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02.04.2019 | Automatisiertes Fahren | Nachricht | Onlineartikel

Automatisierte Fahrzeuge sind Nutzfahrzeuge und fahren in China

Autor:
Christiane Köllner

Wo spielt die Musik beim automatisierten Fahren? Glaubt man den Keynote-Vortragenden der ATZ-Fachtagung "Automatisiertes Fahren", wird dies vor allem im Nutzfahrzeugbereich und in China der Fall sein.

"Die Frage ist nicht, ob das automatisierte Fahren kommt, sondern wann und wo es Anwendung findet". Mit diesen Worten hat Dr. Alexander Heintzel, Chefredakteur ATZ | MTZ | ATZelektronik | lightweight.design die internationale ATZ-Fachtagung "Automatisiertes Fahren – von der Fahrerassistenz zum autonomen Fahren" (früher "Fahrerassistenz-Systeme") in Wiesbaden eröffnet. Habe sich die Tagung im vergangenen Jahr eher auf das SAE-Level 3 des automatisierten Fahrens konzentriert, so fokussiere die diesjährige Tagung, die zum fünften Mal in Kooperation mit Continental und Etas stattfindet, die Level 4 und 5 und gehe der Frage nach, was mit dem automatisierten Fahren im Jahr 2025 und danach passiere, erläutert Heintzel.

Automatisiertes Fahren: vor allem im Nfz-Bereich und in China

Auf die Frage, wo das automatisierte Fahren zum Einsatz kommt, gibt Dr. Thomas Dieckmann, Leiter Vorentwicklung bei Wabco, in seinem Keynote-Vortrag "Trends of autonomous driving in the commercial vehicle industry" eine Antwort. Für Dieckmann ist "automatisiertes Fahren vorrangig ein Nutzfahrzeugthema". Erste größere Einsatzszenarien für den fahrerlosen Betrieb seien im Bereich Platooning und auf der Autobahn denkbar. Neben der Beschäftigung mit der fahrerlosen Technik, die es evolutionär von kleinen Einsatzbereichen aus zu optimieren gelte, sei die Weiterentwicklung der Fahrerassistenzsysteme ein ebenso wichtiges Feld für Wabco, um den Nfz-Fahrer besser unterstützen zu können. Dieckmann schätzt, dass selektive Einsätze (Level 4, Hub-to-Hub-Betrieb) der fahrerlosen Technik in der ersten Hälfte der 20er Jahre, insbesondere in China, stattfinden könnten.

Wie sich das automatisierte Fahren in China entwickelt, ist wiederum Thema des Keynote-Vortrags "Smart cities in China – challenges and opportunities for automated driving" von Hermann Meyer, Vice President Smart City Solutions bei Continental Teves. China treibe den intermodalen Verkehr, Mobilitätsdienstleistungen (Mobillity as a Service) sowie das automatisierte Fahren konsequent voran, so Meyer. Derzeit gebe es circa 500 Smart-City-Projekte in China. Deshalb, und weil die Chinesen sehr offen für Innovationen wie das autonome Fahren seien, setzt Continental auf das Reich der Mitte und will das Geschäft dort weiter ausbauen. Die Aktivitäten des Unternehmens umfassen dabei vier Dimensionen: fahrerlose Mobilität (People Mover wie etwa der Cube), "Smart Cooperation" (integrierte Mobilitätslösungen; Kooperationen mit chinesischen Städten), automatisiertes Parken und die Beschäftigung mit intelligenten Kreuzungen. Meyer prognostiziert, dass automatisierte Shuttle disruptiv in Zusammenspiel mit anderen Mobilitätslösungen und -services sein werden.  

Über die ATZ-Fachtagung "Automatisiertes Fahren"

Weitere Themen des ersten Tagungstages sind unter anderem Systems Design für AD-Fahrzeuge, die Absicherung hochautomatisierter Fahrfunktionen, automatisiertes Fahren aus Sicht der Kfz-Versicherer sowie Haftungsfragen beim automatisierten Fahren.

Die 5. ATZ-Fachtagung "Automatisiertes Fahren – von der Fahrerassistenz zum autonomen Fahren" legt ihren Themenschwerpunkt in diesem Jahr auf die Bereiche Deep Learning, Sensorik und funktionale Sicherheit sowie Mensch-Maschine-Interaktion. Die Tagung nimmt aber nicht nur technisch eine aktuelle Verortung des automatisierten Fahrens vor, sondern eröffnet mit einem parallelen Versicherungsstrang auch Fachleuten dieser Branche die Gelegenheit, sich umfassend zu informieren. Die ATZ-Fachtagung findet vom 2. bis zum 3. April 2019 in Wiesbaden statt. 

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