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01.09.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Neues Safety-Domain-Steuergerät von ZF TRW geht in Serie

Autor:
Angelina Hofacker

Das zentrale Steuergerät von ZF TRW, die sogenannte Safety Domain ECU (SDE), ist als Wegbereiter für das automatisierte Fahren entwickelt worden. Im Jahr 2018 soll die zweite Generation des Steuergeräts (SDE 2) bei einem nordamerikanischen und einem europäischen Fahrzeughersteller in Serie gehen.

Zudem habe der Zulieferer einen Entwicklungsauftrag eines weiteren großen europäischen Fahrzeugherstellers erhalten. Ziel ist es dem Zulieferer zufolge, gemeinsam ein zentrales Steuergerät zu entwickeln, das auf die Anforderungen in 2020 und darüber hinaus ausgelegt ist.

Funktionale Sicherheit erhöht

Bei der SDE 2 haben die Entwickler von ZF TRW laut eigenen Angaben die funktionale Sicherheit erhöht. Mit dem ASIL-D-Level, der höchsten Sicherheitsbewertung, soll das zentrale Steuergerät nun aktiv in das Brems- und Lenksystem eingreifen können. Im Vergleich zum Vorgängermodell kann die zweite Generation mehr Daten von Fahrdynamiksystemen und Sensoren wie Radar und Kamera integrieren und daraus ein 360-Grad-Abbild der Umgebung erzeugen, berichten die Experten des Zulieferers. Das Steuergerät SDE 2 hatte TRW auf der IAA Pkw 2013 vorgestellt.

Die anpassungsfähige Architektur der SDE 2 auf Basis von Autosar 4.0 erlaube die Integration von Software-Algorithmen sowohl von anderen Zulieferern als auch von Fahrzeugherstellern. Diese sollen so mit mehreren Anbietern zusammenarbeiten und den gleichen Algorithmus bei verschiedenen Fahrzeugplattformen nutzen können, um unabhängig von der Hardware ein konsistenteres Fahrerlebnis zu erzielen. Die SDE 2 verfüge außerdem über einen leistungsfähigen Multicore-Mikroprozessor und unterstütze CAN-, FlexRay- und Ethernet-Schnittstellen für eine schnellere Verarbeitung noch größerer Datenmengen.

Wegbereiter für das automatisierte Fahren

"Die Datenverarbeitung ist ein wichtiger Grundstein für das automatisierte Fahren“, sagt Dr. Hans-Gerd Krekels, Director Active Safety Engineering and Automated Driving bei ZF TRW. "Je mehr automatisierte Funktionen im Fahrzeug zum Einsatz kommen, desto mehr Informationen zur Fahrzeugumgebung müssen in Bruchteilen einer Sekunde ausgewertet werden". Das erfordere ein extrem leistungsfähiges Steuergerät. TRW hatte Anfang des Jahres das Entwicklungsteam "Automatisiertes Fahren" verdoppelt. Krekels ist in diesem Zuge zum Director ernannt worden. Seitdem TRW in den ZF-Konzern integriert ist, verantwortet er den Bereich bei ZF TRW. "Unser SDE-System hat für uns eine große strategische Bedeutung auf dem Weg zum automatisierten Fahren", erklärt Krekels und ergänzt: „In den letzten zwei Jahren ist die Nachfrage im Premiumbereich rasant angestiegen. Aber wir gehen davon aus, dass die Technologie bis 2020 auch im Volumensegment zu finden sein wird".

Zentrale Integrationsplattform

Die SDE fungiert als zentrale Integrationsplattform, die Millionen Datenbytes der Umgebungssensoren verarbeitet und den Fahrzeugzustand sowie die Verkehrssituation rund um das Fahrzeug analysiert, erläutern die Experten des Zulieferers. Über Verknüpfungen mit Lenk-, Brems- und Antriebssystem sollen sich zahlreiche Fahrzeugfunktionen bündeln und optimal aufeinander abstimmen lassen. Gleichzeitig werde auch die Anzahl an Steuergeräten im Fahrzeug reduziert und die Elektronikarchitektur vereinfacht. Die erste Generation der SDE ist seit Ende 2013 bei einem großen europäischen Fahrzeughersteller in Serie. Der Produktionsstart der SDE 2 ist ZF TRW zufolge für das Modelljahr 2018/2019 geplant.

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