Skip to main content
main-content

14.12.2017 | Automatisiertes Fahren | Interview | Onlineartikel

"Zum ersten Mal in der Geschichte der IBM nicht in den USA"

Autor:
Michael Reichenbach

Im Interview begründet Stefan Schumacher von IBM, wie eine Sprachsteuerung mit künstlicher Intelligenz Ängste abbauen kann und warum das IT-Unternehmen für Watson IoT die Stadt München als Firmensitz auswählte.

ATZ_ Autonom gefahren und allein gelassen zu werden sowie eine Sprachsteuerung zu nutzen, das hat oft eine psychologische Barriere – man kann keinen Fahrer mehr fragen. Wie heben Sie zum Beispiel mit dem People Mover Olli und dem KI-System Watson die Ängste auf?

Schumacher_ Unser Sprachdialog arbeitet sehr natürlich und kontextsensitiv. Das baut Hemmschwellen ab. Die Fahrgäste können dem System ganz selbstverständlich Fragen stellen. Olli nutzt die cloudbasierten kognitiven und analytischen Fähigkeiten des KI-Systems Watson, um die enormen Datenmengen auszuwerten, die notwendig sind, um mit den Fahrgästen in einen sinnvollen Dialog zu treten, ihre Anliegen zu verstehen und ihre Fragen zu lösen. 

Empfehlung der Redaktion

01.12.2017 | Entwicklung | Ausgabe 12/2017

Cybersecurity-Lösung für das Fahren in der Zukunft

Mit zunehmender Vernetzung kann eine Attacke mit Schadsoftware einzelne Fahrzeuge oder ganze Flotten ausschalten. Umsich gegen solche Gefahren zu wehren, sind von der Entwicklungsphase an integrierte Sicherheitsmaßnahmen nötig. Harman stellt in …

Aber die Sprachsteuerung ist heute oft noch negativ besetzt, weil das System Dinge missversteht.

Klar ist, wenn Technik nicht sicher funktioniert, ist das immer eine negative Erfahrung, eine schlechte User Experience. Das grundlegend Neue bei Watson ist die Dialog- und Lernfähigkeit sowie die enorm schnelle Verarbeitung riesiger Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen und in unterschiedlichen Formaten. Wir sagen immer: Watson ist ein lernendes System, das mit dem Wissen eines kleinen Kindes  anfängt, schnell zum Schüler heranwächst und schließlich irgendwann so viel weiß wie ein Experte  – und das immer auf einem ganz bestimmten Gebiet.

Und das alles muss vor Hackern auch noch sicher sein?

Ja, die Datensicherheit, also Security sowie Privatsphäre und die Einhaltung der entsprechenden Gesetze, muss unbedingt abgesichert sein. Das hat oberste Priorität. Global betrachtet haben wir hier bei uns in Deutschland sicher mit die kritischsten Kunden und die strengste Gesetzgebung. Andere Länder wie die USA oder China sind da manchmal etwas offener. Es findet aber auch zwischen Flensburg und Bodensee ein Wandel statt. Die Erfahrung zeigt, dass, wer sich einen Nutzen davon verspricht, durchaus bereitwillig das Häkchen setzt und seine Daten zur Verfügung stellt.

Nicht nur der OEM, auch die IT-Welt muss sich anpassen. Wie stellt sich die IBM neu auf? Muss einerseits auf die Autoindustrie zugegangen werden?

Wir sind in einem ständigen Transformationsprozess, dass gehört zur DNA der IBM. Zum einen verändern wir uns organisch und haben zum Beispiel mit Watson IoT eine eigene neue Geschäftseinheit gegründet. Dieser Geschäftsbereich ist mit seinem Hauptquartier zum ersten Mal in der IBM-Geschichte nicht in den USA beheimatet, sondern im deutschen München. Experten aus unterschiedlichsten Bereichen – Designer, Entwickler, Datenwissenschaftler – arbeiten hier gemeinsam mit Kunden und Partnern wie zum Beispiel BMW oder der Bank BNP Paribas, um nur einige zu nennen, an verschiedenen Projekten. Es geht bei diesen Projekten um vernetzte Lösungen an der Schnittstelle von Cognitive Computing – also mitdenkenden Computersystemen – und dem Internet der Dinge. Ausschlaggebende Gründe für München waren unter anderen die beiden Exzellenzuniversitäten und erstklassige Forschungseinrichtungen. Hier werden technische Talente ausgebildet, mit denen wir unsere Innovationsfähigkeit weiter ausbauen können. Zudem gibt es hier ein starkes wirtschaftliches Umfeld mit führenden Automobil-, Maschinenbau-, Versicherungs- sowie mittelständischen Unternehmen, die zum Austausch einladen.

Andererseits muss eine IBM auch extern aktiv werden, trotz ihrer Größe?

Wir akquirieren, zum anderen, auch sehr gezielt externe Expertise. Zum Beispiel haben wir im Jahr 2016 die Digitalagentur Aperto in unser Portfolio aufgenommen. Dort gibt es besonders starke Erfahrungen in Sachen "Digital Experience Design", die das Portfolio der IBM wunderbar ergänzen. Aperto gehört als IBM Company zur globalen IBM-iX-Agenturfamilie, eine der größten Digitalagenturen weltweit. Mit der jahrelangen Erfahrung als digitale Agentur ist Aperto als Speerspitze und Impulsgeber für uns sehr wichtig. Die Leute sind extrem kreativ, sie haben die Entwicklung digitaler Dienstleistungen von Anfang an miterlebt und mitgestaltet. Hier wird "digital" und "agil" seit Jahren  gelebt. In Kombination mit der industriellen Expertise der IBM ist das eine ideale Mischung. Darüber hinaus schließen wir Partnerschaften mit anderen führenden Unternehmen, etwa mit Apple oder Salesforce. Am Ende geht es um das beste Netzwerk von Expertise und Kompetenzen.

Herr Schumacher, vielen Dank für das wertvolle Gespräch.

Mehr vom Interview können Sie in der ATZ 1/2018 lesen, die am 29. Dezember 2017 erscheinen wird.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Premium Partner

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Zur B2B-Firmensuche

Whitepaper

- ANZEIGE -

Und alles läuft glatt: der variable Federtilger von BorgWarner

Der variable Federtilger von BorgWarner (VSA Variable Spring Absorber) ist in der Lage, Drehschwingungen unterschiedlicher Pegel im laufenden Betrieb effizient zu absorbieren. Dadurch ermöglicht das innovative System extremes „Downspeeding“ und Zylinderabschaltung ebenso wie „Downsizing“ in einem bislang unerreichten Maß. Während es Fahrkomfort und Kraftstoffeffizienz steigert, reduziert es gleichzeitig die Emissionen, indem der VSA unabhängig von der Anzahl der Zylinder und der Motordrehzahl immer exakt den erforderlichen Absorptionsgrad sicherstellt.
Jetzt gratis downloaden!

Sonderveröffentlichung

- ANZEIGE -

AVL analysiert im Serien Batterie Benchmark Programm als neueste Fahrzeuge den Jaguar I-Pace und den Hyundai Kona

Das AVL Battery Benchmarking Programm analysiert auf Basis unterschiedlicher Faktoren die Wettbewerbsfähigkeit von Großserienbatterien. Kürzlich wurden die Tests des Tesla Model S abgeschlossen. Neu auf dem Prüfstand sind der Jaguar I-Pace, sowie der Hyundai Kona.
Mehr dazu erfahren Sie hier!

- ANZEIGE -

Konnektivität im autonomen Fahrzeug

Neue Verbindungen für zuverlässige Datenübertragung
Ohne ultimative Konnektivität und schnelle zuverlässige Datenübertragung ist das autonome Auto nicht darstellbar. Dafür müssen die Verbindungsstellen extrem anspruchsvolle Herausforderungen meistern. Mehr dazu erfahren Sie hier!

Bildnachweise