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29.10.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Müller stellt Fünf-Punkte-Plan für Volkswagen vor

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Matthias Müller hat einen Fünf-Punkte-Plan zur Neuaufstellung des Volkswagen-Konzerns vorgestellt. Damit will der Konzernchef das Unternehmen für die Herausforderungen der Diesel-Affäre fit machen. Das Ziel: Volkswagen soll weiterhin zu den besten Autobauern der Welt gehören.

Matthias Müller, Volkswagen-Vorstandsvorsitzender, hat die fünf wichtigsten Schritte zur Neuaufstellung des Konzerns angekündigt. "Wir müssen den Blick über die aktuelle Lage hinaus richten und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich Volkswagen erfolgreich weiterentwickeln kann", sagte Müller am Mittwoch, 28. Oktober 2015, in Wolfsburg. Dazu stellte er einen Fünf-Punkte-Plan vor. Mit dessen Hilfe wolle er dafür sorgen, dass Volkswagen auch in Zukunft zu den besten Automobilherstellern der Welt gehöre. Müller zeigte sich zuversichtlich: "Volkswagen wird aus der aktuellen Situation stärker als zuvor hervorgehen." Er kündigte an, im kommenden Jahr Eckpfeiler einer "Strategie 2025" vorzustellen.

Höchste Priorität: Kunden

Der Vorstandsvorsitzende erklärte die Hilfe für Kunden, die von der Dieselthematik betroffen seien, zu seiner wichtigsten Priorität. "Unsere Kunden sind das Herz von allem, was unsere 600.000 Mitarbeiter in der ganzen Welt leisten", sagte er. Volkswagen arbeite intensiv an effektiven technischen Lösungen. Die Umsetzung beginne in Abstimmung mit dem Kraftfahrt-Bundesamt im Januar 2016.

Die zweite Priorität seien Fortführung und Abschluss der Aufklärung der Ereignisse in aller Konsequenz. "Wir müssen die Wahrheit herausfinden und daraus lernen", erklärte Müller. Volkswagen sei dabei sehr sorgfältig in der Analyse. Darum sei zusätzlich zu den schon bekannten Schritten die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte zur Unterstützung engagiert worden. Die Verantwortlichen für die Vorgänge müssten laut Müller mit harten Folgen rechnen.

Konzern wird künftig dezentraler geführt, Neuausrichtung des Führungsverhaltens

Die dritte Priorität sei die Einführung neuer Strukturen im Volkswagen-Konzern. "Der Kernpunkt ist: Unser Konzern wird künftig dezentraler geführt", sagte Müller. Marken und Regionen bekämen mehr Eigenständigkeit. Der Vorstand werde sich unter anderem um markenübergreifende Strategien kümmern, um das Heben von Synergien und um den effektiven Einsatz der Ressourcen der Gruppe. "Wir werden uns das aktuelle Portfolio von mehr als 300 Modellen genau ansehen. Und wir werden den Ergebnisbeitrag jedes einzelnen Modells genau untersuchen."

Matthias Müller treibt als vierte Priorität die Neuausrichtung der Kultur und des Führungsverhaltens voran. Das Streben nach Perfektion, die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter und die soziale Verantwortung im Volkswagen-Konzern müssten erhalten bleiben. Aber es seien Veränderungen notwendig bei der Art der Kommunikation und des Umgangs mit Fehlern: "Wir brauchen eine Kultur der Offenheit und der Kooperation." Müller forderte im kollegialen Umgang miteinander zudem mehr Mut, mehr Kreativität und mehr Unternehmertum.

Eckpfeiler einer "Strategie 2025" für 2016 angekündigt

Als fünfte Priorität kündigte Müller eine Weiterentwicklung der Strategie 2018 hin zu einer Strategie 2025 an. "Viele außerhalb von Volkswagen, aber zum Teil auch bei uns, haben nicht richtig verstanden, dass es bei der Strategie 2018 um viel mehr geht als um Stückzahlen. Dem 'Höher, Schneller, Weiter' wurde vieles untergeordnet, vor allem die Umsatzrendite." Es gehe aber nicht darum, 100.000 Fahrzeuge mehr oder weniger als ein großer Wettbewerber zu verkaufen. Es gehe vielmehr um qualitatives Wachstum, so Müller. In den kommenden Monaten werde an den Eckpfeilern einer "Strategie 2025" gearbeitet, die der Konzern dann Mitte kommenden Jahres vorstellen werde.

Drittes Quartal 2015: Milliardenverlust für Volkswagen

Daneben hat Volkswagen am Mittwoch, 28. Oktober 2015, seine Unternehmenszahlen zum Ende des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2015 bekannt gegeben. Im dritten Quartal musste der Volkswagen aufgrund der hohen Rückstellungen für die Folgen der Diesel-Affäre einen Milliardenverlust ausweisen. Vor Steuern und Zinsen verbuchte der Autokonzern im dritten Quartal einen Fehlbetrag von 3,48 Milliarden Euro, nachdem das Unternehmen im Vorjahreszeitraum noch einen operativen Gewinn von 3,23 Milliarden Euro erwirtschaftet hatte.

Nach Steuern fiel bei dem Konzern unter dem Strich ein Verlust von 1,67 Milliarden Euro an. Im Vorjahreszeitraum hatte der Autohersteller noch einen Überschuss von 2,97 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Bereinigt um die Kosten der Abgas-Affäre und einen Sondereinfluss im Lkw-Bereich ging das operative Ergebnis um 0,7 Prozent auf 3,21 Milliarden Euro zurück. Volkswagens Umsatz erhöhte sich im dritten Quartal um 5,3 Prozent auf 51,49 Milliarden Euro.

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