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03.01.2018 | Automatisiertes Fahren | Nachricht | Onlineartikel

Renaults Symbioz Demo Car ist vollautomatisiert unterwegs

Autor:
Christiane Köllner

Vergangenen September hat Renault auf der IAA das Concept Car Symbioz präsentiert und einen baldigen Testbetrieb des Autos angekündigt. Nun ist es soweit: Das vollautomatisierte Demo Car Symbioz fährt unter realen Verkehrsbedingungen.

Mit dem Symbioz Demo Car präsentiert Renault den weiterentwickelten Versuchsträger auf Basis der IAA-Studie Symbioz. Das vollvernetzte Demonstrationsfahrzeug mit reinem Batteriebetrieb soll einen Ausblick auf das Jahr 2023 geben: Seine Systeme erfüllen alle Anforderungen für die vierte von fünf Stufen des autonomen Fahrens. Renault führt mit dem Symbioz Demo Car bereits Straßentests unter realen Verkehrsbedingungen durch. Ab 2022 will der französische Automobilhersteller vollautomatisierte Fahrzeuge der Stufe vier auf den Markt bringen. 

Mit einer Länge von 4,92 Metern und einer Breite von 1,92 Metern verfügt das Symbioz Demo Car über die Maße einer gehobenen Limousine. Seine Höhe von 1,44 Metern entspricht derjenigen des Renault Kompaktwagens Mégane. Der Radstand beträgt 3,07 Meter.

Die Karosserie des Symbioz Demo Car verfügt über eine Vielzahl von Sensoren als Grundlage für die autonomen Fahrfunktionen. Hierzu zählen Lidar-Detektoren in den Scheinwerfern und im hinteren Stoßfänger. Ergänzt werden sie durch Radar- und Ultraschallsensoren sowie eine Frontkamera am oberen Rand der Windschutzscheibe. Hinzu kommen eine Kamera im Renault Rhombus auf der Heckklappe und Seitenkameras in den Türöffnern. 

Keine Mittelkonsole und flacher Kabinenboden 

Im Innenraum des Symbioz Demo Car gibt es keine Mittelkonsole, und der Kabinenboden ist durchgehend flach. In die Türverkleidungen sind Leuchtelemente integriert. Den Lounge-Charakter sollen die Vordersitze verstärken. Beispielsweise senken sich im "Lounge"-Modus automatisch die Armlehnen herab, und die Sitze schwenken um zehn Grad einander zu. Die "Zero Gravity"-Position im "Relax"-Modus ermöglicht ein ermüdungsfreies Fahren. Im Fahrprogramm"Dynamic" bieten die Vordersitze mehr Seitenhalt. Bereits beim Einsteigen erkennen die Fahrzeuge Fahrer und Passagiere und passen die Sitzeinstellung sowie die Musik- und Videoauswahl im Auto individuell an diese an.

Digitales Cockpit

Auch das Cockpit-Layout ändert sich je nach Fahrprogramm. So fahren im autonomen Modus "AD" ("Autonomous Driving") Instrumententräger und Lenkrad zwölf Zentimeter zurück, sodass mehr Platz zur Verfügung steht. Daneben bietet das neue Renault Multi-Sense-3.0-System die Fahrprogramme "Classic" und "Dynamic".

Das L-förmig geschnittene volldigitale Cockpit wurde in Zusammenarbeit mit LG Electronics entwickelt. Es umfasst drei individuell konfigurierbare OLED (Organic Light Emitting Diode)-Anzeigenfelder für Fahrtinformationen, Navigation und Komfortfunktionen beziehungsweise On-Board-Entertainment. Alternativ zu den Cockpitanzeigen projiziert im autonomen Betrieb ein Head-up-Display die wichtigsten Fahrtinformationen auf die Windschutzscheibe. 

Beim Einstieg begrüßt ein LED-Band auf halber Höhe der Türen und des Instrumententrägers Fahrer und Mitreisende mit einer Lichtwelle. Je nach gewähltem Modus wandelt sich die Lichtstimmung im Innenraum. Jedes Fahrprogramm ist außerdem durch ein eigenes Lichtszenario gekennzeichnet. Beispielsweise läuft bei „Dynamic” ein rotes Licht von hinten nach vorne. Hingegen ist die Kabine im "AD"-Modus in goldenes Licht getaucht. Hinzu kommt für jeden Fahrmodus ein spezieller Duft. 

Im Fahrprogramm "AD" hat der Fahrer die Wahl zwischen drei Innenraumkonfigurationen: 

  • "Alone@Home" erlaubt dem Fahrer, den durch das Zurückfahren von Armaturenträger und Volant gewonnenen zusätzlichen Raum flexibel zu nutzen, beispielsweise zum Arbeiten und Studium von Unterlagen. 
  • Im Modus "Relax" kann sich der Fahrer zurücklehnen und entspannen. Eine vom Spieleentwickler Ubisoft konzipierte Virtual-Reality-Brille erlaubt es ihm, in virtuelle Umgebungen einzutauchen. Um der Reisekrankheit vorzubeugen, sind Virtual-Reality-Brille und Fahrzeug vernetzt. Die Bilder, die der Fahrer sieht, stimmen mit Fahrgeschwindigkeit, eigener Bewegungsbahn und sogar der Bewegung anderer Verkehrsteilnehmer überein, die von den AD-Sensoren erfasst werden. 
  • "Lounge" ermöglicht es Fahrer und Beifahrer, intensiver miteinander zu kommunizieren. Die Armlehnen senken sich hierfür automatisch ab, und die Vordersitze schwenken automatisch um 15 Grad zum Sitznachbarn hin. 

Zwei Elektromotoren an der Hinterachse 

Für den Antrieb sorgen zwei Elektromotoren. Sie befinden sich direkt an der Hinterachse und leiten ihre Kraft getrennt jeweils an ein Hinterrad. Beide Elektromotoren leisten in dem Demonstrationsfahrzeug zusammen 500 kW (680 PS), mobilisieren ein Maximaldrehmoment von 660 Nm und beschleunigen die Studie in 6,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Dauerleistung liegt bei 360 kW (490 PS) mit einem Drehmoment von 550 Nm. 

Die Batterien des Konzeptfahrzeugs mit einer Kapazität von 72 kWh lassen sich an einer Schnellladestation in weniger als einer halben Stunde auf 80 Prozent ihrer Kapazität laden. Aufgrund der Gesamtspannung von 700 Volt lassen sich größere Leistungssteigerungen realisieren. Die Fahrzeugarchitektur ermöglicht den Einsatz von Stromspeichern bis 100 kWh. 

15 autonom fahrende Modelle bis 2022 

Die Renault Gruppe wird bis 2022 im Rahmen des Strategieplans "Drive the Future" 15 autonom fahrende Modelle sowie acht rein elektrische und zwölf elektrifizierte Fahrzeuge auf den Markt bringen. Die verschiedenen Funktionen für das autonome Fahren sollen schrittweise unter dem Namen "Renault Easy Drive" in die Serie eingeführt. 2019 erscheint das erste Modell, das teilautonomes Fahren auf Stufe zwei ermöglicht. Vollautomatisiertes Fahren auf Stufe vier wie im Symbioz Demo Car wird ab 2022 möglich sein. 

Auch die Connected Services will der französische Automobilhersteller unter dem Label "Renault Easy Connect" in Verbindung mit der neuen Smartphone-App "My Renault" ausbauen. 


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