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12.07.2019 | Automatikgetriebe | Nachricht | Onlineartikel

ZF stellt Zweistufen-Automatik für elektrische Antriebe vor

Autor:
Frank Jung

Optimierte Beschleunigung und höhere Reichweite: Der Zweigang-Elektroantrieb von ZF für Pkw integriert eine neu entwickelte elektrische Maschine mit einem Schaltelement und passender Leistungselektronik.

Fünf Prozent mehr Reichweite und eine um zehn Prozent bessere Beschleunigung bei identischer Batterie – mit einer elektrischen Zweigang-Antriebslösung erweitert ZF sein Angebot bei der Elektromobilität im Pkw-Segment. Um den Wirkungsgrad des elektrischen Achsantriebssystems zu erhöhen, entwickelte ZF eine elektrische Maschine mit 140 Kilowatt Maximalleistung. Fahrzeuge mit dem neuen Zweigang-Antrieb hätten einen geringeren Energiebedarf, was wiederum im Vergleich zu einem einstufigen Aggregat zu einer Reichweitenerhöhung um bis zu fünf Prozent führe.

Der Gangwechsel erfolgt bei 70 km/h. Durch Anbindung an die CAN-Kommunikation des Fahrzeugs lassen sich jedoch auch – je nach Kundenwunsch – andere Schaltstrategien entwerfen, die etwa an digitales Kartenmaterial und GPS geknüpft sind. Das Fahrzeug könnte beispielsweise anhand der im Navigationsgerät programmierten Route erkennen, wie weit die nächste Ladestation entfernt ist und vorausschauend in einen Eco-Modus wechseln. Ebenso wären effektivere Gangwechsel bei anspruchsvoller Topographie, auf der Autobahn und bei Überlandfahrten möglich. Zudem ließe sich die Software des Antriebs dank Vernetzung mit Cloud-Services zeitsparend via Over-the-Air-Updates aktualisieren.

Zweigang-Getriebe bietet zwei Optionen

Für Fahrzeughersteller bietet der Zweigang-Antrieb zwei Optionen, um den besseren Wirkungsgrad effektiv zu nutzen. Neben der Reichweitenerhöhung bei gleichbleibender Batteriegröße könnte sich der OEM für einen kleineren Akku entscheiden. Dank seiner Abmessungen sei das Aggregat auch für kompakte Pkw geeignet, um beispielsweise Platz im Innenraum zu gewinnen.

Auch biete das neue zweistufige Konzept für OEM Vorteile, die den Performance-Gedanken verfolgen. "Bislang mussten sich Fahrzeughersteller bei elektrischen Antrieben zwischen einem hohen Anfahrdrehmoment und einer höheren Endgeschwindigkeit entscheiden", erklärt Bert Hellwig, Leiter des Systemhauses E-Mobility bei ZF. "Diesen Zielkonflikt lösen wir nun auf, denn der neue Antrieb wird für leistungsfähige und schwerere Fahrzeuge kompatibel sein – zum Beispiel für Pkw, die einen Anhänger ziehen." Mit seinem modularen Ansatz wird ZF das Zweigang-Getriebe mit noch leistungsstärkeren E-Maschinen bis 250 Kilowatt kombinieren können, was dann noch bessere Beschleunigungswerte und potenziell höhere Endgeschwindigkeiten verspricht.

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Quelle:
Das Getriebebuch

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