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So sollen Materialdaten automatisch nutzbar werden

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Zwei Fraunhofer-Institute entwickeln gemeinsam einen Materialdatenraum. Informationen sollen entlang der Lieferkette automatisiert fließen und regulatorische Anforderungen leichter erfüllen.

Im Projekt PMD-X-MAPRO wird ein Datenraum gestaltet, um Materialwissen digital und über Unternehmensgrenzen hinweg nutzen zu können.


Materialdaten sollen in Zukunft unternehmensübergreifend digital verfügbar sein und automatisch in Produktionsprozessen genutzt werden. Dazu entwickeln das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE und das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM im Forschungsprojekt PMD‑X‑MAPRO gemeinsam mit Industriepartnern einen digitalen Materialdatenraum.

Nach Angaben der Institute werden Informationen zu Werkstoffen und Fertigungsprozessen bislang oft in nicht-maschinenlesbaren Formaten wie PDFs weitergegeben. Das führe zu manuellem Aufwand und Fehlern. Im Projekt sollen die Daten bereits vor der Materialanlieferung bereitstehen und bidirektional entlang der Lieferkette ausgetauscht werden. Damit sollen Produktionsabläufe effizienter und stabiler werden. Auch Vorgaben wie der digitale Produktpass oder der CO₂-Fußabdruck eines Bauteils ließen sich so leichter erfüllen.

Semantische Modelle als Grundlage

Die technische Grundlage bilden semantische Modelle, sogenannte Ontologien. Sie ordnen Materialwissen so, dass Computer Eigenschaften, Herstellungsprozesse und Prüfdaten interpretieren können. Dadurch können Informationen aus ERP-Systemen, Laborprüfungen oder Simulationen zusammengeführt werden. Für den Datenaustausch entstehen digitale Materialzwillinge, die alle relevanten Informationen in einem gemeinsamen Rahmen bündeln.

Am Beispiel einer Nockenwelle demonstriert das Konsortium, wie Prüfdaten, Simulationsergebnisse und Lieferantenangaben in einem Datenraum zusammengeführt und zwischen Partnern geteilt werden können. Die Ergebnisse des Projekts sollen vom 20. bis 24. April auf der Hannover Messe 2026 am Stand der Plattform Industrie 4.0 präsentiert werden.

PMD‑X‑MAPRO läuft bis Ende Juni 2026 und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Neben den Fraunhofer-Instituten sind beteiligt: Siemens AG, SHS – Stahl-Holding Saar GmbH & Co. KGaA, tec4U-Solutions GmbH, credativ GmbH, Deutz AG.

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    Bildnachweise
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