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14.07.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Neue Ingenium-Motorenbaureihe von Jaguar Land Rover

Autor:
Katrin Pudenz

Blick auf die neue Ingenium-Motorenbaureihe von Jaguar Land Rover: Die Antriebe sind bis zu 80 kg leichter als die aktuellen Triebwerke, zum Patent angemeldete Techniken reduzieren die motorinterne Reibung und sorgen für niedrigere CO2-Werte.

Jaguar Land Rover gewährte Ende vergangener Woche einen ersten tieferen Einblick in das Innenleben der neuen Ingenium-Motorenbaureihe. Die von Jaguar Land Rover entwickelten und produzierten Benzin- und Dieselmotoren weisen gute Leistungs- und Drehmoment-Werten bei zugleich hoher Laufkultur und niedrigen Abgas- und Verbrauchswerten auf. Auf Leichtbau und Effizienz getrimmt, nutzen die brandneuen Vierzylinder Zukunftstechniken, die zum Teil erstmals bei Jaguar Land Rover zum Einsatz kommen.

Modulare Architektur

Die neue Motorengeneration haben die Experten der britischen Gruppe laut Angaben nach dem lateinischen Wort für Motor benannt - Ingenium. Das Lastenheft für die neue Ingenium-Baureihe beinhaltete die folgenden Anforderungen. Die neuen Motoren sollten Angaben zufolge:

  • vielfältig konfigurier- und flexibel einsetzbar sein, um so die nahtlose Installation in eine breite Palette neuer Jaguar- und Land Rover-Modelle zu ermöglichen,
  • eine große Bandbreite an unterschiedlichen Hubraumvarianten eröffnen,
  • für Modelle mit Heck-, Allrad- und Hybridantrieb sowie für den Quer- wie Längseinbau geeignet sein, mit Handschalt- und Automatikgetrieben kompatibel sein und
  • den Einbau neuer Techniken erlauben - sobald diese zur Verfügung stehen.

Die in den Jaguar Land Rover Entwicklungszentren Whitley und Gaydon tätigen Ingenieure wählten als solide Basis für die neuen Vierzylinder-Benzin- und Dieselmotoren extrem steife und zugleich kompakte Motorblöcke aus Aluminium. Um die Entwicklung der zukünftigen Motoren auch im Whitley Engineering Center zu erweitern und zu verbessern hat Jaguar Land Rover zusätzlich 40 Millionen Pfund, etwa 50 Millionen Euro, investiert.

Bohrung, Hub und Zylinderabstand bei allen Motoren identisch

Bei den Ingenium-Triebwerken sind die Maße für Bohrung und Hub ebenso identisch wie der Zylinderabstand und das Zylindervolumen von 500 Kubikzentimeter, berichten die Konstrukteure. Die modulare Architektur soll Konfigurierbarkeit und Flexibilität fördern, um auch künftige neue Gesetzesvorschriften oder Wettbewerbskriterien schnell erfüllen zu können. Alle Motoren werden mit modernen Abgasturboladern ausgerüstet. Die Verdichter steigern speziell im unteren Drehzahlbereich der Leistungsabgabe und senken parallel Verbrauch und CO2-Emissionen, erläutern die Ingenieure weiter.

Die modulare Architektur erlaube zudem einen hohen Anteil an Gleichteilen und gemeinsame Kalibrierungen, was eine geringere Komplexität und höhere Qualität zur Folge habe, wie auch eine vereinfachte Montage und kürzere Reaktionszeiten bezüglich Änderungen bei der weltweiten Nachfrage.

Interne Reibung beim neuen Diesel um 17 Prozent reduziert

Die Verringerung der internen Reibung stand laut Angaben ganz oben auf der Jobliste der Antriebsstrangexperten von Jaguar Land Rover. Beim ersten in die Großserienfertigung gehenden Ingenium-Motor - dem 2,0-l-Diesel mit internem Code AJ 200D - sank die Reibung im Vergleich zum aktuellen Selbstzünder um 17 Prozent.

Sechs Schlüsseltechniken sorgen, wie die Experten ausführen, im Verbund dafür, auch bei allen noch folgenden Motoren die Reibung zu reduzieren, die Laufkultur zu verbessern und zugleich die Performance zu steigern. Sie umfassen im Einzelnen:

  • Rollenlager für die Nocken- und Ausgleichswellen anstelle maschinell bearbeiteter Auflageflächen.
  • Variabel und computergesteuerte Ölpumpen, die in Abhängigkeit von Drehzahl, Motorlast und Temperaturen nur die jeweils optimale Menge an Schmierstoff fördern.
  • Variabel arbeitende Wasserpumpen, die je nach Fahr- und Belastungszustand den Durchfluss des Kühlmittels bedarfsgerecht dosieren. Ein zweigeteilter Kühlkreislauf eröffnet zwei Vorteile: Reduzierte CO2-Emissionen dank kürzerer Aufwärmphase nach dem Kaltstart und schnelleres Aufheizen des Innenraums an kalten Tagen.
  • Mit Blick auf den modularen Einsatz vereinfachter Nockenwellenantrieb
  • Zur Mittelachse des Motorblocks versetzt angebrachte Kurbelwellen
  • Elektronisch gesteuerte Kühlung der Kolben zur Steigerung der Effizienz im Ölkreislauf. Die dazu benötigten Düsen werden bei nicht erforderlicher Kühlung abgestellt. Das System hilft auch beim schnelleren Erreichen der optimalen Betriebstemperatur des Motors - und somit bei der Reduktion von CO2.

Alle Motoren der Baureihe werden neben den Turboladern neuester Bauart mit Hochdruck-Direkteinspritzung, variabler Ventilsteuerung und Start-Stopp-Technik ausgerüstet.

72.000 Stunden auf Prüfständen und 3,2 Millionen Kilometer auf härtesten Straßen Jaguar Land Rover hat die neuen Motoren vor Produktionsfreigabe gründlich erprobt. Die über 72.000 Stunden auf Prüfständen und 3,2 Millionen Kilometer in der realen Straßenwelt malträtierten die Prototypen so hart wie acht Jahre eines normalen Auto- und Motorenlebens.

Gewichtsreduktion um durchschnittlich 80 Kilogramm

In punkto Gewichtsreduzierung nehmen Jaguar Land Rover Ingenieure alle Bereiche eines Motors unter die Lupe - darunter natürlich auch den gesamten Antriebsstrang. Folge: Trotz zusätzlicher Funktionen und angehobener Leistung sind die neuen Ingenium Triebwerke im Schnitt 80 Kilogramm leichter als vergleichbare Motoren aus heutiger Produktion.

Das neue hochmoderne Motorenwerk für die Ingenium-Familie bei Wolverhampton ist die erste von Grund auf neu aufgebaute Fertigungsstätte von Jaguar Land Rover. Der mit Investitionen in Höhe von 630 Millionen Euro errichtete Standort sichert beim Erreichen der vollen Kapazität fast 1400 neue Arbeitsplätze. Der Produktionsstart ist laut Angaben für Anfang 2015 geplant.

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