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14.10.2021 | Aus- und Weiterbildung | Interview | Onlineartikel

"Bei New Learning geht es um Empowerment"

2:30 Min. Lesedauer
Interviewt wurden:
Prof. Dr. Anja Schmitz

ist Professorin für Personalmanagement/HRM an der Hochschule Pforzheim.

Jan Foelsing

ist Learning und New Work Designer sowie Innovations-Junkie und Tool-Nerd.

Autor: Redaktion Springer Professional

Organisationen benötigen eine zukunftsfähige Lernstrategie. Denn New Work braucht New Learning, meinen Jan Foelsing und Anja Schmitz. Das Warum und das Wie erklären die Experten im Gespräch mit Springer Professional.

Springer Professional: Unternehmen brauchen dringend neue Ansätze für die berufliche Weiterbildung, eine Learning Transformation, betonen Sie. Warum?

Jan Foelsing: Wir sind der Auffassung, dass wir auch im Lernen einen Paradigmenwechsel brauchen, beziehungsweise eigentlich bereits dabei sein sollten, diesen tiefgreifenden Wandel von Push- hin zu Pull-Systemen zu gestalten. Die Einführung von ein paar digitaler Tools oder neuer Methoden wie etwa einer Content-Plattform, einem Hackathon oder Learning out loud führt jedoch nicht zu einem Paradigmenwechsel. Denn Lernangebote, egal ob analog oder digital, sind immer eingebettet in einen organisationalen Rahmen, also dem Lern-Nährboden der Organisation, der sich in den wahrnehmbaren Aspekten der Lernkultur ausdrückt. 

Empfehlung der Redaktion

2021 | Buch

New Work braucht New Learning

Eine Perspektivreise durch die Transformation unserer Organisations- und Lernwelten

Dieses Buch zeigt auf, wie sich Lernen aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen verändert und wie sich dies auf Organisationen und ihre Lernräume auswirkt. 

Wird dieser Nährboden nicht weiterentwickelt, wird es auch mit der Transformation nichts. Ob Digitale oder Learning-Transformation ist dabei irrelevant, da diese im Prinzip jeweils einen Teilbereich des Organisationswandels darstellen. Dies haben wir bereits bei der Einführung von Lernmanagementsystemen gesehen. Ohne die passende Kultur, bei der Lernen gleichgesetzt wird mit Arbeiten, werden diese digitalen Lernangebote kaum bis nicht angenommen und stiften damit nur wenig bis keine Mehrwerte für die Organisation. Die massiven Lern- und Qualifizierungsaufgaben, die vor Organisationen liegen, können nur bewältigt werden, wenn sich ein neues Verständnis von Lernen etabliert.

Sie sprechen in diesem Zusammenhang von New Learning. Was verstehen Sie genau darunter?

Anja Schmitz: Den New-Learning-Ansatz entwickelten wir in Anlehnung an Bergmanns New-Work-Konzept und mit dem Ziel, die Selbst- und Potenzialentfaltung des Individuums im organisationalen Kontext zu fördern. New Learning findet in einem Unternehmenskontext statt, der aktuell stark durch die Digitalisierung geprägt ist. Dieser Kontext hält eine Vielzahl an Lernmöglichkeiten und neuen Tools für das Lernen bereit, birgt aber gleichzeitig auch Gefahren, wie Überforderungsgefühle oder zunehmende Fremdsteuerung durch Algorithmen. 

Im Kern geht es daher beim New Learning um das Empowerment der Lernenden. Dazu muss Lernen an den Bedürfnissen des Lerners ausgerichtet werden, das Erleben von Sinn, Autonomie, und sozialer Zugehörigkeit ermöglichen und im Organisationskontext die individuelle Entwicklung der Mitarbeitenden wirksam mit der Weiterentwicklung der Organisation zusammenführen. Dies erfordert zum einen den oben bereits angesprochenen passenden organisationalen Rahmen und zum anderen hoch ausgeprägte Lernkompetenzen seitens der Lernenden.

Wie können Unternehmen einen zukunftsfähige Lernstrategie entwickeln und was sollten sie dabei unbedingt beachten?

Jan Foelsing: Zwei für uns zentrale Punkte zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Lernstrategie lauten: Die Entwicklung eines Zielbilds, also die Antwort auf die Frage "Wie soll Lernen bei uns 2025 aussehen?", wäre für uns elementar, um daraus eine sinnvolle Strategie ableiten zu können. Diese Entwicklung sollte so weit wie möglich gemeinsam mit den verschiedenen Stakeholdern und Lernenden erarbeitet werden, um eine kollaborative Aufbruchsenergie sowie aktive Teilhabe zu ermöglichen

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2021 | OriginalPaper | Buchkapitel Open Access

Lernmanagementsysteme als Rahmenbedingung

Quelle:
Selbststudium im digitalen Wandel

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