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17.11.2017 | Architektur | Im Fokus | Onlineartikel

Brutalismus in Frankfurt

Autor:
Christoph Berger

Die extensive Verwendung von Beton, in gewaltigen Formen verarbeitet, ist unter Brutalismus bekannt. Das DAM in Frankfurt zeigt derzeit erstmals brutalistische Architektur der 1950er bis 1970er Jahre im weltweiten Überblick.

"Der Stil, der als Brutalismus bekannt ist", so schreibt Philip Wilkinson im Kapitel "Brutalismus" des Springer-Fachbuchs "50 Schlüsselideen Architektur" "ist eine kühne, unverwechselbare Variante der Moderne und wurde in den 1960er-Jahren populär. Gekennzeichnet durch eine extensive Verwendung von Beton und durch trutzige, blockartige Formen, wurde er weithin für Großbauten genutzt, vom Universitätsgebäude bis zum Wohnblock."

Empfehlung der Redaktion

2013 | OriginalPaper | Buchkapitel

Brutalismus

Der Stil, der als Brutalismus bekannt ist, ist eine kühne, unverwechselbare Variante der Moderne und wurde in den 1960er-Jahren populär. Gekennzeichnet durch eine extensive Verwendung von Beton und durch trutzige, blockartige Formen, wurde er weithin


Oder mit anderen Worten beschrieben: Brutalismus umschreibt eine Architekturauffassung, die den Baustoff Sichtbeton in seiner Ursprünglichkeit und Rohheit betont, eine hohe Plastizität der Gebäudeform wie des Baudetails anstrebt und Installationen sichtbar lässt, wie Joachim Schulz in der Einführung des Buchs "Sichtbeton Atlas" schreibt: Leitbilder seien einerseits die strengen, klaren Bauten Mies van der Rohes in Chicago, andererseits die Verwendung unverputzten Betons als Gestaltungsmittel (béton brut) im Spätwerk Le Corbusiers.

Betongüsse, 3D-Drucke und riesige Karton-Modelle

Wilkinson erwähnt dabei allerdings auch, dass der Stil von vielen Kritikern als seelenlose Planarchitektur beschimpft wurde. So schreibt beispielsweise Bernhard Schäfers im Kapitel "Aufbruch in die Moderne": "Doch nicht zuletzt seit dem eintönigen, aus bloßer Reihung mit schlichten Fassaden bestehenden Massenwohnungsbau und dem Brutalismus der 1960er Jahre erfuhr der Jugendstil eine neue Bewertung." Wilkinson hat hingegen festgestellt, dass Sichtbetonbauten bis heute bei zahllosen Architekten und Denkmalschützern hohe Anerkennung finden.

Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt zeigt bis zum 2. April 2018 gemeinsam mit der Wüstenrot Stiftung nun die Ausstellung "SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster!". Präsentiert wird die brutalistische Architektur der 1950er bis 1970er Jahre im weltweiten Überblick – vor dem Hintergrund, dass viele der Bauten vom Abriss bedroht sind. Dazu wird der Stil mit ungewöhnlich großen Modellen und Betongüssen neu bewertet, die an der Technischen Universität Kaiserslautern für die Ausstellung gebaut wurden - neben Betongüssen und 3D-Drucken in Gips sind auch große Karton-Modelle entstanden. Zu sehen sind beispielsweise Gebäude aus Japan, Brasilien, dem ehemaligen Jugoslawien, Israel und Großbritannien, wo der New Brutalism von Alison und Peter Smithson erfunden wurde. Insgesamt umfasst die internationale Bestandsaufnahme zwölf Regionen.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

Kapitel V Aufbruch in die Moderne

Quelle:
Architektursoziologie

2009 | OriginalPaper | Buchkapitel

Einführung

Quelle:
Sichtbeton Atlas

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