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Über dieses Buch

Dieses Buch vermittelt Bankpraktikern in den Bereichen Treasury, Risikomanagement, Controlling, Reporting und Regulierung den neuesten Stand im Bilanzstrukturmanagement. Die Autoren zeigen aktuelle Entwicklung auf und weisen auf mögliche Optimierungspotenziale hin. Im Zentrum stehen das Management von Zinsrisiken im Bankbuch, von Refinanzierungs- und Fremdwährungsrisiken. Neben der erwähnten Zielgruppe profitieren von der Lektüre auch Verantwortungs- und Entscheidungsträger mit operativer Verantwortung (CRO, CFO), Verwaltungsräte (vor allem in Raiffeisenbanken oder Kantonalbanken) sowie auch Aufsichtsbehörden und Wirtschaftspolitiker.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Grundlagen

Frontmatter

Kapitel 1. Was ist ALM?

Zusammenfassung
Als variable Hypotheken zum letzten Mal mit über 6% verzinst waren, wurde für Kundengeld bis zu 9% bezahlt, und es war für Banken schwierig, eine stabile und nachhaltige Zinsmarge zu erzielen. Genau damit beschäftigt sich Asset Liability Management: ALM steht für die Bewirtschaftung der Bilanz. Dieses Kapitel zeigt: Es gibt zahlreiche Wege, eine Bilanz aktiv zu gestalten und zu verändern, um ein nachhaltiges Einkommen sicherzustellen. ALM Manager orientieren sich dazu an ausgewählten Referenzgrössen, und sie müssen unterschiedliche Anspruchsgruppen bedienen. Organisatorische Voraussetzungen und geeignete Instrumente erleichtern ein zielgerichtetes Vorgehen. Das Einleitungskapitel zeigt, wie ALM einen strategischen Führungsprozess definiert.
Martin Spillmann, Karsten Döhnert, Roger Rissi

Kapitel 2. ALM-Zinsrisiken

Zusammenfassung
Im klassischen Risikoverständnis ist das Vorgehen der Akteure rational: Zunächst werden Risiken identifiziert und danach gemessen. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse werden geeignete Handlungsempfehlungen formuliert und umgesetzt. ALM Risiken sind vielfältig, und darum konzentriert sich dieser Teil des Buches ausschliesslich auf Zinsrisiken. Die zwei Ausprägungen des Zinsrisikos, der Werteffekt und der Einkommenseffekt, werden ausführlich erklärt und gegeneinandergestellt. Dies führt zur Erkenntnis, dass es nicht möglich ist, beide Ausprägungen gleichzeitig abzusichern, dass also ein pragmatisches und prozesshaftes Vorgehen angezeigt ist. Zudem wird festgestellt, dass Risikoentscheidungen auch überlagert werden durch emotionale Faktoren und Intuition.
Martin Spillmann, Karsten Döhnert, Roger Rissi

Kapitel 3. Das Konzept des Bankenbuches

Zusammenfassung
Das Konzept des Bankenbuches wird anhand eines Beispiels erläutert, welches auch den Begriff der Transferpreise einführt. Darunter werden interne Referenzzinsen verstanden, die für die Berechnung der Aktiv- und Passivmargen benötigt werden. Eine einfache Bilanz führt ein in die Arbeitsteilung zwischen ALM (Treasury) und den Verkaufsbereichen an der Kundenfront. Es zeigt, wie das Zinsrisiko zentral ermittelt wird. Besonders wichtig ist, dass das Bankenbuch konsequent vom Handelsbuch getrennt und separat bewirtschaftet wird. Wie diese Trennung erfolgt, erläutert ein weiteres ausführliches Beispiel. Es macht deutlich, welche Herausforderungen gelöst werden müssen. Am Ende dieser Anstrengungen steht ein anhand der Marktzinsmethode sorgfältig definiertes Bankenbuch mit einer transparenten Risikoposition, welche aktiv bewirtschaftet werden kann.
Martin Spillmann, Karsten Döhnert, Roger Rissi

Technik

Frontmatter

Kapitel 4. Replikationsportfolien

Zusammenfassung
Jahrelang hatten die Banken den Zins, den sie ihren Bankkunden für Einlagen zahlten, in unregelmässigen Abständen von etwa 3 bis 6 Monaten neuen Bedingungen angepasst. In den letzten Jahren wurden diese Anpassungen angesichts tiefer Marktzinsen immer seltener. Schliesslich stellte das Negativzinsregime der Zentralbanken die Festlegung der Preise für Passivgelder vor gänzlich neue Herausforderungen. Das Grundproblem blieb stets: Variabel verzinste Bilanzpositionen mit unbestimmter Zinsbindung, deren künftige Veränderung schwer vorauszusagen ist, müssen in eine ALM Risikoposition integriert werden. Es müssen also Verfallsprofile definiert werden. Dies erfordert den Einsatz von Modellen. Die Replikation ist dafür das meist verbreitete Modell. Dieses Kapitel erläutert die Replikation in Theorie und Praxis und zeigt anhand von Beispielen, welche Schwierigkeiten die Beteiligten bei der Anwendung überwinden müssen.
Martin Spillmann, Karsten Döhnert, Roger Rissi

Kapitel 5. Modellrisiken

Zusammenfassung
Ein Modell ist das Abbild einer Realität, welche in ihrer Gesamtheit zu komplex für den menschlichen Verstand ist. Um zu «verstehen» wie die Wirklichkeit um uns herum funktioniert, kreieren wir permanent mentale Modelle. Der Versuch, die Realität abzubilden, bewirkt unvermeidbare Modellrisiken. Wie erheblich diese im ALM sind, zeigt dieses Kapitel. Nach einer theoretischen Einführung und Vorschlägen zur Governance werden drei spezifische ALM Fallstudien angewendet: Analysiert man den Einkommenseffekt genauer, kommt man zum ernüchternden Schluss, dass die Unschärfen des Modells bedeutender sind als die Exaktheit der verwendeten Bilanzdaten. Intuitives Risikoverständnis ist darum wichtiger als exaktes Controlling. Ähnliches gilt bei der Abschätzung des Werteffektes: Die Aussagen des populären und verbreiteten Durationskonzepts werden dadurch relativiert. Sobald man die verbreiteten Annahmen zum Diskontierungszins verlässt, und Marktwerte stochastisch ermittelt, zeigt sich das Risiko in einem gänzlich anderen Bild. Schliesslich überrascht es auch nicht, dass die Replikation mit erheblichen Modellrisiken behaftet ist. Das Kapitel folgert, dass ALM eher eine Kunst als eine exakte Wissenschaft ist.
Martin Spillmann, Karsten Döhnert, Roger Rissi

Kapitel 6. Regulierung der ALM Zinsrisiken

Zusammenfassung
Fristentransformation macht Banken latent instabil. Sie sind daher in Finanzkrisen auf Unterstützung der Zentralbanken angewiesen. Deswegen werden Banken engmaschig reguliert. Zinsrisiken im Bankenbuch sind im Unterschied zu Zinsrisiken im Handelsbuch nicht mit Mindesteigenmittelanforderungen unterlegt. Allerdings stellen Regulatoren qualitative Anforderungen an das Risikomanagement und sie verpflichten die Banken, Behörden und Öffentlichkeit ausführlich zu informieren. In den letzten Jahren wurden diese Informationsanforderungen ausgebaut. Datenlieferungen und Offenlegung fordern die Banken zunehmend heraus. Dieses Kapitel beschreibt die Hintergründe und Details.
Martin Spillmann, Karsten Döhnert, Roger Rissi

Praxis

Frontmatter

Kapitel 7. Strategisches ALM

Zusammenfassung
Konkrete Fallstudien aus dem Alltag zeigen, wie schwierig Positionierungsentscheidungen sind. Marktbeobachter, Forward Zinsen und Schätzungen professioneller Risiko Analysten bieten den Managern zwar Hilfe, sie übernehmen aber nicht die Verantwortung für getroffene Entscheide. Eine systematische Auslegeordnung unterstützt das ALCO darin, fundierte Entscheide zu treffen. ALM muss eingebettet sein in das Geschäftsmodell der Bank. Es unterhält Institutionen, Instrumente, Prozesse und Inhalte, über welche zu entscheiden ist. Weil ALM letztlich eine «soziale Wissenschaft» ist, ist auch die Kultur, in welcher Entscheide getroffen werden, wichtig. ALM trägt letztendlich substantielle Mehrwerte an den Unternehmenserfolg bei. Dies, weil Banken über entscheidende institutionelle Vorteile verfügen. Diese gilt es zu nutzen. Das siebte Kapitel beschreibt die Führungsaspekte von strategischer Bedeutung.
Martin Spillmann, Karsten Döhnert, Roger Rissi

Kapitel 8. Praxisumfrage

Zusammenfassung
Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse einer Umfrage unter ALM Spezialisten bei ausgewählten Banken zusammen. Befragt wurden Treasurer von Retail Banken, Vermögensverwaltungsbanken und Universalbanken. Ziel ist es, einen Einblick in den ALM Alltag verschiedener Banktypen zu bieten. Die differenzierten Antworten zeigen: Die Herausforderungen des Marktes ähneln sich. Dennoch unterscheiden sich die Lösungen zum Teil beträchtlich. Denn die Treasurer arbeiten für unterschiedliche Geschäftsmodelle und in unterschiedlichen Umfeldern. Dieses Kapitel verdeutlicht die vielfältigen Eigenheiten des ALM in unterschiedlichen Ausgangslagen.
Martin Spillmann, Karsten Döhnert, Roger Rissi

Kapitel 9. ALM für Nicht-Banken

Zusammenfassung
Auch Nicht-Banken und Private sind mit Zinsrisiken konfrontiert. Und auch Unternehmen messen systematisch die Wert- und Einkommenseffekte von Zinsänderungen. Ein Corporate Treasury hat viele Gemeinsamkeiten mit einem Bank ALM. Dieses Kapitel beantwortet die Frage, wie weit sich das ALM von Banken und Nicht-Banken unterscheidet, wie weit sich die Konzepte gleichen, und wo beide Seiten voneinander lernen und profitieren können.
Martin Spillmann, Karsten Döhnert, Roger Rissi

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