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2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

5. Auswahlverfahren

verfasst von: Michael Häder

Erschienen in: Empirische Sozialforschung

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

Im Rahmen der Untersuchungsplanung für eine sozialwissenschaftliche Studie spielt die Frage nach dem dabei einzusetzenden Auswahlverfahren eine wichtige Rolle. Zunächst ist jedoch generell zu entscheiden, ob es erforderlich ist, eine Stichprobe zu ziehen oder ob eine Totalerhebung, das heißt die Untersuchung aller interessierenden Elemente, erfolgen sollte. Für eine Totalerhebung spricht, dass bestimmte Fehler, die bei einer Stichprobenziehung auftreten können, ausgeschlossen sind und die gewonnenen Befunde unter Umständen belastbarer und genauer sein dürften. Gegen eine Totalerhebung spricht vor allem der damit verbundene, in der Regel immense Aufwand. Einleitend soll die Entscheidung für eine Stichproben- oder eine Totalerhebung näher betrachtet werden. Danach werden verschiedene Stichprobenstrategien diskutiert. Es gibt Problemstellungen, bei denen es sich prinzipiell verbietet, eine Totalerhebung vorzunehmen. So werden sich etwa medizinische Blutuntersuchungen stets mit Stichproben begnügen müssen, da sonst der zu untersuchende Organismus zerstört würde. Dies gilt auch für die Verkostung eines neuen Weinjahrganges; hier würde eine Totalerhebung die Gesamtheit des neuen Weines aufbrauchen. Damit ist zu konstatieren: In Fällen, bei denen im Rahmen einer Totalerhebung die Grundgesamtheit zerstört oder beschädigt würde, können ausschließlich Stichprobenuntersuchungen zum Einsatz kommen.
Fußnoten
1
Vergleiche: http://​www.​neustadt-weinstrasse.​de/​burgerhaushalt/​Download/​download.​html, zuletzt aufgerufen am 02.02.2006, leider inzwischen nicht mehr verfügbar.
 
4
Quelle: (ADM 1999, S. 80).
 
5
Zum ISSP vergleiche: http://​www.​gesis.​org/​issp/​ zuletzt aufgerufen am 08.02.2019, der ESS wird im Abschn. 6.​1.​4 genauer besprochen.
 
6
Zum Auswahldesign der PISA-Studie vergleiche den Abschn. 5.5.
 
7
Zum ESS vergleiche: http://​www.​europeansocialsu​rvey.​org/​ zuletzt aufgerufen am 11.02.2019, sowie Abschn. 7.​5.
 
8
Vergleiche zum Beispiel: Sampling for the European Social Survey Round VI: Principles and Requirements. Guide: erhältlich unter: http://​www.​europeansocialsu​rvey.​org/​docs/​round6/​methods/​ESS6_​sampling_​guidelines.​pdf, zuletzt aufgerufen am 08.02.2019.
 
13
Für einen Überblick vergleiche Zum Beispiel Akremi (2019, S. 312 ff.).
 
14
Für die Zusammenstellung der Ausfälle im Rahmen der Feldarbeit existiert keine verbindliche Systematik. Hier folgt jedes Institut eigenen Regeln (vergleiche Schnell 1997). Auch kann die erfolgte Zuordnung zu neutralen beziehungsweise zu systematischen Ausfällen weiter diskutiert werden.
 
15
In der Praxis der Umfrageforschung werden hier zumeist die Ergebnisse des Mikrozensus benutzt. Für diese Erhebung besteht aufseiten der Zielpersonen eine Auskunftspflicht, sodass hier das Nonresponse-Problem nur begrenzt auftritt.
 
16
Die Daten des Mikrozensus stammen aus Koch et al. (2001, S. 52).
 
Metadaten
Titel
Auswahlverfahren
verfasst von
Michael Häder
Copyright-Jahr
2019
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-26986-9_5