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22.08.2011 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Siebengang-Schaltgetriebe und neuer Boxermotor: Porsche zeigt den 911 Carrera

Autor:
Katrin Pudenz
4 Min. Lesedauer

Leichtbau-Karosserie, verlängerter Radstand, Siebengang-Schaltgetriebe und ein neuer 3,4-l-Boxermotor: Die neu entwickelte Generation des Porsche 911 Carrera tritt bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2011 bei ihrer Weltpremiere ins Rampenlicht. Dort zeigt sie zudem eine flach gestreckten Silhouette, spannungsgeladenen Flächen und präzise gestalteten Details.

Der neue 911 Carrera und der 911 Carrera S kommen laut Hersteller mit deutlich weniger als zehn Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer aus. Im Vergleich zum Vorgänger sollen Verbrauch und Emissionen um bis zu 16 Prozent sinken. Erreicht werde dies unter anderem durch Systeme und Funktionen wie Auto-Start-Stopp, Thermomanagement, Bordnetzrekuperation, das weltweit erste Siebengang-Schaltgetriebe und - in Verbindung mit dem Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) - durch das so genannte Segeln. Das neue Siebengang-Schaltgetriebe basiert auf dem PDK-Getriebe, wie der Sportwagenhersteller auf Nachfrage verrät. Einzelne Übersetzungsstufen seien angepasst worden. Eine spezielle Sperre sorgt dafür, so erklärt das Unternehmen weiter, dass erst in den siebten Gang geschaltet werden kann, wenn zuvor der fünfte oder sechste Gang eingelegt gewesen ist. Porsche verwendet ein H-Schema, das bedeutet, dass der erste Gang links oben liegt. Zudem soll eine neue elektromechanische Servolenkung nicht nur Präzision und Rückmeldung bieten, sondern ebenfalls einen Beitrag zur Effizienzsteigerung und Verbrauchsreduktion leisten.

So verbraucht der 911 Carrera mit dem neuen 257 Kilowatt starken 3,4-l-Boxermotor und optionalem Porsche-Doppelkupplungsgetriebe im neuen europäischen Fahrzyklus (NEFZ) 8,2 Liter pro 100 Kilometer, gibt der Stuttgarter Hersteller an. Das seien 1,6 l/100 km weniger als der Vorgänger. Als erster Porsche-Sportwagen unterschreitet er mit 194 g/km CO2 zudem die Grenze von 200 g/km. Auch beim 911 Carrera S mit 3,8-l-Boxermotor und neuerdings 294 Kilowatt Leistung sinkt der Verbrauch trotz elf Kilowatt höherer Leistung in Verbindung mit dem optionalen PDK um 14 Prozent beziehungsweise 1,5 l/100 km auf 8,7 l/100 km, werden Zahlen genannt. Das entspreche einem CO2-Ausstoß von 205 g/km.

Gleichzeitig sollen sich bei beiden Modellen die Fahrleistungen verbessern. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h absolviert der 911 Carrera S mit PDK in 4,3 Sekunden, heißt es aus Stuttgart. Mit dem optionalen Sport-Chrono-Paket sollen bei gedrückter Sport-Plus-Taste 4,1 Sekunden verstreichen. Der 911 Carrera mit PDK benötigt laut Hersteller für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h 4,6 Sekunden, mit Sport-Plus-Taste 4,4 Sekunden.

Der neue Elfer bietet aber nicht nur bessere Längsdynamik, sondern auch ein hohes Niveau im Bereich der Querdynamik, wie das Unternehmen angibt. Basis für mehr Agilität, Präzision und Fahrstabilität sind neben dem verlängerten Radstand unter anderem die breitere Spur an der Vorderachse, die neue Hinterachse sowie die neue elektromechanische Servolenkung. So sei der Radstand um 100 Millimeter verlängert worden.

Darüber hinaus stehen weitere, je nach Modell serienmäßige oder optionale, aktive Regelsysteme zur Verfügung, die die Fahrdynamik noch weiter steigern sollen. Das treffe insbesondere auf die erstmals für den 911 Carrera S verfügbare aktive Wankstabilisierung Porsche Dynamic Chassis Control (PDCC) zu. Das System reduziert die Seitenneigung beispielsweise bei Kurvenfahrt, wodurch die Reifen immer optimal zur Fahrbahn stehen und höhere Seitenkräfte übertragen können, wird erläutert. Die möglichen Kurvengeschwindigkeiten steigen, noch schnellere Rundenzeiten auf Rennstrecken sind möglich, heißt es.

Die neue Leichtbau-Karosserie entsteht in Aluminium-Stahl-Bauweise. Sie soll  einen erheblichen Anteil an der Gewichtsreduktion von bis zu 45 Kilogramm tragen. Die Gewichtsreduktion bezieht sich auf das komplette Fahrzeug, wie der Hersteller auf Nachfrage berichtet. Der Karosserierohbau selbst sei sogar knapp 70 Kilogramm leichter. Und das bei deutlich höheren Steifigkeiten, wie betont wird. Durch aerodynamische Optimierung - unter anderem durch einen verbreiterten, variabel ausfahrenden Heckspoiler - konnte der Auftrieb des neuen 911 Carrera unter Beibehaltung eines guten cw-Wertes von 0,29 noch weiter reduziert werden, wie es weiter heißt.

Je nach Modell gelten laut Hersteller folgende Din-Gewichte. Der 911 Carrera mit Schaltgetriebe wiegt 1380 Kilogramm, die Version mit PDK-Getriebe 1400 Kilogramm. Der 911 Carrera S mit Schaltgetriebe bringt 1395 Kilogramm auf die Waage, der mit PDK-Getriebe noch mal 20 Kilogramm mehr, nämlich 1415 Kilogramm.

Der Innenraum der neuen Modells orientiert sich laut Hersteller an der Architektur des Porsche Carrera GT. Durch die nach vorne ansteigende Mittelkonsole mit dem rennsporttypisch hoch, besonders nah am Lenkrad liegenden Schalt- oder Wählhebel werde der Fahrer jetzt noch stärker in das Cockpit integriert. Zudem finden sich innen klassische Porsche-Elemente wieder: das Kombiinstrument mit fünf Rundinstrumenten, eines davon ein hochauflösender Multifunktionsbildschirm, der zentrale Drehzahlmesser sowie das Zündschloss links vom Lenkrad.

Seine Weltpremiere feiert der neue Porsche 911 Carrera bei der IAA 2011 in Frankfurt. Die Einführung der neuen 911-Modelle beginnt am 3. Dezember 2011, die Fahrzeuge sind ab dem 1. September bestellbar.

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