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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einführung

Zusammenfassung
In Deutschlands parlamentarischer Demokratie basierend auf Volkssouveränität sind alle Bürger1 dazu eingeladen, ihre spezifischen Interessen politischen Entscheidungsträgern anzutragen (vgl. GG Art. 17, Art. 20 Abs. 2), z.B. durch die Teilnahme an Wahlen, Petitionen, oder Demonstrationen. Hauptsächlich, geschieht die praktische Interessenvertretung in Deutschland in formalisierten, korporatistischen Strukturen und Verfahren (vgl. Lösche 2007: 100-135, Speth 2006, Sebaldt/Straßner 2004: 41-48, Winter 2004, Leif/Speth 2003, Alemann 2000). Hierbei aggregieren und kanalisieren Interessengruppen, wie etwa Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs)2 die Wünsche ihrer Mitglieder und entsenden Interessenvertreter, um die jeweiligen Verbandsinteressen dem politischen Apparat gegenüber überzeugend darzulegen. Dafür stehen Interessensgruppen verschiedene Möglichkeiten und Instrumente zur Verfügung, z.B. persönliche Gespräche, die Veröffentlichung von Pressemitteilungen, Rankings, Werbung, Umfragen, die Teilnahme an Konferenzen und Interviews, das Instituieren von Dialogprozessen, oder aber Astroturf Lobbying.
Anna Irmisch

2. Astroturf als Lobbyingstrategie

Zusammenfassung
Politische Interessenvertretung erfolgt in der parlamentarischen Demokratie der Bundesrepublik Deutschland überwiegend in institutionalisierten Verfahren. „Um die formalen Entscheidungsträger haben sich Netzwerke aus Bürgerinitiativen, Interessenverbänden und Unternehmen etabliert, die kommunizierend und beratend Einfluss auf die Politik nehmen und an der Formulierung und Implementierung von Politik mitwirken“ (Bentele 2007: 17). Die Praxis politischer Interessenvertretung in Deutschland scheint gegenwärtig von Wandlungsprozessen charakterisiert zu sein, sowie von einem hohen Maß an Unübersichtlichkeit schon allein aufgrund der wachsende Zahl und Mannigfaltigkeit der daran beteiligten Akteure. „Das korporatistische Arrangement war, wenn es je als solches bestanden hat, auf den Nationalstaat zugeschnitten. An den neuen Anforderungen der Europäisierung und Globalisierung scheitert dieses Modell der Interessenpazifizierung und -verstaatlichung“ (Leif/Speth 2003:14; vgl. Sebaldt/ Straßner 2004: 41-48, Lösche 2007: 100-135, Winter 2004, Alemann 2000). Um zu untersuchen, wie sich Astroturf als Lobbyingstrategie in diesem von Neujustierung, oder Wandel geprägten System ereignet, ist es notwendig beide Begriffe – Astroturf und Lobbying – zu bestimmen, sowie die bisherige Anwendungsgeschichte von Astroturf in Deutschland samt Stand der wissenschaftlichen Literatur darzulegen.
Anna Irmisch

3. Empirisches Vorgehen

Zusammenfassung
Dadurch, dass Astroturf als Lobbyingstrategie in Deutschland in der wissenschaftlichen Literatur bisher nicht diskutiert wurde, eignet sich ein exploratives Forschungsdesign, um sich dem Untersuchungsgegenstand annähern zu können. Dies soll durch leitfadengestützte Experteninterviews erfolgen, wobei es sich bei den interviewten Personen vorwiegend um professionelle Führungskräfte aus NGOs, der Public Relations- bzw. Public Affairs-Branche, und der Wissenschaft handelt. Dafür dient der in Kapitel zwei skizzierte gegenwärtige Stand der Literatur als Ausgangspunkt, worauf nun in Kapitel drei das methodische Vorgehen aufbaut. Im Folgenden soll das qualitative Untersuchungsdesign dieser Studie dargelegt werden, beginnend mit der Entwicklung der konkreten Fragestellung, anschließender Diskussion der methodischen Vorgehensweise und der Datenauswertung. Die umfassende Deutung der Untersuchungserkenntnisse erfolgt in Kapitel vier in Verbindung mit der Einflechtung theoretischer Erklärungskonzepte und der Beantwortung der forschungsleitenden Fragen.
Anna Irmisch

4. Erkenntnisse

Zusammenfassung
Politische Entscheidungen haben erhebliche Auswirkungen auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, also demzufolge auch auf die Leistung und die Strategie von Organisationen, Unternehmen und ganzen Branchen. Nicht nur Unternehmen sind bemüht regen Austausch mit Vertretern der Politik zu unterhalten, um die Unternehmensinteressen zu artikulieren und die entsprechenden Rahmenbedingungen in einer für sie positiven Weise zu beeinflussen. Um ihre Positionen und politischen Interessen gegenüber politischen Entscheidungsträgern zu verdeutlichen bedienen sich jegliche Interessengruppen verschiedenster Instrumente, z.B. der Gründung von Interessenkoalitionen, der Entsendung professioneller Lobbyisten, oder Astroturf Lobbying. Inwiefern Astroturf als Lobbyingstrategie in Deutschland Anwendung findet, wurde im Rahmen der vorliegenden explorativen Studie anhand von 14 Experteninterviews untersucht, deren Ergebnisse im Folgenden dargestellt werden.
Anna Irmisch

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