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15.12.2016 | Automatisiertes Fahren | Nachricht | Onlineartikel

Multicore-Technik eignet sich doch für sicherheitskritische Anwendungen

Autor:
Andreas Burkert

Mehrkernprozessoren sind für sicherheitskritische Anwendungen im Automobil doch geeignet. Das haben Forscher am KIT bewiesen. Nun soll deren effizienter industrieller Einsatz erforscht werden.

Mehrkernprozessoren eignen sich grundsätzlich für sicherheitskritische Anwendungen. Das konnte das am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierte Projekt Aramis anhand von Demonstratoren zeigen. Nun startete am KIT das Folgeprojekt Aramis II mit dem Ziel, Entwicklungsprozesse, Entwicklungswerkzeuge und Plattformen für den effizienten Einsatz industriell verfügbarer Multicore-Architekturen zu erforschen und zu optimieren. Dies ist insofern von großer Bedeutung, da der Bedarf an digitaler Rechenleistung enorm steigt.

Treiber dieser Technik sind unter anderem hochautomatisierte Fahrzeuge und echtzeitfähig vernetzte Maschinen. Aber auch durch die zunehmende Integration und Interaktion mit anderen Produkten und Services sind leistungsfähige Rechner gefordert. Durch den Einsatz von Multicore-Technologien lässt sich die Rechenleistung eingebetteter Systeme in Fahrzeugen, Flugzeugen oder Industrieanlagen deutlich erhöhen. Multicore-Prozessoren haben mehrere – zukünftig sehr viele – Prozessorkerne, die parallel arbeiten müssen, was die Rechengeschwindigkeit erheblich erhöht. In vielen Anwendungen wie PCs, Tablets und Smartphones werden sie inzwischen erfolgreich eingesetzt. Sicherheitskritische Anwendungen in Mobilität und Industrie stellen jedoch zusätzliche komplexe Anforderungen.

Sicherheit beim Einsatz von Multicore-Techniken erhöhen

Im Rahmen des Projekts wollen die Forscher nun die unabdingbaren methodischen Voraussetzungen schaffen, um die "Sicherheit, Effizienz und Komfort beim Einsatz von Multicore-Technologien zu erhöhen und industriell verfügbar zu machen“, erklärt Professor Jürgen Becker, Sprecher der Institutsleitung des Instituts für Technik der Informationsverarbeitung (ITIV) des KIT und zusammen mit Falco Bapp vom ITIV Koordinator von Aramis II. Laut Becker fließen die Ergebnisse dann ergänzend in Standardisierungsaktivitäten der betrachteten Domänen ein und werden somit weiteren Industriepartnern bereitgestellt.

Das Konsortium von Aramis II besteht aus 33 Partnern – renommierten Forschungseinrichtungen sowie führenden Herstellern aus dem Automobil- und Flugzeugbau und dem Industriesektor, Zulieferern, Software- und Toolherstellern. So gehören unter anderem Continental – als Industriesprecher in Aramis II –, Audi, Bosch, Airbus und Siemens zu den Industriepartnern. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt; das Projektvolumen beträgt insgesamt mehr als 26 Millionen Euro. Gefördert wird Aramis II vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 15 Millionen Euro.

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