Mensch und Maschine als Team
- 30.01.2026
- Automatisierung
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Die Universität Bielefeld und das Fraunhofer IOSB‑INA starten den Kompetenzverbund Humation, der neue Ansätze für die Zusammenarbeit von Menschen und automatisierten Systemen erforscht und erprobt.
Beteiligte des Kompetenzverbunds Humation (v.l.n.r): Dr. Sebastian Wrede, Prof. Klaus Neumann (erste Reihe); Florian Pethig, Dr. Marc Hesse, Dr. Sebastian Schriegel (mittlere Reihe); Prof. Jürgen Jasperneite und Prof. Reinhold Decker (hintere Reihe).
Norma Langohr / Universität Bielefeld
Der neue Kompetenzverbund Humation – Humanzentrierte Automation bündelt Aktivitäten der Universität Bielefeld und des Fraunhofer IOSB‑INA in Lemgo. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen, Künstliche Intelligenz (KI) und automatisierte Systeme so zusammenwirken können, dass Arbeitsprozesse sicherer, flexibler und effizienter werden. Nach Angaben der Beteiligten soll der Mensch dabei weiterhin eine zentrale Rolle einnehmen. Technologien sollen demnach menschliche Fähigkeiten ergänzen. „Wir wollen Technologien dahingehend entwickeln, dass sie die Fähigkeiten des Menschen erweitern, nicht ersetzen“, sagt Dr.-Ing. Marc Hesse, Teamleiter Cognitronics an der Universität Bielefeld und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Center for Cognitive Interaction Technology (CITEC). "Wenn Mensch und Maschine als Partner zusammenarbeiten, entsteht ein hybrides Team, das kreativer, adaptiver und nachhaltiger arbeitet."
Der Verbund vereint die grundlagenorientierte Forschung mit anwendungsnaher Entwicklung. Dazu gehören Arbeiten zur kollaborativen Robotik und zur Integration von KI in automatisierte Abläufe. Ein Beispiel ist das Projekt Humation Collaboratory.OWL, das das Forschungsinstitut für Kognition und Robotik (CoR‑Lab) in Bielefeld und die Smart Factory OWL des Fraunhofer‑Instituts in Lemgo digital vernetzt. In diesem Umfeld arbeiten Roboter und Menschen gemeinsam, etwa bei der Produktion von Wärmepumpen. Automatisierte Systeme übernehmen Teilaufgaben und unterstützen Fachkräfte bei Montageschritten. Nach Einschätzung der Projektverantwortlichen können solche Ansätze Engpässe in der Produktion mindern und Abläufe strukturieren. "Viele Betriebe stehen heute unter Druck: zu wenig Fach- und Arbeitskräfte, zu viel Komplexität. Mit Humation verbinden wir moderne Technik mit menschlicher Erfahrung – und dank digitaler Zwillinge werden Abläufe einfacher und schneller." sagt Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Direktor des Fraunhofer IOSB-INA, Lemgo.
Auch das Projekt „EXPLORE“ zeigt die Verbindung von Forschung und industrieller Anwendung. Es entwickelt eine Forschungsplattform für digitale Zwillinge in Ostwestfalen-Lippe. Digitale Zwillinge bilden reale Maschinen oder Produktionslinien virtuell ab und ermöglichen Simulationen und Optimierungen, bevor Änderungen in der Praxis umgesetzt werden.
Technologie mit menschlichem Maß
Im Zentrum der humanzentrierten Automation steht die menschengerechte Gestaltung technischer Systeme. Ziel ist nicht die vollständige Automatisierung, sondern die Verbesserung von Sicherheit, Wohlbefinden und Kompetenzentwicklung. Der integrierte Forschungsansatz bezieht ethische, rechtliche und soziale Aspekte von Beginn an ein. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bietet Humation verschiedene Unterstützungsangebote wie Lab‑Touren, Fachgemeinschaften sowie Beratungs‑ und Umsetzungsprojekte. So sollen wissenschaftliche Erkenntnisse in die regionale Wirtschaft übertragen werden, während Erfahrungen aus Betrieben in die Forschung zurückfließen.
Impulse für die Industrie der Zukunft
Der Ansatz orientiert sich an der europäischen Strategie Industry 5.0, die den Menschen als zentrale Säule einer nachhaltigen und widerstandsfähigen Industrie beschreibt. Mit dem Kompetenzverbund will die Region Ostwestfalen‑Lippe zur Weiterentwicklung humanzentrierter Automatisierung in Europa beitragen.