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29.11.2016 | Automatisiertes Fahren | Nachricht | Onlineartikel

DB Schenker und MAN vereinbaren Platooning-Projekt

Autor:
Benjamin Auerbach

Der Logistikkonzern DB Schenker und MAN beschließen eine Entwicklungspartnerschaft für den Einsatz von High-Tech-Trucks auf der A9 zwischen München und Nürnberg.

MAN und DB Schenker arbeiten künftig bei der Entwicklung vernetzter Lkw-Kolonnen zusammen und wollen diese im Echtbetrieb erproben. Eine entsprechende Absichtserklärung haben DB Schenker und MAN nun unterzeichnet. Geplant ist, zunächst die Rahmenbedingungen für das Projekt und eine damit verbundene Praxiserprobung festzulegen. 2018 soll dann ein Lkw-Platoon auf dem Digitalen Testfeld Autobahn auf der A 9 zwischen den DB Schenker-Niederlassungen München und Nürnberg unterwegs sein. Im zweiten Schritt ist der Einsatz autonom fahrender Lkw auf dem Nürnberger DB Schenker-Werksgelände vorgesehen.

Alle im Platoon fahrenden Fahrzeuge sollen durch eine sogenannte elektronische Deichsel mittels einer Car-to-Car-Kommunikation miteinander verbunden sein. Der Abstand der einzelnen Fahrzeuge betrage untereinander circa zehn Meter beziehungsweise etwa eine halbe Sekunde Fahrzeit. Dabei gewährleiste die elektronische Kopplung der Fahrzeuge im Platoon die Verkehrssicherheit. Das primäre Ziel sei, durch das so erzeugte Windschattenfahren eine Kraftstoff-Einsparung von bis zu zehn Prozent für den gesamten Platoon zu erreichen. 

Partnerschaft zwischen Logistik und Hersteller

"Unser Anspruch ist es, in der Transport- und Logistikbranche Treiber digitaler Geschäftsmodelle und für unsere Kunden mit digitalen und nicht-digitalen Services die erste Wahl zu sein", sagte Jochen Thewes, Vorstandsvorsitzender bei DB Schenker. "Deshalb freut es mich, dass wir zusammen mit MAN Platooning frühzeitig im alltäglichen Betrieb zwischen Landverkehr-Terminals testen. DB Schenker und MAN erhoffen sich von der Partnerschaft neue Erkenntnisse zur Optimierung logistischer Prozesse." 

Joachim Drees, der Vorsitzende des Vorstands von MAN SE und MAN Truck & Bus, betonte die Vorteile von Lkw-Platoons aus Sicht des Fahrzeugherstellers: "Platooning ist ein echter Gewinn für die Verkehrssicherheit. Menschliches Versagen gehört leider zu den häufigsten Ursachen für Auffahrunfälle. Die elektronische Kopplung von Lkw gibt uns hier einen vielversprechenden Lösungsansatz. Windschattenfahren senkt dabei maßgeblich den Kraftstoffverbrauch. Gleichzeitig können wir mit Platooning die Verkehrsinfrastruktur deutlich effizienter nutzen."

Die Partnerschaft mit DB Schenker sehe Joachim Drees deshalb als idealen Rahmen, um Platooning im realen Transportalltag zu testen und weiterzuentwickeln. "Wir wollen insbesondere die vielfältigen Anforderungen der Praxis an das System kennenlernen und gemeinsam mit unserem Kunden Lösungen für einen optimalen Einsatz von Platooning erarbeiten."

Erster Schritt Grundlagenarbeit

Im ersten Schritt wollen die Partner DB Schenker und MAN Truck & Bus wesentliche Grundfragestellungen für die Erprobung klären. Beispielsweise sollen zunächst sinnvolle Einsatzfälle für Platooning und deren technischen und logistischen Voraussetzungen herausgearbeitet werden. Ein weiterer Themenblock betrifft die Erfassung und Bereitstellung der notwendigen Informationen und deren Nutzung durch Hersteller und Logistiker.

Darüber hinaus werden die Anforderungen an die Fahrer beim Platooning sowie der Einfluss der neuen Technologie auf den Arbeitsplatz Lkw beleuchtet werden. "Vieles ist Zukunftsmusik, aber wir wollen diese Zukunft testen, mitgestalten und uns inspirieren und anspornen lassen", sagte Jochen Thewes. 

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