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Über dieses Buch

Nachdem im Bachelorstudium schon viele Bereiche der Sportmotorik besprochen wurden (siehe Band 1 dieser Lehrbuchreihe), möchten Sie als Sportwissenschaftler*in, Trainer*in, Sportingenieur*in, Gesundheitswissenschaftler*in oder Physiotherapeut*in noch mehr über aktuelle Forschungsgebiete dieser Disziplin erfahren. Dieses Buch macht Lust, sich tiefer mit dem Phänomen der sportlichen Bewegung zu beschäftigen. Neben dem Studium der Fachliteratur zur Aneignung des entsprechenden Fachwissens gibt es Ihnen Anregungen und Anleitungen für eigene kleinere Untersuchungen. Es bietet eine solide Grundlage für die selbstständige Bearbeitung von Problemstellungen und die praktische Auseinandersetzung mit den vielfältigen Problemen der Sportmotorik. So begleitet Sie dieses Lehrbuch auch durch das Masterstudium und gibt dabei vielfältige Hilfestellungen.

Auf folgende Themenschwerpunkte wird besonders eingegangen: Gleichgewichtsfähigkeit, Motorik des Gehens, Anwendung nichtlinearer Systemtheorien, Veränderungen der Motorik im Alter, Nutzung der virtuellen Realität im Sport, Antizipation und Kognitive Robotik.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Gleichgewichtsfähigkeit

Die Gleichgewichtsfähigkeit ist sowohl im Alltag als auch in den meisten Sportarten von großer Bedeutung. Nach einer Begriffsdefinition wird auf die physiologischen Grundlagen der Gleichgewichtsfähigkeit eingegangen. Aus der Vielzahl von Methoden zur objektiven Quantifizierung der Gleichgewichtsfähigkeit wird insbesondere die Bestimmung der statischen Gleichgewichtsfähigkeit mit der Kraftmessplatte besprochen. Abschließend erfolgt die Darstellung einiger Aspekte des sensomotorischen Trainings. Zur Vertiefung dieser theoretischen Inhalte werden Anleitungen zur Bestimmung der Gleichgewichtsfähigkeit mit einer Kraftmessplatte und zur Bearbeitung einer Dual-Task-Aufgabe, die eine Kombination aus Gleichgewicht und einer kognitiven Aufgabe darstellt, gegeben. Im Anschluss wird eine motorische Testbatterie zur Bestimmung der Gleichgewichtsfähigkeit erläutert. In den Referaten wird der Leser aufgefordert, sich detailliert mit Geräten und Methoden zur Bestimmung der Gleichgewichtsfähigkeit und mit dem sensomotorischen Training zu beschäftigen.
Kerstin Witte

Kapitel 2. Motorik des Gehens

Das Gehen stellt eine komplexe zyklische Bewegung dar, die beim gesunden Erwachsenen automatisiert ist. Für die Bewegungsanalyse wird eine spezifische Phaseneinteilung vorgenommen. Nachdem die Beobachtungskriterien in der Therapie nach Klein-Vogelbach erläutert werden, wird auf die Grundlagen der instrumentierten Ganganalyse eingegangen. Hier stehen die Gangparameter und die verschiedenen Verfahren ihrer Bestimmung im Mittelpunkt. Dabei wird insbesondere auch auf die Möglichkeit von Inertialsensoren und der Dual-Task-Fähigkeit eingegangen. Weiterhin werden der pathologische Gang und der Einfluss von modernen Schuhkonzepten auf das Gangbild besprochen.
Kerstin Witte

Kapitel 3. Stabilität und Variabilität sportlicher Bewegungen

Seit Jahrzehnten wird die Problematik zur Stabilität und Variabilität menschlicher Bewegungen erforscht. In diesem Kapitel wird ein Überblick über verschiedene diesbezügliche Theorieansätze der Motorik gegeben. Einen ersten Schwerpunkt stellt die funktionelle Variabilität nach Loosch dar. Indem die Bewegung als ein systemisches Phänomen mit nichtlinearen Prozessen verstanden wird, können Erklärungen für das Auftreten der Bewegungsvariabilität und Methoden für deren Quantifizierung gefunden werden. So gibt es Analogien zwischen aufeinanderfolgenden Bewegungstrajektorien und einem chaotischen Attraktor. Weiterhin wird auf die Grundlagen des differenziellen Lernens eingegangen. Anleitungen zu eigenen Untersuchungen zur Erfassung von Stabilität und Variabilität von Bewegungen vervollständigen das Kapitel.
Kerstin Witte

Kapitel 4. Anwendungen nichtlinearer Systemtheorien im Sport

Nichtlineare systemtheoretische Ansätze bieten die Möglichkeit, das variable und dennoch stabile Verhalten der Bewegungskoordination zu beschreiben. Dabei erfolgt die Beschreibung der Bewegung mit nur einem oder wenigen systemrelevanten Parametern. Es werden die Grundlagen der nichtlinearen Dynamik vermittelt und Begriffe der Chaostheorie erläutert. Die Bewegungskoordination als ein Selbstorganisationsphänomen aufzufassen, stellt ein weiteres Problemfeld dieses Kapitels dar. Hierzu wird insbesondere auf das synergetische Konzept eingegangen. Die Principal Component Analysis (PCA) (Hauptkomponentenanalyse) ist eine Möglichkeit der Reduzierung von Bewegungsdatensätzen. Anregungen für eigene empirische Untersuchungen zur Bestimmung von relativen Phasen als Systemparameter und dem Nachweis des Hysterese-Effektes beim Übergang vom Gehen zum Laufen sowie die praktische Durchführung einer PCA sollen die theoretischen Erkenntnisse vertiefen.
Kerstin Witte

Kapitel 5. Motorik im Alter

Ein möglichst hohes Niveau motorischer Fertigkeiten und Fähigkeiten auch im späteren Erwachsenenalter bis hin zur Hochaltrigkeit beizubehalten bzw. einer Verschlechterung entgegenzuwirken ist ein wichtiges Ziel, um die Selbstständigkeit älterer Menschen lange zu ermöglichen. Es werden die physiologischen Veränderungen und die Veränderungen in der Motorik erläutert, wobei insbesondere auf die theoretischen Ansätze der Multidirektionalität und Plastizität eingegangen wird. Besonderheiten des motorischen Lernens werden ebenso behandelt wie der Einfluss körperlicher Aktivität auf die Kognition. Einen weiteren Schwerpunkt des Kapitels bilden die Bedeutung und Inhalt der Sturzprophylaxe älterer Menschen.
Kerstin Witte

Kapitel 6. Anwendung virtueller Realität im Sport

Auf Grund der Vorteile der virtuellen Realität (Dreidimensionalität, Interaktion mit dem Nutzer, standardisierte Bedingungen) wird sie zunehmend auch in der sportwissenschaftlichen Forschung und Sportpraxis eingesetzt. Das Kapitel beschäftigt sich mit technologischen Grundlagen sowie den Anforderungen an die VR zur Nutzung im Sport. Anwendungsfelder insbesondere in der Sportmotorik werden vorgestellt. Die Kombination mit bewegungsrelevanten Messverfahren (z. B.: Motion Capturing, Kraftmessplatten, EMG, EEG und Eyetracking) können Aufschluss über das Bewegungsverhalten des Menschen in einer virtuellen Umgebung im Vergleich zur realen Welt geben.
Katharina Petri, Kerstin Witte

Kapitel 7. Antizipation

Antizipationsfähigkeit als Vorwegnahme zukünftiger Geschehnisse ist insbesondere für Spiel- und Kampfsportarten ein leistungsentscheidender Faktor. Sie beeinflusst Prozesse der Reizwahrnehmung und deren Verarbeitung. Übliche Untersuchungsmethoden sind räumliche und zeitliche Okklusionen des präsentierten Bildmaterials sowie das Eyetracking bzw. auch deren Kombinationen. Experten besitzen im Unterschied zu Freizeitsportlern im Allgemeinen eine größere Wahrnehmungs- und Erfahrungsantizipation. Obwohl die Identifikation von sportartspezifischen antizipatorischen Schlüsselreizen in vielen Sportarten noch nicht abgeschlossen ist, wird Antizipationstraining zunehmend verstärkt eingesetzt.
Nicole Bandow, Kerstin Witte

Kapitel 8. Kognitive Robotik

Die Entwicklung der Roboter in den letzten Jahrzehnten ist rasant. Während es zunächst einfache mechanische Systeme waren, gibt es jetzt zunehmend kognitive Roboter, die sich durch Autonomie im Lösen von Aufgaben auszeichnen. Als interessante Anwendungen wird auf Exoskelette, humanoide Roboter und Neurorobotik eingegangen. Zum Schluss werden als Beispiel für Sportrobotik die Grundlagen des RoboCup erläutert.
Kerstin Witte

Backmatter

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