Skip to main content

05.07.2024 | Aus- und Weiterbildung | Gastbeitrag | Online-Artikel

Mit Re- und Upskilling gegen den Mitarbeiterfrust

verfasst von: Thorsten Rusch

4 Min. Lesedauer

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
loading …

Die Zahl der Mitarbeitenden ohne emotionale Bindung ist auf einem Höchststand und kostet die deutsche Wirtschaft Milliarden. Re- und Upskilling bieten hierbei Lösungsmöglichkeiten.

In einer Zeit des zunehmenden Wettbewerbs und schnellen technologischen Wandels wird die Mitarbeiterbindung zu einem entscheidenden Faktor für den Unternehmenserfolg. Studien zeigen immer wieder, dass Unternehmen mit einer hohen Mitarbeiterbindung eine höhere Leistungsfähigkeit aufweisen und besser in der Lage sind, sich in einem dynamischen Marktumfeld zu behaupten. So führt eine emotionale Bindung der Mitarbeitenden laut dem Gallup Engagement Index Germany 2023 zu einer geringeren Fluktuation um 18 bis 43 Prozent, 81 Prozent weniger Fehlzeiten, 64 Prozent weniger Arbeitsunfällen, 41 Prozent weniger Qualitätsmängeln, zehn Prozent besseren Kundenbewertungen und einer 14 Prozent höheren Produktivität. 

Mitarbeiterzufriedenheit ist auf einem Tiefpunkt

Doch die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Job hat seinen historischen Höchststand erreicht. Laut Gallup ist fast die Hälfte der Beschäftigten (45 Prozent) entweder aktiv auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz oder offen für neue Herausforderungen – die Bindung zum Unternehmen ist also quasi gleich null. Und das wiederum kostet die deutsche Wirtschaft zwischen 132,6 und 167,2 Milliarden Euro an Produktivitätsverlust. Unternehmen müssen sich daher dringend damit auseinandersetzen, um ihre Geschäftsziele auf Dauer erreichen zu können. 

Um die Mitarbeiterbindung zu stärken und langfristig zu festigen, ist es für Unternehmen entscheidend, ihren Mitarbeitenden Perspektiven für persönliche und berufliche Entwicklung aufzuzeigen. Denn gerade in Sachen Weiterbildung gibt es noch einiges aufzuholen – nur knapp ein Viertel der Mitarbeitenden (24 Prozent) glaubt, im Unternehmen zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten zu haben. Eine zentrale Möglichkeit hierfür liegt in der kontinuierlichen Weiterbildung und Qualifizierung der Belegschaft, bei der die Konzepte des Re- und Upskilling eine zentrale Rolle spielen.

Mit Re- und Upskilling motivieren

Up- und Reskilling sind entscheidende Maßnahmen für die kontinuierliche Entwicklung der Mitarbeitenden und die Anpassung an sich wandelnde Arbeitsanforderungen. 

Beim Upskilling geht es darum, die bestehenden Fähigkeiten und Kenntnisse der Mitarbeitenden zu vertiefen oder zu erweitern, um mit den aktuellen Anforderungen Schritt zu halten oder sie sogar zu übertreffen. 

Reskilling hingegen zielt darauf ab, Mitarbeitenden neue Fähigkeiten und Kompetenzen zu vermitteln, um sie für veränderte oder neue Aufgabenbereiche fit zu machen. Durch die Möglichkeit, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und neue Fähigkeiten zu erlernen, fühlen sich Mitarbeitende wertgeschätzt und unterstützt. Dies steigert nicht nur ihre Motivation und Zufriedenheit, sondern stärkt eben auch ihre Bindung an das Unternehmen. 

Konkrete Re- und Upskilling-Strategien entwickeln 

Bei der Implementierung eines Weiterbildungsprogramms ist es wichtig, einen strukturierten Ansatz zu verfolgen. Hier sind einige Schritte, die Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Re- und Upskilling-Strategien berücksichtigen sollten:

  1. Eine umfassende Bedarfsanalyse durchführen, um die aktuellen Fähigkeiten der Belegschaft sowie die zukünftigen Anforderungen des Unternehmens zu identifizieren.
  2. Klare Schulungsziele setzen, die auf die identifizierten Kompetenzlücken und die strategischen Ziele des Unternehmens abgestimmt sind.
  3. Maßgeschneiderte Schulungsprogramme entwickeln, die auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden zugeschnitten sind und sowohl Upskilling als auch Reskilling umfassen.
  4. Die richtigen Schulungsmethoden und -ressourcen auswählen, um eine effektive Wissensvermittlung zu gewährleisten, einschließlich interaktiver Workshops, E-Learning-Plattformen und praktischer Erfahrungen.
  5. Die Fortschritte der Mitarbeitenden regelmäßig nachverfolgen und evaluieren, um sicherzustellen, dass die Schulungsziele erreicht werden und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.
  6. Eine Kultur der kontinuierlichen Weiterbildung fördern, indem die Mitarbeitenden ermutigt werden, ihre Fähigkeiten kontinuierlich zu verbessern und sich neuen Herausforderungen anzupassen.

Einsatz von KI in der Weiterbildungsplanung

Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) spielen eine zentrale Rolle bei der Weiterbildung von Mitarbeitenden, weil sie mitunter eine Vielzahl von Möglichkeiten für eine maßgeschneiderte Weiterbildungsplanung bieten. So kann KI das Lernverhalten der Mitarbeitenden analysieren, um personalisierte Lernpfade zu gestalten, die ihren individuellen Bedürfnissen entsprechen. Sie kann zudem Lerninhalte dynamisch anpassen, um ein optimales Lernerlebnis zu bieten. 

KI-gestützte Analysewerkzeuge erstellen darüber hinaus Prognosen über zukünftige Lernbedarfe und empfehlen relevante Inhalte in Echtzeit. Hierbei bieten virtuelle Lernassistenten jederzeit Unterstützung und individuelle Beratung. Insgesamt ermöglicht die Nutzung von KI in der Weiterbildungsplanung eine maßgeschneiderte und hochgradig individualisierte Lernerfahrung, die Unternehmen dabei hilft, ihre Weiterbildungsstrategien zu optimieren und sicherzustellen, dass ihre Belegschaft kontinuierlich die benötigten Fähigkeiten entwickelt.

Fazit: In einer Zeit, in der die Mitarbeiterbindung immer wichtiger wird und die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Job historische Höchststände erreicht hat, sind gezielte Maßnahmen zur Mitarbeiterentwicklung unerlässlich. Upskilling und Reskilling spielen dabei eine entscheidende Rolle. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung fühlen sich Mitarbeitende wertgeschätzt und unterstützt, was ihre Bindung an das Unternehmen stärkt und damit den Erfolg des Unternehmens langfristig sichert. 

Besonders durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Weiterbildungsplanung ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für eine maßgeschneiderte und effektive Mitarbeiterentwicklung. Unternehmen können dadurch ihre Weiterbildungsstrategien optimieren und sicherstellen, dass ihre Belegschaft kontinuierlich die benötigten Fähigkeiten und Kompetenzen entwickelt.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

17.04.2023 | Talentmanagement | Schwerpunkt | Online-Artikel

Vom Skill Gap zur Talentstrategie

04.08.2023 | Personalentwicklung | Gastbeitrag | Online-Artikel

Mit Gamification Analytics-Skills aufbauen

Premium Partner