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08.07.2016 | Automatisierung | Im Fokus | Onlineartikel

Mensch und Maschine vernetzen sich

Autor:
Jacqueline Pohl

Unternehmen investieren weiter in die Digitalisierung. In der Industrie 4.0 liegt der Fokus auf IT-Technologien für die Vernetzung von Mensch und Maschine.

In modernen Betrieben übernehmen intelligente Maschinen immer komplexere Aufgaben. Der Trend hin zu mehr Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz legt nahe, dass der Mensch in der Fertigung bald gänzlich von Robotern verdrängt wird.


Die Studie von Accenture “Machine dreams: Making the Most of the Connected Industrial Workforce” zeigt jedoch eine andere Zukunftsperspektive auf. Denn die Fertigungsindustrie setzt vor allem auf IT-Technologien, die vor allem die Effizienz steigern und die gefährlichen und repetitiven Tätigkeiten an Maschinen delegieren. Die Maschinen arbeiten dabei Seite an Seite mit vernetzten Fachkräften.

Investitionen in kollaborative Roboter

Bei den IT-Investitionen in die Industrie 4.0 steht in den kommenden fünf Jahren vor allem die Vernetzung von Mensch und Maschine im Mittelpunkt. Dabei geht es darum, die Mitarbeiter mit nützlichen IT-Services und Gadgets bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Mobile Technologien, Augmented Reality und Wearables spielen dabei ebenso eine Rolle wie Tracking- und Analysetools sowie Sicherheitstechnologien. 94 Prozent der von Accenture befragten 500 Entscheider aus Europa, den USA und Asien haben die Vernetzung von Mensch und Maschine bereits fest im Blick und zu einem Teil ihrer Geschäftsstrategie gemacht.

Der Mensch im cyber-physischen Gefüge

Diese Ansicht teilen auch die drei Springer-Autoren des Buches "Mensch-Maschine-Interaktion im Industrie 4.0-Zeitalter". Die künftige Rolle und Bedeutung des Menschen in der Industrie 4.0 definieren sie in der Einleitung folgendermaßen:

Der Mitarbeiter in einer Industrie 4.0 wird die übergeordnete Produktionsstrategie festlegen, die Umsetzung dieser Strategie überwachen und im Bedarfsfall intervenierend in das Cyber-Physische Produktionssystem (CPPS) eingreifen. Als Teil eines cyber-physischen Gefüges wird er insgesamt ein größeres Maß an Verantwortung übernehmen und seine Aufgaben mobil und unterstützt durch verschiedene Mensch-Technik-Lösungen erledigen.“ (Seite 527)

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Weltweit 220 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung

Für diese Mensch-Technik-Lösungen – vor allem für die Vernetzung der Mitarbeiter – sollen bis zum Jahr 2020 der Studie zufolge ein Viertel (24 Prozent) der Forschungs- und Entwicklungskosten fließen. Das wären weltweit etwa 220 Milliarden Euro.


Besonders weit fortgeschritten ist der Digitalisierungsgrad bereits in der Automotive-Branche, die auch bei den Mensch-Maschine-Schnittstellen die Nase vorn hat. Einerseits werden hier künftig immer öfter fahrerlose Transportfahrzeuge eingesetzt, die Materialien heranschaffen und autonom arbeiten werden. Großes Potenzial haben auch kollaborative Roboter, sogenannte Cobots, die mit den Mitarbeitern Hand in Hand arbeiten. Weitere Investitionen fließen in Smart Devices wie zum Beispiel Datenbrillen für die Mitarbeiter, bei der die Fertigung mit Augmented Reality unterstützt wird..

Sicherheitsbedenken bremsen die Vernetzung

Die Strategie ist also klar, doch die technische Umsetzung bereitet vielen Betrieben noch Schwierigkeiten. Die größten Hindernisse bei der Implementierung der Vernetzungsstrategie in der Industrie 4.0 sehen die befragten Unternehmen in der Datensicherheit (76 Prozent) und der Komplexität (72 Prozent). Aber auch die Suche nach Fachkräften (70 Prozent) gestaltet sich für die Fertigungsunternehmen schwierig.


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