Skip to main content
main-content

24.11.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Audi überarbeitet Software beim 3,0-l-V6-TDI-Dieselmotor

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Audi hat gegenüber den US-Behörden EPA und CARB eingeräumt, bei den 3,0-l-V6-TDI-Dieselmotoren nicht ausreichend deklarierte Software verwendet zu haben. Es handle sich dabei um drei sogenannte AECD (Auxiliary Emission Control Devices). Eine davon werde nach geltender US-Gesetzgebung als "Defeat Device" betrachtet.

Audi wird Parameter in der in den 3,0-l-V6-TDI-Dieselmotoren installierten Software überarbeiten, detailliert dokumentieren und in den USA neu zur Genehmigung vorlegen, wie Audi in einer Mitteilung vom 23. November 2015 bekannt gibt. Das sei das Ergebnis von Gesprächen einer Delegation von Audi mit der US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) und dem California Air Resources Board (CARB). Die aktualisierte Software werde aufgespielt, sobald sie von den Behörden freigegeben sei. Betroffen sind die drei Marken Audi, Porsche und Volkswagen. Audi schätzt den Aufwand dafür auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Im Mittelpunkt des jüngsten Gesprächs stand die Notice of Violation vom 2. November 2015, in der Audi mitgeteilt wurde, dass AECD (Auxiliary Emission Control Devices) bei der US‑Typzulassung nicht ausreichend beschrieben und deklariert worden seien. Dies werde nun mit der aktualisierten Software und der Dokumentation nachgeholt, so Audi.

Audi hat bestätigt, dass insgesamt drei AECD im Rahmen der US-Zulassungsdokumentation nicht offengelegt worden waren. Bei einem AECD handele es sich um die Temperatur-Konditionierung des Abgasreinigungs-Systems. Bei den beiden anderen handele es sich um AECD zur Vermeidung von Ablagerungen am Ad-Blue-Dosierventil sowie der Verunreinigung des SCR-Katalysators durch unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC-Poisoning). Eines davon werde laut Audi nach geltender US-Gesetzgebung als Defeat Device betrachtet. Es handele sich dabei konkret um die Software für die Temperatur-Konditionierung des Abgasreinigungs-Systems.

US-Verkaufsstopp verlängert

Audi habe mit den Umweltbehörden weitere Schritte der Zusammenarbeit vereinbart, bei denen die konkreten Maßnahmen erarbeitet werden. Das Unternehmen sagte zu, weiter transparent und umfassend zu kooperieren. Im Fokus stünden dabei rasche, unkomplizierte und kundenfreundliche Lösungen. Der freiwillige Verkaufsstopp für die Modelle mit dem V6 TDI-Dieselmotor, den die drei betroffenen Konzernmarken vorsorglich beschlossen hatten, wurde bis auf weiteres verlängert.

Der von Audi entwickelte Motor wird ab dem Modelljahr 2009 in den Audi-US-Modellen A6, A7, A8, Q5 und Q7 eingebaut. Volkswagen setzt den Motor im Touareg und Porsche seit dem Modelljahr 2013 im Cayenne ein. Alle betroffenen Modelle seien laut Audi technisch sicher und fahrbereit.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Premium Partner

    Bildnachweise