Skip to main content
main-content

08.06.2016 | Automatisiertes Fahren | Nachricht | Onlineartikel

EU fördert "AutoMate"-Projekt mit 5 Millionen Euro

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Die EU unterstützt das "AutoMate"-Projekt zum hochautomatisierten Fahren mit 5 Millionen Euro. Im Fokus steht die Entwicklung eines Konzepts zur optimierten Mensch-Maschine-Interaktion.

Die Europäische Union fördert im Zuge des Forschungsprogramms "Horizon 2020" ein internationales Großprojekt zum hochautomatisierten Fahren mit insgesamt fünf Millionen Euro. Gut 670.000 Euro davon erhalten Forscher der Universität Ulm. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern und Entwicklern aus Deutschland, Frankreich, Italien und der Slowakei arbeiten die Ulmer daran, den Austausch zwischen Fahrer und Fahrzeug für das hochautomatisierte Fahren zu verbessern. Im Mittelpunkt des "AutoMate"-Projektes steht dabei die Entwicklung eines ausgereiften Konzepts zur optimierten Mensch-Maschine-Interaktion.

"Auch wenn die Forschung in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat, gibt es noch immer Situationen, in denen der Mensch dem technischen System klar überlegen ist. Der Traum vom vollständig selbstfahrenden Auto wird sich in den nächsten Jahren sicher nicht erfüllen", sagt Professor Klaus Dietmayer, Leiter des Instituts für Mess-, Regel- und Mikrotechnik an der Uni Ulm. In Grenzfällen, in denen die Technik überfordert ist, wird der Mensch also noch eine Weile das Steuer übernehmen müssen. Die "AutoMate"-Forscher arbeiten daher an einem partnerschaftlichen Konzept der Zusammenarbeit zwischen Fahrer und Fahrzeug. "Mensch und Technik bilden dabei ein Team aus zwei sehr verschiedenen Partnern, die sich jeweils mit ganz unterschiedlichen Eigenheiten und Kompetenzen einbringen", erklärt der Professor Martin Baumann, der am Institut für Psychologie und Pädagogik der Uni Ulm die Abteilung Human Factors leitet. Während die Technik sehr gut mit Routinen umgehen könne, die den Fahrer häufig ermüden, sei der Mensch meist besser in der Einschätzung von Ausnahmesituationen, die regelabweichende Fahrmanöver verlangen.

"TeamMate Car"-Konzept

"Der Mensch akzeptiert Technik nur, wenn er ihr vertraut. Doch dafür fehlt den heutigen Automatisierungssystemen häufig die Transparenz. Für den Fahrer ist schwer zu erkennen, wann die Technik überfordert ist", so Baumann. Eine zentrale Herausforderung des "AutoMate"-Projektes liege daher in der Erarbeitung eines sogenannten "TeamMate Car"-Konzepts. Die Idee dahinter: Fahrer und Fahrzeug agieren als Mitglieder eines Teams, die sich gegenseitig verstehen und dabei unterstützen, sicher, effizient und komfortabel ans Ziel zu kommen. Im Mittelpunkt stehe dabei das sogenannte "TeamMate"-System, das die automatisierten Funktionen koordiniert und dabei sowohl den Bedürfnissen des Fahrers als auch den Anforderungen der Situation gerecht wird. Dazu sollen über Sensorsysteme Daten zur Fahrtüchtigkeit und zum Fahrverhalten des Fahrers ermittelt und an das System weitergegeben werden. "Der Mensch hingegen erhält über die zu entwickelnde Fahrer-Fahrzeug-Schnittstelle Einblicke in den Aktivitätszustand des Systems und kann sich so ein Bild davon machen, wann die Automatik die Situation voll im Griff hat und wann eben nicht", ergänzt Baumann.

Aufgabe der Ulmer Forscher ist es zudem, die Entwicklung von Algorithmen zu unterstützen, die den Zustand des Fahrers für das "TeamMate"-System zuverlässig erfassen können. Dafür werden vom Team um Professor Baumann am Fahrsimulator Daten darüber gesammelt, wie Menschen bestimmte Verkehrssituationen wahrnehmen, welche Schlüsse sie daraus ziehen und wie sie sich letztendlich in den entscheidenden Momenten verhalten. Die Mannschaft von Professor Dietmayer wird sich hingegen um die Entwicklung von Situationsmodellen des hochautomatisierten Fahrzeugs kümmern, die in der Lage sind, bei der Planung der eigenen Handlung und Fahrtrajektorie auch das vermutliche Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer mit einzubeziehen.

Fahrer-Fahrzeug-Schnittstelle des "TeamMate Car"

Das Ulmer Team ist zudem zuständig für die Entwicklung von Konzepten der Fahrer-Fahrzeug-Schnittstelle des "TeamMate Car". So müsse festgelegt werden, welche Art von Informationen für den Menschen hilfreich ist und wie viel er davon über einen längeren Zeitraum sinnvoll verarbeiten kann. Über diese Schnittstelle soll das System dann zugleich reibungslos zwischen manueller und autonomer Steuerung hin- und herschalten, um den Fahrvorgang möglichst sicher und effizient zu machen. An der Universität Ulm soll zudem der sogenannte "Demonstrator" für das "TeamMate Car" entwickelt werden, mit dessen Hilfe die Funktionstüchtigkeit des Konzepts gezeigt werden soll - und zwar sowohl im Fahrsimulator als auch im echten Fahrzeug.

Die Laufzeit des Projektes "AutoMate", das im September startet, beträgt insgesamt drei Jahre. Beteiligt sind an dem internationalen Projekt neben den drei deutschen Forschungseinrichtungen Oldenburger Institut für Informatik (Offis), Universität Ulm und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auch das französische Forschungsinstitut Vedecom. Mit von der Partie sind zudem die italienischen und französischen Automobilhersteller CRF und PSA, die Zulieferunternehmen Broadbit und Continental Automotive France SAS sowie die Firmen HuMaTects und RE:LAB.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

BorgWarnerdSpaceFEVWatlowHBMAnsysValeo Logo

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Zur B2B-Firmensuche

Whitepaper

- ANZEIGE -

Ausblick in die Zukunft der Turboladertechnologie

Die Hersteller von Turboladersystemen müssen ihre Palette an technischen Lösungen ständig erweitern und an das wachsende Spektrum an Motorkonzepten anpassen. BorgWarner liefert innovative Technologien, wie den eBooster® elektrisch angetriebenen Verdichter, Wälzlagersysteme und Turbolader mit variabler Turbinengeometrie (VTG) für Benzinmotoren, die dem Fahrzeug der Zukunft den Weg bereiten. Jetzt gratis downloaden!

Sonderveröffentlichung

- ANZEIGE -

Kraftstoff reduzieren und gleichzeitig Emissionen senken – ist das möglich? AVL PLUtron™ - Die Kraftstoffverbrauchsmessung der Zukunft!

AVL PLUtron erfährt eine enthusiastische Resonanz seit es im Juli auf dem Markt gekommen ist. Anwender aus dem Fahrzeugtest einschlägiger Automobilhersteller zeigen sich beeindruckt von der Qualität der Messergebnisse und von der Einfachheit der Einbindung über die CAN-Schnittstelle.

Das erfahren Sie hier!