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26.07.2018 | Aus- und Weiterbildung | Nachricht | Onlineartikel

Jungen Menschen fehlt Finanz- und Wirtschaftswissen

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
3 Min. Lesedauer

Jugendliche können mit Begriffen wie Rendite oder Inflationsrate häufig nichts anfangen, zeigt eine aktuelle Studie des Bankenverbands. Deshalb fordern der Verband, aber auch die jungen Menschen selbst, Wirtschaft als Fach in die Schule zu etablieren.

71 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland bemängeln, dass ihnen in der Schule "nicht viel" bis "so gut wie gar nichts" über Wirtschafts- und Finanzthemen beigebracht wird. Das ist ein zentrales Ergebnis der aktuellen Jugendstudie 2018 des Bundesverbands deutscher Banken (Bankenverband, BdB), die die GfK Marktforschung im Mai und Juni durchgeführt hat. "Die Jugendlichen stellen der Wirtschaftsbildung an deutschen Schulen ein schlechtes Zeugnis aus. Sie wünschen sich eindeutig mehr Informationen über Wirtschaft. Das ist ein klarer Appell an die Politik", erklärt Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes.

Wirtschaft muss Schulfach werden

Dabei, so ergab die Studie, wünschen sich mehr als 80 Prozent der 650 befragten 14- bis 24-Jährigen mehr Informationen über wirtschaftliche Zusammenhänge in der Schule. Zwei Drittel fordern sogar die Einführung eines eigenen Unterrichtsfachs. "Beim Schulfach Wirtschaft gibt es zwar Fortschritte in einzelnen Bundesländern, ein flächendeckendes, eigenständiges Schulfach gibt es bisher aber noch nicht", so Krautscheid.

Obwohl sich das Wirtschafts- und Finanzwissen der Jugend seit 2015 leicht verbessert hat, zeigt die Umfrage weiterhin große Lücken auf: 82 Prozent der Befragten wissen nicht, wie hoch zurzeit ungefähr die Inflationsrate in Deutschland ist. Etwas mehr als die Hälfte kann auch nicht erklären, was der Begriff Rendite bedeutet, und 67 Prozent wissen nicht, was an der Börse passiert. Der Bankenverband fordert deshalb, dass Wirtschaft ebenso wie Mathematik oder Englisch systematisch gelehrt und gelernt werden müsse. Dabei sollten sich die Lerninhalte nicht nur auf Verbraucherthemen beschränken. Sie müssen "ein breites ökonomisches Grundverständnis vermitteln".

Laxer Umgang mit persönlichen Daten

Die Befragung ergab auch, dass die meisten jungen Menschen eher lax mit ihren persönlichen Daten verfahren, wenn sie im Internet unterwegs sind. Hier spiele ein gewisser Gewöhnungseffekt eine Rolle, so das Fazit des Verbands. "Wir wissen auch aus anderen Umfragen, dass Banken in Bezug auf Datenschutz ein besonderes Vertrauen zukommt. Dieses Vertrauen ist für uns auch eine große Verantwortung, mit den Daten der jungen Kunden sorgsam umzugehen", heißt es.

Geldsorgen scheinen viele Jugendliche und junge Erwachsene dagegen nicht zu plagen. Der Studie zufolge kommen die meisten mit ihrem Geld aus. Fast die Hälfte der jungen Leute spart sogar regelmäßig. Der durchschnittliche monatliche Sparbetrag liegt bei den 14- bis 17-Jährigen bei 83 Euro, bei den 18- bis 24-Jährigen über 200 Euro. Überschuldung ist bei den Befragten im Alter von 14- bis 24-Jahren kein häufiges Problem. Lediglich 8 Prozent der Befragten sagen, dass sie überhaupt Schulden haben. Dabei haben sich die meisten bei ihren Eltern, Verwandten oder bei Freunden geringere Geldbeträge geliehen.

Image der Banken verbessert sich       

Zwei Drittel der jungen Generation hat eine positive Einstellung gegenüber Banken. "Erstmals seit der Finanzkrise gibt es einen leicht positiven Trend beim Bankenimage", so Krautscheid. Es bestünden aber auch hohe Erwartungen. Die jungen Menschen legen bei der Wahl ihrer Bank großen Wert auf eine sichere Geld- und Sparanlage, ein günstiges Konto und – inzwischen für zwei Drittel sogar "sehr wichtig" – auf sicheres Online-Banking.

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