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30.09.2020 | Automatisiertes Fahren | In eigener Sache | Onlineartikel

In eigener Sache

Die Herausforderung Tesla

Autor:
Markus Schöttle
4 Min. Lesedauer

Treibt Tesla die etablierten Autohersteller vor sich her? Eine Frage, die auch ADAS-Experten kontrovers diskutieren. Die ATZ-Fachtagung Automatisiertes Fahren am 13. / 14. Oktober bietet die Plattform zum Benchmark.

Die Gemüter sind erhitzt. Ist Tesla noch einzuholen? Und wenn ja, wie und in welchen Disziplinen der Car, Energy, Software und Big Data Company? Mittlerweile erhält Tesla-Chef Elon Musk mehr Anerkennung auch in den Reihen seiner (ehemaligen) Kritiker, und das inzwischen ganz offiziell. Vor allem beherrsche er "den Computer auf vier Rädern", eine Grundvoraussetzung für automatisierte Fahrfunktionen und das spätere autonome Fahren. Eine Steilvorlage für hitzige Debatten. Und Motivation genug, um mitzudiskutieren, ganz aktuell auf dem 6. Internationalen ATZ-Fachkongress Automatisiertes Fahren am 13. und 14. Oktober 2020 in Wiesbaden. Hier präsentieren europäische Firmen und Institutionen, wie sie sich im Wettbewerb erfolgreich aufstellen.

Real vor Ort und/oder virtuell zugeschaltet. Für eine reale Teilnahme vor Ort spricht, dass ein ehrlicher und offener Informations- und Erfahrungsaustausch – unter anderem mit dem Thema Tesla im Hinterkopf – oft nur gelingt, wenn man sich in den Pausen, am Rande eines Kongresses oder bei der Abendveranstaltung vertraulich trifft. Für eine reale Teilnahme spricht zudem, dass alle Hygienevorkehrungen zum maximalen Schutz aller Teilnehmer vor Ort ausgearbeitet wurden. 

Think big

Eine der wichtigsten Stellschrauben, um Tesla überhaupt Paroli bieten zu können, sind gut funktionierende Partnerschaften, ein Schwerpunktthema des Kongresses. BMW und Daimler rudern gerade zwar zurück. Vielleicht kommt es aber doch noch zu einer Partnerschaft zwischen München und Stuttgart, während andere Player neue Allianzen beherzigen. Microsoft, beispielhaft, hat Ideen und dringende Handlungsempfehlungen, die nicht nur die Technik, sondern branchenweit neue Organisationsformen oder Zusammenarbeitsmodelle enthalten. Der große Wurf wäre ein Automobil-Betriebssystem. Das wünschen sich einige Kenner der Autoszene seit vielen Jahren, und gleichzeitig winken sie ab: "Das bekommen wir nie hin." Man sollte meiner Ansicht nach nicht müde werden, es dennoch zu versuchen. Sigrid de Vries, Secretary General, CLEPA – The European Association of Automotive Suppliers, weitet in ihrer Keynote den Blick auf europäische Konzepte und Zusammenarbeitsmodelle. 

Im Schulterschluss mit ATZlive und dem Expertenkreis

Die ATZ-Fachtagung hat sich als Diskussionsplattform mit jährlichem Stimmungsbarometer und Reifegradmesser entwickelt. Die vergangenen sechs Jahre seit Gründung dokumentieren eine beachtliche Dynamik und teilweise nicht vorhersehbare Korrekturen in der Entwicklungs-Roadmap Automatisiertes Fahren. Ein Fazit: "Wir" Europäer müssen ehrlich die Defizite der etablierten Automobilindustrie ansprechen – aber uns "unserer" Stärken bewusst sein. Diese kommen allerdings in einem immer noch zu wenig ausgeprägten Systems Engineering nicht zur Entfaltung, wie mir einige Experten spiegeln. Ein Ansatz zur stetigen Verbesserung. Wie sehen Sie das, als (potenzieller) Teilnehmer der ATZ-Konferenz? Diskutieren Sie mit den entscheidenden Wegbereitern des automatisierten Fahrens, unter anderem mit den Konferenz-Kooperationspartnern Continental und ETAS.

Polarisierung abzusehen

Frank Weber, der neue BMW-Entwicklungsvorstand, würde in der Debatte um Tesla widersprechen. "Wenn jemand behauptet, wir laufen dem Digitalen und Tesla hinterher, ist das einfach nicht richtig", beanspruchte er jüngst in einem Interview mit der FAZ einen Bonus für sein Unternehmen. BMW zählt allerdings zu den Autoherstellern, die Fahrzeuge mit Level-3- und Level-4-Funktionen deutlich später anbieten, als es etwa noch vor zwei Jahren auch von Audi noch sehr selbstbewusst angekündigt wurde. 

"Kein Grund, um die Fortschritte und vorsichtigeren Schritte der deutschen Automobilbranche allzu kritisch einzuschätzen", relativiert Professor Andre Seeck, Direktor und Leiter der Abteilung "Fahrzeugtechnik" bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) diese Aussage. Die OEMs seien schließlich auch abhängig von Entscheidungen auf europäischer Ebene. "Die Vereinten Nationen haben verbindliche internationale Regeln für das automatisierte Fahren auf Level 3 verabschiedet." Diese würden noch in diesem Jahr ratifiziert. Ab Januar 2021 ist es dann erlaubt, bis Tempo 60 kmh/h auf Autobahnen (mit Ausnahmen) automatisiert zu fahren. Auch etwas später als geplant wird die jetzt vorgestellte Mercedes-Benz S-Klasse diese Funktion im Lauf des kommenden Jahres als sogenannten Drive Pilot anbieten. Wie es dann mit nationalen Gesetzgebungen und Umsetzungen weitergeht und wie sich die Autoindustrie darauf einstellen kann, weiß der bei den Vereinten Nationen engagierte Andre Seeck. Er ist vor Ort in Wiesbaden, in seiner Funktion als Beiratsmitglied der Internationalen ATZ-Fachtagung Automatisiertes Fahren. Seine Beiratskollegen und ATZlive sowie die angeschlossenen Redaktionen freuen sich auf einen regen Gedankenaustausch mit Ihnen.

Anmeldung zur Veranstaltung

Wir laden Sie herzlich ein, die Experten namhafter OEM, Zulieferer und Entwicklungsdienstleister sowie aus der Forschung in Wiesbaden zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. Melden Sie sich hier zum 6. Internationalen ATZ-Fachkongress Automatisiertes Fahren am 13. und 14. Oktober 2020 in Wiesbaden an.

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