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29.08.2019 | Architektur | Im Fokus | Onlineartikel

Ein Holzbau aus der Bauhaus-Zeit

Autor:
Christoph Berger

In der Laubengang-Siedlung Dessau-Törten errichteten Wissenschaftler und Studierende einen von Ludwig Hilberseimer entworfenen Gebäudetyp, der fast in Vergessenheit geraten wäre. Damit leisten sie auch einen Beitrag zur heutigen Wohnungsbaudebatte.

Ludwig Hilberseimer lehrte von 1929 bis 1933 als Stadtbaumeister am Bauhaus (Kapitel "Idealstädte" des Springer-Fachbuchs "Modelle als Denkräume, Beispiele und Ebenbilder"). Ab 1931 war er außerdem Vorstandsmitglied des Deutschen Werkbunds und ab 1938 Professor für Stadt- und Regionalplanung am Illinois Institute of Technology in Chicago, wie es im Kapitel "Städtebau: Quartiere offen für Vielfalt" des Springer-Fachbuchs "Die kompakte Stadt der Zukunft" ausgeführt wird. Und José Luis Moro zeigt im Kapitel "Holzbau" des Springer-Fachbuchs "Baukonstruktion – vom Prinzip zum Detail" das Bild eines von Ludwig Hilberseimer entworfenen Gebäudes, das prototypisch in einer neuen Holz-Leichtbauweise (Feifel-Zickzack-Bauweise) ausgeführt wurde (S. 501).

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Wissenschaftler und Studierende der Universität Kassel haben nun in der zum Weltkulturerbe gehörenden Laubengang-Siedlung Dessau-Törten ebenfalls ein Wohnhaus nach den Plänen von Hilberseimer errichtet – ein von ihm 1930 entworfenen Typ, bei dem es sich um ein L-förmiges einstöckiges Wohnhaus in Holzbauweise handelt. Dieses Haus sei, so der Kasseler Architektur-Professor Philipp Oswalt, der mit Abstand innovativste Beitrag des Bauhauses zum Wohnungsbau. Allerdings sei er heute nahezu vergessen. Oswalt sagt: "Zumal er auch nicht in das gängige Bauhaus-Cliché passt: Nicht aus Glas, Stahl und Beton, sondern in einfacher Holzbauweise, preiswert, ökologisch und erweiterbar."

Impuls setzen zur heutigen Wohnungsbaudebatte

Bauhausdirektor Hannes Meyer und Hilberseimer hatten geplant, 400 Exemplare des Hauses den Laubenganghäusern in Dessau anzugliedern, doch die Weltwirtschaftskrise von 1929 durchkreuzte dieses Vorhaben, sodass 1932 gerade mal eins der Häuser für die Ausstellung zum wachsenden Haus in Berlin realisiert wurde.

Mit dem nun innerhalb von drei Wochen errichteten "Neubau" in Dessau – Einweihung war am 11. August 2019 – wollen die Wissenschaftler und Studierenden nicht nur die damals geplante Realisierung nachholen, sondern auch einen Impuls für die heutige Wohnungsbaudebatte geben. Außerdem soll das Haus nicht nur in Dessau gezeigt werden: Da es demontierbar ist, soll es nach anderthalbjähriger Nutzung in die Umgebung des Hauses Lemke von Mies van der Rohe in Berlin-Hohenschönhausen ziehen.

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