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Herausforderung Azubi-Recruiting

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Mehr Ausbildungsstellen, Bewerber und Ausbildungsverträge vermeldet der Berufsbildungsbericht 2019 für 2018. Aber: Tausende Lehrstellen blieben unbesetzt und tausende junge Menschen fanden keinen Platz. Hakt es beim Recruiting?

Die duale Berufsausbildung in Deutschland genießt international einen guten Ruf. Doch viele Unternehmen haben es schwer, Auszubildende zu finden.


"Im Jahr 2019, dem Jahr der Berufsbildung, werde ich die berufliche Bildung weiter stärken und für ihre Attraktivität werben“, erklärte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek anlässlich der Vorstellung des Berufsbildungsberichts 2019 im April. Dies scheint dringend nötig, denn trotz manch positiver Entwicklungen im Ausbildungsmarkt, haben die Besetzungsprobleme 2018 zugenommen. Und die Prognose für 2019 fällt skeptisch aus – nicht zuletzt wegen sinkender Schulabgängerzahlen und der großen Studierneigung.

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Mehr Geld für Azubis 

Eine Maßnahme, die Berufsausbildungen attraktiver machen könnte, lautet: Mehr Geld. So hebt die Bundesregierung zum Start des Ausbildungsjahres am 1. August 2019 die Berufsausbildungsbeihilfe für Auszubildende an. Auch das Ausbildungsgeld für junge Menschen mit Behinderung wird erhöht.

Darüber hinaus sieht die im Mai beschlossene Novelle des Berufsbildungsgesetzes unter anderem einen Mindestlohn für Auszubildende vor. Dieser soll für nicht tarifgebundene, neue Ausbildungsverträge ab 1. Januar 2020 gelten und im ersten Ausbildungsjahr monatlich 515 Euro betragen. Bis 2023 steigt er auf 620 Euro. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks reagierte verschnupft. Er warnt vor deutlichen Belastungen gerade für die kleinen Betriebe. Ein nachvollziehbarer Einwand. Doch dem aktuellen Berufsbildungsbericht zufolge gehen ohnehin insbesondere den kleinen Firmen die Lehrlinge aus. Sie können also kaum weitermachen wie bisher.

Guten Zahlen, schlechte Zahlen 

Insgesamt begannen im vergangenen Ausbildungsjahr 531.400 Personen eine Berufsausbildung. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 8.100 Ausbildungsverträge mehr abgeschlossen, es gab 9.000 Bewerber mehr und die Betriebe boten 16.800 Ausbildungsstellen mehr an als 2017. Gleichzeitig fanden jedoch 24.500 junge Menschen keinen Ausbildungsplatz. Dafür gibt es je nach Region und Beruf verschiedene Gründe: Versorgungsprobleme, Besetzungsprobleme oder eine Kombination aus beidem. Laut Statistik standen im vergangenen Ausbildungsjahr 100 Ausbildungssuchende 106 Ausbildungsstellen gegenüber. Letztlich blieben 57.700 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Vor allem Kleinbetriebe tun sich offenbar schwer, geeignete Bewerber für ihre Ausbildungsstellen zu finden. Eine mögliche Erklärung bestehe darin, dass größere Unternehmen für junge Menschen als Ausbildungsbetrieb attraktiver seien und sie zudem über mehr Mittel für Rekrutierungsmaßnahmen verfügen, so der Bericht. Stefan Höft und Matthias Rübner stellen in dem Buchkapitel "Berufswahlbereitschaft und Ausbildungsreife" zudem fest, "dass in Kleinbetrieben, in betrieblichen Ausbildungsmodellen mit geringem investivem Charakter und in Berufen mit Besetzungsschwierigkeiten höhere Vertragslösungsrisiken bestehen. Hingegen sinkt das Abbruchrisiko bei Jugendlichen mit oder ohne Hauptschulabschluss, wenn sie in Ausbildungsberufe mit einem investiven Ausbildungsmodell und großer Betriebsstruktur einmünden." (Seite 75/76)

Soziale Netzwerke nutzen

Dennoch muss es gar nicht immer ein topmodernes Großunternehmen sein. Viele Jugendliche wünschen sich eine Lehrstelle in ihrer Nähe, bevorzugen einen überschaubaren Betrieb und fühlen sich in einer familiären Arbeitsatmosphäre wohl. Da die junge Generation aber verstärkt online und in sozialen Netzwerken unterwegs ist, sollten ausbildungswillige Betriebe den Nachwuchs schon mit einem zeitgemäßen Onlineauftritt ansprechen. Insbesondere soziale Netzwerke eignen sich, um mit den Zielgruppen in Kontakt zu treten, auf Bewerber zuzugehen und mit ihnen auf Augenhöhe zu kommunizieren. So können beispielsweise auch Personaler oder Auszubildende Einblicke ins Unternehmen vermitteln.

"Diese in hohem Maß technologieaffine Generation ist stark dialogorientiert und erwartet schnelle sowie authentische Antworten: 24 Stunden sind hier schon eine Ewigkeit. Alles was darüber liegt, verursacht mindestens Skepsis", gibt allerdings Dominik Bernauer in dem Beitrag "Talentrekrutierung über soziale Netzwerke" zu Bedenken. (Seite 139) Der Springer-Autor rät dazu, die Unternehmenswebseite mit Plattformen wie Facebook, Twitter oder Youtube sowie diese auch untereinander zu verknüpfen.

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Recrutainment-Maßnahmen (Seite 249)

Self-Assessment-Verfahren wie Selbsttests und Berufsorientierungsspiele

Events mit Interaktionselementen

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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