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08.10.2018 | Aufsätze | Ausgabe 4/2018

Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft 4/2018

Asylpolitik im Bundesländervergleich

Eine fuzzy-set Qualitative Comparative Analysis

Zeitschrift:
Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft > Ausgabe 4/2018
Autor:
PD Dr. Felix Hörisch
Wichtige Hinweise

Zusatzmaterial online

In der Online-Version dieses Artikels (https://​doi.​org/​10.​1007/​s12286-018-0399-4) finden sich die Kalibrierungen und Datenquellen der Outcomes und Bedingungen, die Parsimonious und Complex Solutions, die Tests für die negierten Outcomes sowie die Tests weiterer Bedingungen.

Zusammenfassung

Durch den starken Anstieg der Asylbewerberzahlen insbesondere im Jahr 2015 gewann die Asylpolitik in den letzten Jahren auf allen politischen Ebenen deutlich an Bedeutung. Auch wenn der Fokus der asylpolitischen Diskussion auf der Bundesebene liegt, so haben die Länder doch auch deutliche Gestaltungsspielräume. Dieser Artikel zeigt, dass die Asylpolitik der Bundesländer eine erhebliche Varianz aufweist, deren Ursachen mittels einer fuzzy-set Qualitative Comparative Analysis für jeweils ein finanzielles und ein inhaltliches Outcome analysiert werden soll. Konkret werden hierbei die Bestimmungsfaktoren für die Ausgaben pro Asylbewerber sowie für die Frage, ob auch nach Afghanistan abgeschoben wird, untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass es in der Asylpolitik deutliche Ost‑/West-Unterschiede gibt: So schoben beispielsweise alle fünf ostdeutschen Bundesländer im Untersuchungszeitraum nach Afghanistan ab. Dagegen ergeben sich für sozio-ökonomische Bestimmungsfaktoren wie das BIP und die Arbeitslosenquote etwas widersprüchlichere Befunde. Klar feststellbar sind zudem Parteieneffekte in der Asylpolitik im Bundesländervergleich: So ist das Bestehen einer bürgerlichen Landesregierung hinreichend für die Abschiebung nach Afghanistan. Der Beitrag des Aufsatzes ist dabei zweierlei Natur. Zum einen zeigt er eine erhebliche Varianz in der Asylpolitik im Bundesländervergleich auf und erklärt diese. Damit trägt er substantiell zum Erkenntnisgewinn in einem Politikfeld von rasant wachsender Bedeutung bei. Zweitens leistet der Aufsatz einen methodischen Beitrag, indem er zeigt, dass die Anwendung einer fuzzy-set Qualitative Comparative Analysis bei der Analyse von Policy-Varianzen im Bundesländervergleich sinnvoll sein kann. Vorteile der Methode sind unter anderem die Angemessenheit auch für mittlere Fallzahlen, die Differenzierung zwischen notwendigen und hinreichenden Bedingungen sowie das Konzept der Äquifinalität, welches zum Beispiel unterschiedliche Erklärungen für ostdeutsche und westdeutsche Bundesländer möglich macht.

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