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22.02.2021 | Aus- und Weiterbildung | Gastbeitrag | Onlineartikel

Diese Weiterbildungstrends werden 2021 prägen

Autor:
Anthony Tattersall
4 Min. Lesedauer

Homeoffice und fehlende Präsenzschulungen machen in der Corona-Pandemie neue Fortbildungskonzepte nötig. Auch die Anforderungen an Soft Skills und Kompetenzen der Beschäftigten ändern sich. Wie sich berufliche Weiterbildung unter diesen Vorzeichen entwickelt.

2020 war für viele Unternehmen weltweit ein schwieriges Jahr. Gerade als die Covid-19-Pandemie Unternehmen dazu zwang, persönliche Meetings zu unterbinden, schien es, als ob das Lernen und Weiterbildungen eine der ersten und am stärksten betroffenen Aktivitäten sein würden.

Angesichts der sich schnell verändernden Qualifikationslandschaft konnten es sich Organisationen jedoch nicht leisten, die Weiterbildung von Mitarbeitern auf Eis zu legen. Nicht weniger als 85 Prozent der in einer aktuellen WEF-Studie zur Zukunft der Arbeit befragten deutschen Arbeitgeber will die Digitalisierung im neuen Jahr weiter vorantreiben – darunter gerade auch die Digitalisierung der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern (42 Prozent).

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Zukunft der Weiterbildung

Die Anforderungen von heute und morgen

Die Weiterbildungswelt verändert sich. Sie wird nicht nur digitaler, sondern befindet sich auch in einem zunehmenden Spannungsfeld: Einerseits werden die Forderungen nach einem höheren Umsetzungserfolg und einer nachhaltigeren Wirkung lauter.

Aktuelle Trends deuten darauf hin, dass dem virtuellen Lernen die Zukunft gehört. Führungskräfte in Unternehmen stellen Lernprogramme und Weiterbildungen seit Jahresbeginn neu auf und skalieren sie zunehmend über virtuelle Plattformen. Enterprise Learning steht für viele Unternehmen weiterhin auf der Agenda. Diese sind – auch basierend auf einer Reihe bestehender Trends, die sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet haben – notwendig und werden auch das Lernen im Jahr 2021 prägen.

Was sich 2020 beschleunigt hat

Digitale Transformation: Das Tempo der digitalen Transformation setzt sich 2021 unvermindert fort, auch angeheizt durch die aktuelle Pandemie. Das Weltwirtschaftsforum (WEF) prognostiziert, dass 84 Prozent der Arbeitgeber ihre Arbeitsprozesse schnell digitalisieren werden, einschließlich des Potenzials, 44 Prozent der Belegschaft aus dem Homeoffice arbeiten zu lassen. Unternehmen müssen ihre Ziele für die Kompetenzentwicklung somit neu definieren und dabei den steigenden Bedarf in Bereichen wie Machine Learning (ML), digitales Marketing und Datenstrukturen miteinbeziehen. 

Kompetenzbasierte Qualifikationen: Während Universitäts- oder Fachhochschul-Abschlüsse weiterhin wichtig sind, zeigt sich zunehmend, dass Arbeitgeber nach Fähigkeiten und Qualifikationen suchen, die mit den Aufgaben innerhalb eines Rollenprofils übereinstimmen. So werden beispielsweise der Erwerb professioneller Zertifikate wie Google IT Support, die Mitarbeiter mit den neuesten branchenrelevanten Fähigkeiten ausstatten, immer wichtiger.

Die sich verändernde Rolle des Lernens: Die Pandemie hat eine agile Belegschaft zum entscheidenden Erfolgsfaktor für Unternehmen gemacht. Coaches und Ausbilder können eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung der Mitarbeiter auf eine neue Normalität spielen. Über das Mandat der Kompetenzentwicklung hinaus wird die Funktion des lebenslangen Lernens und Weiterbildens auch als strategischer Ansatz von CEOs erkannt, um die Transformation von Organisationen weiter voranzutreiben und Führungskräfte zu unterstützen. Dazu gehört auch, dass Arbeitgeber die Erwerbsfähigkeit ihrer Beschäftigten durch lebenlanges erhalten und ihnen so bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen. 

Weiterbildungstrends 2021

Berufliche Kompetenzentwicklung: Es ist anzunehmen, dass sich das Lernen in Unternehmen dieses Jahr mehr auf Schulungen konzentrieren wird, die direkt mit den Anforderungen der jeweiligen Rolle zusammenhängen. Eine IDC-Studie ergab, dass Unternehmen einen ROI von 746 Prozent über drei Jahre erzielen können, wenn sie das die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu einem integralen Bestandteil der Rollenentwicklung machen.

Praktisches Lernen: Laut Weltwirtschaftsforum treiben branchen- und domänenspezifische Tools Unternehmen zunehmend an. Ob es hierbei um die Durchführung von Datenanalysen mit Python, oder um die Erstellung von Websites mit Wordpress geht. Gebrauchsfertige Tools fördern die Weiterentwicklung von Unternehmen. Auch angeleitete Projekte helfen dabei, Mitarbeiter bei der Handhabung von Tools zu schulen. Mitarbeiter können durchschnittlich in weniger als zwei Stunden, dank schrittweiser Anleitung, berufsrelevante Fähigkeiten erwerben. Da dies einen geringeren Zeitaufwand erfordert als Lehrgänge, und die Übungen und anhand realer Szenarien angeboten werden, sind Mitarbeiter in der Lage, gezielt Fähigkeiten dann aufbauen, wenn das Unternehmen sie benötigt.

Soft Skills und Tech Skills im Gleichgewicht: Während die Nachfrage nach Enterprise Learning weiterhin von Technologie und Data Science Skills getrieben wird, ist nach den Herausforderungen des Jahres 2020 ein Gleichgewicht mit Soft Skills und mentalem Wohlbefinden erforderlich. Tatsächlich verzeichneten 2020 Kurse wie "The Science of Well-Being der Yale University" mehr als 2,7 Millionen Einschreibungen.

Angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich die Unternehmenslandschaft auch 2021 verändert, wird die Neugestaltung der Lernagenda für Unternehmen zum entscheidenden Faktor für den Aufbau der Arbeitskräfte der Zukunft sein – und damit deren Wettbewerbsfähigkeit. Die Notwendigkeit für Unternehmen, die eigenen Mitarbeiter zu schulen, während sie durch die Herausforderungen und Chancen einer neuen Welt navigieren, wird die zentrale Aufgabe des neuen Jahres sein.

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