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Über dieses Buch

Diese Festschrift zum 70jährigen Bestehen des Industrieverbandes Klebstoffe e.V. schildert die Entwicklung eines wichtigen, zukunftsweisenden Branchenverbandes im wirtschafts-, politik-, gesellschaftsgeschichtlichen Kontext. Die gestaltende, aktive Rolle des Verbandes in einem von technischem Fortschritt, europäischer Integration, wachsendem Umweltbewusstsein und dynamischer Globalisierung geprägten Markt wird klar herausgearbeitet und dargestellt.Die Klebtechnik gilt unbestritten als die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Der deutschen Klebstoffindustrie kommt dabei eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie gilt sowohl im europäischen als auch im globalen Wettbewerbsumfeld als Technologieführer.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

I. Einleitung

Neun Herren sitzen an einem runden Tisch und unterhalten sich bei Cognac und Zigarre. Der Älteste unter ihnen, Max Schumacher, ergreift das Wort. Mit einem gewissen Stolz berichtet er vom gelungenen Aufbau des Fachverbandes Leime und Klebstoffe während der entbehrungsreichen Nachkriegsjahre, erinnert sich an strenge Auflagen der Besatzungsbehörden, an fehlende Stärke und Dextrin für die Klebstoffproduktion, auch an die heftige Auseinandersetzung mit den Herstellern tierischer Leime – und daran, dass es irgendwie doch weiter gegangen sei. Goldene Zeiten hingegen habe er erlebt, erzählt sein Tischnachbar Adolf Müller-Born, Jahre des „Wirtschaftswunders“ und der zweistelligen Wachstumsraten bei der Klebstoffproduktion. Siegmund Bollmann und Werner Westphal schildern die mühsamen ersten Schritte auf dem Weg zur Gründung eines europäischen Verbandes der Klebstoffhersteller in den 1960er Jahren, von einer internationalen Konferenz ohne Dolmetscher, der sogar der Gastgeber fern blieb! Erfreuliches und weniger Erfreuliches weiß Dr. Johannes Dahs beizutragen.

II. Ein langer Klebfaden durch die Vergangenheit

Er solle nicht zu hoch fliegen, ermahnte der Vater den Sohn. Dädalus, die griechische Mythologie schildert ihn als begnadeten Erfinder, hatte eine Flügelkonstruktion ersonnen, bei der Vogelfedern mit Wachs an den Armen befestigt wurden. Diese künstlichen Schwingen sollten ihm und seinem Sohn Ikarus zur Flucht von der Insel Kreta verhelfen, wo beide als Gefangene des König Minos darbten. Die Geschichte endete bekanntermaßen tragisch: Ikarus schlug des Vaters Mahnung in den Wind, stieg in seinem jugendlichen Übermut hoch hinauf und kam Helios‘ Sonnenwagen gefährlich nahe. Das Wachs an seinen Armen schmolz dahin, die Federn lösten sich und der Junge trudelte in den Abgrund.

III. Beschwerliche erste Jahre (1946 – 1950)

Besiegt, besetzt, geteilt, zerstört und schuldbeladen – das war Deutschland im Sommer 1945. Wohin das Auge schaute, nahezu überall erblickte es Spuren des Krieges: ausgebombte Wohnungen, Kirchenruinen, zerstörte Fabriken, eingestürzte Brücken und gesprengte Gleisanlagen. Zahlreiche Wahrzeichen der deutschen Kulturnation wie der Frankfurter Römer oder die Frauenkirche in Dresden lagen in Schutt und Asche. Rund 30 % der Wohnhäuser waren teilweise oder ganz zerstört, in den Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet erreichte der Zerstörungsgrad bis zu 70 % des Gebäudebestandes.

IV. Aufbauen – umbauen – ausbauen: Die Struktur und Entwicklung des Fachverbandes seit 1950

Vereinssatzungen bereiten für gewöhnlich ein eher geringes Lesevergnügen. Trotzdem ist ihre eingehende Analyse in mancherlei Hinsicht aufschlussreich. So enthält die Gründungssatzung des Fachverbandes Leime und Klebstoffe e. V. vom 8.3.1950 etliche noch heute gültige Bestimmungen. Andere sind im Laufe der Jahre überarbeitet worden, zudem wurden wichtige Ergänzungen eingetragen. Meist reagierte der Verband damit auf sich ändernde wirtschaftliche, technische, politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Daher vermittelt die vermeintlich spröde Lektüre der Satzungen und das Studium der Verbandsorganisation verblüffend interessante Einsichten über den Fachverband und seine sich wandelnde Rolle in Wirtschaft und Gesellschaft.

V. Wirtschaftlicher Aufschwung und gesellschaftlicher Aufbruch: Der Fachverband Leime und Klebstoffe e. V. während der Jahre 1950 bis 1972

Gleich Phoenix aus der Asche erhob sich die bundesdeutsche Industrie aus den Trümmern ihrer zerbombten Fabriken, so jedenfalls die zeitgenössische Wahrnehmung. Tatsächlich belegen die volkswirtschaftlichen Eckdaten einen erstaunlich raschen und steilen Aufstieg. Bereits 1950 übertraf die industrielle Gesamtproduktion jene des letzten Friedensjahres 1938. Binnen kurzer Zeit schloss Deutschland zu den westlichen Industriestaaten auf und nahm in den 1960er Jahren einen der vorderen Listenplätze unter den leistungsstärksten Nationalökonomien weltweit ein. Als unbestrittener Vater dieses „Wirtschaftswunders“ galt Ludwig Erhard. Sein Erfolgskonzept „Soziale Marktwirtschaft“ versprach Wohlstand für alle und entwickelte sich zum Markenkern der jungen Bundesrepublik Deutschland.

VI. Zwischen Ölpreisschock und deutscher Einheit: Der Fachverband Klebstoffindustrie e. V. während der Jahre 1973 bis 1992

Am Sonntag, den 25.11.1973, boten die Bundesautobahnen vielerorts ein verblüffendes Bild. Fußgänger und Radler bevölkerten die sonst so dicht befahrenen und lauten Trassen, auf anderen Streckenabschnitten hingegen war weit und breit kein Auto zu sehen. Das Bild von den leeren Autobahnen hat sich unvergesslich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Verantwortlich für diese kuriose Szenerie zeichnete die sozialliberale Bundesregierung unter Kanzler Willy Brandt. Sie reagierte mit dem für vier Sonntage geltenden Fahrverbot auf einen befürchteten Versorgungsengpass bei Mineralöl und Benzin.

VII. Digitale Revolution und Globalisierung: Der Industrieverband Klebstoffe e. V. seit 1992

Wer erwartet hatte, dass nach dem turbulenten Zusammenbruch des Sozialismus und dem Ende des Kalten Krieges ruhige Zeiten anbrechen würden, sah sich schon bald eines Besseren belehrt. Selten wohl in der Geschichte hat technischer Fortschritt so grundlegend Wirtschaft und Gesellschaft verändert, wie in den vergangenen 25 Jahren. Die bereits seit geraumer Zeit voranschreitende digitale Revolution nahm zu Beginn der 1990er Jahre mächtig Fahrt auf und eröffnete in atemberaubender Geschwindigkeit neue Horizonte.

VIII. Vom Arbeitstreffen zum „Familientreffen“: Die Jahrestagungen und Mitgliederversammlungen

Dreh- und Angelpunkt des Geschäftsjahres bilden die Jahrestagungen einschließlich der Mitgliederversammlungen. Anfangs reine Arbeitstreffen, entwickelten sie sich über die Jahre zu einem mehrtägigen Event, welche geschäftliche Belange mit geselligen und kulturellen Programmpunkten aufs Angenehmste zusammenführten. Die inhaltliche und äußere Gestaltung der Jahrestagungen spiegelt zum einen das sich ändernde Selbstverständnis des Fachverbandes wider, zum anderen lassen sich an ihr gesellschaftliche Wandlungen auf charmante Weise ablesen.

IX. Quo vadis? Resümee und Ausblick

Eigentlich erstaunlich: selbst die pragmatischen, in erster Linie auf gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen fixierten Unternehmen und Industrieverbände erlauben sich von Zeit zu Zeit einen Blick zurück. Nicht wenige verweisen in ihren Firmenportraits auf eine ehrwürdige Tradition, andere bereichern ihre bevorstehenden Firmenjubiläen mit ansprechend gestalteten Festschriften.

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