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04.11.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Volkswagen räumt auch bei CO2-Werten Unregelmäßigkeiten ein

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Volkswagen hat bei internen Untersuchungen Unregelmäßigkeiten bei CO2-Werten festgestellt. Rund 800.000 Fahrzeuge des Konzerns könnten betroffen sein. Die wirtschaftlichen Risiken beziffert Volkswagen nach erster Schätzung auf rund zwei Milliarden Euro.

Bei internen Untersuchungen hat Volkswagen festgestellt, dass es bei der Bestimmung des CO2-Wertes für die Typzulassung von Fahrzeugen zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens vom Dienstagabend, 3. November 2015. Nach derzeitigem Erkenntnisstand könnten davon rund 800.000 Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns betroffen sein. Eine verlässliche Bewertung des Umfangs der Unregelmäßigkeiten sei laut Volkswagen derzeit noch nicht möglich. Die wirtschaftlichen Risiken werden in einer ersten Schätzung auf rund zwei Milliarden Euro beziffert.

Im Rahmen der gerade laufenden Überprüfungen aller Prozesse und Abläufe bei Dieselmotoren sei aufgefallen, dass bei der CO2-Zertifizierung einiger Fahrzeugmodelle zu niedrige CO2- und damit auch Verbrauchsangaben festgelegt wurden. Betroffen seien ganz überwiegend Fahrzeuge mit Dieselmotoren. Laut Volkswagen-Angaben seien auch Unregelmäßigkeiten bei einer geringen Anzahl von Benzinmotoren festgestellt worden, wie Spiegel Online berichtet.

Müller: "Schonungslose und vollständige Aufklärung ist für uns ohne Alternative"

"Ich habe mich von Anfang an dafür eingesetzt, dass wir die Geschehnisse schonungslos und vollständig aufklären. Dabei machen wir vor nichts und niemandem Halt. Das ist ein schmerzhafter Prozess, aber er ist für uns ohne Alternative. Für uns zählt einzig und allein die Wahrheit. Das ist die Voraussetzung für die grundlegende Neuausrichtung, die Volkswagen braucht", sagte Matthias Müller, Vorsitzender des Vorstands von Volkswagen. Weiter sagte er: "Der Vorstand der Volkswagen AG bedauert zutiefst den festgestellten Sachverhalt und betont, dass der eingeschlagene Weg der Aufklärung und Transparenz konsequent weitergegangen wird."

Der Vorstand von Volkswagen werde unverzüglich mit den zuständigen Zulassungsbehörden über die Konsequenzen dieser Feststellungen in einen Dialog treten, heißt es aus Wolfsburg. Volkswagen teilte weiter mit, dass das Unternehmen alles daran setzen werde, nach Absprache mit den zuständigen Behörden schnellstmöglich eine Klärung der weiteren Vorgehensweise sowie eine korrekte Einstufung der CO2-Werte bei den betroffenen Fahrzeugen vorzunehmen.

Vorwürfe der US-Umweltbehörde EPA

Bisher ging es in der Affäre um Stickoxid (NOX) und ausschließlich Dieselmotoren. Volkswagen hatte im September eingeräumt, Abgaswerte von Dieselfahrzeugen durch eine spezielle Software manipuliert zu haben. Betroffen seien 1,2-, 1,6- und 2,0-l-Dieselmotoren, hieß es damals. Bei Prüfstandstests führte das Programm zu einem niedrigeren Schadstoffausstoß als im Normalbetrieb.

Erst am Montag, 2. November 2015, hatte die US-Umweltbehörde EPA neue Vorwürfe gegen Volkswagen erhoben - dabei ging es um Stickoxid-Werte. Die EPA hat dem Volkswagen-Konzern vorgeworfen, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-l-Dieselmotoren die Abgaswerte manipuliert zu haben. Nach Angaben der EPA seien in bestimmten Diesel-Modellen der Marken VW, Audi und Porsche der Modelljahrgänge 2014 bis 2016 3,0-l-Dieselmotoren verbaut, die die erlaubten EPA-Grenzwerte für Stickoxide (NOX) um das bis zu Neunfache überträfen. Volkswagen wies dies zurück.

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Quelle:
Handbuch Verbrennungsmotor

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