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13.09.2012 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Biologisch abbaubares Motoröl spart Kraftstoff

Autor:
Andreas Burkert

Ein neues voll-synthetisches Motoröl auf Polyglykolbasis kann nach Ansicht einer Forschergruppe an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) bei Pkw zu einer Verbrauchseinsparung von bis zu drei Prozent führen. Nach Berechnungen des BAM-Wissenschaftlers Mathias Woydt würde durch Polyalkylenglykol (PAG) der Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) pro gefahrenem Kilometer um etwa fünf Gramm sinken. Zudem sei das Motoröl biologisch abbaubar.

Derzeit stehen die Pkw-Hersteller unter Druck, da die verbindliche Zielvorgabe für den maximalen CO2-Ausstoß seitens der EU-Kommission nach und nach weiter sinkt. Für 2015 liegt der Wert bei 130 g CO2/km. Bis zum Jahr 2020 sollen Neuwagen nach EU-Vorstellungen durchschnittlich noch 95 Gramm CO2/km emittieren. Sollte die Flotte der Hersteller dann im Durchschnitt über 95 g/km liegen, würden pro Gramm zu viel ausgestoßenem CO2 Strafzahlungen auf die Hersteller von 95 Euro pro Gramm CO2 zukommen.

Mit dem neuen Motoröl ließen sich diese Zahlungen reduzieren. Der Geldwert der eingesparten CO2-Steuer seien laut BAM für den Autohersteller zehnmal größer als die Mehrkosten. Bei der Entwicklung hat die Bundesanstalt innerhalb verschiedener Forschungsprojekte mit europäischen Automobilherstellern zusammengearbeitet. Das Chemieunternehmen DOW Chemicals sichert die Rohstofflieferung mit PAG ab.

Weniger Ölwechsel Sollte sich das PAG-Motoröl flächendeckend durchsetzen, könnten nach Aussagen von Mathias Woydt allein in Deutschland bis zu einer Milliarde Liter Kraftstoff pro Jahr eingespart werden. Auch müsste das Fahrzeug nur noch etwa alle 30.000 km zum Ölwechsel. Mit den neuen Ölen könnten auch die strengen europäischen Abgasemissionsvorschriften leichter eingehalten werden, da Öle auf Basis von PAG metallfrei und zudem auch aschefrei seien. Somit halten Rußpartikelfilter länger, können kleiner ausfallen und werden nicht mit Motorölasche verstopft, wie es heißt. Ein weiterer Vorteil sei, dass PAG auch bessere Eigenschaften bei niedrigen Temperaturen als Mineralöle haben.

Polyalkylenglykole werden aus Gasen wie Ethylenoxid und Propylenoxid hergestellt, welche wiederum durch das Spalten längerer Kohlenwasserstoffketten, dem so genannten Cracken, aus Rohbenzin oder Erdgas gewonnen werden. Es ist aber auch möglich, Ethylenoxid und Propylenoxid aus nachwachsenden Rohstoffen zu synthetisieren. Mit der Einführung des neuen Motoröls ist ab 2016 zu rechnen.

(Bild: herkömmliches Motoröl; Aral)

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