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02.11.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

ADAC kündigt für 2016 Abgastests auf der Straße an

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Der ADAC hat für 2016 eigene Abgastests auf der Straße angekündigt. Der Automobilclub will mit Prüfungen unter Realbedingungen Transparenz für Autofahrer schaffen.

Der ADAC begrüßt, dass beim europäischen Abgasgesetzgebungsverfahren auch direkte Messungen der Emissionen bei Fahrt auf der Straße (RDE, Real Driving Emissions) Eingang finden, wie der Automobilclub erklärt. Kritisch sieht der ADAC hingegen die langen Übergangsfristen und die erlaubten hohen Abweichungen zwischen den Messungen im Abgas-Labor und auf der Straße. Vor diesem Hintergrund werde der ADAC schon ab 2016 mit Abgastests auf der Straße beginnen.

"Wir setzen uns seit Jahren für realitätsnahe Abgas- und Verbrauchsmessungen ein und sind deswegen froh, dass hierfür nun konkrete gesetzliche Vorgaben auf EU-Ebene geplant sind. Mit Blick auf die langen Übergangszeiträume und hohen Abweichungsfaktoren kann dies aber nur ein Anfang sein", sagte ADAC-Vizepräsident Thomas Burkhardt. "Wir werden mit unserem Ecotest schon ab 2016 stichprobenartig auch auf der Straße messen, um die Abweichungen der Emissionen im realen Fahrbetrieb zum Prüfzyklus aufzuzeigen. Damit kann sich der Verbraucher verlässlich informieren und für saubere Fahrzeuge entscheiden."

Mit den Straßenmessungen will der ADAC informieren, inwiefern die Automobilindustrie ihre Abgastechniken tatsächlich verbessert und Emissionen über alle Betriebszustände hinweg verringert. "Wir weisen damit auf schwache Abgasminderungskonzepte hin und heben positive Beispiele hervor. Das Ziel muss sein, den vereinbarten Abweichungsfaktor von 1,5 vom Laborwert nicht erst 2021, sondern möglichst frühzeitig einzuhalten. Die Technologien hierfür sind bereits heute vorhanden", sagte Burkhardt.

ADAC: keine höhere Abweichung vom Euro-6-Grenzwert als Faktor 1,5

Mit der Integration von RDE-Messungen will die EU realistischere Werte über das Abgasverhalten von Autos in die Zulassungsverfahren einführen. Für neue Fahrzeugtypen soll dies ab September 2017 gelten. Für eine Übergangszeit bis 2021 dürfen Autos aber immer noch mehr als doppelt so viele Abgase ausstoßen wie in den Labormessungen (Faktor 2,1). Ab September 2019 werden für alle Neuwagen Straßentests relevant, ab 2021 darf der Schadstoffausstoß von Pkw dabei um die Hälfte höher sein als das Limit im Labor (Faktor 1,5).

Der ADAC ist davon überzeugt, dass durch moderne saubere Diesel-Technologie die Stickoxide (NOx) der Dieselfahrzeuge im realen Betrieb auch heute schon um 90 bis 95 Prozent gesenkt werden können. Nach Meinung des Clubs sollten Fahrzeuge dabei in keinem Betriebszustand eine höhere Abweichung vom Euro-6-Grenzwert zeigen als den Faktor 1,5. Bislang untersucht der ADAC auf einem eigenen, zertifizierten Prüfstand jährlich circa 150 Pkw in puncto CO2-Emissionen und Schadstoffe. Die Ergebnisse haben laut ADAC eine große Bandbreite: Während einige Fahrzeuge die gesetzlichen Grenzwerte bezüglich NOx einhalten, zeigen sich auch regelmäßig Abweichungen von den aktuellen Euro-6-Grenzwerten, teilweise um bis zu Faktor 15.

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