Workforce Management kennzeichnet dieses Verständnis. Dahinter stehen verschiedene Organisationsformen der Personalbetreuung, die sich im Zeichen der Digitalisierung derzeit gravierend verändert und demzufolge auch Einfluss nimmt auf mögliche Arbeitsperspektiven in der Personalverwaltung.

Steffen Hillebrecht

3. Die Personalgewinnung und -einstellung

Dieses Kapitel beschreibt die Grundsätze und Verfahrensweisen strukturierter Personalauswahl und Personaleinstellung, bis hin zum erfolgreichen „Onboarding“ – dem neudeutschen Buzzword für die Integration am neuen Arbeitsplatz. Ausgangspunkt ist die Frage, wie sich die Beziehungen zwischen potenziellen Mitarbeitern und dem Unternehmen grundsätzlich gestalten lassen, um stets als attraktiver Arbeitgeber zu gelten und die Bewerber zu bekommen, die am besten zum Unternehmen passen. Im operativen Bereich werden die Instrumente dargestellt, mit deren Hilfe ein Unternehmen die idealen Bewerber identifizieren und gleichzeitig einen Eindruck davon vermitteln kann, was Mitarbeiter im Unternehmen erwartet. Ein erfolgreicher Auswahlprozess wird durch angemessene Begleitung bei der Einarbeitung am neuen Arbeitsplatz ergänzt und abgeschlossen. Zudem wird man sich immer Fragen zur Effizienz und Effektivität der Auswahlprozesse stellen müssen.

Steffen Hillebrecht

Kapitel 4. Städtebauliche Leitbilder – Entwicklungstendenzen

Leitbilder umfassen in der Stadtplanung zum einen übergreifende Vorstellungen der städtebaulichen Entwicklung, an denen sich für eine bestimmte Epoche mehrheitlich der Berufsstand der Stadtplanung orientiert, zum anderen bezeichnen sie ein aufeinander abgestimmtes Bündel von Stadtentwicklungszielen einer Gemeinde. In ihnen sind immer auch Konzepte der Verkehrsmobilität einbeschrieben, zum Teil auch explizit aufgenommen. Dominante Leitbilder der Stadtentwicklung sind seit den frühen 1990er-Jahren die nachhaltige Siedlungensentwicklung, die kompakte und nutzungsgemischte bzw. die europäische Stadt. Mit ihnen werden auch Ziele wie verkehrsarme Siedlungsstrukturen und Vorrang für nahräumliche Mobilität und Umweltverbund verknüpft.

Johann Jessen

Die Designrezeption in der Gegenwartskunst

In der Gegenwart gibt es Versuche künstlerischer Praxis, in denen die Frage nach Entgrenzungsbewegungen der Kunst entlang von Grauzonen zu beschreiben wäre. Und im Design stellt sich die Frage, inwiefern DesignerInnen heute Produktions- und Zirkulationsweisen adaptieren, die traditionell eher der Kunst zuzurechnen sind. Im Zusammenhang mit einer kritischen Theorie des Designs, aber auch vor dem Hintergrund gegenwärtiger Diskurse um das Social Design oder das Critical Design zeigt sich, dass die Gestaltung nicht (oder weniger) entfremdeter Verhältnisse als Perspektive progressiver Gestaltung heute erscheinen kann. Andererseits zeichnet die Kunst selbst eine Reflexion von Möglichkeitsbedingungen solcher Praxis nach und versucht, Hoffnungen an eine Transformation des Sozialen im Namen befreiter intersubjektiver Verhältnisse zu artikulieren. Kunst versucht also, gestalterische Form herrschaftsfreier Kommunikation zu sein und thematisiert diesen Anspruch programmatisch als Gegenstand einer Reflexionsbewegung in und gegenüber dem Design der Gegenwart sowie gegenüber historischen Positionen.

Sebastian Mühl

6. Verlässlichkeit automatischer Zugbeeinflussungssysteme

Ziel eines Bahnsystems ist die Bereitstellung einer bestimmten Stufe der Ausprägung des Schienenverkehrs, der fahrplangemäß und sicher ist. Neben den eigentlichen funktionalen Anforderungen müssen automatische Zugbeeinflussungssysteme auch nicht-funktionale Anforderungen erfüllen. Die Verlässlichkeit als Systemeigenschaft automatischer Zugbeeinflussungssysteme wird im englischen Sprachgebrauch auch mit der Abkürzung RAMSS bezeichnet. Hierbei stehen die einzelnen Buchstaben für spezifische Aspekte, die in der Systemgestaltung automatisierter Zugbeeinflussungssysteme mit berücksichtigt werden müssen.

Lars Schnieder

2. Systemkomponenten und Umsysteme automatischer Zugbeeinflussungssysteme

Automatische Zugbeeinflussungssysteme (Automatic Train Control, ATC) werden bei den Verkehrsunternehmen bei Neuanlagen von Beginn an in eine zeitgleich aufgebaute Systemlandschaft integriert. Bei bestehenden Anlagen müssen automatische Zugbeeinflussungssysteme in die Landschaft bereits bestehender Steuerungssysteme integriert werden. Dieses Kapitel zeigt auf, wie automatische Zugbeeinflussungssysteme mit ihren Umsystemen in Beziehung stehen. In diesem Kapitel werden zunächst die Systemkomponenten automatischer Zugbeeinflussungssysteme erläutert (vgl. Abschn. 2.1). Anschließend werden die Schnittstellen zu den Umsystemen beschrieben (vgl. Abschn. 2.2). Es wird dargestellt, welche Informationen sie von diesen empfangen und welche Informationen sie an diese ausgeben. Diese technischen Abhängigkeiten müssen bei der Erstellung von Lastenheften für automatische Zugbeeinflussungssysteme mit berücksichtigt werden.

Lars Schnieder

Kapitel 6. Domänenintegration

Ziel muss es sein, den vorgestellten Ansatz zur Sustainable Innovation möglichst effizient und effektiv mit innovativen Konzepten zur gezielten Erweiterung des Produkt- und Leistungsprogramms zu durchlaufen. Um diese Ideen kontinuierlich und hochfrequent zu generieren, bestehen im Zeitalter des digitalen Wandels verschiedene Möglichkeiten. Die Sustainable-Innovation-Prinzipien auf dem äußeren Kreis des Ordnungsrahmens haben darüber hinaus einen integrierenden Charakter für die domänenorientierten Handlungsfelder Marktentwicklung, Projektstrukturierung und Produktrealisierung. So adressiert die Kollaboration den Zusammenschluss verschiedener Unternehmen in einem Entwicklungsnetzwerk, um gemeinsam Erkenntnisse in neue Produkte zu überführen. Die Aufnahme von Nutzungsdaten dient wiederum der Ableitung von Innovationspotenzialen basierend auf Nutzungsdaten, sodass neue Einblicke für Projektaktivitäten generiert werden können. Gestützt werden diese Prinzipien durch die durchgängige IT-Infrastruktur im Sinne einer Single Source of Truth.

Günther Schuh, Christian Dölle

Feministische Filmtheorie und Genderforschung

Feministische Filmtheorie hat grundsätzlich eine kritische und politische Ausrichtung. Untersuchte sie zunächst filmische Gender-Repräsentationen auf ihren ideologischen Gehalt hin, so werden diese in der Folge sowohl historisch wie auch theoretisch relativiert. Feministische Filmtheorie und Genderforschung erschließen repressive Strukturen, ebenso aber auch emanzipatorische Möglichkeiten und Hoffnungen in Film und Kino.

Heike Klippel

Film und Politik

Im weiten Diskursfeld Film und Politik konzentriert sich der Beitrag auf vier Aspekte: 1. auf Theorien, die den Film als Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse interpretieren, 2. auf Ansätze, die durch Medienaktivismus gesellschaftliche Verhältnisse zu verändern versuchen, 3. auf Theorien, die von einer politischen Dimension der Wahrnehmung selbst ausgehen und 4. auf die sogenannten Dispositiv-Theorien und aus ihrer Ausdifferenzierung hervorgehende neuere Ansätze.

Philipp Blum, Thomas Weber

Psychoanalytische Filmtheorie

Das Unbewusste des Kinos

Keine filmwissenschaftliche Theorie scheint so stark von Widersprüchen geprägt wie die psychoanalytische: Gehörte sie in den 1970er-Jahren zu den wirkungsmächtigsten Modellen der Auseinandersetzung mit dem Kino, die sogar zur Etablierung der Filmwissenschaft beitragen konnte, findet sie heute kaum noch Zuspruch. Dieser Aufsatz versucht einerseits, die Positionen wissenshistorisch aufzuarbeiten, andererseits auch, die aktuelle Relevanz einer psychoanalytisch orientierten Theoriebildung darzustellen. Die klassischen Ansätze von Jean-Louis Baudry, Christian Metz und Stephen Heath lassen sich aus dieser Perspektive als notwendige ideologiekritische Einwürfe verstehen, deren Rekurs auf die Psychoanalyse nicht immer unproblematisch ist. Insbesondere die späteren Korrekturen von Joan Copjec und Slavoj Žižek rücken jedoch die – auch heute noch – radikalen Einsichten in die Gespaltenheit der menschlichen Psyche in den Vordergrund, die in den Traumspielen und Unheimlichkeiten des Kinos seit Beginn des 20. Jahrhunderts einen materialen, visuellen Niederschlag finden. Entsprechend wäre die Psychoanalyse auch in der Filmwissenschaft als einzigartige Theorie, Methode und Praxis einer eben nicht objektivierbaren Subjektivität wieder zu entdecken, anhand derer sich nicht zuletzt die menschliche Wahrnehmung und die Liebe zum Kino reflektieren lässt.

Veronika Rall

Zeit

Zeitkonstruktion, Zeiterfahrung und Erinnerung im Film – Theorien filmischer Zeit

Dieser Artikel behandelt den Aspekt der Zeitlichkeit als Bedingung der Möglichkeit filmischer Bilder. Es wird davon ausgegangen, dass filmische Bilder nur in der spezifischen Art und Weise ihrer zeitlichen Entfaltung der Wahrnehmung von Zuschauern zugänglich sind. Auf dieser Grundlage beschreibt der Artikel zwei Dimensionen filmischer Zeitlichkeit im Akt der Filmwahrnehmung – die von Zuschauern zu durchlaufende Dramaturgie eines Films und die Konstruktion filmischer Zeitverhältnisse – sowie ihr Verhältnis zueinander.

Hermann Kappelhoff, Hauke Lehmann

Black Box/White Cube

Kino und zeitgenössische Kunst

Bewegte Bilder gehören seit langem zum Ausstellungsalltag in Museen und Galerien. Nachdem für lange Zeit der Monitor das privilegierte Abspielmedium für Videokunst war, hat unter den Bedingungen von Digitalisierung und Projektionstechnik eine deutliche Annäherung an die Präsentationsform und ästhetische Positionen des Kinos stattgefunden. Filmtheoretische Fragestellungen wie das Dispositiv und Zuschauerkonzepte stehen vor diesem Hintergrund auf dem Prüfstand. Der Text beschreibt das Verhältnis von Black Box und White Cube anhand zweier paradigmatischer Ausstellungen – Passages de l’Image (1990) und documenta 12 (2007) und schlägt eine Systematisierung unterschiedlicher Perspektiven auf die Kunst/Kino-Konstellation vor.

Volker Pantenburg

Raum

Topografie und Topologie des Films – Geopolitik des Kinos

Der Raum ist ein konstitutives Element filmischer Darstellungs- und Wahrnehmungsformen. Als solches unterliegt er in der Filmtheorie und -ästhetik einer langen Reihe zunehmend feinerer kategorialer und funktionaler Ausdifferenzierungen innerfilmischer Bezüge. Über das Begriffspaar Topografie und Topologie öffnet sich das Nachdenken über den Film zugleich auf dessen außer-, vor- und nachfilmische Verortungen. Das Konzept der Geopolitik markiert schließlich mit seinen Bezügen zu außerfilmischen sozialen und politischen Lebenswelten einen raumwissenschaftlichen Ansatz, unter dem sich seit den 1990er-Jahren auch andere Disziplinen mit dem Film weitgehend unabhängig von den einschlägigen filmwissenschaftlichen und -theoretischen Diskurstraditionen beschäftigen.

Matthias Christen, Silke Martin

Von der filmischen Moderne zum Postmodernismus

Modernitätstheorien des Kinos

Der Text stellt Definitionen und Grundlagen des modernen Films anhand verschiedener Positionen dar, die von André Bazin und Gilles Deleuze über Christian Metz, Lorenz Engell, Youssef Ishaghpour bis zu Jacques Rancière reichen. Es werden dabei wichtige Einflüsse und Begriffe, etwa das Verhältnis des modernen Films zur Narration, zur Bildästhetik und zu anderen Medien erörtert. Zur Sprache kommen jedoch auch kritische Stimmen, die der Idee der Modernisierung des Films widersprechen. Im Anschluss werden zentrale Aspekte der filmischen Postmoderne und die Veränderungen zwischen Moderne und Postmoderne in den Blick genommen.

Oliver Fahle

Kapitel 1. Einführung

In den letzten Jahren erfahren Thermoaktive BauteilsystemeThermoaktives Bauteilsystem (TABS), kurz TABS, in der Architektur mehr und mehr Zuspruch, da sie durch ihre Gebäudeintegration optisch nicht zu sehen sind und sowohl Heiz- als auch Kühloptionen für den Raum bieten. Sie sind mit der enormen thermischen Masse der Gebäudedecken, Gebäudeböden aber auch der Wände gekoppelt und sind daher speicherbehaftete Heiz- und Kühlsysteme. Bei der Wärmeübertragung an den Raum handelt es sich im Grunde um einen Speicherlade- und -entladevorgang.

Elmar Bollin, Martin Schmelas

3. Kommunikative Elemente von Corporate Architecture

In der strategischen wie operativen Marketingkommunikation mit Corporate Architecture bedienen sich Unternehmen und Architekten einem Portfolio von kommunikativen Elementen, die singulär wie kombiniert eingesetzt werden.

Michael Kleinjohann

2. Strategie und Ziele von Corporate Architecture

Prioritäres Ziel einer strategisch geplanten und gebauten Corporate Architecture ist es, eine Deckungsgleichheit von Inhalt mit Abbild bzw. von der Corporate Identity des Unternehmens mit der Architektur des Unternehmens als dreidimensionale Kommunikation des Unternehmens herzustellen. Dabei folgt die Corporate Architecture den grundsätzlichen Kommunikationszielen im Marketingmix für Unternehmen, Marken, Produkte und Dienstleistungen:

Michael Kleinjohann

1. Marketingkommunikation mit Corporate Architecture

Corporate Architecture ist dreidimensionale Marketingkommunikation. Im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten der Marketingkommunikation wie Events, Werbung oder Public Relations sorgt Unternehmensarchitektur auf einzigartige Weise dafür, Unternehmen und ihre Marken grundsätzlich sichtbar und multisensuell erfahrbar und erlebbar zu kommunizieren. Für Unternehmen bietet „Corporate Architecture“ damit die Chance, eine abstrakte Markenpersönlichkeit oder „Corporate Identity“ physisch manifest und konkret an ihre internen und externen Stakeholder zu adressieren.

Michael Kleinjohann

4. Einsatzfelder von Corporate Architecture

Nicht immer sind einzelne Einsatzfelder von realisierter Unternehmensarchitektur systematisch, klar und trennscharf darzustellen, da häufig funktions- oder konzeptbedingt die Corporate Architecture in der Praxis mehrere Gebäudearten oder Raumkonzepte miteinander verbindet und unter einem Dach oder an einem Standort vereint. Aus der Perspektive von Marketingkommunikation, die Corporate Architecture strategisch für gezielte wirtschaftlich orientierte Management- und Marketingaktivitäten einsetzt, werden im Folgenden die Beispiele entsprechend ihrer unternehmerischen Funktionen als Managementzentrale, Verkaufsstores und Showrooms, Produktions- und Lagerstätten, Museen, Markenerlebnisparks oder Hotels und Gastronomiebetriebe dargestellt.

Michael Kleinjohann
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