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06.03.2018 | Automatisiertes Fahren | Nachricht | Onlineartikel

I.D. Vizzion fährt autonom und ist lernfähig

Autor:
Christiane Köllner

Volkswagen hat in Genf das vierte I.D.-Modell präsentiert. Die vollautonom fahrende Studie I.D. Vizzion wird via Augmented Reality, Gesten und Sprache bedient.

Ab 2020 wird Volkwagen die I.D.-Familie auf den Markt bringen. Drei Elektromodelle wurden als Studien bereits vorgestellt: der kompakte I.D., das SUV I.D. Crozz und der Van I.D. Buzz. Jetzt zeigt Volkswagen in einer Weltpremiere auf dem Genfer Automobilsalon (8. bis 18. März) die viertürige voll-elektrische Oberklasselimousine I.D. Vizzion. Mit dem I.D. Vizzion will Volkswagen die Limousine von morgen und übermorgen definieren: autonom fahrend, via Augmented Reality leicht bedienbar und dank künstlicher Intelligenz lernfähig. 

Elektrischer Allradantrieb

Der I.D. Vizzion basiert auf dem neu entwickelten modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB). Er ist außen so groß wie ein Passat, bietet innen aber so viel Platz wie ein Phaeton. Die Studie ist 5.163 mm lang, 1.947 mm breit und 1.506 mm hoch. Extrem lang sind der Radstand (3.100 mm) und die Dachpartie, kurz indes die Front- und Heckpartie. Zwischen den 24-Zoll-Rädern befinden sich gegenläufig angeschlagene Türen, die sich elektrisch bis zu einem rechten Winkel öffnen.

Im I.D. Vizzion kommt ein elektrischer Allradantrieb mit zwei Elektromotoren zum Einsatz. Vorn arbeitet ein 75-kW-Koaxialantrieb, hinten eine kompakte 150-kW-Maschine. Sie entwickeln eine gemeinsame Systemleistung von 225 kW und treiben direkt die jeweilige Achse an. Die Lithium-Ionen-Batterie mit einem Energiegehalt von 111 kWh befindet sich im Unterboden. Der I.D. Vizzion soll mit einer Batterieladung Reichweiten von bis zu 665 Kilometern zurücklegen und in 6,3 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen können. Für die autonome Variante stellt sich VW eine bei 180 km/h abgeregelte Höchstgeschwindigkeit vor.

Kein klassisches Cockpit

Die Studie in Genf hat weder ein Lenkrad noch ein klassisches Cockpit. Volkswagen zeigt mit dem I.D. Vizzion die maximale Ausbaustufe des automatisierten Fahrens, und zwar Level 5. Und das schafft zusätzlichen Raum im lounge-artigen Open Space, der einen individualisierbaren, mobilen Lebensraum darstellen soll. Statt eines Autoschlüssels braucht der Fahrer nur sein Gesicht, das vom I-D. Vizzion gescannt wird. Vier Integralsitze (vorn mit Liegefunktion) bilden das Zentrum im Innenraum. Die Sitze stellen sich – da der Wagen seine Passagiere über den biometrischen Abgleich der Gesichtserkennung oder elektrische Geräte wie das Smartphone kennt und über die Volkswagen ID die zuletzt in der Cloud hinterlegten Einstellungen abruft – automatisch auf den jeweiligen Gast ein. Ebenfalls über das Profil der Volkswagen ID steuert der I.D. Vizzion Parameter wie Licht, Klimatisierung, Infotainment samt Streamingdiensten oder Düfte. Zwischen den Sitzen gibt es eine Mittelkonsole, die je nach Innenraummodus geöffnet oder geschlossen ist.

Bedient wird die Studie in erster Linie über die Gesten- und Sprachsteuerung. Die Passagiere kommunizieren dabei mit einem virtuellen Assistenten, der lernfähig ist und empathisch reagieren soll. Alle Gäste an Bord des I.D. Vizzion können bei Bedarf eine HoloLens nutzen, die in den realen Raum via Augmented Reality ein virtuelles Interface projiziert. Das Interface ist ein virtueller Ring; über den die Passagiere per Gestensteuerung mit dem Wagen und anderen digitalen Geräten kommunizieren können. Gleichwohl gibt es auch im I.D. Vizzion zwei (vorne und hinten) reale Dreh-Drücksteller auf der Mittelkonsole. Je nach Reise-Modus werden die Scheiben elektrochemisch verdunkelt und störende Umweltgeräusche durch Active-Noise Cancelling ausgeblendet. Über Sensoren von Fitness Trackern und der HoloLens erkennt die Studie verschiedene Vitalwerte seiner Gäste und steuert auf dieser Basis die Klimatisierung.

Der I.D. Vizzion soll zunächst als vollelektrisch angetriebene und konventionell gesteuerte Limousine bis 2022 auf den Markt kommen. Das Fahrzeug zeigt darüber hinaus die Zukunft des autonomen Fahrens bei Volkswagen in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre mit innovativem Bedienkonzept. "Wir planen, bereits 2025 rund eine Million vollelektrische Fahrzeuge pro Jahr zu bauen. Der kompakte I.D.1 und das SUV I.D. Crozz werden dabei im Jahr 2020 den Anfang machen. Ihnen folgen 2022 die Großraumlimousine I.D. Buzz und wie skizziert der nun in Genf als Studie gezeigte I.D. Vizzion", so Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen.

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