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29.02.2012 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Audi: Allradangetriebener Dieselhybrid für die 24 Stunden von Le Mans

Autor:
Katrin Pudenz

Der neue Le-Mans-Rennwagen von Audi kombiniert einen TDI-Motor mit einem Hybridsystem. Und nicht nur das. Der R18 E-tron Quattro bringt den Allradantrieb - in einer neuen Form - zurück auf die Rennstrecke: als E-tron Quattro, wobei der Elektroantrieb die Vorderachse und der Turbodiesel die Hinterachse antreibt. Das verriet der Automobilhersteller aus Ingolstadt bei der Weltpremiere am gestrigen Mittwochabend, 29. Februar 2012, in München. Das Renndebüt wird den Le-Mans-Prototyp 1 (LMP1) am 5. Mai 2012 bei dem Sechsstundenrennen in Spa-Francorchamps (Belgien) geben. Am 16. und 17. Juni 2012 treten Wagen und Crew bei den 24 Stunden von Le Mans in Frankreich an.

Im neuen LMP1 verbindet der Automobilhersteller zwei Technik-Ansätze zu einer neuen Antriebsform, die bereits für einen künftigen Serieneinsatz erprobt wird: E-tron Quattro, also Elektro- und Allradantrieb. Hinter dieser Bezeichnung versteckt sich laut Unternehmen der Allradantrieb der nächsten Generation, bei dem die Vorteile des herstellereigenen Allradantriebes mit den Potenzialen der Elektromobilität verbunden werden sollen. Dabei werde eine Fahrzeugachse konventionell angetrieben, die zweite Achse von Elektromotoren.

Bei dem R18 E-tron Quattro wird an der Vorderachse Bewegungsenergie in den Bremsphasen zurück gewonnen. Sie wird elektrisch in einen Schwungradspeicher eingespeist und beim Beschleunigen ab einer Geschwindigkeit von 120 km/h wieder abgerufen. In diesen Vorgang ist ausschließlich die Vorderachse eingebunden. Der über 375 kW starke V6-TDI-Motor gibt seine Kraft an die Hinterräder ab. Zusammen ergänzen sich die beiden Systeme zum Antriebssystem E-tron Quattro.

Das Projekt E-tron-Quattro für den Motorsport hat im Februar 2010 Fahrt aufgenommen. "Audi hat sich im Motorsport immer ganz bewusst für Rennserien und Kategorien entschieden, die einen engen Bezug zur Serie und damit eine technische Relevanz für Audi-Kunden haben", erklärt Auto-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. "Quattro, TFSI und TDI sind drei gute Beispiele, wie der Motorsport die Serienentwicklung befruchtet hat." Mit dem E-tron Quattro verhalte es sich ähnlich: Getestet werde eine neue Technik auf der Rennstrecke, bevor sie bei dem Hersteller in Serie gehe.

Parallel zum neuen LMP1 hat Audi Sport den R18 ultra entwickelt. Denn das Unternehmen plant bei den 24 Stunden von Le Mans und in der neu geschaffenen FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) in diesem Jahr anzutreten. Und so gibt es den R18 des Modelljahres 2012 einmal mit und einmal ohne Hybridantrieb. Beide Fahrzeuge seien von der Basis aus betrachtet völlig identisch. Der Zwillingsbruder des R18 E-tron Quattro ist laut Hersteller der leichteste Le-Mans-Prototyp, der je bei Audi Sport gebaut wurde. Denn um das zusätzliche Gewicht des Hybridsystems für den Dieselhybrid-Rennwagen zu kompensieren, habe bei der Weiterentwicklung des 2011 in Le Mans siegreichen R18 TDI das Thema Ultra-Leichtbau im Fokus gestanden. So wurde für das Modell 2012 - was Audi als einziges Detail in diesem Bereich nennt - ein neues Getriebe mit einem Gehäuse aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) entwickelt.

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