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27.03.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Additive von Evonik verbessern Viskositätsindex von Schmierstoffen

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Evonik Industries bringt im Herbst 2015 eine neue Generation von Schmierstoffadditiven auf den Markt. Diese sollen die Viskosität des Schmierstoffs in einem breiten Temperaturbereich möglichst konstant halten und zusätzlichen Verschleißschutz bieten.

Die neuen Hochleistungs-Schmierstoffadditive sollen gezielt die Viskosität von Schmierstoffen steuern. Darüber zeichnen sich die Schmierstoffadditive durch zusätzliche oberflächenaktive Eigenschaften aus, wie Evonik erläutert: Zum einen legt sich das Additiv als Schmierstofffilm auf die Metalloberfläche und schützt diese so vor reibungsbedingtem Verschleiß; zum anderen werden Oxidationsprodukte des Öls in der Schwebe gehalten. Damit werde verhindert, dass sie zusätzlichen Verschleiß durch Ablagerung auf Metalloberflächen verursachen. Zusammen sollen diese Effekte lebensdauerverlängernd wirken. Evonik habe dies nach eigenen Angaben in Tests auf dem eigenen Prüfstand nachgewiesen. Die neueste Generation Schmierstoffadditive soll zudem den Kraftstoffverbrauch von Autos um drei bis vier Prozent senken.

Stephan Fengler, Leiter Innovation Management im Geschäftsgebiet Öl-Additive bei Evonik: "Mit unserer Entwicklung bieten wir den Schmierstoffherstellern ein hochinnovatives leistungsfähiges Produkt, das den Viskositätsindex der Schmierstoffe deutlich verbessert und mit dem eingebauten Verschleißschutz einen zusätzlichen Mehrwert liefert."

Weiterentwicklung der Kammpolymere

Die neue Additivgeneration ist eine Weiterentwicklung der sogenannten Kammpolymere. Diese sind seit 2010 auf dem Markt und setzen sich in Hochleistungsschmierstoffen immer mehr durch, erklärt Evonik. Da sie den Kraftstoffverbrauch reduzieren und dadurch dazu beitragen, den Kohlendioxidausstoß zu senken, gehören sie immer häufiger zur Erstbefüllung in Neuwagen ("First-fill-Öle").

Kammpolymere sind langkettige Moleküle auf Basis von Alkylmethacrylaten mit besonders langen unpolaren Seitenketten. Diese Spezialpolymere zeigen sehr gute Eigenschaften als temperatursensitive Verdicker von Schmierstoffen. Sie nehmen in Schmierstoffen die Form eines Knäuels ein und beeinflussen damit die Zähigkeit von Schmierstoffen gezielt: Bei höheren Temperaturen dehnen sich die Polymerknäuel stark aus und verdicken so den Schmierstoff in höherem Maße als herkömmliche Additive. Bei sehr tiefen Temperaturen fallen sie zusammen und wirken dann kaum noch viskositätssteigernd.

Dieses temperaturabhängige Knäuelverhalten der Kammpolymere ist wesentlich ausgeprägter als das herkömmlicher Polymere. Damit wirken sie noch ausgleichender auf das Temperatur-Viskositäts-Verhalten des Schmierstoffs und kämen dem idealen Schmierstoff mit immer gleicher Viskosität ein gutes Stück näher, so Evonik.

Ein erster Vertreter der neuen Kammpolymergeneration soll im Herbst 2015 unter dem Namen Viscoplex 12-209 auf den Markt kommen.

Markt für Schmierstoffadditive wächst

Nach Aussage von Evonik wächst der weltweite Markt für Schmierstoffadditive überdurchschnittlich. Die Gründe dafür sind laut Claus Rettig, Leiter des Segments Resource Efficiency von Evonik, folgende: Strenger werdende gesetzliche Anforderungen zur Kraftstoffeinsparung und zur Vermeidung von Emissionen, steigende Mobilität sowie ein wachsender Bedarf an Hochleistungsschmierstoffen mit einem erhöhten Additivanteil in Asien. Evonik reagiere darauf mit einem deutlichen Ausbau der Produktionskapazitäten in Singapur.

Evonik will mehr als 4 Milliarden Euro in F&E investieren

Daneben hat Evonik Industries bekannt gegeben, in den nächsten zehn Jahren mehr als 4 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung zu investieren. Im Geschäftsjahr 2014 lagen die F&E-Aufwendungen von Evonik nach eigenen Angaben mit 413 Millionen Euro fünf Prozent über denen des Vorjahres (394 Millionen Euro). Die F&E-Quote betrug 3,2 Prozent (2013: 3,1 Prozent). Rund 500 F&E-Projekte hat das Spezialchemieunternehmen nach eigenen Angaben in der Planung.

Mehr als 25.000 Patente und Patentanmeldungen umfasste der Bestand im Jahr 2014. Neu eingereicht wurden rund 250 Patente. Insgesamt forschen weltweit rund 2600 Mitarbeiter von Evonik an 35 Standorten.

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