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12.06.2013 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Bessere Sicht in der Nacht für die Audi-Fahrer in Le Mans

Autor:
Katrin Pudenz

Ein mehr als 800 m langer Lichtstrahl unterstützt den Fahrer im Audi R18 E-tron Quattro in Le Mans bei den Nachfahrten, der digitale Rückspiegel lässt für ihn den toten Winkel verschwinden und das Lenkrad wird für den Fahrer mit Zusatzfunktionen zu einem Assistenten. Mit diesen Systemen für die aktive Sicherheit geht der Rennwagen in Kürze bei den 24 Stunden von Le Mans, das Rennen wird in diesem Jahr zum 90. Mal ausgetragen, an den Start.

In der Lichttechnik steigerte Audi seine Leistungsfähigkeit im LMP-Rennsport seit 2006 bei der Leuchtweite um 85 Prozent, berichtet das Ingolstädter Unternehmen. Bei der Nachtfahrt in Le Mans sollen die Fahrer heute von einem über 800 m langen Lichtstrahl profitieren. Jeder Scheinwerfer besteht aus acht LED-Einheiten. Inzwischen erlaubt das Matrix-Beam-Prinzip, das Licht in einzelne Segmente aufzuteilen. Im Serienauto ist damit blendfreies Fahren mit Fernlicht möglich, im Rennwagen setzt der Hersteller die Technik als Kurvenfahrlicht ein. Das bedeutet, die LED auf der Kurvenaußenseite werden heruntergedimmt, die auf der Kurveninnenseite leuchten heller. Die Fahrbahn wird für den Fahrer in seiner Blickrichtung besser ausgeleuchtet.

Darüber verfügt der R18 E-tron Quattro über einen digitalen Rückspiegel. Eine kleine Kamera ist oberhalb des Fahrers auf dem Dach montiert und nach hinten ausgerichtet. Sie erfasst den rückwärtigen Verkehr mit einem Öffnungswinkel von 60 Grad. Das elektrische Signal wird an einen Bildschirm im Cockpit übertragen. Neuartig ist die AMOLED-Technik des Bildschirms. Die Abkürzung steht für Active Matrix Organic Light Emitting Diode, also eine organische Leuchtdiode mit Aktiv-Matrix-Technik. Im Vergleich zu einem Flüssigkristall-Display ist der Kontrast zehnmal besser und der Energieverbrauch um 30 Prozent geringer. Bei 6,8 Zoll Bildschirm-Diagonale besteht der Schirm aus 600.000 Pixeln. Jedes Pixel ist einzeln ansteuerbar. Im Vergleich zu einem Spiegel bleibt der Schirm vibrationsfrei. Auch verschwindet laut Hersteller mithilfe des digitalen Spiegels der tote Winkel hinter dem Auto. Beim Überrunden sollen die Fahrer aufgrund dessen besser einschätzen können, wann sie die Linie wechseln können, im Zweikampf soll erkennbar werden, ob ein Konkurrent von links oder rechts angreift.

Zu einem weiteren Assistenzsystem wird bei der heutigen Strategie im Rennsport das Lenkrad mit seinen Zusatzfunktionen. 13 Druckknöpfe sind auf der Vorderseite angeordnet. Über diese lassen sich beispielsweise die Bremskraftverteilung, die Traktionskontrolle, der Funk, die Getränkezufuhr, der Anlasser wie auch die Elektronik-Funktionen regeln. Hinzu kommen fünf Drehschalter, mit denen der Fahrer die Kennfelder für den Motor und die Schlupfregelung beeinflussen kann. Zentral im Blickfeld ist eine digitale Anzeige für absolute Rundenzeiten, Zeiten in Streckensektoren, die Differenz zu bereits gefahrenen Rundenzeiten oder die Luftdrücke in den Reifen. Ergänzt wird sie durch Alarmfunktionen. Über Sprechfunk können Fahrer und Boxenmannschaft Informationen wie etwa taktische Entscheidungen austauschen. Sie erlauben es dem Fahrer, schnell zu reagieren und beispielsweise bei nachlassender Fahrbahnhaftung über die Lenkradfunktionen das Fahrverhalten zu beeinflussen.

Tipp der Redaktion Automobil- und Motorentechnik:

Lesen Sie zu diesen Thema auch einen detaillierten Bericht über den digitalen Rückspiegel im Audi Rennboliden sowie die Nachrichten "Audi: Allradgetriebener Dieselhybrid für die 24 Stunden von Le Mans" und "Audi lässt das Fahrzeuglicht der Zukunft mit der Umwelt kommunizieren".

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

09.06.2013 | Automobil + Motoren | Bildergalerie | Galerie

Le Mans 2013: Assistenzsysteme von Audi

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