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Über dieses Buch

Band 2 des ARL Readers Planungstheorie beleuchtet neuere planungstheoretische Diskursstränge des frühen 21. Jahrhunderts: „Strategische Planung“ und „Planungskultur“. Während der organisationstheoretisch untersetzte ‚Turn to Strategy’ als eine Antwort auf die Defizite inkrementeller Planung durch Projekte zu verstehen ist, zielen Ansätze, die Planen als kulturelle Praxis begreifen, auf ein tieferes Verständnis lokaler und regionaler Praktiken.

Der ARL Reader Planungstheorie leistet eine umfassende und doch pointierte Bestandsaufnahme des Diskussionsstandes. Als Sammelwerk präsentiert er Debatten bestimmende Originaltexte bekannter Autoren. Diese werden durch namhafte Planungswissenschaftler eingeordnet und kritisch diskutiert. Damit bietet der Band einen so bisher nie da gewesenen Überblick über die Grundlagen der aktuellen planungstheoretischen Debatten für Studierende der Raum- und Planungswissenschaften sowie fachlich interessierte Wissenschaftler und Praktiker.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung – Zum Stand der deutschsprachigen Planungstheorie

Zusammenfassung
Die Planungsdisziplin hat sich seit ihren Anfängen in den 1950er und 1960er Jahren zu einer in Forschung, Lehre und Praxis relevanten Wissenschaft entwickelt. Parallel zur Entwicklung der Stadt- und Raumplanung entwickelte sich auch das Nachdenken über Planung, sowohl innerhalb der räumlichen Planung als auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Dies führte zur Herausbildung von Planungstheorien, deren Vermittlung heute im Curriculum aller Planungsstudiengänge verankert ist. Allerdings fehlte es bislang im deutschsprachigen Raum an einer aktuellen Bestandsaufnahme des internationalen planungstheoretischen Diskussionsstandes, die eine Grundlage bilden könnte für weiterführende Fachdiskurse.
Thorsten Wiechmann

Kapitel 2. Strategische Planung

Zusammenfassung
Räumliche Planung leistet Beiträge zur Koordination und Steuerung der Nutzung des Raumes durch die Gesellschaft. Sie ist damit Teil der politischen Steuerung gesellschaftlicher Ressourcen (zur Stadtentwicklung vgl. z. B. Selle 2005; zur Regionalentwicklung vgl. Fürst 2005). In den 1960er Jahren setzte sich in Deutschland allerdings ein Verständnis räumlicher Planung als sachlicher und „technischer“ Prozess zweckrationaler Entscheidungen auf der Basis möglichst weitreichender wissenschaftlicher Erkenntnisse durch. Planungstheoretische Arbeiten der 1980er und 1990er Jahre betonten demgegenüber den kommunikativen Charakter räumlicher Planung sowie deren institutionelle Einbettung. Der Fokus lag nicht mehr auf zweckrationaler Planung bzw. auf „technischer“ Rationalität , sondern auf der Funktion von Planung als kommunikativer Handlung, als sozialer Lernprozess und als Teil politisch-institutioneller Prozesse. Zwecke und Ziele waren nicht mehr einfach der Planung vorgegeben, sondern selbst Gegenstand politischer Auseinandersetzungen und des sozialen Lernens in der Planung. Planungsforscher reagierten damit einerseits auf wissenschaftlich-theoretische Entwicklungen (z. B. Kritiken positivistischer Forschung, neue Sozialtheorien, z. B. Theorien sozialer Praktiken, Aktor-Netzwerk-Theorie; vgl. z. B. Healey 2017). Sie reagierten andererseits auf gesellschaftliche Konfliktlagen, Unsicherheiten und Wandelungsprozesse, wie sie nach dem „Goldenen Zeitalter“ der Nachkriegszeit in westlichen Gesellschaften offensichtlich geworden waren (zum „Goldenen Zeitalter“ der 1950 und 1960er Jahre und zu den danach aufkommenden Unsicherheiten, insbesondere nach der „Ölkrise“ in der ersten Hälfte der 1970er Jahre vgl. Hobsbawm 1995).
Gérard Hutter, Thorsten Wiechmann, Thomas Krüger

Kapitel 3. Planungskultur

Zusammenfassung
Indem räumliches Planen als kulturelle Praxis begriffen wird, wird Kultur zu einem hilfreichen Konzept auf dem Weg zu einem tieferen Verständnis von Planungspraxis. Planungskulturen können als institutionelle Muster verstanden werden, die die normativen Vorstellungen hinsichtlich der Aufgaben und Funktionen der räumlichen Planung in ihrer alltäglichen Praxis widerspiegeln. Die Art und Weise, wie die jeweiligen Akteure ihre Rollen und Aufgaben verstehen, wie sie Probleme wahrnehmen, damit umgehen und dabei bestimmte Regeln, Verfahren und Instrumente anwenden, sind somit Kennzeichen einer Planungskultur.
Frank Othengrafen, Mario Reimer, Rainer Danielzyk

Backmatter

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