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12.04.2021 | Automatisiertes Fahren | Nachricht | Onlineartikel

Neues Radar-Sensorsystem für verbesserten Fußgängerschutz

Autor:
Patrick Schäfer
1:30 Min. Lesedauer

Forscher verschiedener Fraunhofer-Institute haben ein neues Radar-Sensorsystem entwickelt. Es soll drohende Kollisionen mit Fußgängern bereits am Anfang einer Bewegung erkennen können.

Die Fraunhofer-Institute für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR), für Integrierte Schaltungen (IIS) und das IVI-Anwendungszentrum "Vernetzte Mobilität und Infrastruktur" haben im Projekt Horis gemeinsam an einem verbesserten Sensorsystem zum Fußgängerschutz gearbeitet. Die Sensoren sollen drohende Gefahren bereits am Anfang einer Bewegung erkennen können. "Statt wie bisher allein auf eine Abstandswarnung im Auto zu setzen, steht hier eine zuverlässige Verhaltensvorhersage im Fokus", sagt Dr. Reinhold Herschel, Gruppenleiter am Fraunhofer FHR.

Zunächst sollen die Radarsensoren in der Infrastruktur, etwa an Bushaltestellen verbaut werden und Daten zur Geschwindigkeit von wartenden Personen sammeln. Später können die Algorithmen zur Auswertung auch in den Radarsensoren im Auto verwendet werden. 

Radarsystem mit Bewegungserkennung

Das Fraunhofer FHR entwickelt die Algorithmen. Diese erkennen ein Objekt als Person, setzen einen Marker und bestimmen die Geschwindigkeit, mit der sich die Person bewegt. Erst wenn sich die Person über mehrere Messungen hinweg konsequent mit einer bestimmten Mindestgeschwindigkeit in Richtung Straße bewegt, wird ein Alarm ausgelöst. Das Fraunhofer IIS kümmert sich um die Referenzmesstechnik und die Bewegungserfassung. Das Fraunhofer IVI identifizierte passende Testszenarien und hat zwei Sensoren an einer Bushaltestelle auf dem Campus der Technischen Hochschule Ingolstadt verbaut.

Das System könnte so vernetzten und automatisierten Fahrzeugen raten, an belebten Bushaltestellen langsamer zu fahren und dagegen die Höchstgeschwindigkeit erlauben, wenn keine Personen an der Haltestelle stehen. Der jetzt fertig gestellte Demonstrator kann derzeit bis zu acht Personen gleichzeitig erfassen und feststellen, ob diese sich in Richtung Fahrbahn bewegen und könnte ab dem zweiten Quartal 2021 vorgeführt werden.

Um die Reaktionszeit weiter zu verbessern, planen die Forscher, das System mit künstlicher Intelligenz und einer zusätzlichen Infrarotkamera auszustatten. Dann kann das System nicht nur sehen, dass sich jemand auf das Auto zubewegt, sondern die Szene verstehen. Es würde etwa bei einem rollenden Ball auf ein nachfolgendes Kind schließen können. 

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