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22.10.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Der Passat B8 fährt sich besser bayerisch

Autor:
Andreas Burkert

Mit einem großen Aufgebot an Assistenz-, Infotainment- und Komfortsystemen positioniert sich der neue Passat ganz oben in der Oberklasse. Und dank neu konstruierter Motoren, einem intelligenten Fahrwerk und einer sportlichen Designlinie vermisst keiner mehr die Konkurrenz aus Bayern.

Die achte Generation des Passat fährt künftig mit dem stärksten jemals von Volkswagen angebotenen Vierzylinder-Dieselmotor mit Turboaufladung und Direkteinspritzung. Die hohe spezifische Leistung des Dieselmotors von 120 PS (rund 88 kW) pro Liter Hubraum genügen dabei bei Weitem, um die kurvenreichen Anstiege in Porto Cervo auf Sardinien ausgiebig zu testen. Dort präsentierte am Wochenende der Volkswagenkonzern eine kleine Auswahl seiner neuesten Passat-Modelle, bestückt mit einer kleinen Auswahl neukonstruierter Motoren. Darunter auch einen 2,0-l-TDI-Motor. "Der ist eine komplette Neuentwicklung", erklärt Volkswagen und weist in den Unterlagen darauf hin, dass die 176 kW (bei 4000/min ) die Limousine auf eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h bringen; im Fall des Variant sind es laut Datenblatt noch 238 km/h. Und laut Datenblatt ist der Wagen dabei auch sehr sparsam unterwegs. Etwa 5,3 l/100 km sollen es gemäß NEFZ sein.

Dies allerdings lässt sich an dem Wochenende nicht überprüfen - im Gegensatz zur Antriebsleistung und Laufruhe des Fahrzeugs. Die ist im Übrigen dank der Fahrdynamikfunktion XDS+ und der Fahrwerksregelung DCC auch bei schnellen Kurvenfahrten garantiert. Dass die Progressivlenkung zudem den "Lenkwinkelbedarf" mindert, ist bei längeren Strecken sehr erholsam. Ebenso erleichtert das neue Siebengang-DSG, mit dem das hohe maximale Drehmoment von 500 Nm an alle vier Räder verteilt wird, das Fahren. Der Allradantrieb (4Motion) ist für den 240-PS-Passat im Übrigen serienmäßig integriert. Aktiviert, verbessert sich dadurch die Straßenlage - wie bei allen Allrad-angetriebenen Fahrzeugen.

Verwindungssteifere Karosseriestruktur erstmals mit Aluminiumanteil

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Beim neuen Passat kommt dabei noch die verwindungssteifere Karosseriestruktur dazu, bei der erstmals auch Aluminium verbaut wurde. Das wirkt sich auch auf das Gesamtgewicht aus. Insgesamt wiegt die achte Passat-Generation bis zu 85 Kilogramm weniger als der Vorgänger. Eine beachtliche Leistung der Entwickler. Denn zum einen wirkt der Wagen wesentlich hochwertiger - und wegen der 12 mm mehr an Breite - auch sportlicher. Zum anderen verfügt der Wagen über derart viele Assistenz-, Infotainment- und Komfortsysteme, dass es schon erstaunt, dass das Gewicht bei der Elektrik, Elektronik und dem Bordnetz um 3 Kilogramm reduziert werden konnte.

Noch nie wurden bei einem Generationswechsel so viele neue Technologien in den Nachfolger hineingepackt als beim neuen Passat. Die Folge. Noch nie fühlte man sich sicherer in einem Auto. Aus diesem Grund ist der neue Passat auch keine Weiterentwicklung, sondern "ein vollkommen neues Fahrzeugmodell", wie Dr. Heinz-Jakob Neußer, Mitglied des Markenvorstands Volkswagen für den Geschäftsbereich Entwicklung und Leiter der Konzern-Aggregatentwicklung, erklärt.

Potpourri an Assistenzsysteme und zehn verschiedene Motoren

So finden sich auch gleich einige Weltneuheiten im elektronischen Bordnetz des Fahrzeugs wieder. Neben der City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung sind dies der Emergency Assist (Fahrzeugstopp im Notfall), der Trailer Assist (assistiertes Rangieren mit Anhänger) und der Stauassistent. Sämtliche Funktionen werden dazu entweder im sogenannten Active Info Display (12,3 Zoll großes TFT-Display) oder über das Head-up-Display dargestellt. Das Head-up-Display des Passat ist eine "Combiner-Lösung": Die Daten werden dabei auf eine ausfahrbare Glasscheibe vor die Frontscheibe projiziert. Dabei ist es gelungen, die Anzeigequalität der wesentlich teureren Windshieldsysteme zu erreichen.

Erstmals ist im Passat auch MirrorLink verfügbar. Damit ist es möglich, zahlreiche Apps respektive Funktionen von Android-Smartphones in das Infotainmentsystem einzubinden. Die entsprechende Apps bietet zum einen Volkswagen an, zum anderen können Apps von Drittanbietern bezogen werden.

Zehn direkteinspritzende Turbomotoren

Wenn der Passat B8 in wenigen Wochen beim Händler angeboten wird, dann stehen insgesamt zehn verschiedene Motorisierungen bereit. Die direkteinspritzenden Turbomotoren - darunter fünf Otto-, ein Otto-Hybrid- und vier Dieselantriebe - weisen ein Leistungsspektrum von 88 bis 206 kW auf. Und alle Motoren wurden zum Teil von Grund auf neu konstruiert. Die Maßnahmen dienten zum einen dazu, ein spontaneres Ansprechen aus niedrigen Drehzahlen und ein besseres Durchzugsverhalten bei hohen Drehzahlen zu erreichen. Zum anderen, so verspricht es das Unternehmen, benötigen die Motoren im Durchschnitt 20 Prozent weniger Kraftstoff.

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