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09.05.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Automotive Innovations Award 2014: Volkswagen bleibt innovativster Automobilkonzern

Autor:
Angelina Hofacker

Zum vierten Mal in Folge ist Volkswagen im Rahmen des Automotive Innovations Awards 2014 zum innovativsten Automobilkonzern gekürt worden. Daimler folgt auf dem zweiten und BMW auf dem dritten Platz. Beim Markenranking setzte sich Mercedes-Benz durch. Die Zulieferer-Awards gingen an 3M, BorgWarner, Bosch, Faurecia und ZF. Die Awards wurden von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und dem Center of Automotive Management (CAM) am gestrigen Donnerstag, 8. Mai 2014, in Frankfurt verliehen.

Im Vorlauf zur Preisverleihung diskutierten Automobilhersteller, Zulieferer und Mobilitätsdienstleister im Rahmen der Fachtagung Automotive Innovations über die Herausforderungen der Branche, auch in Zukunft erfolgreich Innovationen auf den Weg zu bringen. "Das Auto der Zukunft ist vernetzt, elektrisch angetrieben, fährt autonom, wird mit anderen geteilt und bietet Zeit, Komfort und Sicherheit", umriss Professor Dr. Thomas Weber, Mitglied des Vorstands und Leiter Konzernforschung bei Daimler, in seiner Keynote die Zukunftsvision der Branche. 

Expertise ausbauen, um innovationsfähig zu bleiben

Die Herausforderungen, die sich daraus für die Branche ergeben, formulierte Professor Dr. Stefan Bratzel, Direktor des CAM, so: In den kommenden zehn bis zwanzig Jahren werden Bratzel zufolge die Automatisierung des Fahrens sowie alternative Antriebe die Leitmotive des Innovationsgeschehens der Automobilindustrie sein. "Beide Bereiche verlangen übrigens nach Kompetenzen, die nicht gerade zum Kernbereich der Automobilindustrie gehören", kommentierte Bratzel diesen Trend. Über die künftige Innovationsführerschaft entscheide daher nicht nur der Erfindergeist, sondern auch die Kooperationsbereitschaft der Unternehmen.

Um auch in Zukunft innovationsfähig zu bleiben, spiele zudem die Expertise im Bereich Elektrik/Elektronik eine große Rolle. Denn, so erklärte Ricky Hudi, Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik bei Audi, 90 Prozent der Innovationen stehen in Verbindung mit Elektrik/Elektronik. Hier gehöre auch vor allem eine Expertise im Halbleiterbereich dazu, bekräftigte Hudi. Dazu kommen neuartige Mobilitätskonzepte, die in Zukunft gerade im städtischen Raum eine große Rolle spielen dürften. Robert Henrich, CEO vom Daimler-Tochterunternehmen Moovel, zeigte mit dem Geschäftskonzept car2go exemplarisch die Möglichkeiten auf, die sich durch eine Vernetzung verschiedener Akteure ergeben kann, sodass innovative Geschäftsmodelle geschaffen werden können. 

Dass die deutschen Automobilhersteller auf einem guten Weg zu sein scheinen, zeigte die nachfolgende Verleihung der Automotive Innovations Awards, in der die Umsetzung von Visionen in serienreife, innovative Technik geehrt wurde. Hierbei belegten deutsche Automobilhersteller die ersten drei Plätze.

Die Preisträger

Der Volkswagen Konzern bleibt gemäß der Studie des CAM in Zusammenarbeit mit PwC auch in diesem Jahr der weltweit innovativste Automobilkonzern. Durch eine sehr hohe Technologiekompetenz und ein breites Portfolio innovativer Marken, allen voran Audi, Volkswagen und Porsche, habe das Unternehmen überzeugt, begründete die Jury die Spitzenplatzierung. Mit 229 Innovationen im Basisjahr 2013 und einer Innovationsstärke von 186 Indexpunkten konnte das Unternehmen die höchsten je gemessenen Werte für einen einzelnen Konzern seit der ersten Auswertung im Jahr 2005 erreichen, wie die CAM-Experten erklären. Daimler folgt mit nur knappem Abstand auf Rang zwei, der BMW-Konzern erreichte den dritten Platz. 

In der Kategorie "Innovationsstärkste Marke" setzte sich Mercedes-Benz durch. Mit 167 Indexpunkten und 38 Weltneuheiten sei ein Allzeithoch in der Studienreihe erreicht worden, lautete die Erklärung der Jury. Mit der S-, E- und C-Klasse würden zudem die drei innovativsten Modelle von Mercedes-Benz stammen. Mit BMW, VW und Audi folgen drei weitere deutsche Marken auf den Plätzen zwei bis vier. Ford landete wiederum unter den Top fünf der innovativsten Marken. 

Die Preisträger in den anderen Kategorien des Automotive-Innovations Award 2014 waren in diesem Jahr Volkswagen und Daimler. In der Kategorie "Konventionelle Antriebe", "Alternative Antriebe" und "Vernetztes Fahrzeug" setzte sich Volkswagen durch, während Daimler die Kategorien "Sicherheitssysteme" und "Fahrzeugkonzepte" anführt.

Zu den wichtigsten Innovationstrends zählen laut den Ergebnissen der Studie von PwC und CAM die Felder Sicherheit und Vernetztes Fahrzeug. Mit allein 268 aktiven und passiven Sicherheitsinnovationen, das sind 27 Prozent aller Neuerungen, und 43 Weltneuheiten sei ein neuer Höchststand erreicht worden.

Entscheidungsgrundlage

Das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch-Gladbach führt in Zusammenarbeit mit PwC die Studie durch, die als Entscheidungsgrundlage für den Automotive Innovations Award herangezogen wird. Bei der diesjährigen Analyse wurden 18 globale Automobilkonzerne mit 53 Marken berücksichtigt, wie PwC erläuterte. Als Innovationen gelten Neuerungen, erklären die Experten, die einen spürbaren zusätzlichen Kundennutzen bieten. Außerdem müssen die Neuerungen bereits verfügbar oder zumindest in entwickelten Prototypen vorgestellt worden sein. Im Jahr 2013 seien 1.010 Innovationen der Automobilhersteller in die Bewertung eingegangen. Auf die deutschen Automobilhersteller seien dabei 41 Prozent aller Innovationen entfallen, gefolgt von den japanischen Herstellern mit 22 Prozent. 

Bosch und ZF gewinnen Zulieferer-Awards

Zum zweiten Mal sind auch die Innovation Awards für Zulieferer vergeben worden. In der Automotive-Innovations-Awards-Kategorie "Elektrik/Elektronik", in der auch aktive und passive Sicherheitssysteme und Stromspeichertechnik zusammengefasst sind, konnte sich Bosch mit 26 Innovationen und einer guten OEM-Bewertung durchsetzen. Im Bereich "Interieur" erhielt der französische Zulieferer Faurecia die meisten Punkte, während die wichtigsten Innovationen rund um das Chassis von ZF Friedrichshafen kamen. In der Kategorie "Karosserie und Exterieur", die die Rohkarosserie, Coating und neue Werkstoffe umfasst, entschied sich die Jury für 3M. Das Unternehmen habe unter anderem interessante Neuerungen im Bereich Lackschutz entwickelt und den vordersten Rang bei der OEM-Bewertung belegt. In der Kategorie "Antriebstechnik" setzte sich BorgWarner durch. Das Unternehmen überzeugte die Jury insbesondere mit der hohen Kompetenz bei Abgasturboladern.

Grundlage der Bewertung war eine gemeinsam durchgeführte Studie von PwC und CAM. In diese floß laut PwC neben den Innovationen der hundert größten Zulieferer sowie derer Bewerbungen auch eine Herstellerbefragung zur Innovationskraft ihrer Lieferanten ein. Auf der Grundlage der erhobenen Informationen seien von einer Jury unabhängiger Fachexperten der Automobilindustrie die Gewinner bestimmt worden.

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