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Über dieses Buch

Das Buch ist ein Fach- und Grundlagenlehrbuch für das Außenhandelsgeschäft. Es erläutet den zu beachtenden Ordnungsrahmen sowohl für die Handelsbeziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union als auch im Handel mit Drittstaaten. Darauf aufbauend werden die Erscheinungsformen des Außenhandels sowie die Grundlagen des Außenhandelsmarketings behandelt. Weitere Schwerpunkte liegen in der Darstellung der für die Außenhandelsabwicklung erforderlichen Gestaltungselemente, wie Kaufverträge, Lieferbedingungen und Transportwesen, Zahlungsbedingungen und Finanzierung sowie der Sicherungsfazilitäten im Außenhandel. Das Buch ermöglicht dem Leser eine strukturierte Einarbeitung in die Zusammenhänge und kaufmännischen Aspekte des Außenhandels. Es wendet sich sowohl an Studierende als auch Praktiker des Auslandsgeschäfts.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einführung

Auszug
Der Außenhandel bezieht sich im engeren Sinne auf den Export-, Import- und Transithandel von Unternehmen und Institutionen. Unter Export wird die grenzüberschreitende Bereitstellung von Wirtschaftsleistungen an ausländische Abnehmer (Gebietsfremde) verstanden. Demgegenüber bezieht sich der Import auf den grenzüberschreitenden Bezug von Wirtschaftsleistungen von Gebietsfremden. Der Transithandel ist eine Kombination aus Export und Import zwischen drei Ländern. Beim Transithandel importiert ein Transithändler mit Sitz in einem Transitland Waren aus einem Ursprungsland und exportiert diese an einen Kunden in einem Bestimmungsland.

2. Ordnungsrahmen des Außenhandels

Auszug
Die Entwicklung und Struktur der Welthandelsbeziehungen ist das Ergebnis einer weltweiten internationalen Arbeitsteilung. Das Welthandelsvolumen - gemessen am weltweiten Warenexportvolumen - hat sich seit 1950 nahezu verdreißigfacht und ist damit im Vergleich zur Weltwirtschaftsleistung - gemessen an der Summe der Bruttoinlandsprodukte (BIP) - überproportional stark gestiegen. Ursache hierfür waren vor allem die Außenhandelsliberalisierung in Form des Abbaus von Zöllen und Handelshemmnissen, ein wachsender Wohlstand, sinkende Transportkosten und verbesserte Kommunikationsmöglichkeiten sowie der Wegfall des Ost-West Konfliktes in den 90er Jahren.

3. Erscheinungsformen und Geschäftssysteme im Außenhandel

Auszug
Unter Export wird der grenzüberschreitende Verkauf von Waren und Dienstleistungen verstanden. Konstitutiv für ein Exportgeschäft ist das Überschreiten von Staatsgrenzen. Sachgüterexport liegt vor, wenn physisch greifbare Waren, wie Halb- und Fertigprodukte sowie Rohstoffe ins Ausland verkauft werden. Der Sachgüterexport wird daher auch als sichtbarer Export bezeichnet. Dienstleistungsexport liegt vor, wenn der Auftraggeber und der Auftragnehmer aus verschiedenen Staaten stammen. Als Dienstleistungsexport gelten beispielsweise entgeltlich erbrachte Dienstleistungen für ausländische Kunden, wie z.B. Beratungs-, Montage-, Service-, Transport- sowie Versicherungsleistungen. Dienstleistungsexporte werden auch als unsichtbare Exporte bezeichnet.

4. Außenhandelsmarketing

Auszug
Außenhandelsmarketing umfasst im weitesten Sinne die Zielsetzung, Planung, Umsetzung, Kontrolle und Steuerung aller auf die aktuellen sowie potentiellen ausländischen Absatz- bzw. Beschaffungsmärkte gerichteten Marketingaktivitäten. Nach der Richtung des Handels wird unterschieden zwischen Export- und Importmarketing. Exportmarketing liegt vor, wenn ein inländisches Unternehmen durch den zielgerichteten Einsatz marketingpolitischer Instrumente seine Waren auf ausländischen Märkten absetzen möchte. Im umgekehrten Sinne spricht man von Importmarketing, wenn ein inländisches Unternehmen im Rahmen einer internationalen Beschaffungsstrategie durch den zielgerichteten Einsatz marketingpolitischer Instrumente ausländische Bezugsquellen bewertet. Konstitutiv für das Außenhandelsmarketing ist die Betrachtung staatliche Grenzen überschreitende Handelsbeziehung.

5. Kaufverträge und Handelsbräuche im Außenhandel

Auszug
Inlandsgeschäfte unterliegen kaufvertragsrechtlich in Deutschland den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) und des Handelsgesetzbuchs (HGB). Im Außenhandel ist es keineswegs selbstverständlich, dass ein Kaufvertrag nach deutschem Kaufvertragsrecht zu beurteilen ist. Für das Kaufvertragsrecht gilt, ebenso wie für andere Rechtsgebiete, das Territorialprinzip, wonach das Recht eines Staates lediglich Geltung erlangt in dem jeweiligen staatlichen Hoheitsgebiet, für welches es ausgesprochen wurde. International sind verschiedene Rechtskreise zu unterscheiden. Dadurch sind die kaufvertragsrechtlichen Bestimmungen im Hinblick auf die Rechtsstellung des Käufers und Verkäufers von Land zu Land unterschiedlich. Ein wichtiger Aspekt beim Abschluss eines internationalen Kaufvertrages betrifft daher die Frage der Rechtswahl.

6. Lieferbedingungen im Außenhandel

Auszug
Die Lieferbedingungen (terms of delivery) sind ein wesentlicher Bestandteil internationaler Kaufvertragsvereinbarungen. Aufgrund der größeren geographischen Distanz zum ausländischen Geschäftspartner sowie unterschiedlicher außenwirtschaftsrechtlicher Bestimmungen der beteiligten Länder, weichen die Lieferbedingungen im Außenhandel teilweise von den im Inlandsgeschäft geltenden Bedingungen ab. Als wesentliche Bestandteile der Lieferbedingungen gelten:
  • Liefermenge,
  • Lieferqualität,
  • Lieferzeit,
  • Kostenübernahme und Gefahrtragung,
  • Verpackung und Markierung,
  • Transportversicherung.

7. Transportwesen im Außenhandel

Auszug
Der Außenhandel ist durch die größere Entfernung zum ausländischen Geschäftspartner und aufgrund der grenzüberschreitenden Warenbewegungen in besonderem Maße mit Fragen der Organisation und Abwicklung des Transports verbunden. Allgemein betrachtet geht es dabei um die physische Raumüberbrückung von Transportgütern mit Hilfe verschiedener Transportmittel. Bei den Transportmitteln wird generell unterschieden zwischen Gütertransporten auf dem Landweg (LKW-Verkehr, Eisenbahnverkehr), Gütertransporten auf dem Luftweg und Gütertransporten zu Wasser (Binnenschifffahrt und Seeschifffahrt). Die Transportabwicklung kann sowohl im Eigenbetrieb durch unternehmenseigene Transportmittel oder im Fremdbetrieb durch unternehmensfremde Transportunternehmen erfolgen. Im Außenhandel erfolgt der Transport in der Regel durch unternehmensfremde Transportunternehmen. Die Wahl des Transportmittels ist abhängig von verschiedenen Kriterien:
  • transportgutabhängige Kriterien: Produktbeschaffenheit (Gewicht, Volumen, Wert, Verderblichkeit), Bestellmenge, Verpackung
  • transportmittelabhängige Kriterien: Beförderungskapazität, Schnelligkeit, Kosten, Zuverlässigkeit und Sicherheit
  • geschäftspartnerbezogene Kriterien: Entfernung zwischen Liefer- und Empfangspunkt, existierende Verkehrsinfrastruktur, Belieferungserfordernisse
  • transportrechtliche Kriterien: Haftung bei Transportschäden, Transportversicherung

8. Dokumente im Außenhandel

Auszug
Außenhandelsgeschäfte erfolgen unter anderen Rahmenbedingungen als nationale Handelsgeschäfte. Oftmals kennen sich die Geschäftspartner im Außenhandel untereinander nicht. In aller Regel sind Dritte an der Abwicklung von Außenhandelsgeschäften beteiligt. Dies betrifft hinsichtlich des Warenverkehrs Spediteure, Transport- und Logistikunternehmen und im Hinblick auf den Zahlungsverkehr sowie die Zahlungssicherung Banken im In- und Ausland. Hinzu kommen die außenwirtschafts- und zollrechtliche Abwicklung bei der Ausfuhr und Einfuhr seitens der inländischen und ausländischen Behörden sowie die damit in Verbindung stehenden Meldepflichten.

9. Zahlungsbedingungen im Außenhandel

Auszug
Der internationale Zahlungsverkehr ist das monetäre Pendant zum internationalen Güterverkehr. Grundsätzlich kann er sich der gleichen Zahlungsinstrumente bedienen wie der nationale Zahlungsverkehr. Im Einzelnen ist zu unterscheiden zwischen dem baren Zahlungsverkehr (cash payment) und dem unbaren Zahlungsverkehr (non cash payment) in Form von Überweisungen (payment order), Wechseln (bill of exchange) oder durch Schecks (check). Die Bedeutung der einzelnen Zahlungsinstrumente ist im internationalen Geschäftsverkehr abhängig von den im Ausland herrschenden Gepflogenheiten. Insbesondere in devisenschwachen Ländern werden bestimmte Formen des Zahlungsverkehrs vorgeschrieben. In angloamerikanischen Ländern spielen Bankorderschecks eine bedeutende Rolle. Der Barzahlungsverkehr ist im internationalen Geschäft unüblich.

10. Finanzierung im Außenhandel

Auszug
Während durch die Zahlungsbedingungen festlegen wird, wie das Außenhandelsgeschäft bezahlt werden soll, geht es bei der Außenhandelsfinanzierung um die Frage, wer die Finanzierung trägt und wie die finanziellen Mittel zur Finanzierung des Außenhandelsgeschäfts aufgebracht werden sollen? Bestimmte Zahlungsbedingungen ordnen den Finanzierungsbedarf des Außenhandelsgeschäfts schwerpunktmäßig entweder dem Exporteur oder dem Importeur zu. Beispielsweise wird bei der Vereinbarung „Vorauszahlung“ der Finanzierungsbedarf auf den Importeur verlagert. Je nach Ausgangslage kann es jedoch auch sein, dass der Exporteur die für den Export bestimmten Waren bereits auf Lager hat, so dass sich in weiterer Auslegung auch für den Exporteur ein Finanzierungsbedarf ergibt.

11. Währung und Wechselkurssicherung im Außenhandel

Auszug
Sobald sich Aktivitäten im Außenhandel auf Geschäftsbeziehungen zum Fremdwährungsraum beziehen, besteht für die Geschäftspartner sowohl bei der Geschäftsanbahnung, beim Geschäftsabschluss als auch im Fall möglicher Kreditbeziehungen das Erfordernis den Wechselkurs und seine Entwicklung zu beachten. Ein Wechselkurs (exchange rate) ist in allgemeiner Definition das Austauschverhältnis für zwei Währungen. Es sind verschiedene Wechselkursnotierungen zu unterscheiden.

12. Sicherungsfazilitäten im Außenhandel

Auszug
Allgemein werden unter dem Begriff „Risiko“ die mit einem Vorhaben verbundenen Wagnisse verstanden, welche mit einer negativen oder positiven Wirkung verbunden sein können. Risiken resultieren immer aus unsicheren Erwartungen über die Zukunft. Ein einseitiges Risiko liegt vor, wenn der Eintritt des Risikofalls einen Verlust bzw. Nachteil darstellt, wie beispielsweise beim Transportrisiko. Von einem zweiseitigen Risiko wird gesprochen, wenn ein Risiko nicht nur eine Verlustgefahr, sondern auch eine Gewinnchance beinhaltet, wie dies beispielsweise beim Wechselkursrisiko der Fall ist. Aufgrund der Vielzahl von Risikoarten sowie ihrer komplexen Ursache-Wirkungszusammenhänge ist es nicht möglich, eine überschneidungsfreie und konsistente Risikoeinteilung abzubilden.

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