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Über dieses Buch

Die nachhaltige Aufwertung von Stadtteilen, die traditionsgemäß eine soziale Unterschicht beherbergen, kann nur durch Akteure vorangetrieben werden, die einen längerfristigen Verbleib in diesen Vierteln anstreben. Dies gilt sowohl für Anwohner und Gewerbetreibende als auch für Hauseigentümer. Philipp Kohl untersucht in diesem Kontext die Mannheimer Stadtquartiere Jungbusch und Filsbach und zeigt, dass die Interessen der beschriebenen Akteure – gemäß ihrer unterschiedlichen Rezeptionsweisen des Stadtraumes – in verschiedene Richtungen streben. Jungbusch und Filsbach sind als Räume divergierenden kulturellen Strömen von Menschen, Kapitalsorten und Medien ausgesetzt. Die auf unterschiedlichen Ebenen stattfindende Kumulation dieser Ströme wird durch das Konzept der Transkulturalität beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Im Fokus dieser Arbeit stehen zwei Mannheimer Stadtquartiere, in denen ich selbst seit nunmehr sieben Jahren wohnhaft bin: der Jungbusch und die Filsbach, letztere auch westliche Unterstadt genannt. Beide Quartiere fallen auf den ersten Blick durch ihren hohen Anteil an Migranten bzw. an Deutschen mit Migrationshintergrund auf. Über 80 Nationen sind in Jungbusch und Filsbach beheimatet, was sie zu typischen Beispielen für jene großstädtischen Bezirke macht, die meist mit dem Begriff ‚Migranten- Viertel’ bezeichnet werden und für die die öffentliche Meinung oft den Befund einer ‚Parallelgesellschaft’ oder eines ‚Ghettos’ diagnostiziert.
Philipp Kohl

2. Der Kulturbegriff

Der Kulturbegriff ist für die Ethnologie von zentraler Bedeutung, da sie diejenige Wissenschaft ist, die sich diesen Begriff wie keine andere zu Eigen gemacht hat und sich maßgeblich hierüber definiert. Da der Begriff im Sinne einer ‚Nationalkultur’ in den Aussagen meiner Informanten häufig eine Rolle spielt, ist eine eingehende Erörterung des Kulturbegriffs für die Betrachtung dieser Arbeit unablässig. Zudem scheint eine Begriffserörterung hinsichtlich der Erfassung jener urbanen Subkulturen notwendig, die ihre Zugehörigkeit weder über Nationalität noch über Glaubenszugehörigkeit definieren.
Philipp Kohl

3. Zu Raum und Sozialkapital

Raum ist eine grundlegende Komponente, der von uns erlebten Realität. Wie aus den bereits ausgeführten Überlegungen zur Epistemologie des Konstruktivismus ersichtlich, bleibt auch für Raum unklar, inwiefern er unabhängig von unserer Wahrnehmung, Vorstellung und subjektiver Anschauungsform existiert.
Philipp Kohl

4. Gentrifizierung und Aufwertung

Ein Begriff ist in aller Munde – ‚Gentrification’ hat langsam aber sicher seinen Weg in die Diskurse und den Wortschatz des deutschen Bildungsbürgertums gefunden. Hier wird er hinsichtlich der Nutzung von Raum in urbanen Zentren in neuerer Zeit verstärkt gebraucht.
Philipp Kohl

5. Methodologische Überlegungen

Vor dem Beginn meiner Analyse möchte ich zunächst Grundzüge und methodische Eigenarten der qualitativen Forschung vorstellen, um hierüber zum Verfahren der Extended-Case-Method zu gelangen, an der sich meine Vorgehensweise orientiert. Im Anschluss daran führe ich aus, inwiefern die Voraussetzungen zur Durchführung einer solchen Fallstudie in Bezug auf mein Forschungsanliegen gegeben sind.
Philipp Kohl

6. Beschreibung des Feldes Jungbusch und Filsbach

Jungbusch und Filsbach sind keine eigenständigen politischen Stadtbezirke, sondern gehören laut Statistik-Stelle der Stadt Mannheim zum Bezirk „Innenstadt/Jungbusch“.
Philipp Kohl

7. „Transnationalmannschaft“ – ein Dokumentarfilm

Rückblick – EM 2008.
Jungbusch und Filsbach sind ein buntes Fahnenmeer, der Fußball regiert die Fernseher in den Kulturlokalen, Friseur-Läden und Privatwohnungen. Beim Einzug der Türkei ins Halbfinale stehen die Quartiere regelrecht Kopf. Zur Feier des Sieges gegen Kroatien versammelt sich die türkische Community der Viertel auf dem Marktplatz. Die zahlenmäßige Stärke und der exzessive Freudentaumel kann nur als überwältigend beschrieben werden.
Philipp Kohl

8. Was ist der Jungbusch für mich? Drei Rezeptionsweisen

Die C-Jugendmannschaft des DJK-Jungbusch spielt im Film „Transnationalmannschaft“ eine wichtige Rolle. Mucho (Müchahit) ist zum Zeitpunkt der Film- Produktion Kapitän der Mannschaft und 14 Jahre alt. Der Trainer Mustafa und Norman, Betreuer der Mannschaft, sind ebenfalls Protagonisten des Films. Um einen vertrauensvollen Kontakt zur Mannschaft und ihren jungen Spielern aufzubauen, begleitete ich die C-Jugendmannschaft der DJK während der gesamten Rückrunde. Ich unterstütze sie durch den Transport von Spielern, nahm am Saison-Abschlussfest der Mannschaft und an vereinzelten Trainings teil.
Philipp Kohl

9. Schlussbetrachtung

In dieser Arbeit wurden Aufwertungsprozesse, wirtschaftliche Entwicklungen und Identifikationsmuster in den Mannheimer Stadt-Räumen Jungbusch und Filsbach untersucht, die auf Grund ihres transkulturellen Hintergrundes, der für die Identifikation von Migranten und die Ansiedlung von migrantischen Unternehmen eine besondere Rolle spielt, als Untersuchungsfeld ausgewählt wurden.
Philipp Kohl

Backmatter

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