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Über dieses Buch

Dieses Buch widmet sich nicht nur den sogenannten Finanzderivaten, sondern auch den mit ihnen einhergehenden Systemrisiken, die sich im Rahmen der Finanzkrise sehr deutlich manifestiert haben. Nach einer kurzen Einführung in Kapitel 1 werden als Grundlage in Kapitel 2 zunächst Zinssätze und Anleihen behandelt. Obwohl letztere keine derivativen Finanzinstrumente darstellen, werden sie häufig als Basisinstrumente eingesetzt und sollen deshalb gleich zu Beginn betrachtet werden. Außerdem wird den Negativzinsen als Novum in der internationalen Geldpolitik besondere Beachtung geschenkt. Kapitel 3 widmet sich dann dem Thema Futures und Forwards, Kapitel 4 den Swaps, Kapitel 5 den Grundlagen der Optionen, Kapitel 6 den Modellen der Optionsbepreisung und schließlich in Kapitel 7 und 8 zum einen bisherige Finanzmodelle kritisch analysiert und zum anderen ausgewählte problematische Entwicklungen auf den Finanzmärkten betrachtet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Dieses Buch gibt eine vielseitige Einführung in die Welt der Finanzderivate. Eine stetig wachsende Anzahl an Finanzprodukten wird jeden Tag auf den Finanzmärkten gehandelt und das Volumen der derivativen Produkte ist in den vergangenen Jahrzehnten nahezu exponentiell angestiegen. So ist der ausstehende Nominalwert für Derivate beispielsweise um ein Vielfaches größer als das weltweite Bruttosozialprodukt (BSP). Dieses Buch behandelt sowohl die Funktionsweisen als auch die Einsatzmöglichkeiten der zentralen Finanzderivate. Die Finanzkrise 2007/2008 hat jedoch auch gezeigt, dass mit diesen Produkten bisher unbekannte Systemrisiken verbunden sind. Deshalb betrachten wir Derivate auch aus einer kritischen Perspektive und hinterfragen die damit verbundenen Konzepte und Modelle der Wirtschaftswissenschaften. Die Einleitung bietet eine erste Einführung in das Thema und zeigt einen kurzen Überblick über das weltweite Derivatevolumen sowie einen Einblick in die Derivateportfolios ausgewählter Banken im deutschsprachigen Raum.
Marc Chesney, Jonathan Krakow, Brigitte Maranghino-Singer, Lukas Münstermann

2. Funktionen und Dysfunktionen von Finanzmärkten

Dem Finanzsektor und den Finanzmärkten kommt bei der Organisation und Struktur der Ökonomie eine besondere Rolle zu. Wir alle sind mehr oder weniger direkt und sicherlich indirekt von seinen Aufgaben und Funktionen betroffen. Indem Finanzmärkte Transformationsfunktionen und eine Informationsfunktion wahrnehmen, sollen sie mit ihren Aufgaben zu einer optimalen Allokation des Kapitals beitragen. Derivative Finanzprodukte können dabei diese verschiedenen Funktionen unterstützen. Gleichzeitig müssen wir jedoch auch feststellen, dass neue Herausforderungen und Gefahren des Missbrauchs durch diese Finanzprodukte entstehen und insbesondere ihr massiver Einsatz Dysfunktionen in Finanzmärkten fördern kann. Ihr Einsatz sollte folglich immer gut begründet werden und potentielle Gefahren sollten vom Regulator frühzeitig erkannt werden. Finanzmärkte sind aus gesellschaftlicher Sicht positiv, wenn sie die ihnen zu geteilten Aufgaben wahrnehmen können. Umgekehrt scheinen sie bei fehlender oder schlechter Regulierung vor allem den Interessen einiger ausgewählter Gesellschaftsgruppen zu dienen. Sowohl die Funktionen als auch die Dysfunktionen von Finanzmärkten haben in der heutigen Ökonomie riesige Auswirkungen in die eine oder andere Richtung.
Marc Chesney, Jonathan Krakow, Brigitte Maranghino-Singer, Lukas Münstermann

3. Zinsen und Anleihen

Für das Thema Zinsen und Anleihen ist es wesentlich, einen Blick auf die weltweite Verschuldung zu werfen, die seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2007 immer weiter zugenommen hat. Für die Tragbarkeit dieser Schulden ist es wichtig, dass das Zinsniveau auf tiefem Niveau bleibt. Vor diesem Hintergrund spielen Anleihen und Zinsterminkontrakte in der heutigen Ökonomie eine wesentliche Rolle. Deshalb werden in Kapitel 3 die verschiedenen Treiber für den Zinsgesamtbetrag und die Terminzinssätze bestimmt und sowohl Anleihen als auch Zinsterminkontrakte bewertet sowie die Auswirkung einer Parallelverschiebung der Zinskurve auf den Anleihenspreis analysiert. Anhand des LIBOR-Skandals werden ausgewählte kritische Aspekte zum Thema Zinsen aufgezeigt. Der LIBOR gilt als die weltweit wichtigste Referenzgröße für kurzfristige Zinsen, ergibt sich aber nicht nur aus Markttransaktionen, sondern auch aus den Meinungen der beteiligten Banken bezüglich ihrer aktuellen Finanzierungskonditionen. Entsprechend einfach lässt sich ein derart festgelegter Zins manipulieren, was problematische Auswirkungen zur Folge hat. Es ist deshalb damit zu rechnen, dass der LIBOR abgeschafft wird.
Marc Chesney, Jonathan Krakow, Brigitte Maranghino-Singer, Lukas Münstermann

4. Futures und Forwards

Das Kapitel beschäftigt sich mit zwei verschiedenen Formen von unbedingten Termingeschäften, den Futures und Forwards, die sowohl zur Absicherung als auch zur Spekulation und Arbitrage eingesetzt werden können. Die Bedeutung dieser beiden Termingeschäfte, gemessen am Marktvolumen, hat zwischen 2002 und 2016 deutlich zugenommen. Als Absicherungsgeschäfte sind sie essentiell für eine gut funktionierende Weltwirtschaft. Deshalb wird sowohl die Funktionsweise von Futures-Märkten als auch die Vorgehensweise, wie Termingeschäfte zur Absicherung genutzt werden, aufgezeigt. Außerdem wird in die Preisbestimmung von verschiedenen Termingeschäften eingeführt und dargelegt, wie diese nach Ausgabe bewertet werden. Neben diesen technischen Grundlagen wird als eine kritische Einsatzmöglichkeit von Futures-Verträgen die Lebensmittelspekulation näher betrachtet.
Marc Chesney, Jonathan Krakow, Brigitte Maranghino-Singer, Lukas Münstermann

5. Swaps

Die Entwicklung der Swapmärkte zeigt seit Beginn des 21. Jahrhunderts eine kräftige Zunahme. Ein wesentlicher Grund für dieses Wachstum liegt in der Reduktion der mit diesen Geschäften einhergehenden Transaktionskosten durch die fortschreitende Standardisierung, Automatisierung und Professionalisierung. Zudem lassen sich Swaps zur synthetischen Nachbildung von bereits existierenden Finanzinstrumenten und damit zur Schaffung von Finanzinnovationen verwenden, was deren Verbreitung zusätzlich gefördert hat. Am eindrücklichsten ist das Wachstum des Zinsswapmarktes, was u.a. mit dem starken Anstieg der weltweiten Verschuldung zusammenhängen dürfte. In diesem Zusammenhang werden im technischen Teil die Zins- und Währungsswaps bewertet sowie die Funktionsweisen von CDS und CLN erklärt. Der kritische Teil widmet sich zunächst dem wenig transparenten und manipulationsanfälligen OTC-Handel. Anschließend wird am Beispiel von AIG aufgezeigt, wie CDS, als eine innovative Möglichkeit der Kreditversicherung, zu Spekulationszwecken eingesetzt werden können. Schließlich wird dargelegt, dass auch CLN, als Kombination von CDS und Anleihe, solche Marktmanipulationen ermöglichen.
Marc Chesney, Jonathan Krakow, Brigitte Maranghino-Singer, Lukas Münstermann

6. Optionen

Optionen haben seit Beginn dieses Jahrhunderts bis zur Finanzkrise von 2007/2008 volumenmäßig stark an Bedeutung gewonnen und 2016 etwas mehr als dem weltweiten BSP entsprochen. Vor diesem Hintergrund bewertet Kapitel 6 aus technischer Sicht Optionen, die zu den unbedingten Terminkontrakten gehören, in diskreter und stetiger Zeit mittels Erwartungswertmethode und der Bildung eines Arbitragefreien-Portfolios. Schließlich werden einige kritische Überlegungen zum Thema Optionen an den Beispielen der Aktienoptionen sowie des Insiderhandels mit Optionen angestellt. Erstere sollen die Mitarbeiter und das Management dazu bringen, im Interesse des Unternehmens und der Aktionäre zu handeln. Die praktischen Beispiele zeigen aber, dass die Harmonie zwischen den Interessen des Managements und jenen der Aktionäre verschwindet, sobald es zu Verlusten kommt. Was den Insiderhandel betrifft, wird deutlich, dass sich Optionsmärkte aufgrund von Transaktionskosten, Kapitalerfordernissen, Hebeleffekten, Diskretion usw. für Insiderhandel als vorteilhaft erweisen können.
Marc Chesney, Jonathan Krakow, Brigitte Maranghino-Singer, Lukas Münstermann

7. Der Finanzsektor und Derivate als Motor des Wachstums?

Das Thema Wirtschaftswachstum ist vielseitig und die Frage nach der Bedeutung ist nicht leicht zu beantworten. Sie reflektiert die Komplexität unseres Wirtschaftssystems und ist von vielen unterschiedlichen Interessen geleitet. Finanzderivate und ein entwickelter Finanzsektor spielen eine wichtige Rolle für die Wirtschaft, jedoch erzeugen sie nicht automatisch Wachstum. Gleichzeitig können sie, wie die Finanzkrise 2007/2008 gezeigt hat, auch zum Auslöser von Wirtschaftskrisen werden. Daher sollte genau reflektiert werden wann Wachstum wünschenswert ist und wann nicht. Historisch betrachtet ist Wirtschaftswachstum mit vielen positiven Entwicklungen verknüpft, in absehbarer Zeit dürfte dieser Zusammenhang aber vermutlich an seine Grenzen stoßen. Aus gesellschaftlicher Sicht ist es wichtig über diese Grenzen des Wachstums, insbesondere im Hinblick auf die Umwelt und das soziale Gefüge in unserer Gesellschaft, zu diskutieren. Die Frage des Wachstums ist eine mehrdimensionale und sie betrifft uns alle. Immer mehr heißt nicht immer besser. Vielmehr braucht es qualitatives Wachstum. Letzten Endes sollte das Ziel die Entfaltung der menschlichen Möglichkeiten und nicht ein reduktionistisches, quantitatives Kriterium wie das Wirtschaftswachstum sein.
Marc Chesney, Jonathan Krakow, Brigitte Maranghino-Singer, Lukas Münstermann

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